Sie befinden sich hier: Home - Interviews - K - Interview mit Thomas Kretschmann: Rohtenburg

Die Eiskönigin Die Eiskönigin

Die Eiskönigin

Die furchtlose Königstochter Anna macht sich zusammen mit dem schroffen Naturburschen ...
...jetzt mehr!

Interview mit Thomas Kretschmann: Rohtenburg

"Diese Rolle ist ein Leckerbissen. Und das meine ich ernst." Thomas Kretschmann spielt die Hauptrolle in dem deutschen Drama Rohtenburg, das nach einer wahren Geschichte gedreht wurde. Frage: ...

* 8. September 1962 in Dessau, Deutschland, Schauspieler Thomas Kretschmann ist der gegenwärtig gefragteste deutsche Schauspieler in Hollywood! Thomas Kretschmann wurde in Dessau geboren, war Leistungsschwimmer in der DDR und gehörte zum Olympia-Kader. 1982 floh er über Ungarn, Jugoslawien ... [komplette Biografie]

Interview mit Thomas Kretschmann


"Diese Rolle ist ein Leckerbissen. Und das meine ich ernst."

Thomas Kretschmann spielt die Hauptrolle in dem deutschen Drama Rohtenburg, das nach einer wahren Geschichte gedreht wurde.

Frage: Die offensichtliche Frage zuerst: Was bewegt einen Schauspieler dazu, diese Rolle spielen zu wollen?

Thomas Kretschmann: Das ist einfach: Interessantes Buch, interessante Figur. Ich habe das Buch gelesen und fand das unglaublich spannend und packend. Laufend ertappt man sich dabei, dass man denkt: Das gibt es doch gar nicht, das kann nicht sein, wie kann so etwas passieren. In einem anderen Interview habe ich süffisant gesagt: Diese Rolle ist ein Leckerbissen. Und das meine ich ernst. Ich gebe mir Mühe, von Film zu Film immer andere Rollen zu spielen. Ich möchte mich ungern wiederholen. Ich erlebe das oft bei Kollegen, dass sie sich voll und ganz auf einen Rollentypus festlegen. Ich bin da ganz anders. Ich will mich neuen Herausforderungen stellen, andere Erfahrungen machen. Im Moment kann ich das perfekt umsetzen, ich befinde mich gegenwärtig in meiner Karriere an einer Stelle, an die ich immer wollte: Fast gleichzeitig kann man mich in King Kong, als Papst und als Kannibale sehen. Ein sehr viel weiteres Spektrum lässt sich, glaube ich, überhaupt nicht abdecken. So hatte ich mir das immer vorgestellt. Natürlich kann man die Rollenangebote nicht beeinflussen. Aber man kann zugreifen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Eine Rolle wie in ROHTENBURG hat natürlich viel Fleisch. Da kann man sich als Schauspieler richtig austoben.

Frage: Wie sind Sie beim Lesen des Drehbuchs vorgegangen? Konnten Sie die Rolle sofort visualisieren?

Thomas Kretschmann: Ich bin ein Bauchmensch. Gleich auf den ersten Seiten entscheidet sich für mich, ob ich eine Rolle spielen will oder nicht. Das ist eine ganz unmittelbare emotionale Reaktion. Und bei diesem Drehbuch war das nicht anders: Ich habe sofort gewusst, dass ich das machen will. Wenn ich die Figur lese, habe ich sofort ein Bild von ihr im Kopf. Da unterscheide ich mich sicherlich nicht von anderen Menschen, die ein Buch lesen: Da sieht man die Figuren auch sofort vor sich – und wenn man den zugehörigen Film dann sieht, ist man oft enttäuscht, weil sich die Bilder nicht mit denen decken, die man sich im Kopf gemacht hat. Den Oliver Hartwin hatte ich sofort vor Augen. Ich gebe aber zu, dass ich mir ein paar Wochen Zeit für die Zusage gelassen habe. Ich musste auch erst einmal mit dem Regisseur Martin Weisz sprechen, um zu sehen, in wie weit unsere Vorstellung von der Umsetzung des Stoffes deckungsgleich war. Ich verspürte eine gewisse Zurückhaltung vor der Figur und ich war mir nicht ganz sicher, ob das gut für mich sein würde, sie zu spielen. Aber dann siegten das Interesse und die schauspielerische Gier. Ich habe den fertigen Film jetzt endlich gesehen und bin sehr froh, dass ich das gemacht habe.

Frage: Der Stoff hat sich von den frühen Drehbuchfassungen bis zur Fertigstellung auch noch einmal massiv verändert.

