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Interview mit Interview mit Horst Tappert: Der letzte Derrick

"Wir brauchen wieder mehr gute Fernsehspiele." Überall auf der Welt lieben sie ihn. Unseren Oberinspektor Stefan Derrick. In über 100 Ländern lösen Stefan und Harry die kniffligen Fälle. Selbst ...

* 26. Mai 1923 in Elberfeld, Nordrhein-Westfalen, Deutschland, Schauspieler Selten sind Rolle und Person fürs Publikum mit den Jahren so nahtlos verschmolzen wie bei dem Wuppertaler Beamtensohn, der von 1973 bis 1998 in insgesamt 281 Folgen den unerschütterlichen Münchner Kommissar spielte. ... [komplette Biografie]

Interview mit Horst Tappert


"Wir brauchen wieder mehr gute Fernsehspiele."

Überall auf der Welt lieben sie ihn. Unseren Oberinspektor Stefan Derrick. In über 100 Ländern lösen Stefan und Harry die kniffligen Fälle. Selbst in China und auf dem tropischen Eiland Mauritius lassen sich die Fans keine Folge des deutschen Superduos entgehen.

Doch im Dezember 1998, nach über 280 Folgen, ist es soweit: Der letzte Derrick wird gedreht. Die internationale Fangemeinde schreit auf. Das Drama ist groß. Derrick könnte doch erschossen werden. Welch eine Tragödie!

Und am Anfang wollte keiner Derrick haben. Kein Land hat uns Deutschen zugetraut, eine seriöse Krimi-Serie für den internationalen Markt zu produzieren. Das war den US-Amerikanern mit ihren zahllosen Schießereien und reißerischen Autoverfolgungsjagden vorbehalten. Dank der Hartnäckigkeit des ZDF konnte sich Derrick jedoch bald im Ausland erfolgreich etablieren.

Nach 23 Jahren soll nun Schluss sein - mit Interview mit Horst Tappert und Derrick. Immerhin noch ein Jahr bleiben Horst Tappert & Co uns erhalten. Erst Ende 1998 strahlt das ZDF den letzten Derrick aus. Das ZDF möchten den "Markennamen" Derrick gerne beibehalten, 'denn das sei man der internationalen Fangemeinde schuldig'. Wie es genau weitergehen soll, darüber schweigen sich alle Beteiligten aus.

Doch vor Abdreh der letzten Derrick-Folge ließ es sich Horst Tappert nicht nehmen, sich noch einmal im Meer der Fans zu baden.

Frage: Herzlich Willkommen in Cannes!

Horst Tappert: Danke! Ich bin sehr froh und glücklich, dass ich hier bin. Ich hatte bereits Berührung mit dem Publikum, das war so warmherzig und so liebenswürdig, dass mir jetzt noch ganz schwindelig ist.

Frage: Im Frühjahr waren sie auf einer Messe in Monte Carlo, gehen Sie gerne auf Promotion-Tour?

Horst Tappert: Ja, ich selektiere natürlich ein bißchen. Wenn ich aber ein Widerhall meiner Arbeit finde, dann ist es auf so großen Veranstaltungen wie hier. Dann merke ich sofort die Resonanz. Wo hat man die? Auf der Bühne haben Sie den Applaus, sie können sich vor dem Publikum verbeugen, können sich bedanken. Aber wir vom Fernsehen haben ja keinen direkten Kontakt. Das ist der einzige Kontakt den wir haben.

Frage: Sie werden gefeiert wie ein großer Hollywoodstar. Seit 23 Jahren sind sie in der Rolle des Oberinspektors Derrick zu sehen. Hatten Sie mit so einem großen Erfolg gerechnet?

Horst Tappert: Niemals. Damals hat keiner von uns damit gerechnet.

Frage: Ihr Fangemeinde ist riesengroß. Haben Sie schon einmal etwas von Fans geschenkt bekommen?

Horst Tappert: Ich habe etwas Land in Norwegen geschenkt bekommen und ein Haus darauf bauen lassen.

Frage: Auch in China ist Derrick ein Riesen-Hit

Horst Tappert: In China ist die Serie ein besonders großer Erfolg, leider konnten wir uns davon nicht persönlich überzeugen, aber wir wären bestimmt erstaunt und überwältigt! Ich bin mal einem Chinesen auf dem Frankfurter Flughafen begegnet. Die waren leidenschaftlicher als Sizilianer! Das war unbeschreiblich! Und sie mögen die Serie sehr. Das sind ja immerhin fast 500 Millionen Zuschauer, das darf man ja nicht verachten.

Frage: Was war vor Derrick, wie haben Sie als Schauspieler angefangen?

