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Interview mit Gerd Hahn: Werner

"Für Brösel war es wichtig, dass die Motorradszenen gut funktionieren" Werner - Volles Rooäää!!! entstand unter der Regie von Gerhard Hahn in den Hahn-Film Studios in Berlin, Köln und Saigon. ...

Interview mit Gerd Hahn


"Für Brösel war es wichtig, dass die Motorradszenen gut funktionieren"

Werner - Volles Rooäää!!! entstand unter der Regie von Gerhard Hahn in den Hahn-Film Studios in Berlin, Köln und Saigon. Produktionen wie ""Werner" - beinhart, "Asterix in Amerika", "Benjamin Blümchen", die TV-Serien "Urmel", "Renaade" haben die Gerhard Hahn Filmproduktion bekannt gemacht.

Frage: Was ist das Besondere an der Produktion eines "Werner"-Films, insbesondere bei Werner - Volles Rooäää!!!? Digitalisierung ist da so ein beliebtes Stichwort.

Gerd Hahn: Das Suchen nach Neuheiten bei den Produktionsweisen, das interessiert mich eigentlich gar nicht, auch wenn in den Medien immer danach gegiert wird. Es geht beim Trickfilm darum, wie beim Realfilm auch, eine gute Geschichte zu erzählen. Ich finde es blöd, wenn man ständig nach den technischen Neuerungen fragt, mit denen Filme zustande gekommen sind. Das entspricht so dieser ganzen Tendenz, mehr nach Effekten und technischen Innovationen zu suchen, statt auf den Inhalt zu achten. Im Grunde genommen geht es beim Zeichentrickfilm, insbesondere bei so einem Film wie "Werner", darum, ob die Story funktioniert und das Ganze witzig ist. Wie die einzelnen Zeichnungen nachher zustande gekommen sind, ist mir eigentlich völlig wurscht. Klar haben wir auch bei "Werner" vermehrt einzelne Computeranimationsszenen drin. Vielleicht auch ganz interessant, dass die eigentlich so aussehen wie handgezeichnet, fast schon absurderweise so aussehen, nur das sie eben wesentlich spektakulärer sein können.

Frage: Insbesondere für Brösel war es wichtig zu sehen, dass die Motorradszenen gut funktionieren, dass man mal sieht, wie die einzelnen Kettenglieder sich bewegen oder wie die Kupplung eingeschaltet wird. Da hat er uns wahnsinnig getriezt mit, weil uns das nicht so wichtig war, ob das nun ganz genau stimmt - schließlich ist es ein Cartoon.

Frage: Brösel legt also großen Wert auf Details, auf Authentizität?

Gerd Hahn: Er achtet pingeligst darauf, dass alles genauso wie im Original aussieht, oder eben wie in seinen Comics. Es war manchmal ein Alptraum mit ihm, aber die Arbeit hat sich gelohnt. Und es ist sicher auch diese Liebe zum Detail, die gut rüber kommt und auch das Besondere an den "Werner"-Filmen ist. Als Regisseur hat man da ein Problem, weil man seine eigene Sicht von den Figuren, von dem Thema und der Story hat. Da ist es dann schon manchmal schwierig mit Brösel, weil er meint, dass er die Geschichte und die Figuren am besten kennt, was er ja auch tut, ganz klar. Aber man muss ihn schon manchmal taktisch dahin lotsen, dass es Lösungen gibt, die für die Story und die Figuren einfach besser sind, als er sich das vorstellt. Das dauert dann ein bißchen und plötzlich ist er ganz begeistert. Es ist natürlich schön, dass man mit ihm so zusammenarbeiten kann, dass er auf der einen Seite ganz sicher weiß, was seine Figuren können und was sie nicht können, andererseits offen genug ist, sofort aufzunehmen, was man selber vorschlägt. Man kann solche Sachen dann auch in den nächsten Büchern wiederfinden und das ist für mich ein schönes Lob.

Frage: Wie sieht der Anteil von Brösel an so einer Filmproduktion aus?

Gerd Hahn: Es ist schon so, dass wir ganz eng zusammenarbeiten und Brösel quasi wie ein Mentor oben drüber sitzt und unsere Storyboards begutachtet und korrigiert, die wir wiederum nach dem Drehbuch erstellen, dass er zusammen mit Krischan Sievers und seinem Bruder Andi geschrieben hat. Das hat sehr viel Spaß gemacht, das Ganze gemeinsam zu entwickeln. Bei der Umsetzung läßt er uns erstmal in Ruhe, aber wenn die ersten Szenen dann fertig sind, in der Regel noch in schwarzweiß, dann ist er schon ein gefürchteter aber auch geachteter Kritiker. Und wir machen das dann auch so, wie er das haben will.

Frage: Wie ist der alltägliche Ablauf einer solchen Produktion?

Gerd Hahn: Wie man sich generell die Produktion eines Zeichentrickfilms und speziell eines "Werner"-Films vorzustellen hat? Das läuft am besten so, dass man einen riesigen Raum nimmt, in den man tausend Leute einsperrt, verrückte und begabte Zeichner, und läßt sie machen, bis sie fertig sind. An so einer Produktion sind die komischsten und schrulligsten Menschen beteiligt, oft auch die sympathischsten. Wenn das nicht so wäre und die Liebe zur bewegten Figur, zu einem Stück Wahnsinn, nicht da wäre, dann würde das auch kein witziger Film werden.

Frage: Wie ist die direkte Zusammenarbeit mit Rötger Feldmann. Es soll ja nicht immer leicht sein mit ihm?

Gerd Hahn: Generell ist es so, dass jedesmal Hektik ausbricht, wenn Brösel kommt. Er kann ein unglaublicher Miesmacher sein und seine Ausbrüche sind bei allen gefürchtet. Andererseits kann er einen auch hoch bringen, wenn er von einer Sache begeistert ist. Bis so ein Film fertig ist, schwebt man immer zwischen Panik und Euphorie, was auch sehr stark von Brösels Stimmungsschwankungen abhängig ist.

Frage: Wie steckt man so etwas weg? Das ist doch auch eine große Belastung?

Gerd Hahn: Naja, ich bin nun auch nicht einfach und wir sind beide Hitz- und Bollerköpfe, da krachts dann auch schon mal. Aber wenn man Brösel dann was Schönes zeigt, dann lobt er einen auch, und das ist dann schon ganz erfrischend, weil er ja doch derjenige ist, der seine Figuren am besten kennt. Wenn er sagt, es ist okay, dann ist der Film wahrscheinlich gut geworden.

Frage: Wie ist dein persönlicher Eindruck von Brösel?

Gerd Hahn: Die meisten Menschen in Deutschland von der Kritikerseite her bezeichnen Brösel so als Fäkalpoeten und dergleichen mehr. Dabei ist er ein unglaubliches Genie im Finden von komischen Kleinigkeiten und Vertracktheiten. Es ist gerade das, was die großen Komiker ausgemacht hat, diese Liebe zum Detail, und das allzu Menschliche im Menschlichen zu entdecken. Brösel kann das auch. Er packt das halt in eine sehr vulgäre Sprache teilweise, und das stößt einige Menschen ab. Für mich ist er ein Wilhelm Busch der jetzigen Zeit und ich bin ganz froh, dass wir da mitarbeiten können. (DJFL)


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