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Interview mit Fritz Egner: Werbespots

Fritz Egner (50) moderiert "Die Witzigsten Werbespots der Welt" in Sat.1 Frage: Seit dem 3. Februar 1996 präsentieren Sie "Die Witzigsten Werbespots der Welt". In den vier Staffeln wurden über 30 ...

Interview mit Fritz Egner


Fritz Egner (50) moderiert "Die Witzigsten Werbespots der Welt" in Sat.1

Frage: Seit dem 3. Februar 1996 präsentieren Sie "Die Witzigsten Werbespots der Welt". In den vier Staffeln wurden über 30 Sendungen mit weit über 700 Spots ausgestrahlt. Wieviele Spots mussten dafür im Vorfeld gesichtet werden, und nach welchen Kriterien wählen Sie aus?

Fritz Egner: Um einen globalen Überblick zu haben, müssen Tausende Spots gesichtet und bewertet werden. Da wir in erster Linie lustige Spots mit hohem Unterhaltungswert suchen, ist das eine Dauerbeschäftigung für mehrere Spezialisten. Um sich für eine der Sendungen zu qualifizieren, muss der Spot mit Witz, Charme, unerwarteten Wendungen oder einfacher Alltagskomik ausgestattet sein. Erstaunlich ist dabei oft, wie das Produkt, das beworben wird, 'verpackt' ist. Auf wieviel Selbstironie läßt sich der Auftraggeber ein, wie frech oder sexy, wie unverschämt oder listig gehen die Macher vor. Das ist meist spannend, auf jeden Fall oft höchst erstaunlich.

Frage: Ihre Sendung ist mit durchschnittlich über 20 % Marktanteil in der jüngeren Zielgruppe zwischen 14 und 49 Jahren besonders erfolgreich. Wie erklären Sie sich die Begeisterung der jungen Menschen für das Thema Werbung?

Fritz Egner: Die neue Consumer-Generation wächst ganz anders mit Werbung auf, als die Generation der heute 50jährigen. Sie übernehmen Wortschöpfungen aus der Werbung in ihren Sprachgebrauch und folgen Trends. Gut gemachte Werbung empfinden sie nicht als lästig, sondern lassen sich davon unterhalten. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie dem Produkt schneller auf den Leim gehen. Neue Marken haben es auf dem Markt zwar leichter als früher, als solche wahrgenommen zu werden, aber ob sie auch angenommen werden, steht auf einem anderen Blatt. Die Kids sind nicht unkritischer als ihre Eltern.

Frage: Haben Sie Sorge, dass Ihnen irgendwann mal die witzigen Spots ausgehen?

Fritz Egner: Natürlich. Wer kann sich schon ausmalen, dass Jahr für Jahr eine hohe Zahl von genialen Ideen auf den Markt kommt! Da hilft der Wettbewerb, der nach immer neuen Ideen hungert. Die wachsende Produktdichte erfordert darüber hinaus immer neue Aufmerksamkeitsträger. Die Reizüberflutung beim Kunden muss durchbrochen werden, seine Emotionen müssen angesprochen werden. Das treibt die Werber zu immer neuen Höchstleistungen. Davon hoffen wir zu profitieren.

Frage: Wie hat die Werbung sich im Laufe der letzten Jahre verändert?

Fritz Egner: Mit teilweise fundamentalen Veränderungen unseres Sozialverhaltens, der Umwelt, dem Arbeits- und Freizeitverhalten, der Liberalisierung der Gesellschaft, den neuen Bedürfnissen und Hoffnungen, Sehnsüchten und veränderten Reizschwellen hat sich auch die Werbung geändert. Neue Medien haben unsere Einstellung zu visuellen und akustischen Eindrücken neu definiert. Werbespots von heute sind anders geschnitten, können sich oft auf Imageprägung beschränken, weil das Produkt schon bekannt ist, keine Erklärungsbedürfnisse mehr offen sind.

Frage: Wofür würden Sie selbst Werbung machen und wofür auf keinen Fall?

Fritz Egner: Ich würde nicht für Alkohol (außer Bier), Kriegsspielzeug bzw. -videospiele oder Motorräder werben. Letzteres, weil ich weiß, wie tödlich der Geschwindigkeitsrausch sich auswirken kann. Ansonsten habe ich meine Haltung zur Werbung geändert. Ohne sie gäbe es keine Vielfalt von Entscheidungshilfen. Ihre Kreativität bereichert die aktuelle Kunstszene und nicht zuletzt die Werbetreibenden, ein Wirtschaftszweig, der viele Arbeitsplätze schafft.

Frage: Sie leben zum Teil in Miami, zum Teil in München. Was vermissen Sie in der jeweils anderen Stadt am meisten, wenn Sie nicht dort sind?

Fritz Egner: Wenn ich in Deutschland bin, vermisse ich das Klima von Miami, die bunte Mischung der Kulturen, die langen Öffnungszeiten der Geschäfte, die Palmen, das Meer. Umgekehrt ist die Liste kürzer und weniger spannend.

Frage: Gibt es im US-Fernsehen mehr witzige Werbespots oder holen die Deutschen langsam auf?

Fritz Egner: Keineswegs. Plumpe Anbiederung und witzlose Werbung ist auch hier eher die Regel. Den Amerikanern fällt es andererseits leichter, über sich selbst zu lachen. Pepsi, Coca Cola, Pizza Hut, Bierwerbung und Telekommunikation bieten oft witzige, kreative Werbung, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Die amerikanische Gesellschaft lebt seit mehr als 50 Jahren mit relativ hemmungslosen kommerziellen Rahmenbedingungen. Jeder versucht, eine Lücke im Markt zu finden, die noch nicht oder noch nicht ausreichend besetzt ist. Eine so gnadenlos auf Wettbewerb ausgerichtete Gesellschaft produziert eine Unmenge Müll. Dazwischen blitzen nicht selten kreative und produktive Geniestreiche auf.

Frage: Sie haben am 3. August 1999 ihren 50. Geburtstag gefeiert. Was haben Sie sich zu diesem runden Jubiläum am meisten gewünscht? Und was haben Sie bekommen?

Fritz Egner: Ein paar mir wichtige Menschen haben mir glaubwürdig mitgeteilt, dass sie sich freuen über unseren zeitgleichen Aufenthalt auf dem Planeten Erde, andere haben ihre Drohung, mir eine Blaskapelle zu schicken, glücklicherweise nicht wahr gemacht, und wieder andere haben erst zu diesem Anlaß gemerkt, dass sich meine Telefonnummer geändert hat. Mein größter Wunsch wäre gewesen, dass die Zeit langsamer vergeht. Zeit ist unwiederbringlich. Zu oft klauen andere meine Zeit und verschwenden sie. Das lasse ich nicht mehr zu. (DJFL)


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