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Interview mit Oskar Roehler: Suck my Dick

"Natürlich ist das Ganze autobiografisch." Oskar Roehler ist Regisseur und Drehbuchautor des Films Suck My Dick Frage: Ihr letzter Film Die Unberührbare beruht auf der Geschichte Ihrer Mutter, ...

Interview mit Oskar Roehler


"Natürlich ist das Ganze autobiografisch."

Oskar Roehler ist Regisseur und Drehbuchautor des Films Suck My Dick

Frage: Ihr letzter Film Die Unberührbare beruht auf der Geschichte Ihrer Mutter, inwieweit hat Ihr neuer Film autobiografische Züge?

Oskar Roehler: Natürlich ist das Ganze autobiografisch, weil ich immer versuche in Figuren zu schlüpfen, die ich schon kenne. Also es ist jetzt nicht so, dass ich meine Haare oder meine Zähne verloren habe - über die anderen Dinge rede ich nicht. Nein – im Grunde ging es darum, ein satirisches Bild der Gesellschaft zu entwerfen, die ich kenne. Ich habe die Kulturszene, in der ich mich ja auch aufhalte, dazu benutzt, der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten, was ihre Eitelkeiten, ihre Neurosen, ihre paranoiden Züge und ihre Verlustängste angeht und habe mir aus diesen Ängsten eine Figur kreiert.

Frage: Warum ein Film wie Suck My Dick?

Oskar Roehler: Ich habe eine schwarze Komödie gemacht – eine Gesellschaftssatire. Es ist ein Anliegen von mir gewesen, mich mit dem Phänomen auseinander zu setzen, dass der Großteil unseres Lebens in einer scheinbar sicheren Umwelt dennoch oft von unterbewussten Ängsten dominiert wird. Wir dealen ständig mit potentiellen Katastrophen, wir rechnen hoch, was uns alles Schreckliches passieren könnte. Diese Gedanken brachten mich dazu, diesen Film zu schreiben. Ich wollte das Exemplar eines komödiantischen Helden schaffen und mit Präzision und der nötigen Ernsthaftigkeit die Konsequenzen seiner Tragik beschreiben. Unsere Zivilisation ist extrem fragil, und je weiter wir uns entwickeln, umso zerbrechlicher wird sie und umso stärker wird auch die Auseinandersetzung mit unseren Ängsten.

Frage: Wie fiel Ihre Wahl auf Edgar Selge?

Oskar Roehler: Edgar ist meine Traumbesetzung. Er ist wie ein Chamäleon, den ich mir in tausenden Kostümen und Situationen vorstellen kann. Ich habe ihn sozusagen auf die Piste geschickt und ihn mit dem ganzen Schrecken konfrontiert – das war der Anreiz und das Vergnügen an der Sache und auch die Schadenfreude die man haben muss, um eine gute Komödie zu schreiben. Ich entdeckte ihn in einem Kurzfilm, da spielte er einen absoluten Looser; danach habe ich ihn immer wieder in kleinen Rollen bemerkt. Ich brauchte jemanden, der eine gewisse Skurrilität besitzt, aber auch Sensibilität, und jemanden der intelligent genug ist, sein ganzes neurotisches Erscheinungsbild selbst zu checken. Jemand mit einer gewissen Selbsterkenntnis, die oft ganz vielen Schauspielern fehlt, einer Selbstironie, die eine ganz bestimmte Eleganz schafft. Wenn ich Leute sehe, kommt es darauf an, dass ich mit ihnen rede – ich finde, man kann in Gesprächen unheimlich viel über eine Person herausfinden, ob du mit ihr arbeiten willst, was da noch dahintersteckt und ob es in die Tiefe geht.

Frage: Kam es durch so ein Gespräch auch zu der Idee,Wolfgang Joop als Psychiater zu besetzen?

