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Interview mit Thomas Jahn: Kai Rabe gegen die Vatikankiller

Thomas Jahn führt Regie in dem Film Kai Rabe gegen die Vatikankiller Frage: Was steckt hinter Kai Rabe? Wie kam es zur Figur? Und wie kam es zu diesem Namen? Thomas Jahn: Ich denke, Kai Rabe ...

* 1965 in Hückelhoven/Hilfarth, Deutschland, Schauspieler Ein Blitzstart nach Maß. Gleich mit seinem ersten Film gelang Thomas Jahn das äußerst seltene Kunststück eines Films, der Publikum und Presse gleichermaßen begeisterte. Knockin' on Heaven's Door wurde für den Bundesfilmpreis ... [komplette Biografie]

Interview mit Thomas Jahn


Thomas Jahn führt Regie in dem Film Kai Rabe gegen die Vatikankiller

Frage: Was steckt hinter Kai Rabe? Wie kam es zur Figur? Und wie kam es zu diesem Namen?

Thomas Jahn: Ich denke, Kai Rabe ist der Prototyp des erfolgreichsten deutschen Schauspielers, den es überhaupt gibt. Damit verbindet er alle guten und alle negativen Attribute in sich. Die Figur wimmelt von Klischees, und genauso ist sie auch angelegt. So wie der Produzent in seinem Bereich der Prototyp ist, die Agentin usw. Der Film handelt von Klischees, er besteht aus Klischees, und er spielt damit. Der Name ist erst entstanden, als das Buch schon längst fertig war. Da war ich mir darüber klar, was für eine schwarze Geschichte das ist und habe dann nach einer Entsprechung im Namen gesucht. Und Kai Rabe war dann einfach die beste Entsprechung.

Frage: Wann entstand die Idee zum Drehbuch für Kai Rabe gegen die Vatikankiller?

Thomas Jahn: Auch dieser Film basiert auf einem Buch, das schon ein bißchen älter ist. Der ursprüngliche Titel war "Movie Magic", und es war lange nicht so bösartig. "Movie Magic" ging eher so in Richtung einer Parodie wie die Filme von Zucker/Abrahams/Zucker. Diesen Entwurf habe ich als Grundstock genommen, um daraus dann ein bißchen mehr meine eigene Geschichte zu machen. Das sind dann Sachen, die mir vom Hörensagen zugetragen wurden. Aber es gibt auch Sachen, die ich selbst erlebt habe.

Frage: Wie etwa?

Thomas Jahn: Also, wenn Marc Hohlmann, unser junger Drehbuchautor, ein Problem damit hat, dass man ihm seine Figuren weggenommen hat und er das gar nicht bemerkt hat, dann könnte es sein, dass das dem Herrn Jahn auch passiert ist. Ich würde zwar deshalb niemanden erschießen. Aber es ist halt schön, wenn man das im Film machen kann.

Frage: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Warner Brothers?

Thomas Jahn: Warner trat an mich heran. Das war so Anfang März '97. Wir trafen uns dann in Hamburg, und man fragte mich, was ich denn als nächstes so machen wollte. Ich hatte 15 Bücher fertig, und geeinigt haben wir uns dann auf drei Filme, zwei in deutscher Sprache und ein größeres internationales Projekt. Und "Kai Rabe" wurde dann der erste. Dabei kam es in vielen Fällen zur Zusammenarbeiten mit Leuten, die Sie schon kannten. Ja, es ist wohl so, dass der Stab zu 50 % aus Leuten besteht, die schon bei Knockin' on Heaven's Door dabei waren, zu 45 % aus Leuten von "Heartroad" und eben 5 % neuen Leuten.

Ich würde sagen, diese Kontinuität ist wichtig, weil sie einem unheimlich viel Arbeit abnimmt. Ich weiß halt, wenn der andere "Rot" sagt, dann meinen wir dasselbe Rot. Das ist einfach gut. Ich brauche bei der Arbeit Leute, mit denen ich mich blind verstehe. Und dann bin ich einfach froh, wenn ich Leute habe wie Monika Bauert, Andreas Janczyk oder Piotr Lenar.

Es steckt viel technischer Ehrgeiz im Film - Breitbild mit Panavision-Kameras.

Ja, darauf bin ich wirklich stolz. Diese anamorphotischen Linsen sind zwar größer und schwerer, aber der Aufwand lohnt sich unbedingt. Panavision bringt Lichtreflexe und Weitwinkel-Verzerrungen mit sich, die im Kino einfach eine andere Perspektive erwirken. Und diese Verzerrung des Bildes, die gibt es einfach nur im Kino. Da steckt eine unglaubliche Qualität drin. Und schließlich wurde zudem noch das Filmmaterial bei Technicolor in London entwickelt. Also, es ist nur ein Gefühl, aber jetzt habe ich meinen ersten richtigen Kinofilm gemacht.

