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Interview mit Jörg Howe, Sat.1

"Jetzt haben wir endlich einen 24-Stunden-Nachrichtenbetrieb!" Das Provisorium hat ein Ende: Drei Jahre lang war das Sat.1 Nachrichtenteam Untermieter von n-tv. Ab dem 1. November 1999 geht die ...

Interview mit Jörg Howe


"Jetzt haben wir endlich einen 24-Stunden-Nachrichtenbetrieb!"

Das Provisorium hat ein Ende: Drei Jahre lang war das Sat.1 Nachrichtenteam Untermieter von n-tv. Ab dem 1. November 1999 geht die neue Sat.1-Nachrichtenzentrale - Herzstück des Sat.1 Medienzentrums in Berlin-Mitte- in den Live-Betrieb. Dazu ein Interview mit Jörg Howe, Chefredakteur von Sat.1.

Frage: Was ändert sich?

Jörg Howe: Bisher waren die Sat.1-Nachrichten technisch ausgelagert und örtlich von der Organisation des Senders getrennt. Mit der Inbetriebnahme unserer Nachrichtenzentrale im Sat.1 Medienzentrum sind wir endlich ein homogener Fernsehsender. Alle Mitarbeiter, die unsere tagesaktuellen Informationsprogramme machen, sind nun unter einem Dach.

Frage: Was heißt das konkret?

Jörg Howe: Der Informationsaustausch zwischen den aktuell produzierenden Redaktionen - vom "Frühstücksfernsehen" bis zu "blitz" und den Hauptnachrichten "18:30" - ist wesentlich einfacher. Ich habe morgens alle Redaktionsleiter zusammen und kann mit ihnen eine Themenabsprache machen. Von Auge zu Auge, auch außerhalb der Schaltkonferenzen. Das war in dieser Form bislang nicht möglich, weil die Redaktionen über das ganze Stadtgebiet verteilt waren. Jetzt haben wir eine Nachrichten-Crew, die jederzeit verfügbar ist. Wir haben jetzt endlich einen 24-Stunden-Nachrichtenbetrieb. So können wir schnell reagieren - auch mit Sondersendungen. Wann immer etwas Wichtiges passiert, können wir damit sofort ins Programm gehen. Und als Hauptstadtsender sind wir auch mittendrin im Regierungsviertel: ganz nah dran an dem Geschehen in der Bundesrepublik.

Frage: Warum konnten Sie als Untermieter von n-tv nicht so flexibel agieren?

Jörg Howe: Bei n-tv war für uns Punkt 19.30 Uhr Feierabend. Danach hatten wir keine Technik und kein Studio. Als Mieter mussten wir eine zusätzliche Produktion anmelden und hoffen, dass es klappt.

Frage: Nach Einschätzung Ihrer Mitarbeiter hat Sat.1 jetzt die modernste TV-Nachrichtenzentrale Europas. Was ist damit gemeint?

Jörg Howe: Wir haben die auf dem Markt verfügbare modernste Nachrichtentechnik - 'the state of the art'. Wenn die Umstellung auf die neue Technik erfolgreich abgeschlossen ist, werden wir die Ersten sein, die Nachrichtensendungen ausschließlich computergesteuert fahren. Wir erzeugen also keine Sendebänder mehr, sondern produzieren auf Festplatten. Auch alle Sendebeiträge, die von draußen kommen, werden direkt in den Computer überspielt. Das wird sich allerdings in den nächsten einundeinhalb Jahren noch einschleifen müssen. Es ist ein revolutionärer Sprung im Fernsehen, vergleichbar mit dem Wegfall der Druckvorstufe im Printbereich. Damit verbunden ist auch eine grundsätzliche Veränderung des Berufsbilds.

Frage: Die Sat.1-Nachrichten werden also nur noch virtuelle - künstlich erzeugte -Computerbilder zeigen?

Jörg Howe: Nein. Ganz im Gegenteil: Mit dem Computer wollen wir Arbeitsstrukturen verändern, um schneller und flexibler Bilder der realen Welt an die Zuschauer zu bringen. Wir arbeiten mit dem Handwerkszeug Computer, aber die Bilder stammen aus der Wirklichkeit. Es ist auch ganz wichtig, dass wir im Sat.1 Medienzentrum ein reales und kein virtuelles Nachrichten-Studio haben. Denn das hat auch etwas mit Glaubwürdigkeit zu tun: Unsere Anchorwoman, Astrid Frohloff, teilt doch den Zuschauern mit: 'Hier ist mein Studio, hier sitze ich, ich bin eure Nachrichtenfrau, habt Vertrauen zu mir, ich bringe euch jetzt die wichtigsten Nachrichten des Tages, bleibt dran!' Und um diese Nähe zu unseren Zuschauern auszudrücken, werden wir auch direkt aus unseren Redaktionsräumen aktuelle Kurznachrichten im Programm integrieren.

Frage: Ab dem 1. November 1999 gibt es eine neue Optik für die Sat.1-Hauptnachrichten "18:30" - mit welchem Ziel?

