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Interview mit Felix und Percy Adlon: American Shrimps

Felix Adlon ist der Regisseur des Films American Shrimps, und Percy Adlon ist der Produzent Frage: Was war zuerst da - die Liebe zum Kochen oder zum Filmemachen? Felix: Gekocht habe ich immer ...

Interview mit Felix Adlon


Felix Adlon ist der Regisseur des Films American Shrimps, und Percy Adlon ist der Produzent

Frage: Was war zuerst da - die Liebe zum Kochen oder zum Filmemachen?

Felix: Gekocht habe ich immer schon gerne. Wir arbeiten ja schon lange zusammen, und wenn wir gemeinsam an einem Skript sitzen und uns nichts mehr einfällt, dann kocht einer erst mal Pasta.

Percy: Die Liebe zum Kochen liegt tatsächlich in der Familie.

Frage: Felix, Dein erster Film sollte ein eigener Stoff sein?

Felix: Ja, unbedingt. Das Thema war meine Suche nach der Traumfrau, das "Daten".

Frage: War auch von Anfang an klar, dass eine Familienproduktion daraus werden würde?

Felix: Nein, durchaus nicht. Meine Freundin Laura Slakey und ich hatten das Skript geschrieben und saßen damit bei meinen Eltern im Wohnzimmer, und denen gefiel das dann Gott sei Dank auch, und zwar so gut, dass sie es produzieren wollten.

Percy: Das war ja auch für uns als Produzenten ein Risiko. Ich kenne zwar meinen Sohn, habe schon viel mit ihm geschrieben und weiß, was er kann. Aber ob er auch Regie führen kann in einem ganzen Film, das wußte ich vorher auch nicht. Es war ja das erste Buch, das er allein entwikkelt hat: Das war ein richtiger Abnabelungsprozeß für ihn.

Frage: War es schwierig, die Produktion auf die Beine zu stellen?

Percy: Ja, sehr. Das ein frei finanzierter Film überhaupt zustande kommt, ist immer wieder ein Wunder.

Felix: Wenn das Drehbuch steht, braucht man als erstes Geld und Schauspieler. Ohne das eine Element bekommt man das andere aber nicht, und anders herum auch.

Percy: Und Schauspieler heißt Namen. In Hollywood geht es immer nur um Namen. Da gibt es Investoren, die geben schon $500.000, aber dafür wollen sie Bruce Willis haben. Das ist das ganze Dilemma. Für die Rolle des Daniel wollten die Investoren mindestens Brad Pitt sehen, aber investieren wollten sie dann trotzdem nicht mehr als $1 Mio. Es besteht ein großes Ungleichgewicht zwischen dem, was der Investor verlangt, um sein Geld abzusichern, und dem, was man ihm als freier Produzent bzw. Low-Budget-Filmemacher geben kann.

Felix: Dazu kam, dass wir kurz nach PULP FICTION mit dem Casting begonnen haben, und es wurde sehr hip - und ist es immer noch - , dass die großen namhaften Schauspieler in kleinen Produktionen mitmachen.

Percy: Bei PULP FICTION hat man gehört, dass Travolta das fast umsonst gemacht hat. Das spricht sich bei den Investoren schnell herum, dass man große Namen quasi umsonst bekommt, wenn der Stoff nur interessant genug ist. Das kann man jahrelang spielen, immer wieder im Kreis, mit immer neuen Namen ... ein teuflisches Spiel.

Frage: Es gab also auch durchaus neue und schwierige Erfahrungen für den erfahrenen Produzenten Percy Adlon?

Percy: Oh ja. Das war eine wirklich heiße Sache. Wir sind keine ganz arme Filmfirma, aber man hat natürlich nicht so einfach $2,5 Mio. herumliegen. Und auch ich als Investor muss sagen, das ist ein Erstling, ein Versuch, keine Garantie, dass es klappt! Ich kenne zwar meinen Sohn sehr genau, aber ich wußte nicht, ob er mit Schauspielern umgehen kann.

Frage: Haben Sie sich dann bei den Dreharbeiten rausgehalten?

Percy: Ja, total.

Felix: Danke!

Frage: Wie ist die Finanzierung denn letztendlich zustande gekommen?

