Sie befinden sich hier: Home - Interviews - L - Interview mit Hellmut Lange: Fähre in den Tod

Die Eiskönigin Die Eiskönigin

Die Eiskönigin

Die furchtlose Königstochter Anna macht sich zusammen mit dem schroffen Naturburschen ...
...jetzt mehr!

Interview mit Hellmut Lange: Fähre in den Tod

Hellmut Lange ist Darsteller in dem Sat.1-Film "Fähre in den Tod" Frage: Der TV-Film, in dem Sie die Rolle des Untersuchungs-Kommissions-Leiters spielen, handelt von dem Untergang eines großen ...

Interview mit Hellmut Lange


Hellmut Lange ist Darsteller in dem Sat.1-Film "Fähre in den Tod"

Frage: Der TV-Film, in dem Sie die Rolle des Untersuchungs-Kommissions-Leiters spielen, handelt von dem Untergang eines großen Fährschiffes. Nach den Worten von Produzent Werner Langer fordert diese Darstellung von einem Schauspieler nicht nur gutes handwerkliches Können, sondern auch dessen Persönlichkeit.

Hellmut Lange: Als ich das Drehbuch las, habe ich erkannt, dass im Film keine wilden Spekulationen angestellt werden - es wird nachgebohrt, wo die Verantwortlichkeiten für so eine Katastrophe liegen. Regisseur Heiner Carow nickte mir bei den Dreharbeiten zu, wenn ich spielte - wir haben uns ohne viele Worte verstanden. Es geht nicht darum, den Richter zu spielen, sondern darum, nach moralischer Schuldigkeit zu fragen.

Frage: Sie wollten erklärterweise nie für einen privaten Fernsehsender arbeiten. Warum haben Sie Ihre Meinung geändert und für SAT.1 gedreht?

Hellmut Lange: Wegen des guten Drehbuches! In 'Fähre in den Tod' hat man sich auch für leise Töne Zeit genommen. Vielen Filmen geht heute die menschliche Dimension verloren, sie sind so mit Action vollgepackt, dass sich einem die Haare sträuben. Am Anfang war 'James Bond' eine tolle Sache, jetzt geht es doch nur noch darum, Explosionen und Autounfälle so gigantisch wie möglich zu filmen. Die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Heiner Carow hat mich zusätzlich gereizt. Sein Film 'Die Legende vom Glück ohne Ende' war in den 70er Jahren auch in Westdeutschland ein Kult-Film. Ein Jammer, dass die Wende nicht zehn Jahre früher gekommen ist, jetzt ist es zu spät für mich. Ich hätte auch gerne mit Konrad Wolf gearbeitet.

Frage: Auch in der Krimi-Serie "Der Hafendetektiv" (1986/87) haben Sie im Seefahrer-Milieu gespielt. Gibt es eine private Verbindung zur Seefahrt?

Hellmut Lange: Ich bin mit 18 Jahren zur Marine eingezogen worden, mit 21 war ich Kommandant eines Minen-Suchbootes. Ich weiß also, wie es auf See zugeht. Ich habe Glück gehabt und bin mit dem Leben davon gekommen.

Frage: Sie haben am 19. Januar ihren 73. Geburtstag gefeiert.

Hellmut Lange: Ja, nun merke ich langsam mein Alter und vielleicht war 'Fähre in den Tod' mein letzter Film. Wenn es so ist, ist es eine sehr schöne letzte Rolle.

Frage: Können Sie sich noch an Ihre erste Rolle beim Fernsehen erinnern?

Hellmut Lange: Und ob, es war meine schönste Rolle! Ich habe 1960 in 'Waldhausstraße 20', dem ersten abendfüllenden Film des deutschen Fernsehens, einen schwedischen Pfarrer gespielt, der in seiner Kirche Juden versteckt hat. Ein Jahr später wurde an unserem Drehort in der Kochstraße in Berlin die Mauer errichtet.

Frage: Denken Sie gerne an die "Lederstrumpf"-Zeiten zurück?

Hellmut Lange: Eigentlich habe ich Karl May nie gemocht - er ist mir irgendwie zu edel. 'Lederstrumpf' war eine abenteuerlich schöne Produktion, die Kostüme und die Kulisse waren von den rumänischen Co-Produzenten mit großer Sorgfalt und Detailtreue angefertigt worden. Aber ich möchte die vier Drehmonate nicht nochmal mitmachen. Wir haben zum Teil bei 15 Grad minus gedreht. Wenn der Produzent zum Set-Besuch gekommen wäre, hätten ihn die Darsteller gelyncht.

