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Interview mit Esther Gronenborn: Alaska.de

Esther Gronenborn ist die Regisseurin und Drehbuchautorin des Dramas Alaska.de Frage: Wie ist die Idee zu alaska.de entstanden? Esther Gronenborn: Bei den Dreharbeiten zum Musikvideo "Meine ...

* 1966 in Oldenburg, Niedersachsen, Deutschland, Regisseurin, Drehbuchautorin Die in Oldenburg geborene Regisseurin Esther Gronenborn hat bereits mit 17 Jahren ihre ersten Schritte in Richtung Film gemacht. Hauptsächlich auf Super 8 und Video verfilmte sie Geschichten zwischen Experimentalfilm ... [komplette Biografie]

Interview mit Esther Gronenborn


Esther Gronenborn ist die Regisseurin und Drehbuchautorin des Dramas Alaska.de

Frage: Wie ist die Idee zu alaska.de entstanden?

Esther Gronenborn: Bei den Dreharbeiten zum Musikvideo "Meine kleine Schwester" mit der Gruppe Spectacoolär. Der Clip handelt von Gewalt an Schulen und sticht sehr aus der Cliplandschaft heraus, da er sehr authentisch inszeniert ist.

Frage: Ist alaska.de eine Weiterentwicklung dieses Videos?

Esther Gronenborn: "Meine kleine Schwester" war der Initialzünder für alaska.de. Ich habe damals zwei Cliquen aus Lichtenberg und Potsdam kennen gelernt. Da mehrere der Darsteller in weiteren Musikvideos von mir mitwirkten, verfestigte sich diese Freundschaft. Ich hatte damals sofort das Gefühl, dass da eine Geschichte war, die in einem Film erzählt werden sollte. Mein Konzept zum Video war, die Situation an den Schulen so authentisch wie möglich zu schildern. Als Figur wurde die "kleine Schwester" erschaffen, die von der sehr talentierten Laiendarstellerin Sabine Krause verkörpert wurde. Sie wurde sogar so etwas wie eine Kultfigur, besuchte Kinderheime und so weiter, hatte einen gewissen Bekanntheitsgrad bei den Kids. Zu Beginn der Arbeit an alaska.de gab es sogar den Plan, diesen Hype um die "kleine Schwester" mitzunehmen, doch bis die Finanzierung stand, waren fast alle Beteiligten aus ihren Rollen gewachsen. Toni Blume, der den Micha spielt, war allerdings von Anfang an dabei, und er inspirierte mich letztlich zu der Story. Im Clip gibt es eine Szene, in der Toni "die kleine Schwester" überfällt. Kirsten Sohrauer von Shorts Production und ich saßen gemeinsam im Schneideraum und haben beide ganz spontan darauf reagiert. Diese rohe und gewalttätige Energie hat uns sofort interessiert. Gemeinsam haben wir beschlossen einen Film zu machen, der dies zum Thema hat.

Frage: Wie gestaltete sich die Arbeit am Drehbuch?

Esther Gronenborn: Nachdem ich die erste Drehbuchversion geschrieben hatte, machte ich mich an das Casting. Denn alaska.de sollte kein Projekt werden, in dem das Drehbuch feststeht und dann dazu Jugendliche gecastet werden. Ganz im Gegenteil sollte das Drehbuch auf die Personen, die wir in langen Castingsessions ermittelt haben, zugeschrieben werden. Die Drehbucharbeit war ein ständiges Herantasten an die individuellen Erfahrungen der zwölf Kids, die hauptsächlich an dem Film beteiligt waren.

Frage: Wie sind Sie bei der Besetzung vorgegangen?