Percy: Eigeninovation, ProSieben und eine Bank (ein sogenanntes Gap-Financing gemacht, eine Brükkenfinanzierung). Die Bank gibt Geld auf einen Vertrag mit einer Weltvertriebsfirma, die das Doppelte von der Summe garantiert, die die Bank zur Verfügung stellt. Dazu brauchten wir innerhalb von acht Tagen eine Weltvertriebsfirma, die die Bank akzeptiert. Das war die Overseas Filmgroup.

Frage: Hat der Film einen US-Kinostart?

Percy: Erst einmal haben wir einen sehr guten Fernsehdeal mit HBO, der uns aber die Möglichkeit eines Kinostarts offenhält. Der Kinomarkt in Amerika ist so kompliziert, dass es für einen Erstling fast besser ist, wenn man eine wirklich gute Fernsehausstrahlung hat, als einen ungewissen Kinoerfolg. Wir sind damit sehr glücklich, und natürlich auch mit dem deutschen Kinostart, denn Deutschland ist das zweitwichtigste Kinoland der Welt.

Außerdem ist es für uns als Bayern ein wahnsinnig schönes Gefühl, dass wir mit Felix' erstem Film nach Hause kommen, dass wir mit offenen Armen schon beim Filmfest in München empfangen wurden.

Frage: A propos nach Hause kommen. Die Premierenfeier soll im Berliner Hotel Adlon stattfinden. Ist das heute noch eine Art Familiensitz für Sie?

Percy: Das Hotel hat in Felix Leben kaum eine Rolle gespielt. Es wurde zerstört, als ich zehn Jahre alt war. Als ich in meinen Beruf einstieg, war ich sehr froh, dass der Name nach und nach verblaßte und ich mir einen eigenen mit meinen Filmen machen konnte. Es war zunächst schon ein ziemlicher Schock für mich, dass das Adlon jetzt wieder aufgebaut wurde und ich meinen Namen mit ihm teilen muss. Jetzt nehmen wir das alle als eine nette Zusatzzahl in diesem Lotto, machen das Beste draus und feiern die Premiere dort. Wir sind dort sehr gern gesehene Gäste, auch wenn es uns nicht gehört.

Frage: Wie war die Zusammenarbeit zwischen den arrivierten Schauspielern und den Newcomern?

Felix: Mit den Schauspielern habe ich ein großes Glück gehabt. Linda Hunt ist eine unwahrscheinlich ehrliche, großzügige Schauspielerin. Sie hat sich in ihre Karten schauen lassen, sie wollte, dass das richtig gut wird. Es war eine großartige Zusammenarbeit. Alle mochten sich und dadurch, dass Christian ein Unbekannter war, kam enorme Frische in das Set. Da stand kein abgestandener Schauspieler, der auf Neuentdeckung spielen musste, sondern es ist eine Neuentdeckung. Das fanden alle sehr aufregend.

Percy: Das entspricht eben auch genau dem Stoff. So wie er im Film entdeckt wird, wurde er am Set auch entdeckt.

Felix: Und er wurde von Tag zu Tag besser. Er musste erst mal seine Nervosität überwinden.

Frage: Die Besetzung mit Christian Oliver war eine mutige Entscheidung.

Percy: Sicherlich war dies eine mutige Entscheidung, die wir aber zu keinem Zeitpunkt bereut haben.

Bei der Finanzierung des Projektes allerdings spielte das schon eher eine Rolle. Aber da hatten wir mit Laura San Giacomo und Linda Hunt dann ja auch internationale Stars zu bieten.

Frage: Auch im Stab haben Sie Namen versammelt, die einiges vorzuweisen haben.

Percy: Ja, der Ausstatter Bernt Capra hat Out of Rosenheim ausgestattet, die Kamerafrau Judy Irola hat die Goldene Kamera in Cannes gewonnen und erst kürzlich den Kamerapreis in Sundance, sie hat die Kamera bei unserem Hotel Adlon-Film gemacht etc. Wir haben das unterfüttert mit wirklichen Top-Leuten. Das versucht man aber immer.

Felix: Das gab mir ein sicheres Gefühl. Es war mir wichtig, dass ich mich mit richtig guten Profis abdecke, die mir den Rücken stärken.

