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Interview mit Danny Boyle: Trainspotting 2 kommt wahrscheinlich erst in 10 Jahren

Mit 40 Jahren wurde Danny Boyle durch Trainspotting weltweit bekannt. Der Film über die Edinburgher Drogenszene genießt mittlerweile Kultstatus. Nach so unterschiedlichen Arbeiten wie der ...

Interview mit Boyle, Danny


Mit 40 Jahren wurde Danny Boyle durch Trainspotting weltweit bekannt. Der Film über die Edinburgher Drogenszene genießt mittlerweile Kultstatus. Nach so unterschiedlichen Arbeiten wie der Bestsellerverfilmung The Beach mit Leonardo Di Caprio, dem Zombie-Horrorstreifen 28 Days Later und dem Kinderfilm Millions hat Boyle nun mit Sunshine seinen ersten Science-Fiction-Film gedreht. Eine Raumschiffbesatzung macht sich darin im Jahr 2057 auf den Weg zur sterbenden Sonne, um ihr mit Hilfe einer Kernexplosion wieder neues Leben einzuhauchen und die Menschheit damit vorm Untergang zu bewahren. Wir trafen den 50jährigen Regisseur zum Gespräch.

Frage: Sie haben sehr viel Wert darauf gelegt, dass in Sunshine alles wissenschaftlich korrekt abläuft. Warum war Ihnen das so wichtig?

Danny Boyle: Es wäre ein großer Fehler, darauf keinen Wert zu legen! Und ich hoffe, dass wir lediglich kleine Fehler gemacht haben, die verzeihbar sind. Bis zu einem gewissen Punkt kann man sich an die Wissenschaft halten. Aber wir wissen bislang noch nicht genau, was passiert, wenn die Schwerkraft der Sonne ein Raumschiff anzuziehen beginnt. An diesem Punkt wird es bei uns spekulativ, aber für den Rest der Geschichte haben wir uns schon an die bekannten Tatsachen gehalten. Ansonsten wären wir bei Star Wars gelandet, wo alles möglich ist, es jede denkbare Kreatur und keine Regeln gibt. Wir wollten nicht, dass unser Film so wird, wir wollten ihn faktenbasiert belassen, Hardcore-Science-Fiction sozusagen.

Frage: Hatten Sie beim Inszenieren Angst vor Kubrick, Tarkowski und Ridley Scott?

Danny Boyle: Oh ja, wer hätte die nicht! Ihre Weltallfilme (2001 – Odyssee im Weltall, Solaris und Alien, die Red.) waren sehr inspirierend. Ich fühlte mich ganz wohl dabei, sie bewusst nicht zu ignorieren, ihnen vielmehr mit meinem Film zu huldigen, aber dabei eben auch ganz bewusst meinen eigenen Film zu drehen. Wenn ich den Film vor einigen Jahren gemacht hätte, wäre ich von ihren Schatten, die auf meinen Film gefallen sind, überwältigt worden. Aber jetzt fühlte ich mich selbstsicher genug, das Risiko einzugehen und in ihrer Gesellschaft zu bestehen. Das war mein Ehrgeiz bei diesem Film.

Frage: Sunshine scheint der erste Film über die Sonne zu sein. War es eine Herausforderung, weil das Licht der Sonne nicht auf Film zu bannen ist?

Danny Boyle: Ja, genau, weil man nicht nur als Mensch nicht in die Sonne schauen kann, sondern auch, weil allein der Versuch, die Sonne auf Filmmaterial zu bringen, eine große Herausforderung ist. Es freut mich, dass ich in Deutschland sagen darf, dass derjenige, der dafür verantwortlich war, dass es gelang, der deutsche Kameramann Alwin Kuchler war! Er hat in Zusammenarbeit mit dem Special-Effects-Team wirklich fantastische Arbeit geleistet. Er hat dafür auf einen eigentlich ganz alten Trick zurückgegriffen. Die ersten zwanzig Minuten spielen komplett im Raumschiff, und in diesen Szenen haben wir die Farbpalette auf Blau-, Grau- und Grüntöne beschränkt. Das Publikum kann man mit so etwas leicht täuschen, weil sie sich nicht bewusst sind, dass sie keine Orange-, Gelb- oder Rottöne zu sehen bekommen. Wenn man dann nach 20 Minuten das erste Mal Gelb zeigt, sind sie völlig überrascht und erstaunt über den ungewohnten Anblick.

Frage: Wie kann man denn als Regisseur eines Films mit so vielen Spezialeffekten noch sicherstellen, dass die eigene Vision am Ende gewahrt bleibt? Haben Sie jeden Schritt der Digitalkünstler überwacht?