Esther Gronenborn: Ursprünglich sollten die zwei Cliquen, die ich kennengelernt hatte, mitspielen. Nachdem aber so viel Zeit zwischen der ersten Idee und der Umsetzung des Films verstrichen war, waren viele der Kids aus ihren Rollen herausgewachsen und die Cliquen zerbrochen. Deswegen musste ich mit dem Casting nochmal von vorne anfangen. Ich habe ungefähr ein Jahr lang, zusammen mit Shorts Productions und Silke Holzbog von Girault Totem, rund 700 Kids angeschaut. Nur drei Darsteller sind aus der Besetzung des Videos übrig. Der Film hatte nicht nur das Ziel sich sehr nah an der Welt der Jugendlichen zu orientieren, sondern sollte ganz stark auf die Persönlichkeiten und die Erfahrungen der Darsteller eingehen. Deswegen wurden hauptsächlich Kids gesucht, die genau in dem Milieu, das der Film beschreibt, groß geworden sind.

Frage: Wie haben sich die Jugendlichen auf ihre Rollen vorbereitet?

Esther Gronenborn: Als die Besetzung fest stand, fuhren wir mit zwölf der Darsteller für eine Woche an die Ostsee, um uns gemeinsam auf das Projekt vorzubereiten. Neben Schauspielübungen war es mir sehr wichtig, uns in Improvisationen an die Geschichte anzunähern und ein starkes Gruppengefühl zu entwickeln. Jedes der Kids bekam eine Zuordnung und Rolle. Durch diese Hilfestellung fiel es den Jugendlichen nicht schwer, sich in ihre Figur hineinzuversetzen. Vieles, was man von sich persönlich vielleicht nicht preisgeben würde, konnte so in die Rolle einfließen. Auch konnte ich in dieser Arbeit herausfinden, wie ich aus wem die optimale schauspielerische Leistung locken konnte. All diese Erfahrungen flossen nochmals in die Drehbucharbeit ein. Einzelne Figuren wurden gestrichen oder umgeschrieben. So entstand ein Buch, das genau auf die mitwirkenden Jugendlichen eingehen konnte. Das Trainingscamp war für alle Seiten eine intensive und interessante Erfahrung und hat sehr dazu beigetragen, dass der Film so ist wie er ist. Der Schauspieler Andrusch Jung, der den Dealer Daniel spielt und mit dem ich schon mehrere Projekte zusammen gemacht habe, war im Trainingscamp mit dabei, hat den Kids nicht nur viele Tipps gegeben, sondern stand mir bei meiner Arbeit zur Seite. Wir haben nicht wirklich geprobt, sondern eher improvisiert, weil ich wollte, dass sich die Darsteller zwar den Emotionen der Szenen nähern, aber nicht die Dialoge totproben. Keiner der Kids hatte ein Drehbuch und auch während des Drehs wurden die Szenen nur einzeln verteilt.

Frage: Wie sah das visuelle Konzept aus?

Esther Gronenborn: Wir hatten eine klare Auflösung, die wir aber beim Dreh oft über den Haufen geworfen haben. Ich wollte den Darstellern so viel Bewegungsfreiheit wie möglich geben. Wir wollten mit der Kamera eine gewisse Mobilität erzeugen. So wie Sabine und der Zuschauer sollte auch die Kamera die Welt, die wir schildern, immer von neuem entdecken. Man sollte den Eindruck einer dokumentarischen und beobachtenden Kamera erhalten. Besonders bei den Gruppenszenen habe ich versucht, spontane Momente zuzulassen und einzufangen. Dadurch wirkt alles sehr frisch und dokumentarisch. Dagegen gab es Szenen und Bilder, die genau und detailliert inszeniert waren. Dies waren vor allem die Schlüsselszenen und Szenen, in denen es auf den genauen Wortlaut ankommt: Das Verhör von Sabine, die Szene am Zigarettenautomaten, die Flucht im Treppenhaus. Trotzdem versuchten wir, die Technik in den Hintergrund zu stellen. Das ist auch der Grund, warum wir uns entschieden haben, auf 16 Millimeter zu drehen und über eine digitale Nachbearbeitung erst den Look und die Farben zu bestimmen, um dann auf CinemaScope aufzublasen. Diese Arbeitsweise kenne ich aus meiner Zeit als Clipregisseurin und sie hat uns am Set ein freies Arbeitenermöglicht. Alles stand unter der Prämisse, so authentisch wie möglich zu wirken und danach haben sich alle Departments gerichtet.

Frage: Ist das die Dokumentarfilmerin, die da aus Ihnen spricht?

