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Interview mit Laetitia Colombani: Wahnsinnig verliebt

Laetitia Colombani - Regisseurin und Drehbuchautorin des Films Wahnsinnig verliebt Frage: Was hat Sie zu Ihrem ersten Spielfilm Wahnsinnig verliebt inspiriert? Laetitia Colombani: Das Thema ...

Interview mit Laetitia Colombani


Laetitia Colombani - Regisseurin und Drehbuchautorin des Films Wahnsinnig verliebt

Frage: Was hat Sie zu Ihrem ersten Spielfilm Wahnsinnig verliebt inspiriert?

Laetitia Colombani: Das Thema meiner Abschlussarbeit an der Film-Schule lautete "Liebeswahn im Film" und aus ihr entwickelte sich dann die Idee zu diesem Film. Zunächst brachte ich einen ersten Entwurf zu Papier, den ich im Verlauf der folgenden vier Jahre immer weiter ausgearbeitet habe. Ich legte sehr viel Wert darauf, dass das Drehbuch in seiner Struktur absolut stimmig, glaubhaft und fließend sein sollte. Schließlich habe ich es Charles Gassot vorgelegt, der mich dazu anregte, einige Stellen nochmals zu überarbeiten, und mich mit Caroline Thivel bekannt machte. In der Zusammenarbeit mit ihr habe ich die Dialoge noch weiter ausgefeilt und die Figuren in manchen Details genauer charakterisiert.

Frage: Könnten Sie die außergewöhnliche Struktur der Geschichte näher beschreiben?

Laetitia Colombani: In der ursprünglichen Drehbuchfassung war der erste Teil der Geschichte, in dem Angélique im Mittelpunkt steht, sehr lang. Der zweite Teil hingegen, der sich mehr auf Loïc konzentriert, war bedeutend kürzer, während der dritte Teil lediglich eine Art kleinen Epilog darstellte. Als ich mir später über die filmische Umsetzung Gedanken machte, wurde mir aber klar, dass zwischen den ersten beiden Teilen ein größeres Gleichgewicht herzustellen war, sollte ein wirklich "bipolarer" Film entstehen. Es ging gewissermaßen darum, die beiden Seiten derselben Medaille zu zeigen.

Im ersten Teil, dem man den Titel "Angélique oder die Energie der Leidenschaft" geben könnte, mussten die Schlüssel für den weiteren Verlauf der Handlung untergebracht werden, ohne dass der Zuschauer darauf gestoßen wird. Denn noch ahnt er ja nicht, welche spannende Wendung die Geschichte später nehmen wird. Zugleich galt es, gerade für diesen ersten Teil einen Erzählstil zu finden, der die Geschichte energisch vorantreibt. Denn schließlich soll der Zuschauer ja auch nicht denken, dass es sich hier um einen banalen Liebesfilm handelt.

Im zweiten Teil kam es dann vor allem darauf an, immer neue Blickwinkel auf das Geschehen zu finden, da hier teilweise Szenen der ersten Hälfte noch einmal erzählt werden, aus der - wie sich herausstellt - völlig anderen Perspektive von Loïc.

Frage: Warum haben Sie diese besondere Erzählstruktur gewählt?

Laetitia Colombani: Weil ich einen spannenden Film drehen wollte. Für mich ist dieser Film vor allem ein Thriller, keineswegs eine einfache Liebesgeschichte. Die leidenschaftliche Liebe diente mir lediglich als Ausgangspunkt, um die Handlung in Gang zu setzen. Auch als Zuschauerin liebe ich Thriller. Schon mit einem meiner Kurzfilme habe ich mich an dieses Genre herangetastet.

Frage: Man denkt unweigerlich an François Truffauts "Die Frau Nebenan", wenn man Ihren Film sieht. Was sind, das Kino betreffend, Ihre Vorbilder?

Laetitia Colombani: Meine Vorbilder haben sonderbarerweise nicht unbedingt etwas mit meinem Film zu tun. Meine drei Lieblingsregisseure sind Roman Polanski - unter anderem wegen "Rosemary's Baby" und "Ekel", Tim Burton wegen "Edward mit den Scherenhänden" und Jane Campion wegen "Das Piano". Auch Hitchcocks "Psycho" hat mich sehr geprägt, weil es darin um das Manipulieren von Menschen geht und weil am Ende noch einmal alles eine neue Wendung erfährt.

Frage: Sie haben große Sorgfalt auf die Details verwandt ...

