Sie befinden sich hier: Home - Interviews - J - Interview mit Gérard Jugnot: Boudu

Fack Ju Göhte Fack Ju Göhte

Fack Ju Göhte

Auf sein vergrabenes Diebesgut wurde einfach eine verdammte Turnhalle gebaut. Der Ex-Knacki Zeki Müller ...
...jetzt mehr!

Interview mit Gérard Jugnot: Boudu

"Die Geschichte und das ursprüngliche Drehbuch waren sehr finster." Gérard Jugnot ist Produzent und Regisseur des französischen Kinofilms Boudu mit Gérard Depardieu und sich selbst in den ...

Interview mit Gérard Jugnot


"Die Geschichte und das ursprüngliche Drehbuch waren sehr finster."

Gérard Jugnot ist Produzent und Regisseur des französischen Kinofilms Boudu mit Gérard Depardieu und sich selbst in den Hauptrollen.

Frage: Was war für Sie der Auslöser, Boudu drehen zu wollen?

Gérard Jugnot: Die Idee wurde mir von Jean-Pierre Guérin zugeflüstert, der den Film gemeinsam mit mir auch produziert hat. Anfangs wollte er, dass ich selbst Boudu spiele. Ich habe abgelehnt und sagte ihm: "Ich bin zu gut erzogen." Der Zeitpunkt dieses Gesprächs fiel genau zusammen mit dem Ende der Dreharbeiten von Volpone, den Frédéric Auburtin fürs Fernsehen gedreht hat und worin Gérard Depardieu und ich die Hauptrollen spielten. Es waren sehr anregende Dreharbeiten, und ich war täglich begeistert zu sehen, was Gérard Depardieu zu vollbringen imstande war.

Ich sagte also zu Jean-Pierre Guérin: "Boudu kann nur einer spielen: Gérard Depardieu." Dabei beließen wir es erst einmal. Kurz darauf habe ich mich in das Drehbuch zu 'Asterix 3' gestürzt, ein Projekt, das mir Claude Berri angeboten hatte, das aber nie gedreht wurde. In dieser Zeit setzte Jean-Pierre Guérin meinen alten Freund und Kollegen Philippe Lopes Curvat darauf an, eine erste Adaption von Boudu zu schreiben. Diese Version habe ich irgendwann gelesen, und ich fand sie sehr interessant. Daraufhin sagte ich Jean-Pierre, dass ich das vorliegende Drehbuch gern weiter bearbeiten würde und Boudu tatsächlich gern machen würde - aber unbedingt mit Gérard Depardieu.

Frage: Wie verhält sich Ihre Version des Stoffes zum ursprünglichen Theaterstück von René Fauchois und der ersten Verfilmung von Jean Renoir, worin Michel Simon den Titelhelden spielte?

Gérard Jugnot: Ich habe mich bewusst entschieden, die Einflüsse nicht allzu nahe an mich heran zu lassen. Ich habe weder das Stück gelesen, noch den Film von Jean Renoir noch einmal angeschaut, den ich natürlich gesehen hatte, allerdings ist das bestimmt über 30 Jahre her. Mein Anliegen war es nicht, ein Remake zu machen, vielmehr eine neue Version des Stoffes. Wir haben von Boudu eigentlich nur das Thema beibehalten, d. h. dieses ungebärdige Etwas, das zugleich Anarchist und Poet ist, und den es ganz unerwartet in ein bürgerliches Universum verschlägt.

Unser Ausgangspunkt war das Drehbuch von Philippe Lopes Curvat, das wir bearbeitet und mit meiner Welt vernetzt haben. Ich kann nur Regie führen bei Filmen, wenn die Idee aus mir selbst kommt. Nur unter dieser Voraussetzung entsteht in mir die Lust am Inszenieren. In diesem Fall handelt es sich eher um ein Adoptivkind, aber, wie man es häufig bei Adoptionen feststellen kann, ist die Ähnlichkeit zwischen dem Vater und den Kindern offensichtlich. Wenn ich den Film sehe, so wie er geworden ist, finde ich, dass in ihm durchaus die kleine Musik erklingt, die ich meinen Filmen immer gerne gebe.

