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Interview mit Horst Sczerba: Herz

Horst Sczerba ist der Regisseur des Films Herz Frage: Wieso haben Sie Ihrem Film den Titel Herz gegeben? Horst Sczerba: Herz symbolisiert Liebe, Leben, aber auch Angst und Tod. Überall, wo man ...

Interview mit Horst Sczerba


Horst Sczerba ist der Regisseur des Films Herz

Frage: Wieso haben Sie Ihrem Film den Titel Herz gegeben?

Horst Sczerba: Herz symbolisiert Liebe, Leben, aber auch Angst und Tod. Überall, wo man hinschaut, sieht man Herzen. Es ist dem Menschen ein Bedürfnis, seinen komplizierten Gefühlen einfache Symbole zu geben. Das Herz ist auch eine Pumpe. Ich kenne Menschen, die eigentlich nur noch mechanisch weiterleben. Das Leben läuft für sie wie eine Maschine ab, in der Emotionen keinen Platz mehr haben. Diese Menschen brauchen vielleicht einen Anstoß, damit das Herz wieder einen neuen Antrieb bekommt und sich wieder an die Kraft seiner Emotionen erinnert. Herz reimt sich nicht von ungefähr auf Schmerz. Ich glaube, jeder von uns weiß, wie schmerzlich die Trennung nach einer großen Liebe ist.

Frage: Inwieweit haben ihre Erfahrungen als Arzt Einfluss auf die Geschichte von Herz genommen?

Horst Sczerba: Ich habe schon immer eine Sicht auf Menschen des Alltags gehabt. Herz ist in dieser Hinsicht nicht so viel anders als meine vorherigen Filme. Das Thema über Menschen in Grenzsituationen ist hier genauso gegeben. Als Arzt habe ich Menschen und ihre Lebensgeschichten kennengelernt. Wenn man gut zuhört, bekommt man ein unglaubliches Kaleidoskop von Schicksalen mit, die sich natürlich in meinem Hinterkopf festgesetzt haben und sicherlich auch meine jetzige Arbeit beeinflussen.

Frage: In Herz gibt es viele unterschiedliche Charaktere. Kann man sagen, dass diese einen gesellschaftlichen Querschnitt bilden, um jeden Zuschauer eine Identifikationsfigur anzubieten?

Horst Sczerba: Ich glaube, dass sich die Zuschauer mit dem einen oder anderen Charakter identifizieren können. Wir leben in einer Welt, wie sie im Film geschildert wird. Es ist universell, dass jemand sich verliebt und glücklich ist, Trennungsängste hat, betrogen wird, vor Hass und Rachsucht rast, seine Arbeit verliert und nicht mehr weiterleben kann.

Frage: Wie schwierig war es für Sie, einen Ensemblefilm wie Herz zu drehen?

Horst Sczerba: Am Anfang steht die Geschichte, das Buch. Das ist immer das Schwierigste. Bei Herz greifen viele Einzelschicksale ineinander über. Und das muss so passieren, dass es für die Zuschauer begreiflich wird. Darüber hinaus müssen es die einzelnen Geschichten wert sein, erzählt zu werden. Das zweite Problem war die Besetzung. Es galt Schauspieler zu finden, die das verkörpern. Dabei mussten Sie unverwechselbar sein, um Doppelungen zu vermeiden. Ein anderes Problem, waren die vielen Motive. Wir hatten eine knappe Drehzeit und mussten ständig umziehen. Zum Glück hatte ich ein gutes Team und gute Darsteller. Die haben an die Geschichte geglaubt und das hat vieles erleichtert.

Frage: Die Kerngruppe Ihrer Figuren gehört einem Tauchverein an. Wie sind Sie eigentlich auf diese Sportart gekommen?

Horst Sczerba: Die Charaktere mussten etwas haben, das sie aus dem Alltag heraushebt. Ich bin kein Taucher, aber ich schnorchel gern. In jedem meiner Filme kommt Wasser vor. Notfalls tut es ein Aquarium. Ich finde das Eintauchen in eine andere Welt, eine Welt der Stille und Dunkelheit sehr wohltuend. Als mich jemand darüber aufklärte, dass man beim Tauchen ein Gleichgewicht unter Wasser halten muss, um diesen Schwebezustand zu erleben, fand ich das ein passendes Bild für meine Figuren, die so zumindest für einige Zeit ein Gleichgewicht finden. Auf der anderen Seite ist das Tauchen auch nicht ungefährlich. Es gibt den Rausch der Tiefe. Es ist ein Reiz, wie ein Perlentaucher nach unten zu tauchen und zu hoffen, wieder heil nach oben zu kommen.

Frage: Mussten denn alle Schauspieler Tauchunterricht nehmen, um diese Szenen zu bewältigen?

Horst Sczerba: Drei von ihnen konnten tauchen, die beiden anderen mussten lernen, wie man mit der Ausrüstung umgeht.

Frage: Für einige Ihrer Figuren endet der Film sehr tragisch, anderen bleibt die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Was wollen Sie dem Zuschauer damit auf den Weg geben?

Horst Sczerba: Auf den Weg geben klingt immer so nach Message. Dabei beschreibe ich nur Menschen, die versuchen, aus ihrem Leben was zu machen. Das ist zum Lachen und zum Weinen. Ich glaube, dass Herz etwas Ermutigendes hat. Trotz aller Härte zeigt der Film, dass es sich lohnt, seinen Weg zu gehen. Jeder muss seine eigenen Entscheidungen treffen, um möglichst würdevoll, ehrlich und manchmal auch glücklich durchs Leben zu kommen. Natürlich haben viele Grund zum Verzweifeln. Etwa Günther, der Verteter ist, arbeitslos wird und dann auch noch von seiner Frau Marlis betrogen wird. Für ihn bricht alles zusammen. Trotzdem: Er und seine Frau versuchen, zusammen zu bleiben. Ein anderes Paar, Gisela und Georg, halten es für das Beste, sich zu trennen.

In Herz geht es zwar um die harte Wirklichkeit, dennoch ist der Film kein plattes Abbild der Realität. Ich zeige Menschen, die auch lachen können, an die Poesie glauben und Träume haben. In allen von uns steckt der Wunsch, sich von den Fesseln des Alltags zu befreien. Aber man muss sein Schicksal selber in die Hand nehmen, so schwer das auch sein mag. Wenn man Freunde hat, die einem dabei helfen und die zu einem stehen, umso besser. (DJFL)


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