Laetitia Colombani: Richtig. Bei Angélique, die von Audrey Tautou gespielt wird, kommt dem Imaginären eine wichtige Rolle zu. Daher war es nötig, sie mit einer gewissen Anzahl von Details zu umgeben, die dies veranschaulichten. So etwa mit einer Wüstenpflanze, die in einer Glasglocke verschlossen ist. Diese Pflanze existiert nicht wirklich, im Film stellt sie jedoch ein Abbild von Angélique dar, die mal aufblüht und dann wieder in Depressionen versinkt. Zudem habe ich großen Wert auf die farbliche Harmonie zwischen den Kostümen, der Beleuchtung und der Ausstattung gelegt: In Angéliques Welt herrschen Rottöne vor, in Loïcs eher Blautöne. Ihre Welt ist die der Gefühle, was auch sentimentalen Kitsch nicht ausschließt, wohingegen seine von nüchterner Wissen-schaftlichkeit geprägt ist und geradezu klinisch wirkt. Mir ging es dabei um "Tonarten", nicht um künstliche Symbole.

Frage: Hat es einen besonderen Grund, dass Angélique von Beruf Malerin ist?

Laetitia Colombani: Ja, sie ist es deshalb, weil sie in der Malerei die Möglichkeit hat, etwas zu kreieren, das allein in ihrer Vorstellung existiert und ihrem Wunschbild von der Realität entspricht.

Frage: Dann ist Loïc, die männliche Hauptfigur, nicht zufällig Facharzt für Herzkrankheiten ...

Laetitia Colombani: Für mich stand von Anfang an fest, dass Loïc von Beruf Arzt sein sollte, und zwar einfach deshalb, weil dies realistisch ist. Ohne hier allzu viel über den Film verraten zu wollen, ist es nämlich so, dass Menschen, die an solchen Symptomen leiden wie Angélique, häufig auf ihren Arzt fixiert sind. Außerdem ermöglichte die Tatsache, dass Loïc Kardiologe ist, es mir, über die sentimentalen und kitschigen Aspekte hinauszugehen, die ich ja ebenfalls auskoste: Ich konnte diesem merkwürdigen Organ, das unser menschliches Herz doch ist, unter einem geradezu wissenschaftlichen Blick zu Leibe rücken.

Frage: Welche Überlegungen haben Ihre Vorbereitung der Dreharbeiten bestimmt?

Laetitia Colombani: Ich habe vor Beginn der Dreharbeiten einen detaillierten Aufnahmeplan für sämtliche Einstellungen festgelegt, da ich in Bezug auf die beiden Protagonisten unterschiedliche visuelle Konzepte umsetzen wollte. Bei der weiblichen Hauptfigur Angélique ging es mir beispielsweise darum, dass man sich ihr stets nahe fühlen und gewissermaßen an ihrer Energie Teil haben sollte. Ich wollte ihr mit der Kamera so dicht wie möglich folgen. Außerdem habe ich bei ihr mit langen Brennweiten gearbeitet, was mit einer geringen Schärfentiefe verbunden war: Die Figuren wirken auf diese Weise recht nahe, wohingegen die Hintergründe eher verschwommen und abstrakt erscheinen. All das korrespondiert mit Angéliques seelischer Verfassung. Was Loïc betrifft, so galt für ihn fast das Gegenteil: Hier hatte ich eine Umgebung abzubilden, in der alles sehr fest gefügt erscheint. Folglich hielt ich eine viel ruhigere Kameraführung und weichere Übergänge für angebracht. Für Loïc habe ich kurze Brennweiten gewählt, die den Eindruck einer größeren Objektivität vermitteln: Bei ihm erscheint somit alles weniger von den Gefühlen bestimmt und mehr auf die Realität bezogen.

Frage: Und wie sah das Konzept für die Beleuchtung und die Kostüme aus?

Laetitia Colombani: Zusammen mit meinem Kameramann Pierre Aïm wollte ich erreichen, dass es für jeden Teil ein vorherrschendes Farbspektrum gäbe, ohne dabei allerdings so weit zu gehen wie Steven Soderbergh, der für seinen Film Traffic Orange- und Blaufilter verwendete. In Wahnsinnig verliebt haben wir Angélique in ein warmes Licht mit viel Sonnenschein getaucht. Für Loïc hingegen bevorzugten wir eine kühlere Atmosphäre und ein weicheres Licht, also eine gleichmäßigere Ausleuchtung der Räume.

Darüber hinaus galt es natürlich, das Licht entsprechend dem Wandel auf der inhaltlichen Ebene anzupassen: Die Szenerien scheinen im selben Maße an Festigkeit zu verlieren, in dem die Handlung voranschreitet. So weicht das romantische Licht, das am Anfang vorherrscht, zunehmend einer beunruhigenden Färbung. In gleicher Weise verändern sich auch die Kostüme. Loïc kleidet sich zunehmend nachlässiger. Er lässt sich gehen. Das zeigt sich an kleinen Details, so etwa an der Krawatte, die er plötzlich vergisst, wenn er zur Arbeit geht. Was Angélique betrifft, so weicht das leuchtende Rot ihrer Kleidung allmählich dunkleren Rottönen, als hätte man ihnen eine Prise Schwarz, Blau oder Violett beigemengt. (DJFL)


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