Sie befinden sich hier: Home - Interviews - N - Interview mit Pan Nalin: Samsara

Die Eiskönigin Die Eiskönigin

Die Eiskönigin

Die furchtlose Königstochter Anna macht sich zusammen mit dem schroffen Naturburschen ...
...jetzt mehr!

Interview mit Pan Nalin: Samsara

Pan Nalin ist der Regisseur und Drehbuchautor des Films Samsara Frage: "Unter welchen Umständen ist Samsara entstanden?" Pan Nalin: "Der Film hat durchaus einen autobiographischen Hintergrund. ...

Interview mit Pan Nalin


Pan Nalin ist der Regisseur und Drehbuchautor des Films Samsara

Frage: "Unter welchen Umständen ist Samsara entstanden?"

Pan Nalin: "Der Film hat durchaus einen autobiographischen Hintergrund. Auch wenn ich selbst nie Mönch gewesen bin, so waren meine Eltern doch sehr spirituell und haben mich zum Hinduismus und Buddhismus hingeführt. Eigentlich hätte mein erster Film "Bodhidharma" sein sollen, ein Film über den Gründer des Zen-Buddhismus und der Martial Arts. Aber die Produzenten haben behauptet, dass das Projekt viel zu teuer sei und dass die Mode der Martial Arts-Filme vorbei sei. Als ich das erste Mal über mein Projekt Samsara sprach, versuchte man mich mit dem Argument zu entmutigen, dass bisher noch nie ein Spielfilm in Ladakh realisiert werden konnte. Man hat mir auch geraten den Film mit Stars zu besetzen und ihn in englischer Sprache zu drehen.

Dann habe ich Samsara Karl Baumgartner von Pandora-Film vorgeschlagen. Karl hat sich sofort für das Projekt eingesetzt und Partner in Italien, der Schweiz und Frankreich gefunden. Die Dreharbeiten sollten 1999 beginnen, aber der pakistanisch-indische Grenzkonflikt stoppte die bevorstehenden Dreharbeiten. Das Problem mit Ladakh ist, dass man, jedes Mal, wenn man den Arbeitsplan verschiebt, ein Jahr warten muss, weil der Winter dort 7 Monate dauert. Einer der Schwierigkeiten bestand auch darin, dass in unserem Team 15 Nationalitäten vertreten waren. Schließlich haben wir Samsara in zweieinhalb Monaten abgedreht; drei, wenn man das 2. Drehteam mit einrechnet. Aber während der ersten drei Wochen konnte man wegen der dünnen Höhenluft nur fünf Stunden am Tag arbeiten."

Frage: "Warum haben Sie darauf bestanden in Ladakh zu drehen?"

Pan Nalin: "Ich komme ursprünglich aus Gujarat, der Ebene, durch die der Indus fließt, nachdem er Ladakh, Tibet und Pakistan durchquert hat. Als ich Ladakh entdeckte, hatte ich noch nicht die Absicht, dort einen Film zu drehen. Es handelte sich für mich eher um eine Begegnung mit Menschen im Rahmen einer spirituellen Suche. Ich habe dann versucht, alles zu vergessen; was ich gelernt hatte. Ich verweilte drei Monate in der Einsiedelei, wo der Eremit Norbu in dem Film wohnt. Und diese Erfahrung war sehr intensiv. In dieser Phase habe ich neue Aspekte des Buddhismus entdeckt. 1993 bin ich nach Ladakh zurück gekehrt, um mit einem französischen Team den Dokumentarfilm "Tulkus" zu drehen. Seit dem ist Ladakh für mich zur zweiten Heimat geworden, zu einem Ort, an dem man ein ganz anderes Verhältnis zur Zeit bekommt."

Frage: "Der Text des Liedes "Bumblebee" wurde vom 6. Dalai Lama geschrieben. Warum haben Sie gerade dieses Lied ausgewählt?"

