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Interview mit Rainer Kaufmann: Stadtgespräch

Rainer Kaufmann führt Regie in dem Film Stadtgespräch Frage: Wie denken Sie über die sogenannten "Stars"? Rainer Kaufmann: Stars werden von der Presse gemacht. Ich habe den Eindruck, dass in den ...

* 6. Juni 1959 in Frankfurt, Hessen, Deutschland, Regisseur Rainer Kaufmann wurde 1959 in Frankfurt geboren. Er arbeitete zunächst als Zimmermann, seinen Zivildienst leistete er in einem SOS-Kinderdorf. Dann studierte er an der Goethe-Universität in Frankfurt Germanistik und Filmwissenschaften. ... [komplette Biografie]

Interview mit Rainer Kaufmann


Rainer Kaufmann führt Regie in dem Film Stadtgespräch

Frage: Wie denken Sie über die sogenannten "Stars"?

Rainer Kaufmann: Stars werden von der Presse gemacht. Ich habe den Eindruck, dass in den letzten Jahren die deutsche Presse Interesse daran hat, Stars zu "kreieren". Ich halte das für sehr wichtig und gut für den Film. Man muss aber aufpassen, dass die Euphorie nicht ins Gegenteil umschlägt. Katja Riemann, die wegen der Vielzahl ihrer Rollen in aller Munde ist, hat ja auch schon negative Kritik einstecken müssen - etwa von Maxim Biller in "Tempo".

Frage: Was halten Sie von Katja Riemann?

Rainer Kaufmann: Ich halte sie für eine wunderbare Schauspielerin. Sie war schon für die Hauptrolle vorgesehen, bevor es das Buch überhaupt gab. Auf sie ist der Film zugeschnitten. Jetzt wo sie bekannt ist, muss man vorsichtig mit ihr umgehen, sie pflegen und mit dem Hauch des Geheimnisvollen umgeben.

Frage: Warum haben Sie Stadtgespräch gedreht?

Rainer Kaufmann: Ich wußte zuerst gar nicht, ob ich den Film überhaupt machen sollte. Auf den ersten Blick wirkt die Geschichte flach und bekannt. Ich hatte Angst, dass das Projekt in die Hose gehen könnte. Die Chance, dass Stadtgespräch doch funktioniert, sah ich darin, dass man ihn astrein besetzt und die Leute dann so inszeniert, dass sie ein Spektrum bekommen. Nach dem Erfolg auf dem Münchner Filmfest und der Verleihung des Hypo-Preises sollte man nun versuchen, nicht übermütig zu werden, nicht euphorisch zu sein. Ich finde, man sollte den Film mit britischem Understatement forcieren und die Werbetrommel nicht allzu laut rühren.

Frage: Wie empfanden Sie die Zusammenarbeit mit dem ZDF und dem Studio Hamburg?

Rainer Kaufmann: Ich hatte das Glück, vom Studio Hamburg, vom Produzenten und vom ZDF unterstützt zu werden. Ich konnte besetzen, wen ich wollte, und auch sonst wurden mir keine Steine in den Weg gelegt. Zwei Leute möchte ich hier hervorheben: Henrik Meyer, einen jungen Producer, der wie ich an der Hochschule für Fernsehen und Film in München gelernt hat. Mit ihm habe ich die deutsche Fassung des Drehbuchs überarbeitet. Das hat großen Spaß gemacht, denn Henrik liebt wie ich gute Geschichten und will auch gleichzeitig kommerziell sein. Bettina Reitz, die als Redakteurin für den Film verantwortlich zeichnet, hat es ermöglicht, dass ZDF Enterprise eine Kinokopie von "Stadtgespräch" herstellte und der Film überhaupt auf einem Festival laufen konnte. Ohne das Engagement und die Unterstützung des ZDF wäre diese Produktion nicht ins Kino gekommen.

Frage: Wie kamen Sie überhaupt auf die Idee, eine Komödie zu drehen?

Rainer Kaufmann: Mein letzter Film "Unschuldsengel" war auch eine Produktion von Studio Hamburg im Auftrag des ZDF. Es war ein trauriger Stoff um Stricher und ging aufs Gemüt. Deshalb beschlossen Henrik Meyer, Bettina Reitz und ich, als nächstes etwas Lustiges mit Katja Riemann in der Hauptrolle zu drehen. Also wurde Ben Taylor beauftragt, einen diesbezüglichen Stoff zu entwickeln, bei dem nur feststand, dass ich Regie führen sollte.

Frage: Arbeit - Last oder Lust für Sie?

Rainer Kaufmann: Ich arbeite, das heißt, ich drehe sehr gerne. Ich habe einfach keine Lust, drei Jahre herumzusitzen und zu warten, bis ich fünf Millionen für einen Kinofilm zusammenbekomme, um ihn vielleicht dann in den Sand zu setzen, weil ich zu wenig Erfahrung habe. Also arbeite ich fürs Fernsehen, was ich im übrigen sehr gerne tue. Bis jetzt hatte ich auch großes Glück mit den Stoffen und konnte immer etwas dazulernen.

Frage: Gibt es Unterschiede zwischen der Arbeit für den Film und der Arbeit fürs Fernsehen?