Frage: Haben Sie das Budget eingehalten?

Percy: Ja, ich bleibe immer im Budget. Ich habe noch nie mein Budget überzogen. Das könnte ich mir gar nicht leisten. Der große Vorteil ist natürlich, dass meine Frau alles kontrolliert, auch immer den Überblick hat. Der Familienbetrieb hat viele Vorteile.

Felix: Meine Mutter unterschreibt jeden Scheck, niemand anderes.

Frage: Was war der schwierigste Moment bei den Dreharbeiten?

Felix: Das Schwierigste war am Anfang, als wir angefangen hatten zu drehen und die Finanzierung nicht stand und wir nicht wußten, ob und wie es weitergehen wird.

Percy: Für mich war der schlimmste Tag eine Nacht. Sie haben in einem Café eine Party gedreht. Ich bin nie reingegangen, habe nur von der Straße aus mit meiner Videokamera gefilmt und gewußt, das haut nicht hin. Da habe ich gemerkt, wie einem Produzenten zumute ist, der $10 Mio. in ein Feuerwerk investiert, das nicht losgeht. Und da habe ich einfach gekniffen. Ich habe zu meiner Frau gesagt, wir gehen nach Hause und schlafen, und wir haben die am Set einfach im Stich gelassen.

Felix: Ja, das war mein schwierigster Dreh. Das war eine Szene mit vielen Extras, das erste Mal, dass ich mit so vielen Menschen auf einmal gearbeitet habe. Und ich habe mich total im Detail verspielt, mir lief die Zeit davon. Bis Pamela mir das sagte. Und von der einen Nacht fehlt mir eine Aufnahme. Aber da haben wir mit Ton bei der Nachbearbeitung geholfen.

Frage: Die Standardfrage: Felix, mißt du dich als Sohn berühmter Filmeltern mit besonders hohen Ansprüchen, oder bist du ganz frei von solchen Erwartungshaltungen?

Felix: Ich glaube, ich bin davon ganz frei, aber das hat damit zu tun, dass ich eine so gute Beziehung zu meinen Eltern habe. Wenn jemand zu mir sagt: "Mensch, dein Vater hat BAGDAD CAFÉ gemacht, ich liebe den Film", dann sage ich, ja, ich liebe den Film auch. Es ist ein Glück für mich, so mit Film aufgewachsen zu sein, aber es ist auch normal so.

Frage: Percy, als Sie Ihrem Sohn beim Drehen zusahen, ist da in Ihrem Kopf ein eigener Film abgelaufen, haben Sie manchmal gedacht, das hätte ich ganz anders gemacht?

Percy: Nein, dazu bin ich viel zu faul. Bei den Kreativen wird die Sucht, etwas herzustellen, ausbalanciert mit einer lähmenden Faulheit, die irgendwie mit dazugehört. Ich bin heilfroh, dass Felix ihn gemacht hat, und bin froh, wenn ich meine Kraft für meinen nächsten Film habe.

Frage: Was sind Ihre nächsten Projekte?

Percy: Es könnte ein Film über Django Reinhardt sein, den ich seit drei Jahren entwickle. Er ist teuer und kompliziert, ein großes Projekt, das Stars braucht. Ein schönes Skript über eine tolle Figur. Michael Ballhaus möchte drehen, Pamela Segall, die uns ja sehr nah ist, möchte die weibliche Hauptrolle spielen, und wir versuchen, Antonio Banderas als Django zu gewinnen.

Felix: Ich habe eine bayerische Liebesgeschichte, wahnsinnig tragisch, in die ich mich verliebt habe und die ich entwickle.

Frage: Das Schönste für Sie an American Shrimps?

Felix: Wegen meines Films über die Suche nach der perfekten Frau habe ich tatsächlich die perfekte Frau gefunden, das ist für mich das Zuckerl.

Percy: Für mich war der schönste Moment, wie das Münchner Publikum im Juni letzten Jahres den Film umarmt hat, das war ein Nach-Hause-kommen. Und es ist sicherlich kein Zufall, dass der Felix als bayerischer Bub mit seinen Ideen, Bildern und Gefühlen besonders gut beim Münchner Publikum gelandet ist, und ich hoffe, das wird uns Glück bringen. (DJFL)


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