Frage: Was heißt das?

Gérard Jugnot: Die Geschichte und das ursprüngliche Drehbuch waren sehr finster. Mir war daran gelegen, etwas menschliche Nachsicht hinzuzufügen, um so das Ganze etwas abzurunden. Boudu sagt an einer Stelle des Films: "Es steckt Menschlichkeit in dir, meine Kleine!" Das stammt nicht von mir, aber es könnte von mir sein. Auf dem Papier ist es eine fürchterliche Geschichte: diese Bourgeois-Bohémiens mit ihrer Sehnsucht nach Erfolg, Sehnsucht nach einem Kind, Sehnsucht nach Liebe… Sie sehen sich mit einer Art dämonischem Vernichtungsengel konfrontiert ...

Was mich fasziniert hat, war diese unkontrollierbare Person, die alle möglichen Phantasien verkörpert, die egoistisch, anarchistisch und destruktiv ist, ohne es zu wollen, ja ohne es überhaupt zu wissen. Eine Person, die alles durcheinander bringt sobald sie nur auftaucht, aber zu guter Letzt alle Krisen auch entknotet. Außerdem war es für mich, der seit langem Lust hatte, einen Film mit Gérard Depardieu zu drehen, eine Gelegenheit, die man nicht ungestraft verstreichen lassen darf.

Frage: Sie haben vor 'Volpone' noch nie zusammen vor der Kamera gestanden?

Gérard Jugnot: Ich hatte einen Drehtag bei 'Die Ausgebufften' (Les valseuses) ... Für einen Moment hatte ich auch vor, ihm die Rolle des Arztes in 'Une époque formidable' zu geben, aber genau genommen hatte ich, glaube ich, Angst davor. Die Dreharbeiten zu 'Volpone' haben uns einander näher gebracht, und sie haben mir auch Sicherheit eingeflößt. Gérard Depardieu ist nicht nur ein immenser Schauspieler, er steht wirklich außerhalb der Normen. Er gibt unglaublich viel, aber er verlangt auch ebensoviel.

Er ist im buchstäblichen Sinn eine Sauerstoffpumpe: Vielleicht ist er allein für die CO2 Turbulenzen in der Atmosphäre verantwortlich. Beim Drehen ist er immer ungeduldig und unleidlich, denn im Grunde genommen gibt es nichts, was ihm mehr Befriedigung verschafft, als die Momente, wenn er tatsächlich vor der Kamera steht und seine Szenen spielen kann. Übrigens haben wir uns oft nach dem Drehen einer Szene ausgeschüttet vor Lachen. Ich glaube, dass er glücklich war während der Dreharbeiten. Einzig seine waghalsigen Motorradausflüge haben uns ziemlich Angst gemacht.

Frage: Zwei Wochen nach Beginn der Dreharbeiten hatte Gérard Depardieu dann tatsächlich einen Motorrad-Unfall, bei dem er mit einem doppelten Beinbruch davon kam. Wie haben Sie diese Nachricht aufgenommen?

Gérard Jugnot: Ich saß gerade in der Maske, als ich davon erfuhr. Es war natürlich ein gewaltiger Schock, aber komischerweise bin ich ganz ruhig geblieben. Ich glaube, dass das zu einem großen Teil der Verdienst meines wunderbaren Teams war. Es stand nie zur Debatte, dass wir abbrechen. Wir haben uns ganz pragmatisch und ruhig den Drehplan vorgenommen. Mein Assistent Hervé Ruet hat drei schlaflose Nächte damit verbracht, Termine umzustecken. Schließlich war der Drehplan komplett neu sortiert: "Gérard Depardieu liegend", "Gérard Depardieu sitzend", "Gérard Depardieu bewegungslos stehend", etc..

