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Interview mit Daniel Brühl: Was nützt die Liebe in Gedanken

"Ich kenne das Gefühl der ersten großen, gescheiterten Liebe." Daniel Brühl spielt eine der Hauptrollen in dem deutschen Drama Was nützt die Liebe in Gedanken. Frage: Du hast Was nützt die ...

* 16. Juni 1978 in Barcelona, Katalonien, Spanien, Schauspieler Als Alex, der für seine herzkranke Mutter die DDR wieder aufleben lässt, hat sich Daniel Brühl in die Herzen von Millionen von Zuschauern gespielt. Für seine Rolle in Wolfgang Beckers Komödie Good Bye, Lenin! wurde Daniel Brühl ... [komplette Biografie]

Interview mit Daniel Brühl


"Ich kenne das Gefühl der ersten großen, gescheiterten Liebe."

Daniel Brühl spielt eine der Hauptrollen in dem deutschen Drama Was nützt die Liebe in Gedanken.

Frage: Du hast Was nützt die Liebe in Gedanken selbst gerade zum erstenmal gesehen ...

Daniel Brühl: August und ich waren ein bisschen neugierig und wir haben geschummelt und vorher schon mal einen Rohschnitt mit Achim angeschaut. Ich muss sagen, ich bin sehr glücklich.

Frage: Was hat dich am Drehbuch gereizt?

Daniel Brühl: Ich fand diese Zeit sehr aufregend und natürlich hat mich die Figur des Paul interessiert. Ich habe vieles von dem, wie ich so drauf war in dem Alter, wieder entdeckt, und hier dann in einem ganz anderen Kontext gesehen. Gerade diese Phase des Lebens, die melancholische, erste große Liebe, war für mich auch eine wichtige Zeit, und es ist schön, wenn man das noch mal leben darf.

Frage: Wie würdest du deine Figur beschreiben?

Daniel Brühl: August und ich waren uns am Anfang eigentlich einig, dass wir die Hilde eine ganz furchtbare Person finden. Das hat sich völlig gewandelt, als die Anna das gespielt hat – dadurch, dass sie sie verkörpert hat, verstehe ich die Figur plötzlich und mag sie auch. Sie ist nun mal jung und lebendig und will sich ausprobieren, und sie ist ja irgendwo auch ehrlich in ihrer Art.

Sie hält niemanden allzu lange in dem Glauben, dass es was Ernstes ist. Man hätte Hilde auch als Zicke zeichnen können – während bei Anna die Ambivalenz dieser Figur spürbar wird, und sie auch Sympathien weckt für einen tollen Menschen.

Frage: Was ist Paul für ein Mensch?

Daniel Brühl: Paul Krantz stammt aus sehr bescheidenen Verhältnissen, hat aber das Glück, eine große Begabung zu haben, weswegen er an eine Schule kommt, an der sonst nur ziemlich betuchte Leute sind. Er ist also schon immer ein Außenseiter gewesen. Mit Günther verbindet ihn eine gefährliche Symbiose – sie sind beide Verführte und Verführer.

Paul bewundert an Günther seine exzentrische, extreme Lebensweise. Günther schätzt an Paul seine Kreativität und seine Intelligenz, die in seinen Gedichten zur Sprache kommen. Für beide ist Liebe ein zentrales Thema, nur ist Paul im Gegensatz zu den anderen der Ansicht, dass Liebe etwas Großes, Absolutes ist, womit man nicht spielen sollte.

Deshalb ist er auch auf Gedeih und Verderb der Hilde ausgeliefert. Er macht sich anfangs vor, dass seine Gefühle erwidert werden, aber als er merkt, dass sie mit ihm spielt, ist er ungeheuer verletzt. Und da auch Günther verletzt ist, schmieden die beiden diesen wahnwitzigen Plan, sich selbst das Leben zu nehmen – und die anderen mitzunehmen.

Frage: Kannst du diesen Strudel der Gefühle nachvollziehen, von dem sich deine Figur so mitreißen lässt?

Daniel Brühl: Ich kenne das Gefühl der ersten großen, gescheiterten Liebe, das hatte ich nämlich auch. Ich habe mir damals auch lange vorgemacht, dass die Gefühle auf beiden Seiten wären, und bin ebenfalls schrecklich verletzt worden – zumal auch bei mir mein bester Freund darin verstrickt war.

Aber natürlich ist es auch bei mir nie so weit gegangen, dass ich an Selbstmord gedacht hätte – eher schon an Mord ... (lacht) Aber es macht Spaß, das weiter zu denken. Deshalb haben mich die Figuren auch so fasziniert –dass Liebe für sie wirklich etwas so Existenzielles war, dass sie nicht mehr leben wollten.

Frage: Welche Rolle hat es für dich gespielt, dass deine Figur wirklich gelebt hat, und wie hast du für deine Rolle recherchiert?

Daniel Brühl: Ich finde auch, man muss bei einer solchen Recherche aufpassen, dass man nicht zu tief eintaucht. Man muss ja am Ende eine eigene Figur kreieren und muss sich frei machen davon, der wahren Person in allem gerecht werden zu wollen.

