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Interview mit Pierre Franckh und Michaela Merten

"Die wahre, grosse Liebe ... davon träumt doch eigentlich jeder." Pierre Franck ist Regisseur, Drehbuchautor und Darsteller, Michaela Merten ist Darstellerin und Produzentin des Films Und das ist ...

Interview mit Pierre Franckh


"Die wahre, grosse Liebe ... davon träumt doch eigentlich jeder."

Pierre Franck ist Regisseur, Drehbuchautor und Darsteller, Michaela Merten ist Darstellerin und Produzentin des Films Und das ist erst der Anfang

Frage: Pierre, du hast das Drehbuch zu Und das ist erst der Anfang im März 1999 auf einer Skihütte geschrieben, doch es war nicht dieser einsame Ort, der dich auf diesen Stoff gebracht hat. Der Geschichte liegt eine wahre Begebenheit zugrunde, ja sogar eine sehr persönliche Erfahrung. Du und Michaela, ihr habt euch unter ungewöhnlichen, sehr romantischen Bedingungen kennen und lieben gelernt.

Pierre Franckh: Wir haben uns am Telefon ineinander verliebt, wie die beiden Figuren aus unserem Film, obwohl die Umstände natürlich nicht ganz dieselben waren. Bei uns fing das ein bisschen anders an ...

Michaela Merten: Das war so: Ich habe zusammen mit einer Freundin, die den Pierre kannte, eine Aufführung von ihm in Berlin angesehen. Er spielte dort in einer Liebeskomödie, und nachher wurden wir einander vorgestellt und haben uns kurz unterhalten. Schließlich hat er mir seine Telefonnummer gegeben, aber ich war natürlich zu stolz, daraufhin gleich bei ihm anzurufen. Also habe ich eine Zeit lang gewartet und dann den ersten Schritt gemacht. Und ab diesem Tag haben wir täglich miteinander telefoniert, erst eine Stunde, dann drei Stunden, dann ganze Nächte hindurch.

Frage: Wieso habt ihr euch nicht einfach wieder gesehen?

Pierre Franckh: Das ging eben nicht. Denn ich spielte in Berlin, und Michaela stand jeden Abend in Bonn auf der Bühne. Also blieb uns nur das Telefon. Das Ungewöhnliche beim Telefonieren ist ja, dass man sich ganz nah ist. Es ist Nacht, alles ist ruhig, und die ganze Situation ist sehr intim. Dabei erzählt man sich dann Sachen, die man normalerweise keinem so schnell anvertrauen würde. Selbst bei einem Partner dauert es manchmal Jahre, bis man sich so weit öffnet und so viele geheime Dinge, seine Ängste und Sehnsüchte preisgibt. Bei uns war das genau umgekehrt. Schon nach zwei Tagen waren wir uns so vertraut, dass wir uns alles gesagt haben. Und nach vier Tagen haben wir beschlossen, zusammen in Urlaub zu fahren. Kurz darauf sagten wir schon: OK, wenn wir zusammen verreisen, könnten wir doch auch zusammenziehen. Und dann immer so weiter: Wenn wir zusammenziehen, können wir auch heiraten ... und Kinder kriegen. Ja, so machen wir's. Das ging alles ganz schnell, und es war sehr romantisch.

Frage: Hattet ihr keine Angst davor, dass sich eure Verliebtheit als Einbildung herausstellen könnte, wenn ihr euch wieder seht?

Michaela Merten: Die Zeit, in der wir nur telefoniert haben, dauerte ungefähr sechs Wochen. Danach bin ich dann nach Berlin geflogen zu dem ersten Rendezvous nach diesen ganzen Versprechungen. Während ich im Flieger saß, bin ich schon nervös geworden. Ich dachte, um Himmels Willen, vielleicht mache ich ja gerade den größten Fehler meines Lebens! Aber als wir uns dann gegenüberstanden, in der Garderobe seines Theaters, waren all diese Ängste verflogen. Um uns herum flirrte alles total, wir haben außer uns gar nichts anderes mehr wahrgenommen.