Das ist zum Ordnungsprinzip geworden. Wir hatten uns darauf eingestellt, dass wir fürs Erste nur Gérard Depardieu-Light' bekommen würden. Aber Gérard Depardieu besitzt eine unglaubliche Willenskraft, und er erträgt es überhaupt nicht, wenn man ihm Fesseln anlegt, auch wenn sie gut gemeint sind. Zwei Wochen nach seinem Unfall sagte er: "Mir geht's gut, immerhin bin ich nicht tot." Er hat sich unglaublich angestrengt, dass wir nie unter seinem Unfall zu leiden hatten, obwohl er offensichtlich noch Schmerzen hatte.

Frage: Wenn Boudu am Ende des Films wieder geht, sagt er: "Ich bin nur Wind, ein verrückter Wind…" Man könnte darin auch eine hübsche Beschreibung von Gérard Depardieu sehen?

Gérard Jugnot: Ich sehe vielerlei Ähnlichkeiten zwischen Boudu und Gérard Depardieu, was natürlich einer der Gründe war, warum ich so auf ihn fixiert war: er macht die Klotür nicht zu, er zieht sich nackt aus, er ist exhibitionistisch. Es kommt vor, dass er einfach losfurzt, aber gleichzeitig ist er von einem Charme und einer Höflichkeit, die nicht zu überbieten sind.

In den Schlussszenen des Films besitzt er eine große Schönheit. Gérard Depardieu hat Boudu eine wunderbare Dimension gegeben. Er ist kein 'Wüterich', wie es meiner fernen Erinnerung nach Michel Simon war, der ja auch sehr hart, böse und aggressiv agierte. Gérard Depardieu ist ein verrückter Wind. Ein Luftzug, der gut tut. Eine Scirocco-Wehe.

Frage: Und Cathérine Frot?

Gérard Jugnot: Sie ist eine der großartigsten französischen Komödiantinnen. Ihr Sinn für Komik ist wunderbar. Sie besitzt diesen Sinn für Rhythmus, der ihrem Spiel unglaubliche Facetten verleiht. Sie ist perfekt in der Rolle jener Frau, deren Nerven etwas strapaziert sind, einer Mondänen, die ehemals Alkoholikerin war und die sich in Worte und Spitzfindigkeiten verbeißen kann, dabei aber niemals ihrer selbst sicher ist.

Allerdings hat das Exzessive ihrer Figur Cathérine auch in Panik versetzt, und es gab einen Moment, da sie sich zurückziehen wollte. Ich habe aber sehr darum gekämpft, dass sie uns nicht verlässt, denn wie Gérard Depardieu ist sie von großer Subtilität. Außerdem konnten wir mit ihr einige schöne Szenenausgänge basteln mit punktgenauen und todsicheren Lachern.

Frage: Sie haben etliche Schauspieler besetzt, mit denen Sie bereits mehrfach zusammen gearbeitet haben: Jean-Paul Rouve, Hubert Saint-Macary und vor allem Constance Dollé.

Gérard Jugnot: Für Constance habe ich mich entschieden aufgrund eines Castings, in dem ich sie überwältigend fand. Boudu bereichert sie mit dieser Frische und Vitalität, die ich mir vorgestellt hatte für dieses bodenständige Mädchen. Sie hat es darüber hinaus verstanden, die Klischees der armen Unschuld klug zu umschiffen, und sie besitzt diese selbstverständliche Solidität, die nötig ist, um von dieser Naturgewalt Gérard Depardieu nicht einfach nur überrollt zu werden.

Mit Jean-Paul Rouve habe ich bereits in 'Monsieur Batignole' zusammen gearbeitet und wollte diese Erfahrung wiederholen. Er spielt diese Figur des unerträglichen Künstlers mit einem Augenzwinkern. Er verleibt sich diese Art des absoluten Drecksacks mit der Lust eines Feinschmeckers ein, und ganz ähnlich verhält es sich auch mit Hubert Saint-Macary. Ich versuche übrigens immer, in meinen Filmen die gleichen Menschen zusammenzubringen, sowohl vor wie hinter der Kamera. Das schafft die Atmosphäre einer festen Truppe auf Tournee, was mir sehr entspricht.

