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Interview mit Simon Aeby zu Three Below Zero

Simon Aeby ist der Regisseur, Drehbuchautor und Produzent des Films Three Below Zero Frage: Erzählen sie mir etwas über die Entstehung des Drehbuches zu Three Below Zero. Simon Aeby: Nachdem ich ...

Interview mit Simon Aeby


Simon Aeby ist der Regisseur, Drehbuchautor und Produzent des Films Three Below Zero

Frage: Erzählen sie mir etwas über die Entstehung des Drehbuches zu Three Below Zero.

Simon Aeby: Nachdem ich in den letzten zehn Jahren eine ganze Menge Drehbücher geschrieben hatte, wurde ich zunehmend frustriert, weil den meisten Produzenten meine Stoffe zwar gefielen, aber zu teuer zu realisieren waren. Ausserdem war ich während vielen Jahren Werbefilmregisseur und niemand wollte das Risiko eingehen, mich meinen ersten Spielfilm machen zu lassen. Für mich war die logische Konsequenz ein Buch zu schreiben, das mit wenig Aufwand und wenigen Darstellern an einer Location realisiert werden konnte.

Frage: So kamen sie auf die Geschichte von drei Leuten in einem Keller?

Simon Aeby: Ich hatte New York nach sieben Jahren verlassen und lebte schon einige Zeit in Spanien, als ich diesen seltsamen Traum hatte: Ich ging den Korridor zum Waschkeller meines New Yorker Apartments entlang. Aus irgendeinem Grund verfolgte mich Mark, der Hausmeister. Ich versteckte mich hinter der Metalltür der Waschküche und bemerkte, dass da noch zwei andere Leute im Halbdunkel sassen. Der Hausmeister ging vorbei ohne uns zu entdecken. Mark war der Abwart im Apartmenthaus meiner New Yorker Wohnung, ein unheimlicher, rothaariger Ire, der immer etwas zu meckern hatte. Ich war von der Intensität dieses Traumes überwältigt, setzte mich hin und schrieb in zwei Wochen die erste Drehbuchfassung.

Frage: Und dann?

Simon Aeby: Ich gab das Drehbuch einer befreundeten Romanautorin, die es an Roman Kuhn, einem renommierten Münchner Regisseur und Produzenten weiterreichte. Er liebte das Drehbuch und traf mich ein paar Wochen später in Spanien. Wir hatten die gleiche visuelle Vorstellung von dem Projekt und begannen sofort, uns nach Investoren umzusehen. Martin Schmassmann vom Schweizer Fernsehen war der erste feste Koproduktionspartner. Obwohl es für ihn schwierig war, einen englischsprachigen Film intern durchzusetzen, bekam das Projekt grünes Licht. ARRI München gefiel unser Vorhaben und ihr US-Partner, die CSC, stellte uns sämtliches technisches Equipment zur Verfügung.

Frage: Wie wurde die Produktion vorbereitet?

Simon Aeby: Ich flog nach New York um Christian von Tippelskirch, den dortigen Produzenten zu treffen. Ihm gefiel das Drehbuch ausserordentlich gut. Wir richteten in Manhattan ein Produktionsbüro ein, kontaktierten Casting-Agenturen und suchten nach dem geeigneten Drehorten. Gleichzeitig sah ich mir Demobänder verschiedener Kameraleuten an und traf viele von ihnen.

Frage: Was war der schwierigste Teil der Preproduction?

Simon Aeby: Ich arbeitete noch immer an der Endfassung des Drehbuches, als wir schon mit dem Casting begannen. Janice, meine Casting-Agentin mietete ein kleines, fensterloses Zimmer am Broadway. In diesem Raum verbrachten wir dann neun Stunden pro Tag. Es war in einem fünfstöckigen Gebäude, wo hunderte von Casting Sessions für Musicals, Theaterstücke und Filme gleichzeitig stattfanden. Überall echoten Stimmen und Klaviermusik. Nach vier Wochen und hunderten von Interviews dachte ich, dass ich die Schauspieler für meinen Film nie finden würde. Das war mit Sicherheit der härteste Teil der Preproduction.

Frage: Aber sie haben ihre Protagonisten dann doch gefunden.