Danny Boyle: Das versucht man, schafft es aber nicht. Wenn ich ehrlich bin, ist das alles auch ein großes Rätsel für mich. Ich kann mir nicht erklären, wie aus den Einsen und Nullen am Ende die Sonne wird. Ich gebe meinen Mitarbeitern ein Foto der Sonne, eine Satellitenaufnahme, und sage ihnen, dass es am Ende so aussehen soll. Und mit meiner beschränkten Fantasie stelle ich mir vor, dass sie aus diesem Foto einfach selbst ein Foto machen und das dabei irgendwie in Einsen und Nullen umwandeln. Aber so funktioniert das nicht! Alles, was ich darüber weiß, ist, dass es einen Raum voller Leute gibt, die etwas despektierlich „Hamster“ genannt werden und den ganzen Tag Zahlen „zermalmen“, indem sie unaufhörlich auf ihren Tastaturen herumhacken. Und sechs Monate später ist dabei ein Bild der Sonne herausgekommen. Ich verstehe das alles nicht wirklich. Wir verlieren heutzutage immer mehr den Kontakt zu all diesen Einzelleistungen. Ich habe nur wenig Ahnung davon, wie eine Digitalkamera funktioniert, obwohl ich sehr genau weiß, wie zum Beispiel eine altmodische Analogkamera arbeitet. Man muss seinen Spezial-Effekt-Überwachern einfach vertrauen können, Tom Wood hieß er übrigens bei diesem Projekt.

Frage: Sie haben einmal gesagt, dass Sie für kleine Filme besser geeignet sind als für große. Aber Sunshine ist doch ein großer Film, oder?

Danny Boyle: Er tritt als großer Film in Erscheinung. Ich hoffe, dass er wie eine 150-Millionen-Dollar-Produktion aussieht, aber er hat noch nicht einmal ein Drittel davon gekostet. Ich glaube, es liegt mir eher, das Publikum zu überraschen, weil ich lieber fernab der Öffentlichkeit meine Projekte entwickle und dann plötzlich mit einem neuen Film da bin, was man bei einer 150-Millionen-Dollar-Produktion nie machen könnte, weil diese permanent im Fokus des Interesses steht.

Frage: Wann können wir mit der Fortsetzung von Trainspotting rechnen? Wollen Sie wirklich noch warten, bis Ewan McGregor Filme">Ewan McGregor und die anderen alt genug sind?

Danny Boyle: Ich glaube, da habe ich gar keine andere Wahl! Wir möchten solch eine Fortsetzung unter unseren eigenen Bedingungen machen und nicht einfach, weil wir einen Erfolg wiederholen möchten, auch wenn das Publikum es sicherlich lieben würde, die Charaktere wieder zu sehen. Ich möchte so eine Fortsetzung erst realisieren, wenn es etwas Interessantes über die Figuren zu erzählen gibt. Und meiner Meinung nach könnte es spannend sein, zu sehen, was aus ihnen geworden ist, wenn sie in ihren 40ern sind. Wenn ihre Haare ausfallen, sie sich Gedanken darüber machen müssen, wie sie ihr Geld verdienen, wenn sie sich nicht mehr ohne Konsequenzen Drogen spritzen können, weil die Unverwundbarkeit, die sie in ihren 20ern gefühlt haben, verschwunden ist. Das wäre ein wirklich interessanter Film, denn da wäre die Story dann zusammen mit dem Publikum erwachsen geworden, und es wird seine Helden und Vorbilder, Robert Carlyle und Ewan McGregor, verändert wieder sehen. Wenn man die Filme dann in einer Doppelvorstellung zeigt, könnte ein direkter Vergleich sehr interessant werden. Aber wenn wir diesen zweiten Film jetzt schon drehen würden, sähen die Hauptdarsteller noch fast genauso aus wie damals. Es könnte noch weitere zehn Jahre dauern, bis sie wirklich zu altern beginnen. Schauspieler sorgen sich nun mal sehr um ihr Aussehen, weil ihr Marktwert entscheidend davon abhängt, jung auszusehen.

Frage: Was steht als nächstes Projekt an?

Danny Boyle: Ein Film namens Slum Dog Millionaire, der in Mumbai in Indien spielen wird und von Simon Beaufoy geschrieben wurde, dem Autoren von Ganz oder gar nicht. Es ist ein wunderbares Drehbuch über einen Jungen aus den Slums, das auf einer wahren Begebenheit von vor drei Jahren basiert. Dieser ungebildete Junge ging in die Hindi-Version von „Wer wird Millionär?“ und räumte den Hauptpreis ab. Danach vermuteten alle, dass er betrogen hätte, mit Hilfe eines Summers oder durch Huster im Publikum, all solche Sachen. Sie haben ihn misshandelt, um die Wahrheit aus ihm herauszubekommen, aber er hatte nicht betrogen. Im Film zeigen wir, wie er die ganzen Antworten auf die Fragen wissen konnte. Es wurden nämlich in der Sendung Dinge gefragt, mit denen er im Laufe seines Lebens zufälligerweise in Berührung gekommen war. Es ist einfach eine wunderbare Geschichte! (Frank Brenner)


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