Jörg Howe: Die neue Optik für "18:30" - sie wird heller, freundlicher und lichter sein - ist nur das Gewand für die Nachrichten. Damit werden sich weder die Nachrichten noch der organische Aufbau von "18:30" ändern. Grundsätzlich ist es so, dass wir mit einer neuen Optik über mehrere Jahre arbeiten, sie kontinuierlich weiterentwickeln. Das Vorgänger-Design hatten wir drei Jahren im Einsatz. Wir passen die Optik jetzt nur dem sich hinsichtlich der Ästhetik wandelnden Publikumsgeschmack an.

Frage: An der Konzeption der Nachrichtensendung wird nichts geändert?

Jörg Howe: Wir haben die Sende-Konzeption unserer Hauptnachrichten "18:30" bereits Anfang 1999 massiv umgestellt. Seitdem gehen wir noch mehr auf die Bedürfnisse unserer Zuschauer ein. Wir bieten die Informationen, die für die Menschen wichtig sind. Wir übermitteln alles, was aus der Politik wichtig ist, und alles, was rund um die Politik wichtiges passiert. Und der Erfolg, den wir damit haben, gibt uns Recht. Wir haben unsere Quoten deutlich verbessert im Vergleich zum Vorjahr. Mit ehrlichen, seriös recherchierten Nachrichten, die - im besten Sinne - auch als unterhaltende Nachrichten aufbereitet sind, so dass sie leicht zu verstehen sind.

Frage: Was wird es Neues aus der supermodernen Sat.1-Nachrichten-Zentrale geben?

Jörg Howe: Bevor wir weitere neue Sendungen angehen, müssen wir erst einmal den laufenden Betrieb samt seiner Umstellung auf die neue digitale Technik im Griff haben. Wir ziehen mit einer laufenden Nachrichtensendung um - im laufenden Betrieb. Das ist ein riesiger organisatorischer Aufwand. Wenn wir den abgeschlossen haben und alles rund läuft, dann können wir 'rangehen und weitere Nachrichten-Inseln im Sat.1-Programm aufbauen und Nachrichten-Lücken schließen.

Frage: Welchen Stellenwert haben denn Nachrichten für Sat.1?

Jörg Howe: Sat.1-Nachrichten sind das Identifikationsmerkmal für unseren Sender. Jeden Tag. Denn ein Sender, der keine Nachrichten hat, wird niemals als vollwertiger, den Alltag begleitender Sender akzeptiert. Nachrichten und ihre Gesichter schaffen Zuschauerbindung. Dafür braucht man viel Geduld. Das Vertrauen der Zuschauer baut sich erst im Laute der Zeit auf.

Frage: Man muss also von der Tagesschau lernen?

Jörg Howe: Die Tagesschau - die erste Nachrichtensendung im deutschen Femsehen - gibt es seit dem 25. Dezember 1952, also seit fast 47 Jahren. Das ist ein Monument. Ein Ritual. Das kriegt man auch nicht weg: Nichts ist schwieriger, als den Zuschauern Gewohnheiten wieder abzutrainieren. Aber seit vier Jahren bemühen wir uns, Fernsehzuschauern etwas Neues anzubieten, indem wir sagen: Du kriegst jeden Tag um 18.30 Uhr gute Nachrichten in Sat.1.

Frage: Was sind "gute Nachrichten"?

Jörg Howe: Jeder Beitrag, jedes Stück muss seriös recherchiert sein, muss wahr sein. Nachrichten dürfen niemandem etwas vormachen, dürfen nie versuchen, jemanden zu manipulieren. Aber sie müssen so dargeboten werden, dass sich der Zuschauer dafür auch interessiert, sie bereitwillig aufnimmt. Sie müssen einfach in der Sprache sein. Es müssen Bilder sein, die Menschen gefangen nehmen, und Nachrichten müssen in solchen Portionen aufbereitet werden, die der Zuschauer auch verdauen - begreifen - kann. Die Basis dafür ist das gute Handwerk: die seriöse, professionelle Recherche, die Nachricht an sich. Die Kunst darüber hinaus ist, die gute Formulierung mit sinnfälligen Bildern zu verbinden. Die Nachrichten-Kennzeichen von Sat.1 als privates Fernsehen sind die Faktoren: solide, informativ, unterhaltend.

Frage: Und was sind Ihrer Meinung nach die Nachrichten-Kennzeichen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens?

Jörg Howe: Sehr betulich, komplexer in der Struktur und in der Sprache sehr viel weniger verständlich. Das zeigen ja auch schon seit vielen Jahren wissenschaftliche Untersuchungen. Das ZDF versucht mit seiner Nachrichtensendung schon seit längerer Zeit einen anderen Aufbau zu erreichen, der eher in den Bereich der privaten Art und Weise hineingeht.

Frage: Sie sind ja ein alter "Nachrichtenhase", in der Vergangenheit auch für öffentlich-rechtliche Sender. Meinen Sie vor diesem Erfahrungshorizont, dass junge Menschen andere Nachrichten als die älteren wünschen?