Simon Aeby: Ich habe über dreihundert "Moriats" gesehen. Meist hervorragende Schauspielerinnen, aber entweder spielten sie die Rolle mit einer zu offenkundig erotischen Ausstrahlung oder zu spröde und intellektuell. Am Ende machte Kate das Rennen.

Ich traf etwa gleich viele "Julians". Wir konzentrierten uns auf Schauspieler in den frühen Zwanzigern. Erstaunlicherweise erschienen jede Menge Männer, die leicht die Väter von Teenagern hätten sein können. Ich war fast daran aufzugeben, als Janice und ich eines Abends in einer Schlange für ein anderes Casting einen charismatischen, jungen Schauspieler entdeckten. Wir fragten ihn, ob er Lust hätte, für uns vorzusprechen. - und der Rest ist Geschichte.

Glücklicherweise war es relativ leicht, eine geeignete Nora zu finden. Schon bei der ersten Leseprobe war mir klar, dass Judith Roberts eine sehr glaubhafte, distinguierte, ältere Dame spielen würde.

Frage: Wie sind sie mit den unterschiedlichen Berufserfahrungen der Schauspieler umgegangen?

Simon Aeby: Das Drehbuch verlangte ein starkes Ensemble, in dem keiner den anderen an die Wand spielen durfte. Wes studierte damals noch an der Juilliard Acting School, wogegen Judith bereits eine erfahrene Bühnendarstellerin war. Und Kate arbeitete damals gerade sehr viel für das Fernsehen. Glücklicherweise haben sich die drei sofort privat sehr gut verstanden. Judith war nachsichtig mit dem ungestümen Wes und sie konnte ihrerseits von seiner Natürlichkeit profitieren. Die Realität holte dann sogar die Fiktion des Filmes ein: Wie im Drehbuch hat auch Wes die Julliard Schule geschmissen, nachdem er die Rolle bekam.

Frage: Wie war es in New York zu drehen?

Simon Aeby: Christian von Tippelskirch hatte eine phantastische Crew zusammengestellt. Jeder mochte das Drehbuch und war stolz mit dabei zu sein. Wenn man über so lange Zeit auf so engem Raum zusammenarbeitet, bei über 40 C und ohne Air-Condition, gibt es viel zusätzlichen Stress für die Schauspieler und das Team. Weil sich aber jeder als Teil des Ganzen verstand, gab es jede Menge Spass beim Dreh. Es war beinahe so als würden wir die Geschichte von Moriat, Nora und Julian in Zeitlupe selber erleben.

Frage: Sie haben mit ihrem englischsprachigen Film in Deutschland den Max Ophüls-Preis gewonnen. Wie kam es dazu?

Simon Aeby: Alfredo Knuchel, ein bekannter Schweizer Filmjournalist und Filmemacher, sah den Film in Locarno und empfahl ihn in Saarbrücken. Ich war über die Einladung an den Wettbewerb erfreut, fuhr aber mit gemischten Gefühlen nach Deutschland. Als dann die Kinos bei jeder Vorführung total überbucht waren und noch zusätzliche Screenings eingeplant wurden, war mir klar, dass das Publikum verstanden hatte, was ich mit der Geschichte ausdrücken wollte. Es schien dabei auch keine grosse Rolle zu spielen, dass der Film in der englischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln gezeigt wurde. Bei der Schlusszeremonie gingen dann alle Preise nacheinander an andere, zum Teil großartige Filme, bis auf den Preis für den besten Film. Ich war vollkommen überwältigt, als dann Three Below Zero aufgerufen wurde.

Frage: Hat der Max Ophüls Preis ihre Karriere verändert?

Simon Aeby: Er öffnete den Weg zu Produzenten und Verleihern. Ich habe dank ihm eine hervorragende Agentur in Deutschland und werde im kommenden Jahr meinen dritten Kinofilm drehen. Mein zweiter Film "The Rebel" hatte im vergangenen Jahr die besten Einspielergebnisse in den Schweizer Kinos. Ich wurde mit dem Film an den Wettbewerb an das Filmfestival in Tokio eingeladen. "The Rebel" lief im Wettbewerb und ich war damit für den Preis "Best Director" nominiert. Das alles sind sicher auch Folgen des Max Ophüls Preises. (DJFL)


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