Frage: Und wie sehen Sie Ihre eigene Figur in diesem Film?

Gérard Jugnot: Das ist gewiss nicht die exzentrischste Figur, die ich je gespielt habe. Ich hatte sogar, um ehrlich zu sein, manchmal etwas Angst, dass sie nicht genügend mithalten kann neben dieser Ansammlung lodernder Charaktere, die diesen Film bevölkern. Aber ich sage immer, man soll nicht schlauer tun als das Drehbuch. Christian Lespinglet ist eine Art heroischer Dulder, und immerhin gelingt es ihm, mit all dem, was ihm widerfährt fertig zu werden. Er ist der weiße Clown, dem der Zuschauer folgt und mit dem er sich identifiziert. Durch seine Augen öffnet sich dem Publikum diese Geschichte.

Frage: Wie schwierig ist es, gleichzeitig vor und hinter der Kamera gefordert zu sein?

Gérard Jugnot: Das ist kein wirkliches Problem. Im Gegenteil, ich liebe das, zumindest unter der Bedingung, wie es hier der Fall war, dass meine Rolle eigentlich nur die Verlängerung meiner Arbeit als Regisseur ist. Zum Beispiel könnte ich mir durchaus vorstellen, die Figur des Boudu unter einem anderen Regisseur zu spielen. Wenn ich selbst Regie führe, unmöglich.

Boudu ist eine inkonsequente, verantwortungslose und exzentrische Figur, die völlig inkompatibel ist zu der Verfassung, in der sich ein Regisseur befinden muss, um einen Film zu inszenieren. Umgekehrt die Rolle von Christian, der als Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte fungiert: er nimmt sich der vielen Ausweglosigkeiten, mit denen die Charaktere konfrontiert sind an, nur um eine befriedigende Lösung zu finden. Alles, womit ich mich auch als Regisseur herumschlagen muss, nährt diese Figur.

Frage: Sie verspürten also nie so etwas wie eine innere Zerrissenheit zwischen Ihrer Funktion als Darsteller und als Regisseur?

Gérard Jugnot: Manchmal war ich auf den Darsteller sauer, wenn er zum Beispiel seinen Text nicht richtig konnte oder in eine Richtung ging, die völlig daneben lag. Nein, im Ernst: im Großen und Ganzen hat alles gut zusammen gepasst und sogar großen Spaß gemacht. Und außerdem: wie hätte ich der Versuchung, mit Gérard Depardieu, Cathérine Frot, Constance und allen anderen zusammenzuspielen, widerstehen können? Ich bin natürlich auch immer zufrieden, wenn ich mit dem kleinen Hütchen eines Schauspielers in den Filmen anderer Regisseure auftreten kann, aber das sind unterschiedliche Vergnügen.

Frage: Welches waren die größten inszenatorischen Herausforderungen bei Boudu?

Gérard Jugnot: Es ist ein Film, in dem viel gesprochen wird. Von den ersten Planungen an wollte ich den Film so weit als möglich 'öffnen'. Deshalb wollte ich auch in der Provence drehen, wo uns das Licht von Cézanne begrüßen würde, das Christian so bewundert. Mein Production Designer, Jean-Louis Poveda, mit dem ich schon lange zusammenarbeite, hat das Örtchen Géménos in der Nähe von Aix entdeckt.

P> Dort haben wir ein Schloss gefunden, in dessen allernächster Umgebung es möglich war, alle benötigten Sets zu bauen oder zu adaptieren: den kleinen gepflasterten Platz mit dem Brunnen und den umsäumenden Fassaden zum Beispiel; oder bei den Innenräumen: die Galerie, das Appartement mit seiner Terrasse, das Dienstmädchenzimmer und sogar die Praxis des Psychologen. Für mich ist das Bemühen, möglichst alle Sets an einem Drehort zusammen zu haben - wie es bereits bei 'Monsieur Batignole' der Fall war - , bereits ein wesentliches Moment der Inszenierung, insofern als das eine atmosphärische Kohärenz schafft, die auf der Leinwand auch spürbar wird.