Frage: Erklären Sie den Look des Films.

Thomas Jahn: Von der Fotografie her habe ich die Bilder etwas kühler angelegt. Ich wollte diesen 60er-Jahre-Touch. Nicht im vollen Maße, aber so einen Hauch des Gestrigen. dass man merkt, das ist nicht Hier und nicht Jetzt, aber auch nicht 1960. Es ist Kino, und das muss eben richtig schwarz sein. Nicht nur im Inhalt, sondern ich wollte in jedem Bild eine wirklich schwarze Stelle haben. Das gibt es sonst nicht im deutschen Film. Natürlich bedeuten so starke Kontraste ein erhebliches Mehr an Lichtaufwand. Dadurch wird man langsamer, was mehr kostet, aber auch besser aussieht. Und darauf kommt es doch im Endeffekt an.

Frage: Wie kamen Sie auf Steffen Wink als Hauptdarsteller?

Thomas Jahn: Der stand überhaupt als erster fest. Ich sah ihn in "Coming in" im Fernsehen, Oliver Stoltz sah ihn auch, und wir wußten sofort, das ist ganz große Klasse. Ich war damals in der Vorbereitung zu "Heartroad" und hatte noch eine kleine Rolle frei, und Steffen hat sofort zugesagt. So konnten wir uns kennenlernen und haben uns auch direkt gut verstanden. Und als dann "Kai Rabe" anstand, da war es gar keine Frage für mich, wer die Rolle spielen würde. Und ich muss sagen, das war gleich die erste richtige Entscheidung für den Film. Steffen spielt das einfach ganz großartig, oberste Spitzenklasse.

Außerdem wimmelt es im Film von Stars und Gaststars.

Naja, man besetzt einen Film und stellt irgendwann fest, dass es doch ganz nett wäre, diesen oder jenen auch dabeizuhaben. Und so habe ich etwa Hannelore Elsner angerufen, und die war sofort Feuer und Flamme. Oder Heinz Hoenig, der meinte einfach nur, laß es uns machen und dann mal sehen, was dabei rauskommt. Das finde ich einfach toll, denn viele Leute kenne ich halt selbst nur als Zuschauer aus Kino oder Fernsehen. Die haben schon alles gemacht und mit den bekanntesten Regisseuren gearbeitet. Und dann fragt man sich, wie kann man solche Leute motivieren, auch bei mir mitzumachen. Und dann kommen die und machen das ganz von allein. Das ist wirklich das Tolle daran, wenn man mit Leuten arbeiten kann, die hochmotiviert sind und Freude an ihrer Arbeit haben.

Frage: Das Kino des Thomas Jahn spielt gern mit Filmzitaten.

Thomas Jahn: Stimmt, Knockin' on Heaven's Door war schon eine Zitatensammlung. Und bei einem Film im Film, wie das bei "Kai Rabe" der Fall ist, gehört das erst recht dazu. Es hilft aber auch vorzubeugen, dass man nicht gleich in eine Schublade gesteckt wird. Vor allem, man kann machen, was man will. Es gibt keine stilistischen Regeln.

Sex, Crime, schwarzer Humor und mittendrin der Vatikan - das ist nicht gerade der herkömmliche deutsche Film.

Ich weiß auch nicht. Es liegt vielleicht einfach daran, dass für mich deutsche Filme zu brav sind. Die haben eine politische Korrektheit, wo sie einfach nicht gefordert ist. Also, wenn mir vorher gesagt worden wäre, dieser Film muss ab 12 freigegeben sein, dann hätte ich es auch gleich bleiben lassen können. Der Film ist böse, klar. Er ist vulgär, und manchmal ist er auch an der Grenze zum guten Geschmack. Aber mir macht das Spaß, weil der Film nicht nur prollig, sondern eben auch intelligent ist, gute Schauspielerleistungen und gute Kameraarbeit hat. Wir sind also mal einen Schritt weitergegangen.

Frage: Der Film im Film heißt Kai Rabe gegen die Vatikankiller. Worum geht es da eigentlich?

Thomas Jahn: Wir haben einen jungen Autor namens Marc Hohlmann, der hat ein Drehbuch geschrieben mit dem Titel "Mörder am Set". Das ist dem Wortlaut der Schauspielerin Maria Rall zufolge eine böse und ziemlich zynische Geschichte über das Filmgeschäft. Und da das niemand machen wollte, hat Hohlmann das Geschehen in den Vatikan verlegt, weil es da genauso zugeht wie beim Filmgeschäft. Es gibt einen Papst, Kardinäle, Bischöfe, Lakaien und kleine Küster hier und da. Die gibt es überall. Die entscheidende Frage ist: Wer ist der Papst? Aber die Antwort dazu weiß ich auch noch nicht. (DJFL)


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