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Interview mit Doris Dörrie: Bin ich schön?

Doris Dörrie über Bin ich schön? Frage: Ursprünglich wollten Sie gemeinsam mit Ihrem Lebenspartner (und Kameramann) Helge Weindler den Film Bin ich schön? realisieren. Haben Sie nach dessem ...

Seit mehr als zehn Jahren spielt die Regisseurin und Autorin Doris Dörrie eine führende Rolle beim deutschen Film. Seit ihrem Überraschungserfolg Männer, der seit seinem Start 1985 rund 6 Millionen Zuschauer in die Kinos lockte, repräsentiert Doris Dörrie eine der wenigen Regisseure in Deutschland, ... [komplette Biografie]

Interview mit Doris Dörrie


Doris Dörrie über Bin ich schön?

Frage: Ursprünglich wollten Sie gemeinsam mit Ihrem Lebenspartner (und Kameramann) Helge Weindler den Film Bin ich schön? realisieren. Haben Sie nach dessem tragischen Tod für die "Neuverfilmung" viel am Skript geändert?

Doris Dörrie: Nein, ich habe es nur in Bezug auf die spanischen Sequenzen umgeschrieben. Es spielt jetzt nicht mehr im südspanischen Almeria, sondern in Sevilla. Die Struktur und die Geschichten sind aber ähnlich geblieben.

Frage: Hatten Sie Probleme, die Schauspieler alle wieder zusammen zu bekommen?

Doris Dörrie: Zum Glück nicht, die waren alle so begeistert von dem Projekt, dass es kein Problem war. Das hat mich sehr geehrt.

Frage: Können Sie beschreiben, wie es ist, Ihre eigenen Kurzgeschichten in Filmbilder umzusetzen?

Doris Dörrie: Im Grunde genommen habe ich nie vorgehabt, diese Geschichten zu verfilmen. Geschichten zu schreiben ist für mich ein von meiner Filmarbeit völlig getrennter Vorgang. Aber dann hat mich irgendwie interessiert, ob ich das schaffen würde, die Atmosphäre der Geschichten in einem Film herüberzubringen. Und was mich auch gereizt hat, war, diese sehr komplizierte Struktur zu bewältigen und sehr viele verschiedene Geschichten miteinander zu verbinden.

Frage: Das erinnert ein bißchen an das Reigen-Motiv von Schnitzler und an die Interaktionen in Altman-Filmen.

Doris Dörrie: Klar. Es war so, dass es die Idee, Geschichten von mir zu verbinden, schon lange vor "Short Cuts" gab. Da haben alle immer abgewunken und gesagt, das geht nie und das schaffen wir nicht, das kann nicht gut gehen. Und dann kam "Short Cuts" von Altman, und da haben die selben Leute plötzlich gesagt, es funktioniert doch. Und da habe ich es eben gemacht.

Frage: Sie haben im Film die einzelnen Kurzgeschichten nicht nur verändert, sondern auch anders gewertet. Im Buch gibt es zum Beispiel bei "Kaschmir" kein Happy-End, im Film schon ...

Doris Dörrie: Diese beiden Figuren waren irgendwie so rührend, da wollte ich sie nicht auch noch als autistische, gefühlsunfähige Menschen porträtieren, von denen es im Film ja viele gibt, die nicht weiterkommen, weil sie nicht wirklich zu ihren Gefühlen stehen können. Da erschienen mir die beiden wie Hoffnungsträger.

Frage: Es gibt noch andere positive Entwicklungen, zum Beispiel Robert, der von Joachim Król gespielt wird.

Doris Dörrie: Klar, es gibt sehr viele Hoffnungsmomente. Aber wenn man zum Beispiel an das Ehepaar Herbert und Unna denkt, an Bodo oder auch an Juan: das sind Leute, die schon sehr allein sind. Juan hat zwar viele Jahre lang seine große Liebe gehabt, aber jetzt ist er ein sehr einsamer Mann. Deshalb war es mir wichtig, im Gegenzug hoffnungsvoll zu sein, denn ich bin ein optimistischer Mensch. Ich glaube, dass man, wenn man sich mit aller Wucht in die volle Katastrophe schmeißt - und das bedeutet das Leben: die volle Katastrophe! - dass man belohnt wird, weil man lebendig bleibt! Und es ist ziemlich egal, ob das letztlich Schmerz oder große Liebe ist - man bekommt beides. Und wenn man sich davor scheut, sich darauf einzulassen, bekommt man eben gar nichts. Weder die großen Schmerzen, noch die große Liebe.

Frage: Bei Ihren Kurzgeschichten fällt auf, dass Sie sehr genau beobachten, die Figuren aber nie denunzieren. Der Reiz ist gerade der Balance-Akt zwischen Anteilnahme und Demaskierung. In Ihren Filmen sind Sie wesentlich milder. Warum?