Und natürlich befördert es auch entscheidend diese Anmutung einer Schauspieltruppe, von der wir schon gesprochen haben. Inzwischen sind wir wirklich zu einem Dream Team zusammen gewachsen, und manchmal denke ich, sie könnten eigentlich auch drehen, ohne dass ich überhaupt dabei wäre ... Sehr wichtig war für mich auch das Cinemascope-Format. Das ergibt einfach großartige Möglichkeiten im Raum und für die Perspektiven.

Man sollte die Provence sehen, hören, spüren können. Ich habe meinem Kameramann Gérard Simon immer wieder gesagt: "Mach mir einen Cézanne!" Und ich glaube, das hat er oft auch getan ... Es gibt sehr wenig 'Bilder aus der Hand'. Es ist alles sehr flüssig und geschmeidig. Es gibt wenig feste Einstellungen. Sowohl die Schauspieler- wie die Bildregie ist möglichst unsichtbar und dennoch 'aktiv'. Ich bin ein entschiedener Anhänger der Vorstellung, dass eine Kamerafahrt, die man sieht, eine verpatzte Kamerafahrt ist.

Die Dreharbeiten sollten möglichst unaufgeregt verlaufen. Die Art, wie Christian seinen spektakulären Unfall am Telefon meldet, ruhig und mit gesenktem Kopf, mag als Beispiel dienen, was ich damit meine. Ich glaube, dass es sich mit jedem Film so verhält: Man geht auf dem Kopf, aber alles erscheint normal. Es ist die Logik von Träumen - oder von Alpträumen. Mit der Musik ist es ganz ähnlich: Ich wollte, dass sie sich verbindet mit diesen Bourgeois-Bohémiens, die Abonnenten der großen Lyrik-Festivals sind. Ich wollte, dass man hört, was sie sich anhören: sehr schöne Klänge, wie diese Pavane von Fauré zum Beispiel.

Gleich ob in der Musik oder in der Malerei, impressionistische Kunst ist die Ausdrucksweise, die mich seit jeher am nachhaltigsten verführt. Ich empfinde dort eine wunderbare Unbewölktheit. Es war eine Epoche, in der man noch an die Möglichkeit eines Lebens in Sanftheit geglaubt hat. In der Impression ist die Emotion aufbewahrt. Ich gebe zu, dass ich Probleme mit Kunst habe, die mich kalt lässt.

Frage: Boudu ist Ihre neunte Regiearbeit. Wie sehen Sie Ihre Entwicklung als Filmemacher?

Gérard Jugnot: Es ist gefährlich als Interpret der eigenen Arbeit aufzutreten. Doch ich glaube, dass Boudu gleichzeitig unbekümmerter, amoralischer und viel weniger klassisch ist als mein erster Film 'Pinot simple flic'. In Boudu steckt eine gehörige Portion Verrücktheit und was mir gefällt ist, dass es sich um eine sanfte Verrücktheit handelt. Die Menschheit ist dafür geschaffen, Ecken abzurunden. Das ist für mich etwas Wesentliches, und es wird mit zunehmendem Alter sogar immer wesentlicher.

Das macht die Größe der italienischen Komödie aus: man lacht und gleichzeitig ist man bewegt von der Menschlichkeit, die das versprüht. Ich reite in meinen Interviews immer wieder darauf herum, dass das Lachen dazu da ist, das Drama verdaulicher zu machen und dass das Drama dem Lachen Gewicht zu verleihen hat. Die Herstellung dieses Gleichgewichts ist das große Ziel, und natürlich befürchtet man auch immer, daneben zu treten. Der fertige Film allerdings scheint mir, Gott sei dank, diese Angst nicht zu bestätigen. Je weiter die Geschichte fortschreitet, desto mehr färbt sich das Lachen mit der Emotion.

