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Interview mit Roland Suso Richter: Eine Hand voll Gras

Roland Suso Richter ist Regisseur des Films Eine Hand voll Gras. Frage: Was hat Sie an Kendals Geschichte interessiert? Roland Suso Richter: Die Geschichte des kleinen Kendal ist sehr ...

Interview mit Roland Suso Richter


Roland Suso Richter ist Regisseur des Films Eine Hand voll Gras.

Frage: Was hat Sie an Kendals Geschichte interessiert?

Roland Suso Richter: Die Geschichte des kleinen Kendal ist sehr dramatisch, aber zugleich auch sehr anrührend. Es ist wichtig, dass man einerseits den Tatsachen, auf denen der Film beruht, Rechnung trägt, andererseits aber nicht die innere Entwicklung des Jungen aus den Augen verliert. Ich möchte die Zuschauer gemeinsam mit Kendal in einen Abgrund blicken lassen und sie über diesen Weg zu Mitfühlenden und Sympathisanten seines Schicksals machen. Idealerweise stellt sich beim Zuschauer dann etwas ähnliches ein wie bei Hellkamp, dem von Oliver Korittke gespielten Taxifahrer, mit dem er Freundschaft schließt.

Frage: Die Stimmung des Films ist eher von einer melancholischen Freundlichkeit.

Roland Suso Richter: Wir wollten den Zuschauern nicht permanent die brutale Gemeinheit des Milieus vor Augen halten und haben uns deshalb mehr auf die Zeichnung der Charaktere konzentriert. Es ist interessant zu zeigen, was die Kulturschocks, die Arman nach seiner Ankunft in Hamburg durchlebt, mit ihm machen. Er erlebt aber auch viel Schönes. Für den Jungen ist es ein fortwährendes Wechselbad aus Erwartung, Neugierde, Lerneifer und Stolz einerseits und Einsamkeit, Heimweh, Angst und Demütigung andererseits. Das macht die besondere Verfassung unseres Helden und somit auch die Stimmung des Filmes aus.

Frage: Von den äußeren Ereignissen her betrachtet, könnte Eine Hand voll Gras ja durchaus ein Krimi sein.

Roland Suso Richter: Sicherlich, aber das wollten wir nicht erzählen. Weder der kriminalistische Moment noch die Enthüllungsgeschichte sollte im Mittelpunkt des Filmes stehen. Die Brutalität der äußeren Ereignisse darf nicht vom inneren Kern unserer Geschichte ablenken.

Frage: Es gibt kaum Szenen ohne den kindlichen Hauptdarsteller, d.h. Sie waren darauf angewiesen, dass er in jedem Moment sehr gut ist. Wie haben Sie mit ihm gearbeitet? Roland Suso Richter: Ich habe versucht, ihm das Gefühl zu vermitteln, das ganze sei ein großes Spiel. Als solches hat er es dann auch gesehen. Wir gaben ihm klare Anweisungen für den nächsten 'Spielzug'. Ich glaube, dass er die Härte des Filmes erst richtig begriff, nachdem er den fertigen Film angeschaut hatte. Die Gewalt und die Dramatik, damit meine ich auch den ganzen Bogen der Geschichte, bekommt man beim Drehen nicht so mit. Eine Szene, die ihm allerdings wirklich unangenehm war, war jene in der Toreinfahrt: Zwei Jungs drücken ihn an die Wand und der eine sagt: "Blas mir einen!".

Er hat gar nicht verstanden, was damit gemeint war, aber er hat instinktiv gespürt, dass es sich um eine beängstigende Situation handelte. Im Grunde war die spielerische Arbeit am Set fast identisch, mit dem, was diesen Kindern wirklich widerfährt und weshalb es so gut funktioniert. Das Geschäft, für das sie missbraucht werden, ist für sie wie ein Spiel: Da gibt dir einer ein paar Kügelchen und bringt dir bei, dass du für eines 50 Mark bekommst. Du hast ja keine Ahnung was das ist. Es ist ein Spiel und du spielst mit.

Frage: Was hat es mit Hellkamps Faible fürs Japanische und die Welt der Samurai auf sich?

Roland Suso Richter: Hellkamp hat eine große Lebenskrise durchlaufen und ist dabei, seine Existenz neu zu ordnen. Dabei versucht er auch, bei sich zu Hause eine bestimmte Klarheit zu schaffen. Er ist ein Mensch, der auf der Suche nach einem Sinn ist, und das schlägt sich auch in seiner unmittelbaren Umgebung nieder. Aber nicht überall, nicht in allen Äußerlichkeiten, denn Hellkamp ist kein konsequenter Typ.

Frage: Kendal ist ohne wirklichen Familienzusammenhalt in der Fremde und sucht sich einen großen Ersatzbruder, den er in dem Taxifahrer Hellkamp auch findet. Schließlich ist es aber nicht nur Kendal, der Hellkamp braucht, sondern es beruht auf Gegenseitigkeit.

Roland Suso Richter: Das zentrale Thema in Eine Hand voll Gras ist Freundschaft. Jeder Mensch hat die Sehnsucht nach Geborgenheit, Freundschaft und nach einer Familie, wenn es auch nicht die traditionelle Familie sein musss. Umgekehrt weckt ein Lebenspartner oder ein Kind auch das Bedürfnis, für andere Verantwortung zu übernehmen. Dieses Gefühl weckt Kendal in Hellkamp. Aber nicht nur Hellkamp ist sein Vertrauter, auch in Franziska, dem Nachbarmädchen, findet Kendal eine enge Freundin, auf die er sich verlassen kann. (DJFL)


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