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Interview mit Michel Serrault: Eine Schwalbe macht den Sommer

Gespräch mit Michel Serrault, dem Hauptdarsteller des Films Eine Schwalbe macht den Sommer Frage: Sie erzählen immer wieder, dass Sie sich dem bäuerlichen Milieu sehr verbunden fühlen, woher kommt ...

Interview mit Michel Serrault


Gespräch mit Michel Serrault, dem Hauptdarsteller des Films Eine Schwalbe macht den Sommer

Frage: Sie erzählen immer wieder, dass Sie sich dem bäuerlichen Milieu sehr verbunden fühlen, woher kommt das?

Michel Serrault: Ich war etwa zehn, zwölf Jahre alt, als ich das Land entdeckte, später habe ich mehrmals als Praktikant auf einem Bauernhof gearbeitet. Ich habe Pferde versorgt, Heu eingebracht und bei der Getreideernte geholfen, und das in einer Zeit, als das Dreschen noch eine Arbeit war, die zwei Wochen in Anspruch nahm. Darüber hinaus ergab es sich, dass ich zwölf Jahre lang selbst einen Hof besaß. Ich liebte es, mich mit dem Bauern zu unterhalten, der diesen Hof bewirtschaftete und habe dadurch einen guten Einblick in diese Welt bekommen. Das sind hart arbeitende Leute, die die Natur respektieren und ihr verantwortungsbewusst begegnen und dabei gastfreundlich und warmherzig sind, auch wenn der Umgang mit ihnen gewiss nicht immer ganz leicht ist. Ich liebe die Leute vom Land, weil sie eine Arbeit tun, die nicht nur im körperlichen Sinne sehr schwer ist, sondern auch in menschlicher Hinsicht sehr stark fordert.

Frage: Wie haben Sie sich Ihrer Rolle genähert?

Michel Serrault: Ich habe Bauern wie Adrien gekannt, deren einziger menschlicher Umgang sich auf die sporadische Anwesenheit von Gelegenheitsarbeitern beschränkte, die von Zeit zu Zeit ein wenig aushalfen. Früher sind die Bauern öfter zusammengekommen, weil es da noch mehr Feste gab, und weil die großen Arbeiten, wie das Dreschen, das Schlagen von Holz oder die Heuernte gemeinsam verrichtet wurden. Heute ist das ein sehr einsamer Beruf. Entsprechend habe ich diesen Bauern als gleichermaßen sympathisch und leidgeprüft angelegt.

Frage: Welche Schwierigkeiten haben Sie in der Darstellung einer solchen Figur gesehen?

Michel Serrault: Wissen Sie, es gehört zu meinem Beruf, gänzlich unglaubliche Geschichten plausibel zu machen. Man muss kreativ sein, und darf auf keinen Fall alles dem Produzenten oder dem Regisseur überlassen. Wenn eine Szene vier mal gedreht wird, dann versuche ich, vier mal etwas anderes zu machen, das heisst ich lote einige der unzähligen Möglichkeiten aus. Jede Szene lässt sich dem Partner, der Beleuchtung oder der Musik entsprechend variieren. Schauspieler, die zwei Wochen lang vor einem Spiegel üben müssen und sich erst dann für einsatzbereit halten, sollten einen anderen Beruf wählen. Wenn ich zum ersten Mal auf einem Set erscheine, weiß ich nie im Voraus, was mich erwartet, wenn ich die Türschwelle überschreite. Film ist ein lebendiges Produkt, Skript und Schauspiel sollten fortwährend für Veränderungen offen sein. Ein Film wird Szene für Szene konstruiert, und das gilt auch für die Arbeit der Darsteller. Schauspielerische Intelligenz besteht darin, auf die Vorschläge aller beteiligten Personen eingehen zu können, ob dies nun der Regisseur, ein anderer Darsteller oder die Kostümfrau ist. Jeder muss auch mal zugeben können: "Ja, du hast Recht, ich habe mich geirrt."

Frage: Um die Figur möglichst glaubhaft spielen zu können, sollen Sie sogar eigene Kleidungsstücke getragen haben!

