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Interview mit Jochen Horst: Die Blendung

"Ich brauche, um in Deutschland zu leben, auch ein anderes Land!" Jochen Horst, 38, spielt die Hauptrolle in dem Sat.1-TV-Film "Die Blendung - Verrat aus Liebe", 19. Oktober 1999, 20.15 Uhr ...

* 7. September 1961, Schauspieler Jochen Horst absolvierte seine Ausbildung an der Schauspiel- und Musikakademie Graz und war dann dort mit Romeo und Julia und an den großen Bühnen in Hannover (Der Vater, 1982), Hamburg (Maria Magdalena, 1987) und weiteren Städten zu sehen. Neben seinen ... [komplette Biografie]

Interview mit Jochen Horst


"Ich brauche, um in Deutschland zu leben, auch ein anderes Land!"

Jochen Horst, 38, spielt die Hauptrolle in dem Sat.1-TV-Film "Die Blendung - Verrat aus Liebe", 19. Oktober 1999, 20.15 Uhr

Frage: In "Die Blendung - Verrat aus Liebe" spielen Sie einen Undercover-Agenten vom LKA. Beschreiben Sie bitte kurz Ihre Rolle.

Jochen Horst: Ich spiele einen Undercover-Polizisten, der im Zuge seiner Ermittlungen enttarnt und geblendet wird. Er muss mit der Tatsache leben, dass er für immer blind ist. Er versucht trotzdem, den Fall zu lösen und den Mann zu finden, der ihn geblendet hat.

Frage: Wie haben Sie sich auf Ihre Rolle als Blinder vorbereitet, und welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?

Jochen Horst: Das sind keine Vorbereitungsarbeiten, sondern Vorstellungsarbeiten. Die kann man nur aus sich selbst nehmen: Ich muss mir vorstellen, wie es ist, geblendet zu sein. Das wäre anders bei einer Figur, die schon blind ist. Genau recherchiert habe ich natürlich auch, aber es hat mir wenig geholfen. Weil es über bestimmte stereotype Vorgehensweisen von Menschen, die geblendet worden sind, wenig Erfahrungswerte gibt. Es gibt zwei Möglichkeiten, solch eine Figur darzustellen: nach den Vorstellungen des Publikums oder nach denen des Schauspielers.

Frage: Ich habe gelesen, Sie seien serienmüde. Könnten Sie sich vorstellen, trotzdem noch einmal eine Serien-Hauptrolle zu übernehmen?

Jochen Horst: Ja, klar, ich bin nicht serienmüde. Es liegt an den Rollen, die mir angeboten werden. Ich muss mir vorstellen können, dass ich Tag für Tag aufstehe und das spielen will und das kann ich mir eben sehr selten vorstellen. Das hat auch ein bisschen was damit zu tun, dass ich jetzt vier Jahre eine Serie gedreht habe - ich brauche sehr viel Zeit für mich. Ich würde sofort wieder eine Serie drehen, wenn qualitative Vorarbeiten geleistet sind: gute Autoren, eine gute Rolle und gute Regisseure.

Frage: Was kennzeichnet für Sie eine gute Rolle?

Jochen Horst: Gebrochene Helden, die, obwohl sie Sympathieträger sind, am Anfang der Geschichte immer ganz unten anfangen. Sie müssen sich diese Sympathie erst im Laufe des Films oder der Geschichte verdienen. In Deutschland werden viele Heldenfiguren so geschildert, dass sie von Anfang an sympathisch sind. Dadurch wird keine Fallhöhe geschaffen, und dadurch finde ich fast alle Heldenfiguren immer langweilig.

Frage: Sie haben viel im Ausland gelebt und mal gesagt, dass Sie die Deutschen nicht besonders mögen.

Jochen Horst: Das ist völliger Quatsch, ich brauche, um in Deutschland zu leben, auch ein anderes Land - ich brauche zwei Kulturen, ganz einfach. Ich habe Deutschland schon mit 21 Jahren verlassen, und ich habe natürlich bestimmte Erfahrungen als Kind gemacht, die ich automatisch mit diesem Land in Verbindung bringe. Aber das hat nichts damit zu tun, ob ich die Deutschen mag oder nicht. Das ist völlig falsch, es wird bloß immer so reduziert. Ich liebe es, im Warmen zu leben, ich nehme mir diesen Luxus, weil ich mir sonst kaum Luxus leiste.

Frage: Sie sind zur Zeit in Frankfurt?

Jochen Horst: Ich drehe nur in Frankfurt. Durch meine Scheidung habe ich im Moment keine Wohnung.

Frage: Wie empfinden Sie das neue Berlin?

Jochen Horst: Ich weiß nicht, warum sich Berlin jetzt immer darauf beruft, unbedingt Hauptstadt und Großstadt sein zu wollen - das ist immer so ein Ausdruck von Provinzialität. Je mehr man schreit, wir sind Großstadt, desto provinzieller wird es. Berlin war immer eine Großstadt, und Berlin macht auch Spaß, nur, ich würde da nicht gern zwölf Monate im Jahr leben. Ich habe schon viele Städte gesehen, aber keine Stadt und kein Land ist es wert, dass man wirklich das ganze Jahr dort verbringt, das gibt es einfach nicht.

Frage: Wenn Sie nicht Schauspieler geworden wären, welchen Beruf hätten Sie dann?

Jochen Horst: Ich hätte alles Mögliche machen können. Mein Lebensglück hängt nicht davon ab, ob ich Schauspieler bin oder nicht. Manchmal überlege ich mir auch, was wäre, wenn ich einen anderen Beruf hätte, und dann komme ich im Grunde immer zu der Antwort, dass ich vielleicht sogar ein glücklicherer Mensch wäre. Es ist nicht davon abhängig, wie viel Geld ich verdiene, sondern einfach, in welcher Sozialisation ich mich wiederfinde, ob ich da fest eingefügt bin. Das fehlt mir ein bisschen, und das werde ich wahrscheinlich auch nie finden. Das ist eben der Fluch in diesem Beruf, aber ich muss es akzeptieren.

Frage: Welche beruflichen oder privaten Träume oder Ziele haben Sie für 2000?

Jochen Horst: Ich denke eigentlich immer nur von Woche zu Woche. Ich habe Glück und Gesundheit, das sind die wichtigsten Sachen, hört sich kitschig an, ist aber so.

Frage: Wie entspannen Sie, wenn Sie mal nicht arbeiten?

Jochen Horst: Ich verreise und fahre viel Rad - durch die Berge. Ich habe ein Haus in einem kleinen Dorf in Frankreich, da fühle ich mich sehr wohl.

Das Interview führte Anke Walter für Sat.1 im September 1999. (DJFL)


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