Horst Tappert: Ich habe wie ein Anfänger angefangen. Ich war 18 Stunden am Tag im Theater - für DM 120 brutto im Monat. Ich habe furchtbar viel gearbeitet. Aber ich habe auch viel gelernt, denn ich hatte Glück. Ich hatte gute Lehrmeister. Die absolute Spitze, ich hatte einen Intendanten aus Berlin, der auch ausgebombt war und ein Provinztheater übernahm und der sagte: 'Der Tappert wird jetzt alles bei mir lernen: tanzen, singen, der muß Posse spielen, der muß Tragödie spielen, Komödie spielen, der muß spielen von Arnold bis Bach bis zu Goethe, der muß alles spielen. Und das hat er wahr gemacht. Ich hab das Gefühl, daß ich in der einen Spielzeit mehr gespielt habe, als in fünf Jahren woanders.

Frage: Wie sind Sie zum Fernsehen gekommen?

Horst Tappert: Ich hatte ein Engagement an den Münchner Kammerspielen, das war 1956 und dann kam schon das erste Fernseh-Angebot. Damals war ich noch sehr unverkrampft, um mich vornehm auszudrücken.

Als wir zum xten Mal eine Szene wiederholten, in der ich einen Barkeeper spielte, habe ich bei einer Wiederholung die Rolle ganz anders gespielt. Da hat der Regisseur natürlich gesagt: 'Was ist denn mit Ihnen los, Sie spielen ja die Rolle auf einmal ganz anders?' und da habe ich gesagt: 'Ich dachte, Sie langweilen sich!' Dann kam ein Fernsehen nach dem anderen.

Frage: Was halten Sie vom deutschen Fernsehen?

Horst Tappert: Das Deutsche Programm hätte ich gerne so wie zu der Zeit als ich fast lückenlos für das Fernsehen gearbeitet habe. Wir brauchen wieder mehr gute Fernsehspiele. Wir brauchen einfach Dinge, wo sich Schauspieler profilieren können. Sie sollten dem Fernsehpublikum zeigen, daß sie nicht nur einen Polizisten spielen können, nicht nur einen Arzt, daß sie nicht nur der gute Mensch sind. Das ist leider die letzte Zeit zu kurz gekommen.

Man sollte wieder ernsthaft an die Stoffe rangehen, dazu braucht man aber auf der anderen Seite hervorragende Schauspieler. Das geht nicht mit den gängigen Schauspielern, die da einen Doktor-Film nach dem anderen drehen.

Frage: Sie sagten einmal, daß Sie in Deutschland nicht glücklich sind?

Horst Tappert: Das liegt an den Umständen. Das hat mit dem Fernsehen und meiner Aufgabe überhaupt nichts zu tun. Es ist der politische Umstand.

Wir entfernen uns von der Demokratie, die kurz nach dem Krieg in Deutschland entstand, an der ich lebhaft und aktiv auf dem liberalen Sektor mitgearbeitet habe, weil ich einfach das Gefühl hatte, nach der Diktatur muß jetzt für dieses Volk etwas Neues und Gutes kommen. Ja, und dann haben wir das auch geschafft bis in die 60er und 70er Jahre , trotz der ganzen Rückschläge, Studentenrevolten usw. Das hat die Demokratie wunderbar verkraftet, das hat sie großartig gemacht.

Nun ist eine gewisse Konfusion zu beobachten, in den Reihen der Leute, die Politik machen sollten. Sie sollen Politik machen und nicht nur darüber reden. Wissen Sie, unsere Politik leidet immer mehr dadurch, wenn die Leute sagen 'Ich gehe nicht mehr wählen'. Und Sie hören jetzt von den Leuten andauernd, sie wollen nicht mehr wählen gehen. Und das ist nicht gut, denn das zeigt, daß wir unserer Demokratie nicht mehr vertrauen und was tun sie? Sie wählen Protest, sie wählen Rechts und das ist doch furchtbar! Haben wir doch gehabt.

Frage: Was wünschen Sie sich?

Horst Tappert: Ich möchte immer klar denken, ich möchte immer das sagen können, was ich denke, ich möchte natürlich immer geistig gesund bleiben.

Frage: Sie spielen seit 23 Jahren Derrick. Wie oft sind Sie befördert worden?

Horst Tappert: Kein einziges Mal. Ich müßte eigentlich schon Polizeipräsident sein! Und das geht natürlich nicht. Sonst nehmen sie mich von der Straße weg, deswegen geht das nicht.

Frage: Im Dezember drehen Sie den letzten Derrick. Wieso hören Sie auf?

Horst Tappert: Einmal muß genug sein! Es ist so, ich habe mich dieser Serie verschrieben, ich habe nichts Anderes getan als das und ich habe das Gefühl, ich müßte mehr Raum und Luft um mich herum haben, frei sein für Entschlüsse, Drehbücher lesen, ja dazu sagen oder auch nein dazu sagen. Das ist einfach ein Gefühl, daß ich früher hatte vor Derrick! Jetzt innerhalb dieser Serie ist es nicht ökonomisch und auch falsch, so etwas zu tun.

Frage: Und was passiert nun mit Derrick?

Horst Tappert: Der geht in Pension, der wird nicht erschossen. Wir wollen ihm am Leben erhalten, der kann ja noch weiterarbeiten, der braucht ja nicht als Polizist zu arbeiten ... (DJFL)


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