Michel Serrault: Das stimmt. Das lag daran, dass mir meine Figur sehr vertraut war, ich hatte das Gefühl, dass die Garderobe die zu mir passt, auch zu Adrien passen würde, also habe ich meine eigene Kleidung mitgebracht, und auch mein gutes Laguiole-Messer verwendet, das über hundert Jahre alt ist.

Frage: Wie würden Sie das Verhältnis zwischen Adrien und Sandrine beschreiben?

Michel Serrault: Beide erleben eine Art Flucht ins Ungewisse: Adrien hat Mühe, sich mit seinem Rentnerdasein abzufinden und glaubt, dass sich seine Persönlichkeit nicht mit derjenigen von Sandrine vereinbaren lässt. Irgendwann gelangt er aber zur Einsicht, dass ein Dialog unausweichlich ist. Ich glaube, dass unsere Beziehungen zueinander oft stark durch Angst geprägt sind, dass wir uns immer ein fertiges Urteil über diejenigen erlauben, die wir nicht kennen. Kann daraus eine Liebesgeschichte entstehen? Ich weiß es nicht.

Ich bin über 70 Jahre alt und habe eine Ahnung davon, wie man eine Dreißigjährige lieben kann, ohne dabei von Begierde übermannt zu werden. Alles teilt sich in kleinen Momenten, in Photos, in Blicken oder in ein paar Tanzschritten mit. All das verbindet sich mit einer Vorahnung des Todes. Die Begegnung mit Sandrine bedeutet für Adrien auch, Rechenschaft über sein Leben abzulegen.

Frage: Mathilde Seigner macht sich erstaunlich gut als Farmerin. Hatten Sie auf Anhieb einen guten Draht zueinander?

Michel Serrault: Und ob! Ohne sie hätte ich diesen Film nicht gemacht. Sie ist wirklich ein hübsches Schwälbchen! Mathilde ist mir ein wenig ähnlich, und bisweilen sogar noch etwas schlimmer! Sie ist sehr energisch und zupackend. Außerdem verfügt sie über die physische Präsenz, die für ihre Rolle unabdingbar war. Und sie arbeitet härter, als sie es selbst zugeben würde. Die meisten Darstellerinnen wären in einer Rolle wie der ihren nicht glaubhaft gewesen.

Frage: Der Film wurde in zwei Abschnitten gedreht. Mit welchem Gefühl sind Sie im Winter zur zweiten Drehphase zurückgekehrt?

Michel Serrault: Ganz wie die Bauern waren auch wir in starkem Maße vom Wetter abhängig: Es war eine der lausigsten Skisaisons, die das Vercors je erlebt hat, und wir mussten zwei Wochen lang auf Schnee warten! Die Hauptschwierigkeit, die sich aus der langen Unterbrechung ergab, lag darin, nahtlos an Szenen anzuknüpfen, die sechs Monate zuvor gedreht worden waren, und bei unserer Interpretation Kontinuität zu wahren. Im Winter herrscht eine größere Intimität zwischen den Hauptfiguren des Films. Sie rücken näher zusammen, um sich vor dem rauhen Klima zu schützen. So hatte auch das Zusammenspiel mit Mathilde eine ganz andere Qualität.

Frage: Es gibt sehr viele junge Regisseure, die gerne mit Ihnen zusammenarbeiten wollen, was empfinden Sie dabei?

Michel Serrault: Ich arbeite gerne mit den unterschiedlichsten Leuten zusammen, egal ob es Hundertjährige oder Jugendliche sind. Die einzige Voraussetzung ist, dass mich ihre Projekte ansprechen. Andererseits erstaunt es mich schon immer wieder, dass junge Leute sich so von mir angezogen fühlen, und auch wenn ich es nicht wage, sie direkt darauf anzusprechen, frage ich mich doch schon: "Warum ausgerechnet ich?" Ich bin doch überhaupt nicht der Typ, vor dem junge Darsteller oder Regisseure in Ehrfurcht erstarren! Außerdem bin ich eher schwierig und anspruchsvoll, allerdings täusche ich mich selten. Vielleicht ist das ein Zufall, aber im Moment habe ich drei Projekte, in denen ich einen Bauern spiele, das hängt wohl mit meinem Bart zusammen! Vielleicht habe ich auch einfach nur ein rechtes Bauerngesicht! (DJFL)


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