Thomas Kretschmann: Das können Sie laut sagen. Ganz am Anfang gab es im Buch auch noch Sexszenen zwischen Hartwin und Grombek. Das habe ich sofort instinktiv abgelehnt. Das war völlig falsch für die Figur, weil ich fand, dass Hartwin nie zum Kannibalen werden würde, wenn er ficken könnte. Man liest ja aktuell wieder viel über den tatsächlichen Fall, der die Initialzündung für das Projekt gab: Da hatten die beiden Männer tatsächlich Sex. Aber das hat mich für meine Rolle nie interessiert: Ich will mich damit auch nicht auseinandersetzen, weil ich diesen Menschen nicht in meinem Kopf haben will. Oliver Hartwin hat nichts mit realen Figuren zu tun, er ist im Drehbuch entstanden, und wir haben die Figur dann aktiv weiterentwickelt. Dabei haben wir auch den Sex aus dem Buch gestrichen. Und dennoch ist es eine Liebesgeschichte geworden, die ausgesprochen intim ist.

Frage: Der Akt des Kannibalismus ist eindeutig der Ersatz für den Liebesakt – ein bizarrer, perverser Pas de deux zwischen diesen Männern.

Thomas Kretschmann: Wir haben im Vorfeld intensiv darüber diskutiert, wie man das macht, wie weit man da gehen kann. Mir war wichtig, nicht irgendeinen Splatterfilm zu machen. Deshalb war es mir auch so wichtig zu wissen, was genau Martin Weisz sich für den Film ausgemalt hatte. Mir ging es eindeutig darum, diese Figur mit allem gebotenen Ernst zu spielen. Dazu gehört die Entscheidung, diesen Typen etwas autistisch anzulegen, nicht im Sinne eines Krankheitsbildes, sondern mit autistischen Zügen: ein Mensch, der nicht wirklich kommuniziert, der völlig in seiner eigenen Welt lebt – und der andere, Simon, ist der einzige, der Zugang zu dieser Welt findet.

Frage: Wie nähern Sie sich einer derartig intensiven Rolle?

Thomas Kretschmann: Ich muss gestehen, ich habe gar nicht viel gemacht im Vorfeld. Ich bin angereist, ans Set gegangen und habe zugesehen, was passiert. Je länger ich in diesem Beruf arbeite, desto mehr kann ich mich darauf verlassen. Es gibt Rollen, da muss man sich intensiv und akribisch vorbereiten, als Papst oder bei STALINGRAD beispielsweise. Im Fall von ROHTENBURG fehlte mir dieses Bedürfnis. Da bringt es auch nichts, wenn ich mich hinsetze, um mir ein Konzept zu erarbeiten. Aus der Konzeptlosigkeit entstehen sehr interessante Dinge. Ich hatte einfach eine Ahnung, dass ich weiß, was ich da mache. Ich bin hingegangen und habe die Szenen gespielt. Anders kann ich es nicht beschreiben.

Frage: Das hat aber nichts mit den Bedenken zu tun, die Sie anfangs im Hinblick auf die Rolle hatten?

Thomas Kretschmann: Überhaupt nicht. Ich hatte keine Bedenken für meine Psyche. Ich hatte Bedenken, ob ich mich als Schauspieler in dieser Rolle sehen möchte, und habe mir durchaus überlegt, ob das ein Problem im Hinblick auf meine Karriere sein kann. Jetzt bin ich heilfroh, dass ich den Film gemacht habe. Schauspielerisch ist ROHTENBURG für mich eine ganz andere Gratwanderung, weil ich etwas gespielt habe, was ganz weit weg von mir war. Mir war es auch wichtig, mich für die Rolle optisch zu verändern. Ich habe körperlich eine ganz andere Haltung eingenommen, mich anders bewegt. Obendrein wollte ich nicht so aussehen, wie ich aussehe, weil ich nichts mit dieser Figur gemein haben wollte: Wir hatten Überlegungen mit Bärten und Brillen, aber das erschien uns zu künstlich. Also sind wir auf die Idee gekommen, mit Prothesen meine Ohren abstehen zu lassen. Das kennt man ja vor allem von Kindern, und ich wollte, dass er im Erwachsenenalter noch etwas Kindliches hat. Dazu kamen die etwas verschwitzten Haare. Ich wollte optisch vermitteln, dass dieser Mann immer etwas unangenehm riecht.

Frage: Spielt man anders, wenn man anders aussieht?

Thomas Kretschmann: Ich kann zumindest sagen, dass ich mich nicht wie ich selbst gefühlt habe.

Frage: Wie kann man eine solche Figur spielen?

Thomas Kretschmann: Das kann ich nicht beschreiben. Ich habe versucht, eine Beklemmung in den Körper zu bringen. Den ganzen Film über habe ich mit meinen Fingernägeln geknackst. Er ist jemand, der eingeengt ist, der sich fühlt, als befände er sich unentwegt in der Presse. Aber da steckt keine übermäßig große Überlegung dahinter. Das ergibt sich automatisch am Set, weil man ein gewisses Gefühl rüberbringen will.