Pan Nalin: "All die neuen Mönch-Generationen haben den 6. Dalai Lama fallen lassen, weil er die Begriffe von Erfahrungen und Wünschen integrieren wollte. Das Lied spricht von der Liebe zu einer Frau, die er aus seinen Gedanken zu vertreiben sucht. Es handelt sich um ein Klagelied: Er meditierte und sagte, dass Körper und Geist voneinander getrennt seien. Der 6. Dalai Lama (1683-1706) hat viel Lyrik und Prosa geschrieben. Und viele Mönche lassen sich noch heute in ihrem alltäglichen Leben von seiner Lehre inspirieren. In meinem Film ahnt man, dass die Gedanken des 6. Dalai Lama seiner Zeit voraus waren. Er verfügte über eine Art Intuition, wusste, dass das Leben in der neuen Welt für die Mönche unmöglich seine würde. Der Fortschritt der Kommunikationsmittel wird zu allerlei Versuchungen führen, die bisher unbekannt waren. Was mich also interessierte, waren seine Texte über den wirklichen Unterschied zwischen Spiritualität und Religion. Wenn man nämlich die Zeremonien der Religion als Vorwand nimmt, dann vergisst man das Mitgefühl, die Liebe und das Verständnis für die Menschen."

Frage: "Warum lebt Tashi in den ersten Szenen von Samsara wie ein Einsiedler?"

Pan Nalin: "Die Meditationsphasen der Mönche dauern normalerweise drei bis sechs Jahre, da die drei eine heilige Zahl ist. Es ist eine bewusste Wahl, sich von der Welt abzuschotten, alles zu vergessen, was man gelernt hat und seinen Körper extremen Prüfungen zu unterziehen. Es bleibt dann nur noch die Seele und Lebensenergie übrig, die mit den fünf Elementen konfrontiert werden."

Frage: "Erzählen Sie uns bitte etwas zu ihrer Farbdramaturgie?"

Pan Nalin: "Mein Idee war, drei Sichtweisen zu unterscheiden. Zum ersten wollte ich, dass die Zuschauer den Film ansehen können, ohne etwas über Buddhismus zu wissen und sie in Samsara nur über die Kraft der Bilder und der Emotionen eintauchen. Zum zweiten wende ich mich an diejenigen, die diese Religion gut kennen, sei es, dass sie Mönche oder nur Gläubige sind. Und drittens wendet sich Samsara an Cineasten, die eine sehr intellektuelle Sichtweise vom Kino haben. Diese drei verschiedenen Perspektiven bestimmen die Farbdramaturgie.

Die erste Farbpalette entspricht dem Leben im Kloster, die Berge von Ladakh sind gelb-braun, der Himmel ist blau, aber ist gibt kein Grün. Das einzige Grün, dass man in der ersten Stunde sieht, ist ein Blatt, dass Tashi anguckt. Wenn er das Kloster verlässt, sieht man zum ersten Mal einen Baum mit grünen Blättern. Es ist, als ob Tashi über eine Grenze gehen würde. Dann steigt er hinab ins Tal und die grüne Ebene korrespondiert mit im Fluß spielenden Kindern, grasenden Yaks und bei der Arbeit singenden Menschen. Seit dem Zen-Buddhismus, wie er in Japan und Korea praktiziert wird und in allem, was "tantrisch" ist, hat die Farbe rosa nach der ersten sexuellen Erregung eine wichtige Bedeutung. Sie ist mit Zeugung verbunden. Wir finden sie wieder in der Kleidung von Tashi und auch auf dem Kleid von Pema nach ihrer ersten Begegnung. Sonst ist alles grau. Wenn Tashi Pema heiratet erscheint das Gelb ihres Kleides wie ein "Mittler" zwischen dem Grau der Berge und dem Grün der Täler. So wird eine gewisse Harmonie aufgebaut. Aber ich wollte nicht, dass die Zuschauer das sofort erkennen, denn das Leben besteht aus einer Fülle von Dingen, die man nicht wahrnimmt."

Frage: "Warum inszenieren Sie die Liebesszenen so stilisiert?"