Doris Dörrie: Ich weiß nicht so genau. In der Prosa kann ich etwas negatives und sehr hartes mit einem Satz wieder auffangen, es sogar umdrehen. Das geht sehr leicht und schnell. Film ist im Vergleich dazu sehr träge. Wenn man im Film mal jemand blöd findet oder gar ekelhaft, ist es sehr schwer, für diese Figur wieder andere Gefühle zu erzeugen. Der Film mag die Ambivalenz nicht so gerne. Da die Ambivalenz aber genau die Dinge des Lebens am besten kennzeichnet - dass wir in einem Moment himmelhochjauchzend und im nächsten zu Tode betrübt sein können und nicht wissen, wie das passieren kann - versuche ich das im Film vielleicht mit etwas sanfteren Mitteln als in der Prosa darzustellen.

Frage: Wir sind ja auch nicht immer nur eine Person, sondern verschiedene Personen, in verschiedenen Augenblicken ...

Doris Dörrie: Eben, ja. Und weil Prosa eine Innenansicht schildert, kann ich das sehr viel radikaler zeigen als im Film, wo ich eine Außenansicht habe. Und da verlasse ich mich als Zuschauer auch darauf, dass zum Beispiel die Figur so ist, wie ich sie vorgeführt kriege. Zwar verkrafte ich als Zuschauer auch Sprünge, aber nicht so schnell und nicht so viele wie in der Prosa.

Frage: Film als Projektionsfläche?

Doris Dörrie: Ja, aber ich muss auch wirklich genug Fläche bieten, damit sich der Zuschauer darin spiegeln kann. In der Prosa können Sie bestimmen, ob Sie den Satz nochmal lesen, eine Seite überspringen, ob Sie zurückgehen wollen, nochmal gucken wollen, wie war das mit dem und dem ... das entscheiden Sie. Im Film haben Sie diese Möglichkeiten nicht.

Frage: Haben Sie eine Prioritätenliste im Kopf, wenn Sie schreiben? Den Satz will ich sagen, dieses Gefühl zeigen, das kann ich aber nicht so hinwerfen, also baue ich die Geschichte drumherum?

Doris Dörrie: Ich bin in der Prosa wirklich knochentrocken, mit Absicht. Das wird immer als cinematographisches Schreiben bezeichnet. Ich liebe kurze, klare Sätze, und ich mag es nicht, wenn die Sprache sich selbst feiert. Ich bin ein Fan des narrativen Schreibens, das heißt, dass auch etwas erzählt werden muss, und das so klar und kühl wie möglich. Und innerhalb dieses sehr kühlen Konzepts versuche ich dann ab und zu etwas Poesie einzuschmuggeln, sehr gezielt. Das Schreiben ist schon ein bißchen so wie am Schneidetisch sitzen; dass ich gewisse Einstellungen im Kopf habe, aber nicht um sie zu verfilmen, sondern um sie so aufzuschreiben. Ich schreibe so, als würde ich es durch die Kamera sehen.

Frage: In wieweit sind Ihre Geschichten und Filme autobiographisch? Nehmen wir einmal als Beispiel die Geschichte um die blaue Bitexbrille ...

Doris Dörrie: Da ist die Brille sicher ein autobiographisches Moment, das aber mit der Geschichte wieder nichts zu tun hat. Aber ich kann mich erinnern, dass ich irgendwann mit zwölf oder so meine ganze Familie während eines Italien-Urlaubs wahnsinnig gemacht habe, weil es damals diese riesigen Brillen gab, die über das ganze Gesicht gehen, und so eine wollte ich unbedingt haben. Und am Ende hatte ich sie auch. Aber ich habe sie natürlich nicht so wie das Mädchen im Film bekommen. Ich glaube, als ich vor kurzem so eine ähnliche im Schaufenster gesehen habe, war das der Auslöser.

Frage: Fällt es Ihnen leicht zu schreiben? Und schreiben Sie schnell?

Doris Dörrie: Beides. Ich schreibe wahnsinnig gerne, gleichzeitig ist das Schreiben auch wirklich ein harter Job, und Schreiben hat sehr viel mit Disziplin zu tun - das versuche ich auch immer, meinen Studenten beizubringen. Man muss den Schreibmuskel trainieren, man muss sich jeden Tag hinsetzen und eine bestimmte Zeit lang schreiben.

Frage: Es hat also überhaupt nichts damit zu tun, dass einen die Muse küßt, sondern allein mit harter Arbeit?

Doris Dörrie: Die Muse küßt einen unverhofft und relativ selten, aber man hat größere Chancen, dass sie einen küßt, wenn man einfach regelmäßig schreibt.

Frage: Fühlen Sie sich eigentlich im deutschen Film noch heimisch und haben Sie sich jemals heimisch gefühlt?

Doris Dörrie: Ach, der deutsche Film. Ich weiß gar nicht genau, was das ist. Auch die deutsche Literatur ... Im Buchladen fühle ich mich heimisch und auch im Kino, aber sonst ...? (DJFL)


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