Frage: Hat Sie der Part belastet?

Thomas Kretschmann: Ich will ehrlich sein: Überhaupt nicht. Mit der letzten Klappe lasse ich das hinter mir. Im Gegenteil: Ich habe wahnsinnig viel gelacht, mehr als bei irgendeinem anderen Film. Vielleicht war das auch eine Reaktion auf den beklemmenden Stoff, weil man sich da freimachen musste. Vielleicht war es auch ein Verdienst von Martin Weisz, mit dem mich eine sehr enge Arbeit verband. Ich musste mich immer auf ihn verlassen können – und er sich auf mich. Es war sehr angenehm, mit ihm zu arbeiten. Ich muss aber auch sagen, dass ich nicht viel angeboten habe: Mir war immer exakt klar, wie ich den Part zu spielen hatte, da bedurfte es nur kleinster Korrekturen.

Frage: Wie war die Zusammenarbeit mit Thomas Huber? Hatten Sie Manschetten vor den gemeinsamen Szenen?

Thomas Kretschmann: Die Zusammenarbeit war großartig. Wir trafen uns am Set, und es hat einfach „klick“ gemacht. Seinen Part fand ich auch ungleich schwieriger – den hätte ich auch nicht spielen wollen: Er spielte das auch ganz gegensätzlich zu mir. Während ich sehr unterkühlt und minimal arbeiten konnte, musste er immer wieder neue Dinge anbieten und konnte sich erst langsam seiner Figur nähern. Seiner Leistung gebührt der allergrößte Respekt. (DJFL)


Alle Interviews mit Interview mit Thomas Kretschmann: Rohtenburg

Interview mit Thomas Kretschmann: Rohtenburg
"Diese Rolle ist ein Leckerbissen. Und das meine ich ernst." Thomas Kretschmann spielt die Hauptrolle in dem deutschen Drama Rohtenburg, das nach einer wahren Geschichte gedreht wurde. Frage: [mehr]

Interview mit Thomas Kretschmann: Der Untergang
"Ich war sehr froh, dabei sein zu können." Thomas Kretschmann ist der Darsteller des Hermann Fegelein in dem deutschen Kinofilm Der Untergang. Frage: Sie spielen Hermann Fegelein – was ist das [mehr]


Nachrichten rund um Interview mit Thomas Kretschmann: Rohtenburg

OPEN GRAVE: Ab 26. September 2014 als Blu-ray, DVD und Video on Demand
Sechs Fremde, ein Massengrab und ein bedrohliches Geheimnis: OPEN GRAVE. [mehr]

'What a Man': Wann ist ein Mann ein Mann?
Am 24. Februar 2012 erscheint die deutsche Erfolgskomödie "What a Man" von und mit Matthias Schweighöfer auf Blu-ray und DVD. [mehr]

CARS 2 ab 01. Dezember 2011 auf DVD, Blu-ray und als Video on Demand erhältlich
Disney/Pixars rasanter Action-Sommer-Hit CARS 2 erobert mit Vollgas ab 1. Dezember 2011 die heimischen Wohnzimmer auf DVD, Blu-ray, 3D Blu-ray oder als Video on Demand. [mehr]

CARS 2 ab 01. Dezember 2011 auf DVD, Blu-ray und als Video on Demand erhältlich
Disney/Pixars rasanter Action-Sommer-Hit CARS 2 erobert mit Vollgas ab 1. Dezember 2011 die heimischen Wohnzimmer auf DVD, Blu-ray, 3D Blu-ray oder als Video on Demand. [mehr]

Neue Rezensionen der letzten sieben Tage!
Wir haben die Neuerscheinungen auf DVD unter die Lupe genommen. [mehr]

Sunfilm im Dezember: Das Lager, Merantau
Wir möchten Ihnen gerne die neuen Highlights bei SUNFILM ENTERTAINMENT vorstellen, die ab dem 03. Dezember 2010 in den Handel kommen. Zu diesen gehören das starbesetzte Kriegsdrama DAS LAGER mit John Malkovich ("Burn after Reading"), Thomas Kretschmann ("Wanted") und Daniel Brühl ("Inglourious Basterds") in den Hauptrollen sowie der adrenalingeladene indonesische Martial Arts-Actioner MERANTAU. [mehr]

Packender Event-Zweiteiler: DIE GRENZE ab 17. März auf DVD
Was wäre, wenn Deutschland wieder gespalten wird? Hochkarätiger SAT.1-Zweiteiler DIE GRENZE ab 17. März auf DVD. [mehr]

