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Interview mit Richard Harris: Der Barbier von Sibirien

Richard Harris spielt in dem Film Der Barbier von Sibirien die Rolle des Erfinders McCracken Frage: Warum, glauben Sie, wollte Nikita Mikhalkov Sie für die Rolle des Erfinders McCracken? Richard ...

* 1. Oktober 1930 in Limerick, Irland • † 25. Oktober 2002 in London, England, Schauspieler, Regisseur, Produzent, Drehbuchautor Richard Harris wurde in Limerick in Irland geboren. Sein Filmdebüt gab er 1958 in Alive and Kicking. Er fiel der Öffentlichkeit und den Kritikern aber erst 1963 auf, ... [komplette Biografie]

Interview mit Richard Harris


Richard Harris spielt in dem Film Der Barbier von Sibirien die Rolle des Erfinders McCracken

Frage: Warum, glauben Sie, wollte Nikita Mikhalkov Sie für die Rolle des Erfinders McCracken?

Richard Harris: Ich hatte mir "Die Sonne, die uns täuscht angesehen", den ich absolut großartig fand. Am ersten Drehtag marschierte ich auf Mikhalkov zu und stellte ihm genau diese Frage: "Warum wollen Sie mich für diesen Film? Gene Hackman und Robert Duvall könnten die Rolle viel besser spielen. Das Drehbuch hat was von Tschechow und Turgenjew." Mikhalkov antwortete: "Genau deshalb wollte ich Sie. Ich fühlte, dass Sie Tschechow und Turgenjew kennen und verstehen." Woraufhin ich erwiderte: "Ich habe keine Ahnung, was ich über die Rolle denken soll. Aber ich habe die Zeit, mich darauf einzulassen und sie genau zu studieren." Seine Antwort war kurz: "Überlassen Sie das mir". Ich willigte ein und war von diesem Tag an ganz in seiner Hand. Ich würde ihn als einen Balanchine der Kamera beschreiben, vor dem man sich wie ein Balletttänzer benehmen musss. Mit den Schauspielern ist er eine Art von Svengali. Ein Schauspieler, der nicht richtig zuhört, würde ihn vielleicht für gedankenlos halten. Er ist genau so, wie ich mir große Regisseure immer vorgestellt habe und leider musss ich sagen, dass mich 90 Prozent aller Regisseure, mit denen ich arbeitete, enttäuscht haben.

Frage: Apropos Tschechow: Finden Sie den heutigen russischen Lebensstil noch sehr von Tschechow inspiriert?

Richard Harris: Ich glaube, dass es eine spezifisch russische Art des Schauspielens gibt. Ich war zum ersten Mal 1957 in Russland. Damals trat ich in einer Universitätsproduktion von Macbeth beim Jugendfestival in Moskau auf. Wir waren die erste nicht-russischsprachige Truppe, die jemals am Theater der Feinen Künste in Moskau spielte. Dieser ganz spezielle Stil der Schauspieler fiel mir damals auf. Ich denke, dass Nikita Mikhalkov in Der Barbier von Sibirien diesen Schauspielstil im Kopf hatte, so wie Nikolai Tscherkassow bei Ivan, der Schreckliche. Russische Schauspieler verströmen diese Aura von wunderschön stilisiertem und unglaublich tiefgründigem, vielfältigem Ausdruck. Natürlich hat das auch mit den Texten zu tun. Aber Mikhalkov engagierte auch ganz hinreißende russische Schauspieler.

Frage: Was denken Sie über Russland?

Richard Harris: Natürlich tendieren wir Westler schnell dazu, nur die Klischees zu sehen, beispielsweise ganz Sibirien als einen großen Gulag zu betrachten. Aber man musss sich einmal die Größe von Russland vor Augen führen: Ein Land, das insgesamt zwölf Zeitzonen aufweist! Es dauerte jeden Morgen zweieinhalb Stunden, zum Drehort zu kommen. Und wir flogen über hunderte von Flüssen, Bergen und diese beeindruckenden Wälder, die im Laufe des Jahres strahlend gelbe Blätter bekommen.

Frage: Der Barbier von Sibirien ist die Bezeichnung der Baumfällmaschine, die McCracken am Zarenhof anbietet. Können Sie etwas zu "Ihrer" Erfindung sagen?