Oskar Roehler: Joop – das war eine verrückte Idee Wolfgang zu besetzen. Aber das läuft eben so: Du lernst jemand kennen, das ist irgendwie aufregend, du willst etwas zusammen machen, dann lädst du ihn zu deinem Film ein.

Frage: Wie kamen Sie auf den ungewöhnlichen Filmtitel Suck My Dick?

Oskar Roehler: Mittlerweile ist es für mich kein Problem mehr den Titel auszusprechen, ich glaube man muss ihn ein paar mal aussprechen, um zu merken, dass er ganz schön klingt vom Sprachlaut her, so dezent, fast ein bisschen Understatement. Warum denken die Leute immer "Suck My Dick" heißt "lutsch meinen Schwanz"? Wer amerikanische Filme gesehen hat, der wird an jeder Straßenecke irgendjemanden entdeckt haben, der einem anderen zuruft "Hey, suck my dick!" und das heißt soviel wie "Leck mich am Arsch, verpiss dich". Dass das immer gleich so eine sexuelle Bedeutung hier hat, muss einen freudianischen Ursprung in Deutschland haben. In Amerika denken die Leute einfach "suck my dick" und damit hat sich's. Tschüss, see you!

Frage: Wann ist das Buch entstanden?

Oskar Roehler: Ich schrieb es irgendwann im letzten Sommer und habe es sofort danach mit Werner Koenig zusammen gedreht, der auch crazy genug war, das zu drehen. Es war frisch – taufrisch.

Frage: Und noch zum Thema Midlifecrisis ein paar Worte ...?

Oskar Roehler: Ich habe das Gefühl, dass viele schon ihre Midlifecrisis haben, bevor sie überhaupt angefangen hat. Manche 25-jährigen haben schon eine vehementere Midlifecrisis als manche 50-jährigen. Vermutlich ist die der 50-jährigen jedoch wesentlich komplexer und differenzierter. Frustration im Sexleben, Geldsorgen – oft müssen sie eine deprimierende Bilanz ziehen. Diese traurige Wahrheit lässt sie am Sinn des Lebens zweifeln. Das Resultat: Herzinfarkt, Alkoholismus. Oder sie zerbrechen an ihrem Ego – oder versuchen ihr Ego zwanghaft zu zerbrechen. Die Midliferisis ist eigentlich etwas, was ich niemandem wünsche.

Kastrationsangst ist ein zentrales Thema im Film. Ich wollte ein signifikantes Beispiel dafür finden,welche Ängste es gibt und da griff ich eben auf die Dinge zurück, die sich in Komödien immer wieder bewähren: z.B. den Schwanz. Der Verlust meines Schwanzes wäre für mich allerdings wesentlich leichter zu verschmerzen, als der Verlust meiner Beine, meiner Arme oder meines Augenlichts. Wenn ich wirklich Prioritäten setzen müsste – das wäre jetzt ein ganz weites Feld.

Frage: Spüren Sie nach dem Siegeszug Die Unberührbare eine Art Erfolgsdruck?

Oskar Roehler: Eigentlich spüre ich im Moment gar keinen Erfolgsdruck, weil der Erfolg doch auch so groß war, dass ich mich erst einmal ausruhen und genießen konnte. Doch mit jedem neuen Film spüre ich natürlich einen Druck, sobald er schließlich in die Kinos kommt. Denn jeder neue Film ist auch eine Aussage, denn man kann ihn nicht wie einen Fernsehfilm unter den Tisch spielen. Bei einem Fernsehfilm verspüre ich keinen Druck, der wird gesendet und vergessen.

Bei einem Kinofilm macht man eben eine Aussage – ich gebe ein Statement ab über die Gesellschaft und über meine Position in dieser Gesellschaft. Und von daher ist es für mich immer eine große Herausforderung. So erfolgsverwöhnt, wie ich es ein Jahr war, um so deprimierter wäre ich bestimmt, wenn der Film nicht so gut ankommt und umso mehr freue ich mich, wenn der Film noch mal so gut angenommen wird. (DJFL)


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