Kinowelt im März 2010: Chaplin, Harold Lloyd Edition, Die Grenze, ...
Im März würdigt Kinowelt mit The Very Best of Charlie Chaplin und der Harold Lloyd Edition gleich zwei unvergessliche Meister des Slapsticks. Die hochwertigen Editionen enthalten zahlreiche Klassiker und umfangreiches Bonusmaterial. Zwei wahre Highlights für alle Fans! [mehr]

Kinowelt veröffentlicht "Romy" mit Jessica Schwarz in der Hauptrolle auf DVD
Jessica Schwarz brilliert als Romy Schneider. KINOWELT veröffentlicht ROMY einen Tag nach TV-Ausstrahlung auf DVD. [mehr]

Neue Rezensionen der letzten sieben Tage!
Wir haben die Neuerscheinungen auf DVD unter die Lupe genommen. [mehr]


Blog-Einträge rund um Interview mit Thomas Kretschmann: Rohtenburg

The Big Bang auch in 3D
Rund um den Urknall gibt es viele Geschichten. Schließlich beginnt doch damit auch die Geschichte des Universums. Für diesen Fall wird oft auch das... [mehr]

The Big Bang
Wie vielfach bekannt sein dürfte, beginnt die Geschichte des Universums mit dem Urknall. Betrachtet man das Standardmodell der Kosmologie, so kann man... [mehr]

The Big Bang
Mit dem Urknall hat das Universum einst seinen Anfang genommen. Dies sagt jedenfalls das Standardmodell der Kosmologie aus. Somit konnte also die... [mehr]

The Big Bang
Der gut aussehende Privatdetektiv Ned Cruz (Antonio Banderas) nimmt einen neuen Auftrag an, obwohl er eigentlich keine große Lust mehr auf den Job... [mehr]

John Lasseter erhält Stern auf dem Walk of Fame
Mit einem strahlenden Lächeln auf dem Gesicht und im obligatorischen Hawaii-Hemd wurde Oscar®-Preisträger John Lasseter in Hollywood mit einem Stern... [mehr]

WHAT A MAN - Der Männer-Test
Die Komödie WHAT A MAN erzählt die Geschichte des jungen Lehrers Alex (Matthias Schweighöfer), der, ausgelöst durch die Trennung von seiner Freundin... [mehr]

CARS 2: Mit Sebastian Vettel, Thomas Kretschmann und Robbie Williams im Synchronstudio
Wenn sich Musiker und Frauenschwarm Robbie Williams, Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel und Hollywood-Star Thomas Kretschmann für eine gemeinsame... [mehr]

Die Stars aus CARS 2 zu Gast bei der DTM in München am 16. Juli!
Zwei Tage volles Programm verspricht das DTM Event am 16. und 17. Juli im Münchener Olympiastadion. Keine Frage – das wollen sich auch die Stars aus... [mehr]

Robbie Williams kommt zur Deutschlandpremiere von CARS 2 nach München!
Wenn die CARS am 28. Juli über die Kinostartlinie sausen, findet abends in München zeitgleich die Deutschlandpremiere statt – mit Superstar Robbie... [mehr]

Rekordverdächtig: Großes CARaufgebot in CARS 2!
Am 28. Juli 2011 ist es soweit: Die Stars aus CARS sind zurück! In CARS 2 erobern die beliebten Helden auf vier Rädern erneut die Kinoleinwände. Auch... [mehr]



Interviews

Bei DigitalVD.de gibt es Interviews mit Prominenten, Stars oder Schauspielern. Ein Interview ist eine Befragung mit dem Ziel persönliche Informationen oder Sachverhalte zu einem Thema zu erhalten. Das journalistische Interview ist die bekannteste Form der Befragung. Wir befragen Personen persönlich, telefonisch oder per E-Mail. Unsere Interviews werden in unterschiedlicher Form durchgeführt. Zusammen mit unseren Biografien liefert das Interview ein schönes Gesamtbild zu einem Schauspieler(in).

Wir führen Interviews mit Schauspieler und Schauspielerinnen, Regisseure und andere Prominente aus der Film-Branche. Möchten Sie auch gerne ein Gespräch mit uns führen? Sprechen Sie uns an.

[A]  [B]  [C]  [D]  [E]  [F]  [G]  [H]  [I]  [J]  [K]  [L]  [M]  [N]  [O]  [P]  [Q]  [R]  [S]  [T]  [U]  [V]  [W]  [X]  [Y]  [Z]

Gezielt ein Interview suchen:






+++ ..DVD-RUBRIKEN.. +++

Alles Gute!

zum heutigen Geburtstag
wünschen wir folgender Person:
Beau Bridges, und allen anderen!
> Weitere Geburtstage...