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Interview mit Gérard Jugnot: Die Kinder des Monsieur Mathieu

"Ich habe mir sehr viele Gedanken über seine physische Erscheinung gemacht." Gérard Jugnot spielt die Hauptrolle in dem französischen Kinofilm Die Kinder des Monsieur Mathieu. Frage: Wie ...

Interview mit Gérard Jugnot


"Ich habe mir sehr viele Gedanken über seine physische Erscheinung gemacht."

Gérard Jugnot spielt die Hauptrolle in dem französischen Kinofilm Die Kinder des Monsieur Mathieu.

Frage: Wie wurden Sie Clément Mathieu?

Gérard Jugnot: Ich kenne Christophe Barratier bereits seit vielen Jahren. Wir teilen ein Faible für das große französische Kino, all diese Filme, in denen die alten französischen Stars mitspielen, die man damals die "Exzentriker" nannte. Absolut herausragend finde ich den Schauspieler und Drehbuchautor von "Der Nachtigallenkäfig" Nöel-Nöel, den ich unbeschreiblich bewundere.

Dann erzählte mir Christophe eines Tages von seinem Wunsch, eine eigene Version von "Der Nachtigallenkäfig" zu machen. Zuerst habe ich gesagt, das wäre toll, könnte sich jedoch auch als etwas kitschig herausstellen - ein Typ, der Kinder zum Singen bringt, sie durch die Gründung eines Chors aus der Einsamkeit befreit… Man musste einen modernen Film drehen, angesiedelt in einer nicht allzu fernen Vergangenheit, denn spielte diese Geschichte heutzutage, müsste man meine Figur in einen Lehrer verwandeln, der den Kindern das Rappen beibringt! Das hätte kaum Erfolg versprochen.

Letztlich hat Christophe sehr klug entschieden, indem er die Geschichte in der hochdramatischen Nachkriegszeit angesiedelt hat, uns aber auch eine sehr anrührende Szene gibt, die in der Gegenwart spielt, als eine Figur sich an ihre Vergangenheit erinnert und feststellt, dass sein ganzer Erfolg einem Menschen zu verdanken ist, den er vergessen hat, der in seinem späteren Leben gar keine Rolle mehr gespielt hat. Es ist sehr nostalgisch, extrem aufrichtig und untypisch - ganz im Einklang mit den Werken, die Jacques Perrin produziert.

Frage: Haben Sie die verschiedenen Fassungen des Drehbuchs gelesen?

Gérard Jugnot: Ja. Die erste Fassung war vielleicht etwas zu milde. Wir haben mit Christophe darüber gesprochen, und dann haben wir Philippe Lopes-Curval an Bord geholt, den ich sehr gut kenne. Diese Zusammenarbeit hat die Geschichte gestärkt, den Charakteren Ecken und Kanten und dadurch auch mehr Tiefe verliehen.

Gérard Jugnot: Weshalb haben Sie sich schließlich entschlossen, in diesem Film auch mitzuspielen?

Gérard Jugnot: Aus verschiedenen Gründen. An diesem Film gefällt mir dir Tatsache, dass er nicht wie ein "Spielfilmdebüt" eines Regisseurs wirkt. Auch der musikalische Aspekt ist überraschend, wirklich wundervoll. Die Musik verleiht der Geschichte eine echte Dynamik, besonders wenn die Kinder singen. Man fühlt, dass Christophe genauso viel Leidenschaft für Film wie für Musik empfindet. Er hat sogar zwei der Stücke, die im Film gesungen werden, mit Bruno Coulais zusammen selbst komponiert. Das Ergebnis ist ein Film ohne Firlefanz, angefüllt mit großen Emotionen und anrührender Kraft. Er hat den Charme einer mit Kreide beschriebenen Tafel, den Charme dieser mit Mehltau überzogenen Kindheiten, die wir alle erlebt haben.

Frage: Anklänge an Ihre Kindheit?

Gérard Jugnot: Ja, es erinnert mich an meine Kindheit in den 60ern - wo es nicht so hart zuging, das Gefühl der Langeweile und Verlassenheit aber durchaus vorhanden war. Das ist etwas ziemlich Universelles, glaube ich.

Frage: Wie würden Sie Ihre Figur beschreiben?

Gérard Jugnot: Clément Mathieu ist ein Chaplinesker Charakter. Und er ist sogar noch ein größerer Verlierer als der Lehrer in Nöel-Nöels Film "Der Nachtigallenkäfig", der ja heiratet, ein Buch über seine Erlebnisse schreibt und schließlich sehr erfolgreich wird. In Christophes Film ist Clément Mathieu ein Mann, der in der Musik zwar nicht seine Erfüllung findet, aber gerade durch seine musikalischen Aktivitäten anderen den Weg bereitet, um später - gerade auch als Musiker - sehr erfolgreich zu sein. Dass er diese Sehnsucht, diese "heilige Flamme" weiterträgt, ist schon sehr beeindruckend und berührt mich tief. Er selbst, als Mensch, hat sich dabei ja total zurückgenommen. Vielen Lehrern liegt diese Art von Selbstlosigkeit wohl im Blut. Was natürlich sofort die Frage aufwirft, was "Erfolg haben" im Leben wirklich bedeutet.

