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Interview mit Maximilian Brückner: Männer wie wir

"Beim Film bin ich gezwungen, viel genauer zu arbeiten." Maximilian Brückner spielt den homosexuellen Torwart Ecki, der seinen Heimatverein mit einer schwulen Mannschaft herausfordert. Männer wir ...

Interview mit Maximilian Brückner


"Beim Film bin ich gezwungen, viel genauer zu arbeiten."

Maximilian Brückner spielt den homosexuellen Torwart Ecki, der seinen Heimatverein mit einer schwulen Mannschaft herausfordert. Männer wir wir ist das Kinodebüt des jungen Schauspielers Maximilian Brückner, der bisher nur für Vivian Naefes schwarze Komödie "Männer häppchenweise" vor der Kamera stand.

Frage: Wie kam es zu Ihrem Engagement bei Männer wir wir?

Maximilian Brückner: Ich war noch auf der Otto-Falckenberg-Schule, probte aber gerade am Münchner Volkstheater mit Christian Stückl "Die Räuber" von Schiller, als ein Anruf von der Casting-Agentin Nessie Nesslauer kam, die mich zu einem Treffen einlud. Sie wolle mich einfach nur kennen lernen. Eine Woche später rief sie mich nochmals an und fragte, ob ich schnell vorbeikommen könnte. Hier traf ich dann Sherry Hormann, die Regisseurin von Männer wir wir: Eine Woche später wurde ich zum Casting eingeladen - zwei Wochen später hatte ich die Rolle. Konnte es selbst nicht glauben.

Frage: Wie beurteilen Sie die Unterschiede zwischen der Arbeit am Theater und beim Film?

Maximilian Brückner: Na ja, wenn ich auf der Bühne bin, habe ich nur einen Versuch; verpasse ich den Augenblick, ist er weg. Andererseits kann ich dort im Gegensatz zum Film meine Unsicherheiten oder Textschwierigkeiten viel leichter kaschieren. Beim Film bin ich gezwungen, viel genauer zu arbeiten. Was letztlich schwieriger ist, kann ich nicht sagen, jedenfalls macht beides sehr viel Spaß und ich hoffe, es bleibt mir weiterhin möglich, Film und Theater zu kombinieren.

Frage: Haben Sie sich bei Männer wir wir zum ersten Mal in einem Film gesehen? Und wenn ja, wie war das?

Maximilian Brückner: Jein, ich hatte mal fünf Drehtage in einem Film, den ich mir aber nie angesehen habe. Als ich Männer wir wir das erste Mal gesehen habe, war das schon komisch, seine eigenen Unzulänglichkeiten auf dieser Riesenleinwand zu sehen. Und erst die Stimme!!! Aber langsam gewöhne ich mich an mich. (Hoffe ich!)

Frage: Spielen Sie privat Fußball?

Maximilian Brückner: Als Zehnjähriger habe ich Fußball gespielt. Wollte natürlich immer Sturm spielen, landete aber in der Abwehr. Irgendwann war ich so sauer auf den Trainer, weil er die Neulinge immer in den Sturm schickte, dass ich mir den Ball schnappte, auf unser eigenes Tor zulief, ein Tor schoss und vom Platz ging. Das war's dann mit meiner ruhmreichen Karriere als Fußballspieler.

Frage: Was hat Sie am Drehbuch gereizt?

Maximilian Brückner: Ein großes Tabu zu brechen: Fußball und Homosexualität.

Frage: Wollten Sie schon immer Schauspieler werden? Oder gab es auch andere Berufswünsche?

Maximilian Brückner: Arzt! Aber meine Mutter meinte, ich sollte was Anständiges lernen, gab mir fünfzig Mark und schickte mich auf die Otto-Falckenberg-Schule zum Vorsprechen. Tja, und jetzt bin ich halt Schauspieler und versuch', das Beste draus zu machen.

Frage: Was war für Sie die größte Herausforderung bei den Dreharbeiten zu Männer wir wir?

Maximilian Brückner: Die Übersicht bei dem scheinbaren Durcheinander von Szenen nicht zu verlieren und den Bogen zu halten. Und die Verantwortung, da man als Protagonist so einen Film ja auch bis zu einem gewissen Punkt tragen muss. Kurz gesagt: Ich hatte tierisch Schiss, es war halt mein erster Film.

Frage: Was war die schwierigste Szene für Sie?

Maximilian Brückner: Mit einem Mann zu knutschen. Das war irgendwie seltsam, aber meine damalige Freundin meinte, dass das doch ganz lustig werden könnte. Sie hatte Recht, es war tierisch lustig.

Frage: Und die schönste?

Maximilian Brückner: Es hat zu viel Spaß gemacht, um mich nur für eine zu entscheiden.

Frage: Wie sehen Sie Ihre Figur Ecki und wie haben Sie sich ihn erarbeitet?

Maximilian Brückner: Eigentlich ganz einfach: Ecki ist ein fußballbegeisterter Junge, der sich statt in ein Mädchen in einen Jungen verliebt. Er befindet sich plötzlich außerhalb der Norm und fängt an, sich dagegen zu wehren. Aber hauptsächlich ist dieser Film eine Komödie.

Frage: Haben Sie weitere Filmangebote und was liegt bei Ihnen an Theaterprojekten an?

Maximilian Brückner: Ich drehe zurzeit gerade den Film "Allein". Im Juli 2004 beginnen die Proben für "Jedermann" in Salzburg, wo ich den Mammon spielen darf. Und im Oktober 2004 habe ich eine Hauptrolle in einem Fernsehzweiteiler von Dieter Wedel: "Mama, Papa". (DJFL)


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