Frage: Was wollten Sie dem Publikum Ihres Films übermitteln?

Gérard Jugnot: Das ist nicht leicht zu beantworten. Denn es trifft den geheimen Kern unserer Arbeit: man schreibt Dinge nieder, die einem am Herzen liegen und die einen zum Lachen bringen, ohne bis in die Feinheiten zu durchschauen, was man damit erzählen will. Erst im Nachhinein, indem ich mit Zuschauern spreche oder mich von Journalisten befragen lasse, gelingt es mir langsam, den Film zu verstehen. Ich werde mit Ansichten konfrontiert, die mich dazu bringen, zu reagieren und manchmal komme ich dazu festzustellen: "Schau an, so habe ich das gar nicht gesehen."

Meine Filme sind für mich unter anderem auch ein Mittel zu erforschen, was ich eigentlich in Kopf und Bauch, in Herz und Seele habe. Deswegen bedeutet mir auch die Zeit, wenn ein Film in die Kinos kommt sehr viel, vor allem die Vorführungen in der Provinz: das ist der Moment, in dem ein Film anfängt, denjenigen zu gehören, für die er bestimmt ist: den Zuschauern. Und die Zuschauer werden diesen Film mit ihrer Sensibilität, ihrer Intelligenz und ihren Erfahrungen beleuchten.

Sie werden darin möglicherweise einen Sinn aufscheinen lassen, der mir gar nicht klar war, als ich ihn gemacht habe. Das ist eine wichtige Etappe des künstlerischen Prozesses, eine Art der unorthodoxen Psychoanalyse und manchmal ziemlich komisch zu durchleben. Danach sehe ich meine Filme nie wieder. (DJFL)


Alle Interviews mit Interview mit Gérard Jugnot: Boudu

Interview mit Gérard Jugnot: Boudu
"Die Geschichte und das ursprüngliche Drehbuch waren sehr finster." Gérard Jugnot ist Produzent und Regisseur des französischen Kinofilms Boudu mit Gérard Depardieu und sich selbst in den [mehr]

Interview mit Gérard Jugnot: Die Kinder des Monsieur Mathieu
"Ich habe mir sehr viele Gedanken über seine physische Erscheinung gemacht." Gérard Jugnot spielt die Hauptrolle in dem französischen Kinofilm Die Kinder des Monsieur Mathieu. Frage: Wie [mehr]


Nachrichten rund um Interview mit Gérard Jugnot: Boudu

Neue Rezensionen der letzten sieben Tage!
Wir haben die Neuerscheinungen auf DVD unter die Lupe genommen. [mehr]

KRIEG DER KNÖPFE erscheint im November auf DVD und BR
Ab 8. November 2012 neu auf DVD, Blu-ray und als Video –On-Demand! Nach „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ der neue Film von Christophe Barratier. [mehr]

Neue Rezensionen der letzten sieben Tage!
Wir haben die Neuerscheinungen auf DVD unter die Lupe genommen. [mehr]

Neue Rezensionen der letzten sieben Tage!
Wir haben die Neuerscheinungen auf DVD unter die Lupe genommen. [mehr]

Auf DVD: TORTUR D’AMOUR – Auf immer und ledig
In Paris, der Stadt der Liebe, geht es heiß her. Die Crème de la Crème der französischen Darsteller-Riege gibt sich in einem rasanten Gag-Feuerwerk, inszeniert nach dem Bühnenstück des französischen Romantikers Alfred de Musset, die Ehre. [mehr]

Sunfilm im April: Walled In, Flow, High School Superhero ...
Bei Sunfilm erscheinen im April einige neue Titel auf DVD. [mehr]

''PARIS, PARIS'' - Monsieur Pigoil erscheint auf DVD
PARIS, PARIS - Monsieur Pigoil auf dem Weg zum Glück. Nach „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ überrascht Regisseur Christophe Barratier mit einer neuen bezaubernden Geschichte. DVD-Verkaufsstart: 28. Mai 2009. [mehr]