Pierre Franckh: Eigentlich riskierst du auch gar nicht so viel. Überleg mal: Du telefonierst mit jemandem und fühlst dich unheimlich mit ihm verbunden. Dann hast du zwei Möglichkeiten: Entweder sagst du, das gibt's doch gar nicht, das ist alles Fiktion, und lässt es auf sich beruhen. Dann wirst du dein ganzes Leben lang daran denken und dich fragen, welche Chance du da verpasst hast. Die zweite Möglichkeit: du gehst zusammen. Und wenn man Pech hat, passiert dann genau das, was eigentlich immer passiert: Man hat eine kurze Affäre, stellt fest, dass es nicht geht, und danach trennt man sich wieder. Also, was ist das Risiko?

Michaela Merten: Beim Telefonieren kannst Du nicht schön geschminkt, sexy angezogen und mit einem tollen Parfum aufkreuzen wie bei einem normalen Date und so unbewusste Signale senden, sondern man lernt sich pur kennen. Deshalb habe ich geglaubt, dass das funktionieren würde. Wir sind beide Menschen, die sehr offen sind, die sich einlassen können, eine Bereitschaft zu Nähe haben. Und wir fühlten uns stark verbunden, wie Zwillingsseelen.

Pierre Franckh: Und genau davon träumt doch eigentlich jeder. Jeder träumt davon, einen Partner zu finden, mit dem er so vertraut ist, der einen nur fördern will, der einen nicht in der eigenen Entwicklung zu bremsen versucht, der einem zuhört und der ein offenes Ohr hat. Davon träumt jeder, und wir haben das einfach erlebt. Und das alles bestimmt auch die Art, wie ich Filme machen will. Ich möchte Filme über die Liebe machen und zeigen, welche Bereicherung sie darstellt. Viel zu oft dröhnen wir uns zu, suchen die Abwechslung, auch mit wechselnden Partnern, weil wir uns vor der Langeweile fürchten und verlieren dabei aus dem Blick, worum es eigentlich im Leben geht.

Frage: Wie gross sind die Parallelen zwischen dem, was ihr selbst erlebt hat, und der Geschichte, die ihr in Und das ist erst der Anfang erzählt?

Pierre Franckh: Aus unserem Leben, unserer Erfahrung kommt im Prinzip nur die Grundidee, alles andere, was in dem Film dann passiert, ist natürlich sehr frei erfunden. Die Geschichte folgt dramaturgischen Gesetzmässigkeiten: Was ist witzig? Was ist spannend? Wie kann man es am besten erzählen? Der Film ist sehr amerikanisch gebaut, und das sehr bewusst, weil ich es mag, wie die Amerikaner Geschichten erzählen. Wir haben mit einem Planning Board gearbeitet, das über 12 Meter entlang der Wand aufgehängt war. Da haben wir die Geschichte genau aufgedröselt, einzelne Szenen hin- und hergeschoben. Und anschließend haben wir den ganzen Film gestoryboarded, komplett, das heisst, es gibt ein Bilderbuch zu dem Film. Das hilft enorm, da erkennst du, welche Szenen funktionieren und welche nicht, und die kannst du dann noch rausschmeissen oder ändern. Diese Maßnahmen helfen, die höchste Effektivität zu erreichen für den Zuschauer.

Frage: Der Film war für euch also nicht Anlass dazu, eure Geschichte nochmal neu zu durchleben, in Erinnerungen zu schwelgen und zu fragen, wie war das damals genau?

Michaela Merten: Nein, merkwürdigerweise gar nicht. Das hatte nicht so ein grosses Gewicht für uns, dass das unsere Geschichte ist. Wir wollen Filme machen, die unterhalten, die die Zuschauer amüsieren und berühren, und wir wollen Geschichten erzählen, die uns berühren.