Rainer Kaufmann: Man hat beim Kinofilm größeren Druck. Allerdings steht einem auch mehr Zeit und mehr Geld zur Verfügung. Beim Kinofilm gibt es meiner Ansicht nach zwei Möglichkeiten: Entweder man dreht einen tollen Festivalfilm, oder man zielt aufs große Publikum. Ich persönlich würde sagen, dass man beim Kinofilm immer mindestens eine Million Zuschauer im Auge haben sollte. Ich finde, das gehört dazu, sonst hat es gar keinen Sinn, für die Leinwand zu arbeiten.

Frage: Ist die Presse für Sie wichtig?

Rainer Kaufmann: Die ist für einen Filmemacher sehr wichtig. Ich achte auch immer darauf, dass gute Pressearbeit gemacht wird. Zum Beispiel schickte ich gute Fotos an die Redaktionen, was meist Erstaunen hervorruft, weil dies scheinbar sonst unüblich ist.

Frage: Wie kamen Sie überhaupt zum Film?

Rainer Kaufmann: Ich komme aus Frankfurt und habe mit Film nichts am Hut gehabt. Mein Vater ist Arzt und meine Mutter hat auch mit dieser Richtung zu tun. Irgendwann einmal habe ich dann eine Super-8-Kamera geschenkt bekommen und fing an, Experimentalfilme zu drehen. Später begann ich, in Frankfurt Filmwissenschaft zu studieren, bin in Experimentalkreisen gelandet und habe Kurse des Kochs und Künstlers Peter Kubelka besucht. Doch irgendwann hat mich der Gedanke erschreckt, an einer Minute Film ein Jahr lang zu basteln. Also habe ich mich ein zweites Mal an der Hochschule für Fernsehen und Film beworben und wurde aufgenommen.

Frage: Wie waren Ihre persönlichen Erfahrungen an der Hochschule für Fernsehen und Film?

Rainer Kaufmann: Der Vorteil ist ganz einfach, dass man dort Filme machen kann. Ich habe insgesamt sieben Filme realisiert. Das Problem ist nur, dass man nicht unbedingt die Ausbildung bekommt, die man sich erhofft, die auch im Programm steht, nämlich: dass man zum Regisseur bzw. zum Drehbuchautor ausgebildet wird. Alles andere wird einem beigebracht, nur das nicht. Die Filmhochschule, das ist "learning by doing" und Glück. Glück, sich den richtigen Stoff auszusuchen, und die richtigen Leute kennenzulernen. Die richtige Nase zu haben, das macht in Bayern vielleicht schon ein Großteil davon aus, wie man Filme macht.

Frage: Ihr erster Film - Flop oder Top?

Rainer Kaufmann: Der erste Film, den ich an der Hochschule gemacht habe, war ein komplettes Desaster. Er spielte in einem Café, und das Mädchen, das bediente, war meine damalige Freundin. Sie beobachtete nur die Gäste, etwa eine alte Frau, die Scherenschnitt-Figuren vor sich hinlegt, ober einen alten Mann, der ihr erzählte, dass er in den Süden fahren wolle. Alles war sehr betulich, und ich nahm es auch sehr ernst. Der Film war 100 Prozent Gefühl. Als ich ihn dann vorführte, haben alle gejohlt und gebrüllt vor Lachen. Ich war am Boden zerstört und vollkommen erniedrigt.

Frage: Fühlen Sie sich denn als typischer Regisseur?

Rainer Kaufmann: Ich empfinde mich nicht als ein Regisseur, mit dem der Film steht und fällt. Oft wird es so hingestellt, als wäre der Regisseur allein für den Film verantwortlich, wie ein Maler, der ein Bild malt. So ist es aber nicht, das stimmt einfach nicht. Filmemachen heißt Teamarbeit. Alle Beteiligten sind irgendwie gleich wichtig. So kommt zum Beispiel dem Fahrer eine entscheidende Bedeutung zu. Er ist maßgeblich daran beteiligt, mit welcher Laune die Schauspieler auf den Set kommen. Er muss sich in die Schauspieler einfühlen können, sie zu nehmen wissen. Oder die Maske. Wie behandelt sie die Schauspieler? Ist sie nur professionell, oder gibt sie den Schauspielern auch ein Gefühl des Wohlbehagens mit auf den Weg?

Frage: Was sind - neben Ihren eigenen - Ihre Lieblingsfilme?

Rainer Kaufmann: Ich bin in letzter Zeit viel zu wenig ins Kino gekommen, aber was mich wirklich beeindruckt hat, waren die Kieslowski-Filme. Das waren für mich die europäischsten Filme der letzten Jahre. In diesen Werken hat alles gestimmt: Schauspieler, Regie, Musik, Kamera, Geschichten, Schnitt ...

Frage: Legen Sie Wert auf Auszeichnungen?

Rainer Kaufmann: Sie helfen, Geld für neue Projekte aufzutreiben und machen einen bekannt. Es ist schon erstaunlich, was der Max-Ophüls-Preis für "Einer meiner ältesten Freunde" gebracht hat. Man ist plötzllich in aller Munde und gewinnt ungeheuer an Renommee. Ich fühlte mich, als hätte ich die goldene Goethe-Nadel bekommen. Nächstes Jahr sitze ich in Saarbrücken auch in der Jury.

Frage: Herzlichen Dank für das Gespräch. (DJFL)


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