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Interview mit Maria Bachmann zu Thema Nr. 1

Maria Bachmann führte Regie und schrieb das Drehbuch für den Film Thema Nr. 1 Frage: Wie kam es, dass Sie ausgerechnet mit diesem Film Ihr Regiedebüt geben? Maria Bachmann: dass ich Thema Nr. 1 ...

Interview mit Maria Bachmann


Maria Bachmann führte Regie und schrieb das Drehbuch für den Film Thema Nr. 1

Frage: Wie kam es, dass Sie ausgerechnet mit diesem Film Ihr Regiedebüt geben?

Maria Bachmann: dass ich Thema Nr. 1 selbst inszeniert habe, hat sich später ergeben. Viel wichtiger war für mich zunächst das Drehbuch, mit dem ich mir selbst mal eine Rolle schreiben wollte. Außerdem war es ein spannendes Experiment, Rollen zu entwickeln, die nicht der klassischen Drehbuch-Dramaturgie folgen, die aus dem Leben gegriffen sind.

Frage: Sie haben also mit den Schauspielerinnen improvisiert?

Maria Bachmann: Nein, im Gegenteil. Der Film lebt von seinem Wortwitz, und der funktioniert nur, wenn er wirklich bis ins letzte Detail ausgefeilt ist, so wie auch das Timing perfekt sitzen mussste und in nichts dem Zufall überlassen werden durfte.

Wenn ich von einer anderen Dramaturgie spreche, meine ich damit, dass der Film nicht der klassischen, kommerziellen Komödien-Dramaturgie folgt. Natürlich gab es zwischendurch auch mal DisKusssionen, ob man ihn kommerzieller gestalten sollte, aber genau das wollte ich eben nicht. Ich wollte, dass er wirkt wie ein Stück Leben, das man sich einfach so rausgegriffen und überhöht hat.

Frage: Aber es geht Ihnen doch auch um das spezielle Thema, oder?

Maria Bachmann: Klar. Ich habe solche Frauengespräche über Männer, Sex und Liebe oft gehört, hab sie miterlebt oder war Teil von ihnen. Wenn man mit ein bisschen Abstand über sie nachdenkt, erscheinen sie einem oft völlig verrückt. Wenn das mal Männer mithören könnten.

Deswegen habe ich die Dialoge oft bis ins Absurde getrieben, wobei sie natürlich dennoch vollkommen real bleiben. Unser Leben spielt sich ja nun mal zum Großteil im Kopf ab; das ist das, was wir als Realität wahrnehmen. Wie oft steigern wir uns in etwas rein und staunen hinterher, dass gar nichts gewesen ist. So entstehen Kommunikations- und Beziehungsprobleme. Man sollte öfter mal über sich selbst lachen, dann wäre vieles leichter.

Frage: Das Raffinierte und Spannende an dem Film ist aber doch, dass er dieses Wissen sehr smart vermittelt: wie dumm das ist, was man da tut, und dass man's eigentlich doch viel besser weiß.

Maria Bachmann: Ja, es ist erstaunlich, wieviele Probleme man selbst züchtet - als bräuchten wir das irgendwie.

Frage: Gab es Vorbilder für die Figuren? Welche haben Sie als erste entwickelt?

Maria Bachmann: Mich hat vor allem Jutta fasziniert, die Managerin, die behauptet, andere von sich abhängig zu machen, dabei ist sie es selbst, die abhängig von anderen ist. Sie ist einsam, aber sie würde es nie zugeben, sondern versteckt ihre Unsicherheit hinter ihrem Perfektionismus.

Als erste Figur habe ich jedoch Paula entwickelt, die sich gleich in die nächste Affäre stürzt, um eine andere zu vergessen. Dabei ist klar, dass es jedes Mal gleich enden wird: Sie gibt vor, dass sie nur Spaß mit Männern will, gerät aber ganz schnell wieder in einen Strudel der Gefühle, weil sie letztendlich nicht das Abenteuer, sondern die große Liebe sucht - die's ja bekanntlich nur sehr selten gibt.

Frage: Wobei ja im gesamten Film kein einziger Mann auftaucht.

Maria Bachmann: ... was ja das Spannende ist. So bleibt zum Beispiel auch für den Zuschauer offen, wie Paulas Nacht mit Hannes denn nun verlaufen ist. Oder ob es ihn überhaupt gibt.