Pierre Franckh: Wir hatten zunächst ja auch gar keine Ahnung, dass unsere Geschichte so viele Sehnsüchte in anderen berührt, weil sie uns so normal vorkam, weil sie ganz einfach zu unserem Leben gehört. Das Drehbuch hat eigentlich einen recht zufälligen Anfang genommen. Ich wollte ein Drehbuchseminar in Los Angeles besuchen und habe mich sehr kurzfristig dazu entschlossen. Ich wusste dann plötzlich: in drei Tagen fängt dieses Seminar an, und ich habe gar keine Geschichte. Also habe ich mich kurz vor dem Abflug hingesetzt und eine Seite geschrieben. Aber als ich dann in Los Angeles war, hatte ich gar keine Lust mehr, mich in ein Seminar zu setzen, da gab es so viel anderes zu sehen und zu machen.

Aber der Seminarleiter hat mich überredet, wenigstens für zwei Stunden zu kommen, weil ihm ausgerechnet meine kurze Skizze so gut gefallen hatte. Und als ich dann da war, habe ich an den Reaktionen der anderen Teilnehmer gemerkt, wie diese Geschichte berührt. Die konnten das gar nicht glauben, dass jemand so was macht, am Telefon so viele Versprechungen abzugeben und die dann auch wirklich einzulösen. Das hat in ihnen sofort Erinnerungen an verpasste Gelegenheiten in ihrem Leben wieder aufleben lassen. An Momente, in denen sie sich falsch entschieden hatten. Man begegnet sich zufällig, vielleicht im Zug, unterhält sich eine Stunde und steht dann auf und geht und denkt vielleicht ein Leben lang darüber nach, was hätte passieren können, wenn ...

Da wurde mir plötzlich klar, welche Kraft in dieser Geschichte steckt, weil sie etwas Archetypisches hat. Sie erzählt, dass es sich lohnt, wenn man den Mut hat, den Augenblick zu leben, die Chance zu ergreifen und die Ängste wegzupacken.

Frage: Ihr seid beide Schauspieler von Beruf, aber ihr habt 1998 eine eigene Produktionsfirma gegründet und wollt von nun an eigene Projekte realisieren. Pierre, was war für dich der ausschlaggebende Grund zu diesem Schritt?

Pierre Franckh: Ich habe mit sechs Jahren angefangen zu spielen, und irgendwann hat man einfach das Gefühl, dass da nichts Neues mehr kommen kann. Ich hatte das Glück oder das Pech, dass ich sehr schnell sehr bekannt wurde. Mit sechzehn habe ich eine Hauptrolle im "Kommissar" gespielt, das haben damals 30 Millionen Zuschauer gesehen, und von da an war ich über ein Nacht ein Star. Dann wurde ich so gestreichelt von dem Erfolg, dass ich immer vergessen habe, mich darauf zu besinnen, was ich wirklich wollte, nämlich schreiben und einen Film machen.

Der eigentliche Grund, warum ich dann plötzlich doch damit angefangen habe, war der, dass ich festgestellt habe, dass unsere Tochter die Filme, in denen ich mitspielte, gar nicht ansehen kann oder sollte. Und ich habe angefangen darüber nachzudenken, was ist eigentlich das Wichtigste, das meine Tochter lernen soll? Das Wichtigste ist, dass sie sich selbst lebt, dass sie wahrhaftig lebt. Und mir war klar, ich bin ihr Vorbild. Wenn ich es nicht lebe, wer soll es ihr dann vorleben?

In dem Moment wurde mir bewusst, dass ich so nicht weitermachen kann, nur weil ich durch die Schauspielerei einfacher mein Geld verdienen kann. Deshalb hab ich beschlossen, wieder mit dem Schreiben anzufangen und meine Projekte zu machen. Indem ich schreibe und Filme drehe, drücke ich ein wichtigen Teil von mir aus, den ich aus Bequemlichkeit vernachlässigt habe. Und ich fühle mich so aufgehoben darin, dass ich das Gefühl hätte, mich zu beschneiden, wenn ich weiterhin nur spielen würde. (DJFL)


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