Frage: Sie haben von 1971 bis 1981 "Kennen Sie Kino" moderiert. Ist die Sendung mit heutigen Shows zu vergleichen?

Hellmut Lange: Ach, das war eigentlich mehr eine Sendung für Leute, die das Kino lieben. Nach 'Lederstrumpf' wollte ich mal etwas anderes machen, und mir wurde die Gastmoderation für 'Kennen Sie Kino' angeboten - daraus wurden dann zehn Jahre. Zu den heutigen Talk-Shows oder Quiz-Sendungen würde ich nie hingehen, außer vielleicht zum charmanten Hobby-Koch Biolek, obwohl ich gar nicht kochen kann.

Frage: In den letzten Jahren ist es etwas ruhiger um Sie geworden. Was haben Sie gemacht?

Hellmut Lange: Na gedreht! Jedes Jahr mindestens noch eine große Produktion. Meinen 70. Geburtstag habe ich am Set in Kapstadt (Südafrika) verbracht. Spannend waren auch die Hörspielproduktionen für MDR Kultur. Im Frühjahr 1995 haben wir 'Der König David Report' von Stefan Heym aufgenommen.

Frage: Viele Ihrer Schauspielerkollegen haben ein zweites Standbein beim Theater. Sie haben nur in Ihren Anfangsjahren auf der Bühne gestanden.

Hellmut Lange: Ich habe immer leidenschaftlich gerne gedreht. Wo andere Schauspieler Nervenflimmern bekamen, wenn die Kamera schnurrte, hatte ich das große Sausen, wenn ich im Theater in dieses große Loch mit den vielen Köpfen sehen musste. Außerdem war das Theater nach dem Krieg eine brotlose Kunst - 5 Mark gab's damals für eine Aufführung!

Frage: Wie lebt Hellmut Lange, wenn er mal nicht vor der Kamera steht?

Hellmut Lange: Mein Beruf war mein Hobby, meine große Leidenschaft! Zwei TV-Filme und rund sechs Fernsehspiele waren in den 70er Jahren für mich Durchschnitt. Jetzt versuche ich ein bißchen nachzuholen, was in all' den Jahren auf der Strecke geblieben ist. Familie, Freunde, Gartenarbeit und gute Bücher lesen. Aber am wohlsten fühle ich mich, wenn ich mit meiner 'Sippe' im Reinen bin.

Das Interview führte Bettina Gries. (DJFL)


Alle Interviews mit Interview mit Hellmut Lange: Fähre in den Tod

Interview mit Hellmut Lange: Fähre in den Tod
Hellmut Lange ist Darsteller in dem Sat.1-Film "Fähre in den Tod" Frage: Der TV-Film, in dem Sie die Rolle des Untersuchungs-Kommissions-Leiters spielen, handelt von dem Untergang eines großen [mehr]


Nachrichten rund um Interview mit Hellmut Lange: Fähre in den Tod

Mysterie-Serie ''Merkwürdige Geschichten'' von Fritz Umgelter auf DVD
Pidax film media Ltd. veröffentlicht am 04.11.2011 die erste deutsche Mysterie-Serie "Merkwürdige Geschichten" von Fritz Umgelter in der Reihe Pidax Serien-Klassiker auf DVD veröffentlicht. [mehr]



Interviews

Bei DigitalVD.de gibt es Interviews mit Prominenten, Stars oder Schauspielern. Ein Interview ist eine Befragung mit dem Ziel persönliche Informationen oder Sachverhalte zu einem Thema zu erhalten. Das journalistische Interview ist die bekannteste Form der Befragung. Wir befragen Personen persönlich, telefonisch oder per E-Mail. Unsere Interviews werden in unterschiedlicher Form durchgeführt. Zusammen mit unseren Biografien liefert das Interview ein schönes Gesamtbild zu einem Schauspieler(in).

Wir führen Interviews mit Schauspieler und Schauspielerinnen, Regisseure und andere Prominente aus der Film-Branche. Möchten Sie auch gerne ein Gespräch mit uns führen? Sprechen Sie uns an.

[A]  [B]  [C]  [D]  [E]  [F]  [G]  [H]  [I]  [J]  [K]  [L]  [M]  [N]  [O]  [P]  [Q]  [R]  [S]  [T]  [U]  [V]  [W]  [X]  [Y]  [Z]

Gezielt ein Interview suchen:






+++ ..DVD-RUBRIKEN.. +++

Alles Gute!

zum heutigen Geburtstag
wünschen wir folgender Person:
Beau Bridges, und allen anderen!
> Weitere Geburtstage...