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Interview mit Nana Djordjadze: 27 Missing Kisses

Nana Djordjadze ist die Regisseurin des Film 27 Missing Kisses Frage: Ist es heute schwieriger einen osteuropäischen Film zu drehen als Ende der 80er Jahre, als Filme aus Osteuropa richtig in Mode ...

Interview mit Nana Djordjadze


Nana Djordjadze ist die Regisseurin des Film 27 Missing Kisses

Frage: Ist es heute schwieriger einen osteuropäischen Film zu drehen als Ende der 80er Jahre, als Filme aus Osteuropa richtig in Mode kamen?

Nana Djordjadze: Damals wussten wir in der UdSSR noch nicht, wie man auf ein Festival kommt, oder was ein Weltvertrieb ist. Wir mussten unseren Film abdrehen und ihn dann schnell vergessen. Wir hatten keine Rechte, nichts. Mein erster Kurzfilm Die Reise nach Sopot wurde 7 Jahre lang in der Sowjetunion verboten, bevor er im April 1987 in Oberhausen gezeigt wurde. Als ich im Mai 1986 nach Cannes kam, war ich zum ersten Mal im Westen. Vorher durfte ich die Sowjetunion fast 20 Jahre nicht verlassen, weil ich 1968 in Prag gewesen war. Ich weiß, dass das Glück sehr kurz ist, weil es nur eine Sekunde lang dauert. Aber diese Sekunde war so lang und so schön.

Heute ist die Situation eine ganz andere. Wir versuchen selbst, Produzenten zu finden und Gelder aufzutreiben. Die Freiheit und Unabhängigkeit ist sehr schön, aber es ist ökonomisch gesehen auch sehr schwierig. Wir hatten in Georgien einen Bürgerkrieg. Danach war alles zerstört. Es tut mir leid, dass in Georgien nach so einer langen Filmtradition - der erste georgische Film entstand bereits 1906 - nur noch sehr wenige Filme gedreht werden. Ohne Koproduktionen ist es unmöglich, hier zu drehen.

Frage: Wie lange hat es gedauert, 27 Missing Kisses zu produzieren?

Nana Djordjadze: Mit diesem Drehbuch haben mein Mann Irakli Kvirikadze, meine Freundin Maria Svereva und ich schon 1993 angefangen. Aber dann fand ich kein Geld, drehte 1001 Rezepte eines verliebten Kochs und kam wieder zurück zu diesem Drehbuch. Ich traf dann auf die jungen, deutschen Produzenten Jens Meurer und Oliver Damian von "Egoli Tossell Film". Zuerst wollten wir nur einen Kurzfilm zusammen drehen, aber dann wurde das Projekt immer größer.

Frage: Es gibt in dem Film gleich zwei Frauen mit roten Haaren. Ist das autobiographisch?

Nana Djordjadze: Ich liebe rothaarige Menschen. Die Farbe ist mir natürlich nah. Ich bin ja auch Löwe. Wie autobiographisch das ist, weiß ich nicht. Einerseits habe ich alles erlebt, andererseits kommt sehr viel Phantasie hinzu. Alle Phantasien haben einen Grund, einen Impuls. Ich liebe diesen magischen Realismus, der sich auch in fast allen Drehbüchern von Irakli Kvirikadze wiederfindet, Dieses Gefühl zwischen Realität und Phantasie. Einerseits ganz traurig und dann doch wieder lustig. Das Leben in Georgien ist genau so.

Frage: muss eine schöne Liebesgeschichte, wie in 27 Missing Kisses, auch tragisch sein?

Nana Djordjadze: Liebesgeschichten sind ganz tragisch traurig. Die Liebe hat immer so einen Höhepunkt und dann kommt es zu einer Lösung. Entweder sie trennen sich, oder sie sterben oder sie bleiben zusammen. Mich interessiert an einer Liebesgeschichte immer dieser Höhepunkt, wo man noch ganz stark verliebt ist. Das ist das große Glück. Ich bin immer verliebt, schon mein ganzes Leben lang. Ich erinnere mich noch an meine erste Liebe. Ich war drei Jahre alt. Ich war wie blind und verrückt. Das Gefühl, wenn man verliebt ist, ändert sich nicht, wenn man älter wird. Das mag ich.

Frage: Das ist nach 1001 Rezepte eines verliebten Kochs bereits der zweite Film in dem Pierre Richard mitspielt. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Nana Djordjadze: Ich traf ihn in Cannes. Er saß ganz einsam an einem Tisch und erstaunte mich, weil er so anders wirkte, als in seinen Filmen. Also fragte ich ihn, ob er nicht Lust hätte, sein Image zu wechseln, einmal etwas Anderes zu spielen. Er antwortete mir: "Natürlich, aber ich habe keine Idee, was das sein könnte. Vielleicht haben Sie einen Vorschlag?" Ich mag ihn sehr, wir sind Freunde geworden. Er ist ein ganz netter, sensibler Mensch. Ich glaube, er spielt auch mit einer ganz großen Lust in meinen Filmen. In Russland und Georgien ist er ein großer Star. Als ich ihm meine Lieblingsrolle des Kapitäns in 27 Missing Kisses anbot, sagte er sofort zu, ohne zu wissen, was er spielen sollte. (DJFL)


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