Esther Gronenborn: Ich glaube, meine Stärke ist, mich sehr gut in andere Leute reindenken zu können und Nähe zu erzeugen. Die Dokumentarfilmarbeit war eine sehr gute Vorbereitung. Die ganze Vorarbeit zu alaska.de ähnelte sehr stark einer dokumentarischen Herangehensweise. Ich habe mich dem Thema sehr langsam und intensiv genähert. Ich habe viel recherchiert und mit vielen Leuten über das Thema gesprochen. Ich habe sogar ein Anti-Gewalt-Training der Polizei absolviert. Insbesondere das Team von Gangway, einer Berliner Streetworker Organisation und Uwe Saalmann vom V.I.P. Jugendhaus in Hohenschönhausen waren dabei eine große Hilfe. Beim Dreh habe ich aber diesen dokumentarischen Aspekt nicht nur in meiner Arbeit mit den Jugendlichen einfließen lassen, sondern auch durch das sprachliche Moment. Ich wollte unbedingt den Dialekt und die Sprache der Kids mit einfangen. Deswegen durften meine Darsteller mit den Dialogen frei umgehen und vieles so umformulieren, dass es in ihre Sprache reinpasst. Schwierig war dann, die gelernten Schauspieler dahin zu bringen, das sie sich sprachlich nicht so sehr von den Kids abheben. Ich mussste sie sozusagen dazu anhalten, genauso wie die Kids im Dialekt zu sprechen und nicht zu deutlich zu artikulieren. Also genau das Gegenteil von dem, was man sonst beim Dreh tun soll. Bei uns hieß es nicht "Warte, das war etwas undeutlich gesprochen", sondern "Das müssen wir noch mal machen, das klingt zu gestelzt! Nuschel doch noch etwas mehr." Das war am Anfang für alle etwas ungewohnt.

Frage: Mitunter wirkt der Schauplatz Plattenbausiedlung wie von einem anderen Stern ...

Esther Gronenborn: Die Siedlungen, besonders Hohenschönhausen, wo wir hauptsächlich gedreht haben, wirken ja auch in Natura sehr abgespacet. Aber Spaß beiseite: Ein Subthema des Films ist "Menschen und Architektur". Mein Kameramann Jan Fehse und ich haben uns bemüht, dazu klare Bezüge herzustellen. Unsere Locations hatten klare Linien und Fluchten und waren so ausgewählt, dass kaum Grünflächen zu sehen sind. Das ist in diesen Gebieten ganz schön schwierig, da dort viel begrünt ist. Es ging uns bei dieser Auswahl aber nicht darum zu zeigen, wie trist und grau diese Gebiete sind, sondern die Darsteller von ihrem Umfeld auch optisch abzuheben. So sind die einzigen lebendigen Formen die Darsteller, die sich in einer Welt aus spitzen Kanten und geometrischen Formen befinden. Dies unterstreicht den sterilen "Brave New World"-Charakter, den die Siedlungen sowieso schon haben und vermittelt für mich am deutlichsten das abgehobene Lebensgefühl, das dort herrscht. Dieser Eindruck wird durch die harten Kontraste in den Bildern dann noch verstärkt. Man bekommt manchmal einen fast grafischen Eindruck, den wir durch den starken Schwarzweiß-Anteil in den Bildern verstärkt haben. Alles sollte klar und nackt den Inhalt der Geschichte transportieren. Wir haben uns dabei von den Neorealisten inspirieren lassen und vorher einige Antonioni-Filme angeschaut. Das Format ist jedoch CinemaScope ... CinemaScope haben wir deswegen gewählt, um zu den vertikalen Linien, die durch die Gebäude eine große Rolle spielen, ein horizontales Gegengewicht zu schaffen. Auch half das Format in den engen Wohnungen eine Klaustrophobie zu erzeugen, die der Geschichte half. Es ist außerdem schön, dieses elegante Format, das man von Western und anderen Hollywoodfilmen kennt, für eine Gruppe von Menschen anzuwenden, denen das sonst wohl kaum zugebilligt wird. (DJFL)


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