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Interview mit Gabriel Barylli: Seitensprung in den Tod

Gabriel Barylli ist Hauptdarsteller in dem TV-Movie "Seitensprung in den Tod" auf Sat.1 Frage: Welches ist Ihrer Meinung nach die wichtigste Botschaft, die der Film vermitteln soll? Gabriel ...

* 31. Mai 1957 in Wien, Österreich Schauspieler, Regisseur, Autor Der österreichische Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller Gabriel Barylli führt bei Wer liebt, dem wachsen Flügel nicht nur Regie, er schrieb auch das Drehbuch dazu. Schon während der Ausbildung in Schauspiel und Regie am ... [komplette Biografie]

Interview mit Gabriel Barylli


Gabriel Barylli ist Hauptdarsteller in dem TV-Movie "Seitensprung in den Tod" auf Sat.1

Frage: Welches ist Ihrer Meinung nach die wichtigste Botschaft, die der Film vermitteln soll?

Gabriel Barylli: "Das Wichtigste an diesem Film war, zu zeigen, dass es keine Schuld gibt in solchen Fällen, dass ich mich nicht distanzieren kann und sagen kann, der oder die ist jetzt schuldig, und ich bin gut. Der Mann sagt zum Schluß zu seiner Frau: Es ist passiert, obwohl ich dich liebe. Es hat mehr Gefühl in unserem Herzen Platz, als wir manchmal glauben. Wir denken immer, wir dürfen so schön linear dahinleben, erst das eine, dann das andere - manchmal geht alles durcheinander, und das Chaos bricht aus."

Frage: Es hört sich an, als ob Sie der Monogamie etwas skeptisch gegenüberstehen.

Gabriel Barylli: "Nein, überhaupt nicht. Ich bin weder der Monogamie noch der Polygamie gegenüber skeptisch, ich bin nur skeptisch, wenn ein Mensch glaubt, zu wissen, wer er ist. Man muss sich selbst als Rätsel akzeptieren und feststellen, dass es keine Zugfahrpläne für die Seele gibt."

Frage: Haben Sie schon erlebt, dass Liebe und Erotik das Leben eines Menschen wirklich um 180 Grad verändert hat?

Gabriel Barylli: "Ja, Gott sei Dank. Der einzige wirkliche Inhalt unseres Lebens ist ja die Liebe, und wenn sie es nicht ist, dann ist eine derartige Trauer in uns, dass wir alles tun, um sie zu kompensieren. Dann machen wir Karriere, fahren schnelle Autos, planen weite Reisen, nur um nicht der Tatsache ins Auge zu schauen, dass wir nicht in Liebe leben können. Das ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Wir überdecken unsere wahre Sehnsucht, und wir flüchten vor uns selbst. Wenn man sich bekennt, dass man Sehnsucht hat, bereitet man ja vielleicht die Fläche dafür vor, dass die Liebe wieder einmal landen kann. Das ist mein ganz persönlicher immerwährender Versuch, offen zu bleiben für die Wahrheit."

Frage: Die Dame, mit der der Seitensprung in dem Film begangen wird, handelt doch eigentlich unverantwortlich, weil sie ja weiß, dass sie infiziert ist.

Gabriel Barylli: "Sie weiß zwar, dass sie krank ist, aber sie spielt nicht mit dem Risiko. Sie will niemanden töten! Wir haben eine Szene am Ende des Filmes, in der sie dem Mann in ihrer Verzweiflung sagt, dass sie ihn geliebt hat, und nach wie vor liebt, und das dieses Gefühl stärker war als ihr Kopf. Und dass sie nicht mehr Herr ihrer Fahrpläne war. Das ist es ja, was wir akzeptieren müssen. Wir wissen alle, wo die Gefahren liegen, haben die Verantwortung auf unseren Schultern, wir verhalten uns politisch korrekt, und plötzlich gibt es etwas, das stärker ist als diese Ordnung. Und dann sind wir hilflos, dann kann man auch einem Menschen keinen Vorwurf mehr machen, dann hört auch die Schuldzuweisung auf."

Frage: Stimmt es, dass Sie am liebsten im Kaffeehaus schreiben?

Gabriel Barylli: "Das war einmal so, früher, als meine Wohnung so unordentlich und klein war, bin ich ins Kaffeehaus geflüchtet. Mittlerweile besitze ich einen Schreibtisch."