Richard Harris: Es ist eine gleichzeitig bizarre und unlogische Maschine. Ich weiß bis heute nicht, ob sie tatsächlich funktioniert hätte. Ich hasse es, mit Nikita über Politik zu sprechen, aber seine Idee war, das neue Russland auf ungewöhnliche Weise zu beschreiben. So erwähnte er beispielsweise Menschen, die die Atombombe für eine friedliche Erfindung hielten, die eine neue Art der Lebensrettung präsentierte. McCracken ist erfüllt von Wahnsinn, er ist ziemlich kindisch und verrückt und sieht in Bäumen den Fortschritt, weil man aus ihnen Papier machen kann. Aber wie sagt Jane so richtig im Film: "Brauchen Menschen nicht auch weiterhin einfach Bäume?" Wenn man genauer hinsieht, gibt der Film ständig versteckte Anmerkungen zu diesen technologischen Entwicklungen. Das hat natürlich eine politische Dimension für Nikita. Weiterhin hat der Titel des Films eine doppelte Bedeutung: Einerseits bezieht er sich auf diese Maschine, die die Taiga roden soll, andererseits auf den Mann, in den sich Tolstoi verwandeln wird, nämlich in einen Barbier in Sibirien. Das alles ist mit superber Eleganz in der Inszenierung miteinander verknüpft.

Frage: Also geht es in Der Barbier von Sibirien um Fortschritt?

Richard Harris: Ja. Tolstoi wird in eine echte Revolution hineingezogen und geht aus Gründen der Ehre, was im 19. Jahrhundert in Russland ein essentieller Wert war, in die Verbannung nach Sibirien. Der Film setzt sich mit einer Vielzahl von Themen auseinander und kann natürlich auch als pure Unterhaltung angesehen werden. Ich hoffe, ich verletze Nikita nicht, wenn ich sage, dass er einen Film à la David Lean, ein romantisches, wunderschön gefilmtes Epos, gemacht hat. Das führt auch zur Komödie in ihrer schönsten Form. Das Drehbuch zieht einen in seinen Bann und am Drehort fügte Nikita noch jede Menge hinzu und begann zu improvisieren. Der Film ist durchaus auch sehr komisch. Ich glaube, ich habe noch niemals bei Dreharbeiten soviel gelacht. Dann bekommt die Story plötzlich eine Wendung, sie wird zur Tragödie und dann am Ende wiederum etwas ganz Anderes.

Frage: Wie würden Sie Mikhalkovs Humor beschreiben?

Richard Harris: Wenn es um eine Szene mit dramatischer Aussage geht, hat Mikhalkov das Talent, die Dramatik in Humor zu transzendieren. Er verwandelt eine dramatische Szene in einen komischen Höhepunkt, ohne seine Leichtigkeit zu verlieren. Wir alle haben komische Elemente in unserem Leben. Wie bei den Dramen von Tschechow gibt es überall einen feinen Humor, der stets völlig unbeabsichtigt wirkt.

Frage: Wie würden Sie Ihre Arbeit als Schauspieler definieren?

Richard Harris: Ich möchte das mit einem Zitat beantworten, das aus einem Buch mit dem Titel The Brutality of Facts von einem Autor namens Sylvester stammt. Darin gibt es eine Reihe von Aufnahmen, die zu Francis Bacons Lebenszeiten gemacht wurden. Es gibt da diese wunderbare Stelle, die ich oft zitiere. Ein Künstler wird gefragt: "Wissen Sie vor der Fertigstellung wie das Bild aussehen wird?" Bacons Antwort lautet: "Nein, überhaupt nicht. Alles beginnt mit der weißen Leinwand und einem Klecks Farbe. Ich wähle die Farbe und berühre mit dem Pinsel die Leinwand." Genauso nimmt auch eine Rolle langsam Form an. Man musss das Mysterium tief in sich behalten und das Publikum auf Entdeckungsreise schicken.

Frage: Gibt es einen Unterschied zwischen russischen und westlichen Regisseuren?

Richard Harris: Englische Regisseure und Produzenten, oder auch die aus Hollywood, sind schon immer darauf neidisch gewesen, auf welche sehr besondere und wunderbare Weise es Russen gelingt, sich die Zeit für ihre Arbeit zu nehmen, die am Ende auch ihren ursprünglichen Sehnsüchten entspricht.

Frage: Gab es Probleme in der Zusammenarbeit mit dem russischen Team?

Richard Harris: Ich bin viermal in Russland gewesen und mich berührt die Mentalität der Russen sehr. Für mich war das größte Problem, dass ich weder Russisch noch Französisch spreche. Also war ich stets von den verschiedensten Akzenten und Sprachen umgeben. Na und?! Den Russen ist gelungen, Napoleon und Hitler in den Hintern zu treten, wir sollten sie also nicht unterschätzen. Ihre Liebe zu ihrem Land ist unglaublich, was ich als patriotischer Ire bestens verstehen kann. Kein Wunder, dass ich mich in ein ganzes Volk verliebe, wenn es eine ähnliche Hingabe für sein Land empfindet wie ich für meins. Heimatliebe ist für mich eine Pflicht und die Russen erfüllen sie wie kaum ein anderes Volk auf der Erde. (DJFL)


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