Jörg Howe: Wir Privaten haben - relativ gesehen - jüngere Nachrichtenzuschauer als ARD und ZDF. Die Bereitschaft, sich "Tagesschau" und "Heute" anzuschauen, ist bei Älteren größer. Andererseits sind aber Jüngere grundsätzlich weniger bereit, überhaupt ihre Zeit mit Nachrichten vor dem Fernseher zu verbringen. Man muss sich also gerade bei Jüngeren überlegen, wie man die Struktur verändert, so dass wir sie abholen können mit einer klaren und einfachen Sprache, so dass sie nicht sagen 'Hä, was will mir der Dichter damit sagen'. Bei uns heißt es nicht, der Außenminister ist mit "Trallala" zusammengekommen, sondern, wenn es eine staatstragende Null-Meldung ist, findet sie bei uns im privaten Fernsehen gar nicht statt. Stattdessen bekommt der Zuschauer bei uns ein anderes Thema mit Nachrichtenwert angeboten. das ihn persönlich betrifft oder emotional ergreift.

Frage: Was eigentlich spricht für 18.30 Uhr als Hauptnachrichten-Zeitpunkt in Sat.1 im Wettbewerb zum 20.00 Uhr-Monument der Tagesschau?

Jörg Howe: Wir sind die erste Hauptnachrichtensendung am Abend. Der große Zuschauermarkt beginnt bereits um 17.00 Uhr. Mit unseren "18:30"-Hauptnachrichten bieten wir dann den Zuschauern ein Portal zum Eintritt in unser Hauptabendprogramm.

Frage: Erst Hamburg, dann Untermieter bei n-tv: Die Sat.1-Nachrichten haben früher keine Heimat gehabt. Konnte sich unter diesen Bedingungen ein Nachrichten-Team entwickeln?

Jörg Howe: Das Team ist seit 1985 mit "Blick" gewachsen. Stephan Strothe, unser Washington-Korrespondent, ist schon seit 15 Jahren bei uns. Wir haben hier in Berlin Mitarbeiter, die schon viele Jahre bei uns sind. Es haben sich bereits Eigengewächse entwickelt, die wir auch selber ausgebildet haben: Mitarbeiter, die das Verständnis für Nachrichten im privaten Fernsehen haben. Die man nicht erst langfristig "erziehen" muss im Sinne von: 'Mach es anders, als du es bisher im öffentlich-rechtlichen Bereich gewohnt gewesen bist'. Und mit unseren regionalen Studios ist eine Grundstruktur mit vielen festen Bindungen gewachsen. Mit der Nachrichtenzentrale haben wir jetzt die Möglichkeit, voll aus dieser Struktur zu schöpfen.

Frage: Von wem erhält Sat.1 seine News und Bilder?

Jörg Howe: Basis des Sat.1 News Networks ist die genannte Regionalstruktur in der Bundesrepublik - von Kiel über München bis nach Leipzig. Wir setzen von Berlin aus zusätzlich Reporter ein, in Deutschland und Europa. Unsere sechs Auslandsstudios sind in Washington, London, Brüssel, Wien, Jerusalem und Moskau. Selbstverständlich haben wir Verträge mit den wichtigsten internationalen Nachrichten- und Bildagenturen wie zum Beispiel CNN, APTN, Reuters. Unser Ziel aber ist, immer zusätzlich etwas Eigenes zu kriegen.

Frage: Was hat die neue Nachrichtenzentrale mit ihrer digitalen Technik gekostet?

Jörg Howe: Im Medienzentrum, dessen Bau ungefähr 300 Millionen gekostet hat, gibt es Studios, Schneideräume, technischen Betrieb, Grafik und andere Organisationseinheiten, die übergreifend für die Produktion von Nachrichten, Sport, Frühstücksfernsehen und anderen Magazinen genutzt werden. Deshalb ist es unmöglich, eine Zahl speziell für die Nachrichtenzentrale in den Raum zu stellen.

Frage: Warum nehmen Sie den Live-Betrieb der Nachrichten-Zentrale erst zum 1. November 1999 auf? Das Sat.1 Medienzentrum, dessen Herzstück die Nachrichtenzentrale ist, wurde doch bereits am 30. August 1999 feierlich eröffnet.

Jörg Howe: Der Probebetrieb läuft schon seit sechs Wochen. Die neue Technik muss an den täglichen Betrieb angepasst werden. Die Mitarbeiter müssen auf ein neues digitales System umgeschult werden. Die Abläufe müssen angepasst werden. Man kann nicht einfach einen Schalter umlegen. Zwei Wochen produzieren wir zum Beispiel zeitgleich zu der laufenden Hauptnachrichtensendung "18:30" schon in der neuen Form mit neuer Technik. Wir qehen also gleitend in den neuen Betrieb 'rein. Aber erst am 1. November werden die Sendungen auch live ausgestrahlt.

Frage: Und was hat der Sat.1-Zuschauer von den Neuerungen?

Jörg Howe: Mehr Informationsqualität: ein schnelleres, besseres; verständlicheres Angebot - und ab März 2000 dann auch noch eine neue Nachtnachrichten-Schiene. (DJFL)


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