Frage: Sie sind kompromißlos, was ihren Beruf angeht und in Bezug auf die Rollenwahl auch sehr anspruchsvoll. Gehen Sie soweit zu sagen: "Ich ernähre mich ein Jahr lang auch von aufgewärmten Kartoffeln?"

Gabriel Barylli: "Da ich das Gefühl kenne, habe ich keine Angst davor."

Frage: Haben Sie das schon erlebt?

Gabriel Barylli: "Ja, damals in Berlin. Ich war am Schillertheater engagiert, habe dann gekündigt, um zu schreiben. Und da muss man eben manchmal auch damit leben, dass man nicht jeden Tag ein Butterbrot essen kann, sondern nur Kartoffeln."

Frage: Wie sind Sie mit der Aids-Thematik umgegangen?

Gabriel Barylli: "Ja, dieses verfluchte Thema Aids ... Wir haben in den Apfel des Paradieses gebissen, und es kann nachher nichts mehr so sein wie vorher. Entweder verdrängt man perfekt und hofft auf die neuen Medikamente oder man stellt sich der Frage, und dann wird es lebensverändernd. Was heißt eigentlich Sexualität für mich? Ist es nur ein Zeitvertreib wie Sandwichessen, und ich nicht genau weiß, in was ich da beiße, oder ist es eine Begegnung zwischen Menschen, die zu einer Innerlichkeit führt. Man muss verantwortungsvoll leben, mehr kann ich dazu nicht sagen."

Frage: Wie haben Sie sich seelisch-moralisch auf Ihre Rolle in "Seitensprung in den Tod" vorbereitet?

Gabriel Barylli: "Ich hatte das ganz große Glück, dass ich die vier Hauptdarsteller bekommen habe, von denen ich wußte, dass sie ein Ensemble bilden werden. Die auch die Bereitschaft hatten, über die Grenzen von dem, was sie bisher gemacht haben, hinauszugehen und sich selbst zu riskieren. Was ich nicht gemacht habe, ist, ich bin nicht in Aids-Kliniken gegangen. Das war nicht notwendig, denn was Leid und Kummer ist, das weiß man, oder man weiß es nicht."

Frage: Jetzt haben Sie wieder in Berlin gedreht. Wie hat es Ihnen gefallen - nach dieser Zeit, in der Sie am Schillertheater waren?

Gabriel Barylli: "Das war eine erfreuliche Rückkehr, weil sich so vieles aufgelöst hatte, was ich früher festgestellt hatte: diese Enge, dieses sich selbst genügen, dieses Ummauerte, dieses Gefütterte, das ist jetzt alles aufgebrochen, aufgerissen. Es ist natürlich auch sehr viel aggressiver geworden, es ist auch eine größere Spannung in der Stadt, aber jetzt hat alles einen gewissen Bezug zur Realität. Früher war's ein bißchen Disney-Land."

Frage: Welches Kompliment macht Sie glücklich?

Gabriel Barylli: "Eines der wichtigsten Dinge für mich ist, unabhängig zu werden, sowohl von Tadel als auch von Lob. Das ist schwer, weil sich jeder sagt, ich brauch' mir keine schlechte Kritik anzuhören, aber man darf sich genauso wenig nicht fundiertes Lob anhören. Das schläfert ein. Was mich freut ist, wenn es gelingt, aus dem engsten Freundeskreis Resonanz zu bekommen. Oder wenn völlig unbekannte Menschen mich per Brief oder Telefon erreichen oder mich ansprechen und sagen, seit ich das gelesen oder seit ich das gesehen habe, bin ich noch immer bewegt."

Frage: Sie haben mal gesagt, dass jeder Film in einer gewissen Hinsicht autobiografisch ist. Das heißt, wenn Sie ein Drehbuch schreiben, übernehmen Sie dann konkret Elemente Ihres Lebens?

Gabriel Barylli: "Gefühlswelten übernehme ich. Gefühlszustände wie Hingabe oder Hingabeunfähigkeit, Liebe oder Liebessehnsucht, Freundschaft oder deutlich erklärte Feindschaft. Ich könnte keine Geschichten erzählen, die ich privat nicht begreifen kann. Der Zuschauer spürt ganz deutlich, ob ein Mensch etwas von dem berichtet, was er kennt oder ahnt."

Das Interview führte Mariam Frfr. v. Humboldt. (DJFL)


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