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Interview mit Daniel Díaz Torres

Frage: Wie kommt es, dass der Protagonist eines kubanischen Films ein schwedischer bzw. deutscher Gangster ist? Daniel Díaz Torres: Wir wollten ein bisschen mit Stereotypen und dem äußeren Schein ...

Interview mit Daniel Díaz Torres


Frage: Wie kommt es, dass der Protagonist eines kubanischen Films ein schwedischer bzw. deutscher Gangster ist?

Daniel Díaz Torres: Wir wollten ein bisschen mit Stereotypen und dem äußeren Schein spielen. Ein Deutscher kommt nach Kuba - und woher genau wissen wir, ob er der Prototyp eines Ganoven ist oder nicht? Die Leute sind hier vielmehr daran gewöhnt, wie man sich einen kubanischen Ganoven vorzustellen hat. Wie ein ausländischer Gangster aussieht, das ist schon komplizierter. Und ich denke, der Film ironisiert die ganzen Klischees, dass ein nordischer oder angelsächsischer Mensch kein Gauner sein kann. Natürlich kann er es sein, sogar schlimmer als die einheimischen Gauner. Mit diesen Elementen versucht der Film zu spielen.

Frage: Was hat der Titel Der Cuba Coup (Hacerse el sueco) zu bedeuten?

Daniel Díaz Torres: Dieser Mann spielt den Schweden, im ganz wörtlichen Sinne: Er gibt sich fälschlicherweise als Schwede aus. Aber in Spanisch-Amerika allgemein bedeutet Der Cuba Coup, "Hacerse el sueco": Sich dumm stellen, ohne es wirklich zu sein. Es ist vielmehr ein Synonym für "scheinheilig sein". Ich denke, in irgendeiner Weise sind alle Protagonisten am Ende soweit, "den Schweden zu spielen": Durch die eigenen Konflikte, in die sie verstrickt sind. So hat der Titel einen Hintersinn, aber auch seinen ursprünglichen Sinn - der auch durchaus erhalten bleiben soll, selbst wenn die Übersetzung ins Deutsche oder Englische ein bisschen komisch klingen könnte.

Frage: Gab es bei den Dreharbeiten keine Verständigungsschwierigkeiten?

Daniel Díaz Torres: Überhaupt nicht. Peter hatte schon in zwei spanischsprachigen Filme mitgespielt, in meinem Tropicanita (1998) und in Gerardo Herreros Frontera Sur (1998). Seitdem beherrscht er die Sprache, besonders das kubanische Spanisch, und bei diesem Film konnte er daher viel unbeschwerter spielen. Dazu kommt, dass er ja eine Person spielt, die fast die ganze Zeit simuliert. Sein Verhältnis zu den kubanischen Schauspielern ist hervorragend, und er hat wirkliche Unterstützung von ihrer Seite erfahren. Das spiegelt sich auch in der Rolle wieder. Am Schluss ist Björn kubanisiert, nimmt Elemente der kubanischen Realität auf und gehört einfach dazu. Er schreit im Viertel herum wie ein Kubaner: "Moraima, der Wassertank schwappt über". Er hat sich in unser Leben integriert.

Frage: Wie situieren Sie Ihren Film innerhalb des kubanischen Kinos?

Daniel Díaz Torres: Es ist meine Art, kubanisches Kino zu machen. Ich versuche, eine Linie zu verfolgen, die humoristisch ist, aber mit einem intelligenten Humor, nicht einem schwerfälligen, abgedroschenen. Es schwingt immer eine gewissen Ironie mit. Und diese Ironie ist stets auch Selbstironie und Ironie gegenüber dem System, in dem wir leben.

Frage: Würde es Sie reizen, einmal in Hollywood Regie zu führen?

Daniel Díaz Torres: Zunächst ist es ja nicht so einfach, von heute auf morgen zum Hollywood-Regisseur zu werden. Aber selbst wenn eine Fee käme und mich in einen solchen verwandeln wollte, ich würde es ablehnen. Ich bin Kubaner, und daher ist auch mein Kino zutiefst kubanisch. Mein Land mit seinen gesamten Schwierigkeiten und Widersprüchen ist es, was meine Kreativität stimuliert - gewissermaßen der Rohstoff meiner Arbeit. (DJFL)


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