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Interview mit Karl Markovics: Stockinger

Karl Markovics ist 'Stockinger' in der gleichnamigen TV-Serie auf Sat.1 Frage: "Stockinger" war nach Kommissar Rex Ihre erste eigene Serie. Konnten Sie sich so einen Traum verwirklichen? Karl ...

Interview mit Karl Markivocs


Karl Markovics ist 'Stockinger' in der gleichnamigen TV-Serie auf Sat.1

Frage: "Stockinger" war nach Kommissar Rex Ihre erste eigene Serie. Konnten Sie sich so einen Traum verwirklichen?

Karl Markovics: Es lag gar nicht in meiner Vorstellungskraft, dass ich etwas eigenes bekommen könnte. Aber es war kein Traum. Ich habe niemals im Leben konkrete Ziele. Das, was ich machen will, ist Schauspieler zu sein.

Frage: Gefällt es Ihnen, Fans zu haben? Durchschnittlich sechs Millionen Zuschauer wollte Sie als Stockinger sehen.

Karl Markovics: Wunderbar ist, dass ich mir jetzt besser Angebote sondieren kann. Aber es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen Fernsehen und Theater. TV ist wahnsinnig schön, aber auch wahnsinnig anstrengend. Ich musste jeden Tag nach der Arbeit wieder zu mir kommen. Da war kein Platz für etwas anderes. Das Erstaunliche war, dass bei der Ausstrahlung ein halbes Jahr nach Beendigung der Dreharbeiten kein richtiges Gefühl da war. Ganz anders als bei einer Theaterpremiere - in dem Moment, wenn man auf die Bühne kommt.

Frage: Wie erklären Sie sich, dass ein biederer und spröder Typ wie Stockinger vom Antihelden zum Publikumsliebling wird?

Karl Markovics: Das liegt in allem Menschlichen. Wir streben nach Veränderung und Abwechslung. Und so ein Mensch wie Stockinger erweckt gerade dadurch, dass er so herrlich normal ist, sofort Interesse. Er hat einen dicken Sympathievorschub. Er versucht erst gar nicht, perfekt zu sein. Perfekte Menschen gibt es sowieso nicht - nur im Fernsehen. Wenn man merkt, dass das, was im Fernsehen und in meinem Leben passiert, sich nicht widerspricht, kann ich auch besser zu mir stehen.

Frage: Hat sich das Leben von Karl Markovics durch Stockinger verändert?

Karl Markovics: Jetzt kennen mich viele Leute, und ich werde auf der Straße erkannt. Da liegt die Schwierigkeit, weil ich gerne meine Ruhe habe. Ich lege keinen besonderen Wert darauf, angefaßt oder belagert zu werden. Ich habe auch nicht im entferntesten damit gerechnet, so populär zu werden. Wenn ich nicht arbeite, bin ich am liebsten daheim. Ich habe eine Frau und zwei Kinder und führe ein völlig unspektakuläres Privatleben.

Frage: Gibt es Parallelen zwischen Stockinger und Markovics?

Karl Markovics: Ja. Die Figur Stockinger hat ein Geheimnis. Nach außen ist er bieder und tolpatschig, aber wie es in ihm aussieht, erfährt man nicht. Ich für mich glaube auch so ein Geheimnis in mir zu tragen. Bis auf ganz wenige Ausnahmen öffne ich mich nur sehr selten. Ich bin wie Stockinger sehr vorsichtig im Umgang mit Menschen. Wie er liebe ich die Musik. Ich wollte immer Musiker werden, habe versucht, drei Instrumente zu erlernen, war nur zu faul, es weiter zu verfolgen.

Frage: Obwohl Sat.1 die Serie mit Ihnen weiterführen wollte, lehnten Sie ab - und spielten stattdessen für 170 Mark am Abend Theater.

Karl Markovics: Ich hatte für mich entschlossen, dass ich genug Serie gedreht hatte. Drei Staffeln lagen hinter mir, zwei Kommissar Rex, eine "Stockinger". Drei Jahre Zeitspanne, in denen ich nur für den Beruf da war. Ich kam am Wochenende nach Hause - und hatte die Rolle im Kopf, war nicht frei. Irgendwie hatte ich das Gefühl, ich würde mich selbst der Wirklichkeit berauben. Ich wollte einfach wider mehr Zeit für meine Familie haben.

Frage: Auch mit Geld konnte man Sie nicht locken?

Karl Markovics: Das, war für mich wichtig ist, ist der Beruf, nicht das Geld. Dieser Beruf bietet die Möglichkeit, mit anderen ein Abenteuer einzugehen, Fehler zu begehen und schließlich den richtigen Weg zu finden.

Frage: Was ist für Sie Luxus?

Karl Markovics: Etwas, was ich überhaupt nicht brauche.

Frage: Nie wieder Serie?

Karl Markovics: Für die nächsten zehn Jahre erst einmal nicht.

Frage: Stockinger ist ein Inspektor, hatten Sie selbst mal Ärger mit der Polizei?

Karl Markovics: In Wien - mit 19. Ich spielte Theater, plakatierte schwarz für ein Stück. Dabei erwischte mich die Polizei. Das Gericht entschied später, das Verfahren wegen Geringfügigkeit einzustellen.

Frage: Sie sind nicht gerade ein Partymensch.

Karl Markovics: Ich finde Parties schrecklich. Das sind Orte, in denen ich mich gezwungenermaßen erklären muss. Ich beneide Menschen, die fähig sind, sich auf großen Gesellschaften wohlzufühlen. Ich brauche das nicht und ich kann das auch nicht.

Frage: Was empfinden Sie, wenn Sie in anderen Rollen schlüpfen?

Karl Markovics: Es gibt während Proben und Vorstellungen unglaubliche Glücksgefühle. Wenn es klar ist, dass man alles in einem Punkt zum Klingen bringt - oder man mit dem, den man spielen möchte, verwandt ist. Wenn man sich auf der Bühne verbeugt und das Publikum klatscht, ist es eine wunderschöne und zwiespältige Situation. Ich fühle mich etwas verloren und hilflos.

Frage: Und wenn der Vorhang fällt oder die Kamera ausgeht?

Karl Markovics: Eine israelische Schauspielerin hat einmal gesagt, es sei wie dieses Gefühl, wenn man nach einer schweren Operation aus der Narkose erwacht. Ich brauche immer ein bis zwei Stunden, um wieder ganz ich selbst sein zu können.

Frage: Ihr nächstes Projekt?

Karl Markovics: Ich spiele in Helmut Dietls neuem Film "Late Night" mit Thomas Gottschalk und Harald Schmidt einen Reporter. Eine Arbeit, auf die ich mich sehr freue. Dietl ist wahnsinnig genau und intensivst um seine Arbeit bemüht. Ab Herbst stehe ich wieder in der Wiener Volksoper im "Sommernachtstraum" auf der Bühne.

Frage: Wie wird man ein glücklicher Mensch?

Karl Markovics: Indem man immer auf seine Stimme hört. (DJFL)


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