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Interview mit Devid Striesow

Der 1973 auf Rügen geborene Schauspieler Devid Striesow hat allein in den vergangenen zwei Jahren in über 20 Kino- und Fernsehfilmen vor der Kamera gestanden. Da verwundert es kaum, dass in einem ...

Interview mit Striesow, Devid


Der 1973 auf Rügen geborene Schauspieler Devid Striesow hat allein in den vergangenen zwei Jahren in über 20 Kino- und Fernsehfilmen vor der Kamera gestanden. Da verwundert es kaum, dass in einem Monat mit Valerie und Die Fälscher gleich zwei Werke des Vielbeschäftigten im Kino starten. Für die Qualität seiner Arbeiten spricht auch die Tatsache, dass er in den beiden einzigen rein deutschen Wettbewerbsbeiträgen der diesjährigen Berlinale (Die Fälscher und Yella) mitgewirkt hat. Wir trafen ihn zum Gespräch.

Frage: Du bist im deutschen Film im Moment sehr präsent, es gibt mittlerweile kaum mehr eine kleine deutsche Produktion, in der Du nicht mitspielst. Hast Du eine Vorliebe für diese kleinen Geschichten?

Devid Striesow: Auf die äußeren Umstände kann man da ja keinen Einfluss nehmen, denn man bekommt die Projekte von den jeweils Zuständigen von außen angetragen. Die kleinen Sachen, die dann tatsächlich gemacht werden, sind vielfach eben sehr spannend, weil sie Leute in einem Team zusammenbringen, die sich auf spannende Weise ergänzen können. Da bin ich auch in einer Situation, in der ich gar keine Lust habe, irgendetwas abzulehnen, weil es mir einfach Spaß macht, diese Rollen zu übernehmen.

Frage: Meiner Meinung nach bist Du gerade in den aktuellen deutschen Filmen mit den kleinen Geschichten und interessanten Charakteren eine Schlüsselfigur.

Devid Striesow: Ja, es findet da im Moment so eine Art Polarisierung statt durch die verschiedenen Filmemacher. Es gibt die so genannte Berliner Schule um Ulrich Köhler, Christian Petzold, Christoph Hochhäusler, Benjamin Heisenberg und so, die diese gewisse Art von Filmen machen, und dann gibt es noch die eher kommerziellere Schiene. Das findet irgendwie parallel statt, was ich sehr spannend finde, weil man sich in beiden Konzepten Herausforderungen herausnehmen kann, die interessant sein können. Ich bin bislang schon sehr häufig auf Leute getroffen, die ganz verrückte Ideen haben und diese auch genauso umsetzen wollen und denen es dabei nicht so sehr um finanzielle Gedanken geht.

Frage: André in Valerie ist ein Mann, der ja eigentlich alles richtig macht, der aber dennoch von seiner Frau verlassen wurde. Kannst Du Dir erklären, warum?

Devid Striesow: Der Spagat zwischen fertig gestellten Filmen und dem, was man gedreht hatte, kann manchmal sehr groß sein. Wir hatten in Valerie einen Handlungsstrang zwischen André und Valerie erzählt, der parallel zu ihren eigenen Erlebnissen noch ablief. Meine Figur war dadurch ursprünglich größer. Das funktionierte dann aber nicht im Konstrukt des Films. Die Geschichte hat für die finale Version eben einen anderen Verlauf genommen. Als mir die Regisseurin bei der Synchronisation erklärte, dass zwei Drittel meiner Rolle gestrichen worden sind, war ich natürlich erst einmal traurig, weil es sehr schöne Szenen gegeben hatte. Als ich den fertigen Film sah, hatte ich aber das Gefühl, dass es so genau das Richtige ist, weil mit dem Schluss nun nicht ein vordergründiges Harmoniebedürfnis befriedigt wird.

Frage: Du übernimmst in Filmen häufig etwas spießige, manchmal auch langweilige Typen…

Devid Striesow: Das spannende für mich an der Schauspielerei ist, dass man versuchen kann, mit seiner Figur deren gesamte Biografie zu erzählen, mit einigen wenigen Nuancen, die dann über die eigentliche Geschichte hinausgehen. Damit kann man auch dem grausten „Dancer in the Dark“-Typen eine ganze Palette an Eigenschaften verleihen, das macht für mich den Reiz der Schauspielerei aus. Die Koordinaten sind das Umfeld, in dem die Charaktere angesiedelt sind, aber darüber hinaus kann man eben als Schauspieler noch eine ganze Palette mehr zeigen. Das ist die Herausforderung. Das war schon in Lichter so, dass die Biografie nicht nur durch äußere Auffälligkeiten wie dicke Brillengläser erzählt wurde, sondern dass man eben auch die Motive und die Unverdrossenheit des Charakters deutlich machen konnte. Die Durchschnittlichkeit dieser grauen Figur ist dann eben, wenn man genauer hinschaut, pervers-abartig-tiefgründig, und dadurch wird sie für mich eben sehr spannend. (Frank Brenner)


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