Highlight, Constantin im Mai: Im Winter ein Jahr, Paris Paris, Time Share ...
Neueste DVD-Veröffentlichungen aus dem Programm von Highlight Communications und Constantin Film: [mehr]

Sunfilm im April: L'Auberge Rouge, High School Superhero,
Bei Sunfilm Entertainment erscheinen im April High School Superhero und L'Auberge Rouge. [mehr]

PARIS, PARIS – MONSIEUR PIGOIL AUF DEM WEG ZUM GLÜCK auf DVD
Highlight Communications und Constantin Film veröffentlichen am 28. Mai 2009 die neue bezaubernde Geschichte von Regisseur Christophe Barratier PARIS, PARIS – MONSIEUR PIGOIL AUF DEM WEG ZUM GLÜCK auf DVD. [mehr]


Blog-Einträge rund um Interview mit Gérard Jugnot: Boudu

VÄTER UND ANDERE KATASTROPHEN - Ein Film von Martin Valente
Eigentlich hätte Chloé (Olivia Ruiz) allen Grund, glücklich zu sein. Sie hat nicht nur ihren Traummann Stephen (Jamie Bamber) gefunden,  sie wird den... [mehr]

Paris, Paris – Monsieur Pigoil auf dem Weg zum Glück
Mit „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ hatte Christophe Barratier 2004 einen Überraschungshit verbuchen können, der auch hierzulande zum... [mehr]

PARIS, PARIS im Kino
PARIS, PARIS - MONSIEUR PIGOIL AUF DEM WEG ZUM GLÜCK ist ein Fest für Auge und Ohr, das nicht nur die vielen Liebhaber der französischen Hauptstadt... [mehr]

PARIS, PARIS
Mitte der 30er Jahre in Paris. Die Belegschaft des Musiktheaters "Chansonia", kämpft darum, das geschlossene Haus mit einer eigenen Show wieder zu... [mehr]

PARIS, PARIS - Monsieur Pigoil auf dem Weg zum Glück
Eröffnungsfilm des Internationalen Filmfestivals in Montréal. Nach dem überwältigenden Erfolg von "Die Kinder des Monsieur Mathieu", der in... [mehr]

PARIS 36 (vorm. FAUBOURG 36)
1936, Frühling in einem nördlichen Pariser Arbeiterviertel. Auf einer Anhöhe gelegen mit Blick über ganz Paris, besteht das Viertel aus ein paar... [mehr]

PARIS 36 am 27. November 2008 im Kino
Nach dem überwältigenden Erfolg von "Die Kinder des Monsieur Mathieu", der in Deutschland die Herzen von über einer Million Kinobesucher eroberte,... [mehr]



Interviews

Bei DigitalVD.de gibt es Interviews mit Prominenten, Stars oder Schauspielern. Ein Interview ist eine Befragung mit dem Ziel persönliche Informationen oder Sachverhalte zu einem Thema zu erhalten. Das journalistische Interview ist die bekannteste Form der Befragung. Wir befragen Personen persönlich, telefonisch oder per E-Mail. Unsere Interviews werden in unterschiedlicher Form durchgeführt. Zusammen mit unseren Biografien liefert das Interview ein schönes Gesamtbild zu einem Schauspieler(in).

Wir führen Interviews mit Schauspieler und Schauspielerinnen, Regisseure und andere Prominente aus der Film-Branche. Möchten Sie auch gerne ein Gespräch mit uns führen? Sprechen Sie uns an.

[A]  [B]  [C]  [D]  [E]  [F]  [G]  [H]  [I]  [J]  [K]  [L]  [M]  [N]  [O]  [P]  [Q]  [R]  [S]  [T]  [U]  [V]  [W]  [X]  [Y]  [Z]

Gezielt ein Interview suchen:






+++ ..DVD-RUBRIKEN.. +++

Alles Gute!

zum heutigen Geburtstag
wünschen wir folgender Person:
Gaby Köster, und allen anderen!
> Weitere Geburtstage...