Gabi ist diejenige, die sich am meisten bemüht, sich zu verwirklichen und nicht nach der Pfeife der anderen zu tanzen - um's dann doch wieder zu tun. Sie ist das Küken der Vier. Ihre Probleme mit Männern resultieren daraus, dass sie sich vom Thema Männer überfordert fühlt und ihren eigenen Gefühlen nicht traut.

Franziska aber ist die vielleicht tragischste Figur. Sie hätte die Chance auszubrechen, wagt aber das Risiko nicht, sondern bleibt, auch wegen ihres Kindes, lieber im sicheren Nest.

Frage: Was den Film von Konfektionsware à la Hollywood unterscheidet, wo die Heldinnen anscheinend richtiges Verhalten vorleben und schließlich mit dem Happy End dafür belohnt werden, wo quasi jeder Film "the pursuit of happiness" unterstreicht.

Maria Bachmann: Das richtige Verhalten ist das, womit man sich authentisch und lebendig fühlt und dazu musss man sich manchmal gar nicht ändern, oder à la Hollywood durch eine Katharsis gehen, sondern "nur" akzeptieren, wie man ist. Und wenn's nur darum geht, sein persönliches Drama zu genießen ... Aber wer kann das schon!

Ich finde es auch wichtig, wie dieser Film eine Frauenfreundschaft zeigt. Die Vier reden zwar permanent miteinander, im Grunde sind dies jedoch alles Selbstgespräche. Sie mögen sich, aber sie können einander nicht wirklich zuhören - ein sehr häufiges Problem.

Frage: Werden da Freundinnen von Ihnen beleidigt sein, wenn sie den Film sehen?

Maria Bachmann: Nein. Natürlich habe ich viele der Dialogsätze aufgeschnappt, aber die Figuren sind alle entwickelt.

Frage: Sie hatten also das Drehbuch geschrieben, wie ging es dann weiter?

Maria Bachmann: Ich habe den Produzenten Mischa Hofmann beim Filmfest München getroffen, der wusste, dass ich auch schreibe, und der mir erzählte, dass er und sein Partner gerade nach einem Frauenstoff suchten. Wir haben dann lange überlegt, wie wir das Buch verfilmen wollten - nämlich nicht mit großartigen Bildern, sondern so, dass der Dialog im Mittelpunkt steht.

Also visuell sehr zurückgenommen, fast dokumentarisch, mit Handkamera und auf Video. Bloß fiel uns Niemand ein, der es so drehen könnte, wie es mir ja schon lange und sehr konkret im Kopf vorschwebte. Also hieß es irgendwann, ich sollte selbst Regie führen, worauf ich erst mal enttäuscht reagierte: "Aber dann kann ich ja gar nicht selbst mitspielen!" Aber noch in derselben Sitzung habe ich zugesagt.

Erst zu Hause bekam ich ein wenig Panik, doch es war eben auch ein verlockendes Abenteuer. Es ist spannend, mal die Seite zu wechseln, denn ich habe über die Regie auch sehr viel für das eigene Spielen gelernt und gehe heute, zum Beispiel, ganz anders an eigene Castings heran.

Frage: Auch die Locations wirken absolut authentisch und nicht gebaut: Wäscheständer in der Küche.

Maria Bachmann: ... Rotweinränder auf dem Tisch oder Teller, auf denen noch die Brotrinde vom Frühstück liegt - das alles hat unsere Ausstatterin in Kleinstarbeit geschaffen. Ich wollte, dass man das Leben spürt. Bloß nichts Gestyltes, außer natürlich bei Jutta, die zwischen Designermöbeln wohnt.

Details sind wichtig, zum einen für die Figur: Paula ist halt 'ne Schlampe, deswegen hat sie keine Servietten, sondern rollt Papier von der Klorolle ab. Andererseits macht so das Spielen viel mehr Spaß, wenn die Figur einen Hintergrund bekommt, wenn ich etwa weiß, was sie am liebsten trinkt.

Auch auf die Kleidung haben wir großen Wert gelegt und für Paula zum Beispiel einen eigenen Stil entwickelt, ein bisschen schräg und sehr selbstbewusst, der nicht ahnen lässt, wie unsicher sie tatsächlich ist. Wie oft passiert es einem, dass man von einer Frau aufgrund ihres Äußeren und ihres Auftretens ganz beeindruckt ist und glaubt, sie habe ihr Leben im Griff, bis man sie näher kennenlernt und feststellt, dass sie die gleichen Themen beschäftigen, wie die Verkäuferin hinterm Wurststand, die Rechtsanwältin in der Kanzlei oder Madonna: die Liebe, das Glück und der Weg dahin ... (DJFL)


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