Das Spannendste bei den Recherchen war für mich der Prozess, wie ihn Erich Frey, der Rechtsanwalt von Paul Krantz, in seinen Erinnerungen schildert. Denn in Pauls Verhalten vor Gericht kommt zum Ausdruck, wie unglaublich verliebt er in die Hilde war, dass er sie noch im Prozess unter allen Umständen hat schützen wollen.

Erstaunlich, wenn man weiß, was Hilde ihm alles angetan hat. Ich fand es irre, wie kompromisslos der geliebt hat.

Frage: Der Film spielt in den Zwanziger Jahren. Was ist daran für junge Leute von heute interessant?

Daniel Brühl: Ich glaube, dass Berlin damals viel mehr als heute eine Weltstadt war. Da ist kulturell so viel passiert, das war ein Schmelztiegel für Maler, Schriftsteller, Musiker. Die Clubs und Cafés, die es damals hier gab – heute würde man sich wünschen, dass es solche Läden noch gäbe! Auf der anderen Seite diese große Armut, die politisch völlig instabile Situation in Deutschland - ich habe das Gefühl, die Leute sind damals geschwommen und haben Halt gesucht.

Frage: Die Zwanziger als Metapher für die Orientierungslosigkeit in der Jugend?

Daniel Brühl: Ja, finde ich schon. Und ganz ähnlich zu heute, wo nichts mehr wirklich klar definiert ist, wo die Jugend keine klaren Feindbilder mehr hat und keine wirkliche politische Haltung. Sie schwimmt ebenfalls, aber sie ist auch offen und beseelt von einem großen Wunsch nach irgendwas, nach Bewegung.

Frage: Wie seid ihr am Set miteinander klar gekommen?

Daniel Brühl: August und ich kannten uns nicht, aber wir haben uns später gestanden, dass wir großes Interesse aneinander hatten und den starken Wunsch, mal zusammen zu arbeiten. Und es ist eine irre Freundschaft entstanden bei diesem Dreh. Wir teilen einen ähnlichen Humor, ein ähnliches Interesse und eine Ernsthaftigkeit im Hinblick auf diesen Beruf.

Und mit Anna – das war toll. Ich habe beim Casting ja mit vielen Mädchen gespielt, die alle talentiert waren, aber keine brachte das Charisma von Hilde rüber. Bei Anna war das schon da, noch bevor sie den Mund aufmachte. Achim und ich waren völlig weggepustet, dass da ein Mädchen reinspaziert kommt, die mit 16 Jahren so unglaublich gut spielt, und die noch dazu so spielerisch und nonchalant mit einem Älteren umzugehen weiß. Ich hätte so was mit 16 niemals spielen können. Das war schon irre.

Frage: Kein Konkurrenzgebaren am Set, keine Schwierigkeiten, mit Kollegen so unterschiedlicher Herkunft eine Einheit zu bilden?

Daniel Brühl: Dieses Konkurrenzdenken, das Schauspielern oft unterstellt wird, war gar nicht da. Vielleicht dadurch, dass wir aus verschiedenen Ecken kommen, war es eher eine Symbiose.

Frage: Wie war es, mit Achim von Borries zu arbeiten?

Daniel Brühl: Achim von Borries ist genau der Richtige für diesen Film gewesen, denn er hat ein ungeheures Faible für Stimmungen und Atmosphären. Man hat schon am Drehbuch gesehen, dass er Szenen nicht nach Plot, sondern über die Stimmungen beschreibt – zum Teil bis ins Detail, dass da eine Grille zirpt, oder der Vorhang ins Zimmer weht. So war er aber auch beim Dreh. Vieles hat er nonverbal zum Ausdruck gebracht - durch eine bestimmte Mimik oder Gestik.

Frage: Gibt es einen Moment der Dreharbeiten, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Daniel Brühl: Der Dreh in der Wohnung Scheller. Vorher waren wir in einer Art Partystimmung gewesen, ganz ausgelassen. Aber sobald es in diese Wohnung ging, haben wir uns verändert. Ich habe mir mit August sogar vorgenommen, ab diesem Zeitpunkt ernst zu sein und die ganzen Albereien wegzulassen. Es war wirklich eine morbide Stimmung in der Wohnung. Und wir waren hypersensibel.

Ich weiß noch die Szene, an dem ich durchs Fenster Elli sehe, und dann drehe ich mich um – wie ich den August da sitzen sah mit seinem schwarzen Anzug, kreidebleich und den Wahnsinn in den Augen, das war einer der seltenen Momente, wo man plötzlich das Gefühl hat: Man ist das wirklich, das passiert echt.

Frage: Daniel, du scheinst so was wie ein Regular bei den X-Filmern geworden zu sein ...

Daniel Brühl: Ja, und wir planen schon fürs nächste Jahr eine neue Zusammenarbeit in einem Film von Hans Weingartner. Ich bin total froh, dass ich die X-Filmer kennen gelernt habe, denn durch Das weiße Rauschen, den sie verliehen haben, bin ich zu Good Bye Lenin! und auch zu Was nützt die Liebe in Gedanken gekommen. Es gibt sonst keine Firma, die noch Independent-Filme auf so hohem Niveau macht, mit solchem Engagement, und die ihrer Linie dabei auch noch treu bleiben. (DJFL)


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