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Interview mit Mathieu Kassovitz: Hass

Mathieu Kassovitz führt Regie in dem Film "Hass" Frage: Was hat Sie dazu angeregt, diesen Film zu drehen? Mathieu Kassovitz: 1992 wurde der 18jährige Makomé während eines Verhörs in einem ...

Interview mit Mathieu Kassovitz


Mathieu Kassovitz führt Regie in dem Film "Hass"

Frage: Was hat Sie dazu angeregt, diesen Film zu drehen?

Mathieu Kassovitz: 1992 wurde der 18jährige Makomé während eines Verhörs in einem Pariser Polizeirevier von einem Polizeibeamten durch einen Kopfschuß getötet. Da fragte ich mich, wie man diesen Teufelskreis des Hasses aufbrechen könnte; die Jugendlichen gehen auf die Bullen los, die auf die Jugendlichen losgehen, die auf die Bullen losgehen ... Und jedesmal endet das mit einem Wahnsinn. Doch die Bullen sind bewaffnet und sitzen somit am längeren Hebel.

Frage: Wo haben Sie den Film gedreht?

Mathieu Kassovitz: Wir drehten den Film 30 km vor Paris, in einer "cite", die eigentlich nicht besonders schlimm ist, da sind Grünanlagen, Fußballplätze ... es ist nicht unangenehm, aber bleibt dennoch eine "cite". Das heißt: 80 Prozent der Bewohner und 100 Prozent der Jugendlichen dort haben nichts zu tun. sie gehen nicht mehr in die Schule, haben nichts, langweilen sich. Da herrscht das "Eingangs-Syndrom": Von morgens bis abends hängen sie in den Eingängen der Wohnsilos herum, rauchen Joints, warten. Sie haben nichts, keine Arbeit, nichts - außer kleinen Jobs und kleinen Deals. Dort, wo wir gedreht haben, gab es keine harte Drogenszene! Glücklicherweise, denn sobald echte Dealer im Spiel sind, sprechen die Waffen!

Frage: Wieso haben Sie ausgerechnet in Schwarzweiß gedreht?

Mathieu Kassovitz: Ich wollte einen Film machen, der zur Sache kommt, zum Kern des Themas. "Hass" ist ein Film gegen die Polizei - und das sollte auch sichtbar werden. Auch wenn ich zeige, dass es gute Polizisten gibt und Dreckstypen unter den Jugendlichen. Um etwas anderes als einen primitiven Anti-Bullen-Film zu machen, musste ich Elemente integrieren, die meine Figuren lebendig machen: deswegen können sie über ihr Leben auch lachen. Es geht nicht nur um die gefundene Waffe oder darum, ob man einen Polizisten töten soll. Der Film hat auch Momente der Leichtigkeit und Sympathie, in denen man aufatmen kann. Ich liebe das, das gibt es auch in meinem Film "Metisse". Wenn die Typen aufgedreht sind, drehen sie deswegen noch lange nicht durch. Ich habe in Schwarzweiß gedreht, um die Zuschauer daran zu erinnern, dass sie keinen lustigen oder netten Film sehen. Schwarzweiß signalisiert: "Seht hin, da gibt es noch etwas anderes."

Frage: Sind Sie zum Fürsprecher der Jugendlichen in der "banlieue" geworden?

Mathieu Kassovitz: Man wird nur zum Fürsprecher, wenn man sich dazu machen läßt. Man kann sich auch dagegen verwahren. Ich habe etwas zu sagen über die Fehler der Polizei, über Vorfälle, die mir merkwürdig vorkommen. Und wenn jetzt einige denken, dass "Hass" die einzig mögliche Sicht der Dinge ist, dann ist das ihr Problem.

Frage: Sie sind bei der "Filmmusik" andere Wege als üblich gegangen?

Mathieu Kassovitz: Ja, wir haben im Rahmen des Films auch ein Musikprojekt entwickelt. Da es in "Hass" keine Filmmusik gibt, werden wir eine Platte mit französischem Rap machen, mit "MC Solaar", "IAM", "Les Sages Poetes de la rue", "Sens Unik" und vielen anderen. Wir griffen die Themen des Films auf und baten die Musiker, diese zu interpretieren - aus ihrer Sicht, die nicht unbedingt mit der Sicht meines Films übereinstimmen muss. Damit wollten wir die DisKusssionsbasis erweitern. Die Sichtweise von "Hass" ist meine Sichtweise, aber das ist nicht unbedingt die einzig mögliche.

Frage: Wie haben Sie die Dreharbeiten bei einem so schwierigen Thema empfunden?

Mathieu Kassovitz: Die Dreharbeiten würde ich mit einigen Adjektiven charakterisieren: angespannt, positiv und glücklich, denn es gehört eine Portion Glück dazu, wenn man in der "banlieue" dreht. Was man dort sieht, ist bitter, und, schlimmer noch, wir gehen wieder weg, aber sie bleiben dort ... Es ist sehr hart, man muss mit den Leuten sehr behutsam umgehen, jeden Augenblick. Die Laune schlägt dort leicht um ...

Frage: Und wie sehen Sie die soziale Tragweite von "Hass"?

Mathieu Kassovitz: Ich hoffe, dass die Leute auf den Film reagieren werden, nicht nur die jungen, auch die älteren Zuschauer. Die Realität ist so hart, dass es einem schwer fällt, ihr ins Gesicht zu sehen. Meistens schließen die Leute lieber die Augen. Meine figur im Film ist hyperaktiv, denn das ist das einzige Mittel, nicht zuviel nachzudenken, sich nicht selbst zu bemitleiden. Wenn der Film den Leuten hilft, sich dessen bewußt zu werden, dann ist ein Schritt nach vorne getan ... Der Film handelt nicht nur von den Ausrutschern der Polizei, sondern auch von Freundschaft. Die "banlieue" ist ein Ort der kulturellen Vielfalt, dort brodelt das Leben. Die Leute leben mit Höchstgeschwindigkeit. Es ist wie in dem Film mit Arletty, in dem ein Mann an ihr vorbeigeht und sagt: "Wie schön du bist", und sie antwortet: "Ich bin nicht schön, ich bin lebendig." Genauso ist es mit der "banlieue".

Herzlichen Dank für das Gespräch. (DJFL)


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