Pan Nalin: "Wenn ich Filme sehe, fällt mir oft auf, dass die Liebes- und Actionszenen die Dramaturgie der Handlung aufhalten. Die zwei Liebesszenen in Samsara sind sehr wichtig, deshalb habe ich im Schnitt korrigiert. Die erste Szene hat irgendwie etwas Heiliges: Ich wollte ein Bild des Buddhismus und Hinduismus bewahren, das besagt, wenn man sich dem Orgasmus nähert, entsteht eine Leichtigkeit und eine Art Schwebezustand. Plötzlich gibt es keine Erdanziehung mehr. Nach dem ersten Seufzer von Pema wollte ich zu etwas anderem übergehen und die Philosophie von Yin und Yang beleuchten. Die Annäherung des Männlichen und Weiblichen entspricht der Schöpfungsgeschichte. Ich wollte, dass man beim Anblick der sich Liebenden nicht mehr weiß, wem welcher Körperteil gehört. Deswegen habe ich die beiden meist von hinten wie durch einen Schleier gefilmt. Man hat fast den Eindruck, dass sie fliegen."

Frage: "Welche Bedeutung hat für Sie die Figur des Sujata?"

Pan Nalin: "Die zweite Liebesszene inszeniert Sujata, die eine wilde und geheimnisvolle Nomadin ist. Sie ist eine vom Leben Buddhas inspirierte Metapher; wenn Siddharta sich entscheidet, wie ein Asket im Himalaja zu leben, ist er nur noch Haut und Knochen. In diesem Augenblick kommt Sujata und ernährt ihn mit Reis und Milch. Langsam kommt Siddharta wieder zu Kräften und öffnet die Augen. Er bedankt sich, dass sie ihm das Leben gerettet hat. Sujata verhalf ihm zu der Erkenntnis, dass der Körper nicht nur ein funktionierendes Instrument ist, sondern der Tempel des Geistes.

Sujata tritt zu jenem Zeitpunkt in das Leben von Tashi ein, als sein Geist zwar befreit, aber leblos ist. Wenn sie sich lieben, ist jede Bewegung der Körper Symbol für die vergehende Zeit. Sujata nährt seine Phantasien und öffnet seine Augen über Pemas Liebe. Ich wollte, dass dieser Zyklus von Leben und Tod auf den Zuschauer wie eine Art langsamer Hypnose wirkt. Und der dritte Gedanke war, dass Tashi erlebt, was er von dem Einsiedler Norbu über die tantrischen Geheimnisse gelernt hatte. Ich habe auch versucht in allen Szenen die gleiche Tonatmosphäre beizubehalten."

Frage: "In welches Genre würden Sie Samsara einordnen?"

Pan Nalin: "Für mich ist Samsara eine von Spiritualität geprägte Liebesgeschichte." (DJFL)


Alle Interviews mit Interview mit Pan Nalin: Samsara

Interview mit Pan Nalin: Samsara
Pan Nalin ist der Regisseur und Drehbuchautor des Films Samsara Frage: "Unter welchen Umständen ist Samsara entstanden?" Pan Nalin: "Der Film hat durchaus einen autobiographischen Hintergrund. [mehr]


Nachrichten rund um Interview mit Pan Nalin: Samsara

Liebesgeschichte auf DVD: VALLEY OF FLOWERS von Pan Nalin
Am 30. November 2007 erscheint eine überirdisch-mystische Liebesgeschichte auf DVD: [mehr]



Interviews

Bei DigitalVD.de gibt es Interviews mit Prominenten, Stars oder Schauspielern. Ein Interview ist eine Befragung mit dem Ziel persönliche Informationen oder Sachverhalte zu einem Thema zu erhalten. Das journalistische Interview ist die bekannteste Form der Befragung. Wir befragen Personen persönlich, telefonisch oder per E-Mail. Unsere Interviews werden in unterschiedlicher Form durchgeführt. Zusammen mit unseren Biografien liefert das Interview ein schönes Gesamtbild zu einem Schauspieler(in).

Wir führen Interviews mit Schauspieler und Schauspielerinnen, Regisseure und andere Prominente aus der Film-Branche. Möchten Sie auch gerne ein Gespräch mit uns führen? Sprechen Sie uns an.

[A]  [B]  [C]  [D]  [E]  [F]  [G]  [H]  [I]  [J]  [K]  [L]  [M]  [N]  [O]  [P]  [Q]  [R]  [S]  [T]  [U]  [V]  [W]  [X]  [Y]  [Z]

Gezielt ein Interview suchen:






+++ ..DVD-RUBRIKEN.. +++

Alles Gute!

zum heutigen Geburtstag
wünschen wir folgender Person:
Beau Bridges, und allen anderen!
> Weitere Geburtstage...