Frage: Was hat Ihnen geholfen, die Rolle zu spielen?

Gérard Jugnot: Mir waren Details sehr wichtig. Ich habe mir sehr viele Gedanken über seine physische Erscheinung gemacht. Mathieu hat zum Beispiel immer alte Schuhe an, wechselt niemals seine Kleidung, trägt immer dasselbe abgetragene Jackett. Und für die Szenen, in denen ich den Chor dirigiere, hat mir natürlich ein professioneller Dirigent zur Seite gestanden.

Frage: Ist es eigentlich etwas Besonderes, gemeinsam mit Kindern vor der Kamera zu stehen?

Gérard Jugnot: Ich habe schon viele Filme mit Kindern gemacht. Und immer mit sehr positiven Erfahrungen. Kinder nehmen dich an die Hand und führen dich durch den Film. Sie sind so authentisch und ursprünglich.

Diesmal war ich also der Lehrer mit 40 Kindern in der Klasse. Die galt es zu bändigen, denn die können dich - so energiegeladen wie sie nun mal sind - wirklich schaffen. Es dauerte maximal 15 Minuten, um sie in den Pausenhof zu entlassen, aber über zwei Stunden, um sie wieder ins Klassenzimmer zu bekommen. Die Dreharbeiten waren eine Mischung aus Herumalbern und wirklich bei der Sache sein. Es war alles mit sehr viel Gefühl verbunden und wunderschön - wenn man Kinder liebt.

Zufälligerweise liefen während der Dreharbeiten einige meiner Filme im Fernsehen, was dazu führte, dass die Kinder mich nur noch mehr mochten und wertschätzten. Sobald "Cut" gerufen wurde, kamen sie zu mir und erzählten mir von ihren Familien, ihren Problemen oder von Dingen, die uns einfach alle nur zum Lachen brachten. Der letzte Drehtag war dann sehr emotional. Alle Kinder hatten Tränen in den Augen. Ich habe mich tatsächlich wie ein Lehrer gefühlt, der seine Schüler am Ende des Schuljahrs ins Leben entlässt.

Ich kann sagen, dass mir alle ans Herz gewachsen waren: Die Vorlauten wie die Schüchternen, diejenigen, die eine goldene Zukunft vor sich glaubten und jene, denen bewusst war, dass ein steiniger Weg auf sie wartete. Und die ganze Zeit über war mir klar, dass ich aufpassen musste, keinen unter ihnen zu bevorzugen. Natürlich habe ich ihnen auch bei der Schauspielerei geholfen, habe sie dazu angeleitet, immer natürlich zu bleiben und mir trotzdem immer aufmerksam zuzuhören. Unter diesem Aspekt war ich sehr froh, dass ich auf meine Erfahrungen in Filmen wie "Scout toujours" und "Monsieur Batignole" zurückgreifen konnte.

Frage: Kannten Sie Ihre Schauspielerkollegen François Berléand und Kad Merad schon vor dem Dreh?

Gérard Jugnot: Natürlich kannte ich sie, aber ich hatte noch nie zuvor mit ihnen gearbeitet. Was vor allem in Punkto François Berléand sehr seltsam ist, denn es scheint mir, dass er schon seit 200 Jahren Filme macht. Er war einfach wunderbar, und wir sind glänzend miteinander ausgekommen. Dasselbe kann ich übrigens auch von Kad sagen, der in diesem Film ja auch zeigt, dass er ein echter Schauspieler ist - und nicht nur ein Komiker.

Frage: Welche Szenen haben Ihnen das größte Kopfzerbrechen bereitet?

Gérard Jugnot: Die Chor-Szenen. Aber genau diese Szenen stellten sich bald als absolut wunderbar heraus, denn die Kinder, die am Anfang wirklich schrecklich schräg zum Playback sangen, kriegten ihren Gesang mit der Zeit derart gut in den Griff, dass es geradezu fantastisch war. Es war genauso wie im Film. Sie haben nach und nach die Stärken ihrer Singstimmen entdeckt. Wie Sie wissen, gibt es viele Menschen, die in ihrer Freizeit in Chören singen. Singen kann sehr befreiend sein.

Frage: Was nehmen Sie aus diesem Film mit?

Gérard Jugnot: Der Film beginnt wolkenverhangen und endet im Sonnenschein. Ich weiß nicht genau warum, vielleicht weil ich immer ein großes Kind geblieben bin - aber die Dreharbeiten mit all diesen Kindern, die Nostalgie der Kindheit, die dadurch wieder heraufbeschworen wurde - das alles fühlte sich wie eine fantastische Zeit in einem Sommerferien-Lager an. (DJFL)


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