Sie befinden sich hier: Home - Interviews - T - Interview mit Tom Tykwer: Heaven

Der Hobbit - Smaugs Einöde Der Hobbit - Smaugs Einöde

Smaugs Einöde

Zusammen mit Zauberer Gandalf und 13 Zwergen unter der Führung von Thorin Eichenschild versucht Bilbo ...
...jetzt mehr!

Interview mit Tom Tykwer: Heaven

Tom Tykwer ist der Regisseur des Films Heaven Frage: Tykwer verfilmt Kieslowski. Wie haben Sie sich dieser Aufgabe genähert? Tom Tykwer: Für mich war die Tatsache, dass es sich um ein ...

* 23. Mai 1965 in Wuppertal, Nordrhein-Westfalen, Deutschland, Regisseur, Autor, Produzent, Komponist Tom Tykwer wurde 1965 in Wuppertal geboren. Schon als Elfjähriger drehte der filmbegeisterte Tykwer erste Super-8-Filme. Seit 1980 jobbte er in Programmkinos. 1988 übernahm er die Programmierung ... [komplette Biografie]

Interview mit Tom Tykwer


Tom Tykwer ist der Regisseur des Films Heaven

Frage: Tykwer verfilmt Kieslowski. Wie haben Sie sich dieser Aufgabe genähert?

Tom Tykwer: Für mich war die Tatsache, dass es sich um ein Kieslowski-Drehbuch handelt, nie Ausschlag gebend, abgesehen davon, dass ich sicher war, in jedem Fall etwas qualitativ Interessantes zu lesen zu bekommen. Das ist bei den Drehbüchern, die als Angebote ins Haus kommen, nicht unbedingt der Regelfall. Ein fremdes Drehbuch muss sich für mich im besten Fall so lesen, als hätte ich es schreiben können - oder noch besser, als hätte ich es gerne selbst geschrieben. Dieser Effekt hatte sich bislang aber noch nie eingestellt. Ich fand in all diesen Büchern nie den spezifischen Grund, warum ich das machen und zwei Jahre meines Lebens investieren müsste. Heaven war natürlich gleich besonders interessant, weil mir die Autoren bekannt und vertraut waren und ich sie natürlich auch verehre.

Das Entscheidende war aber, dass ich genau diesen Hintergrund nach der dritten Seite bereits vergessen hatte. Ich bin in das Drehbuch eingetaucht, als sei es meines. Ich verstand ganz genau, worauf die Geschichte abzielt, und zwar nicht nur auf einer expliziten Ebene, sondern auch implizit, also atmosphärisch, jenseits der moralischen Konflikte und der narrativen Zusammenhänge. Ich habe die ursprüngliche Qualität des Projekts begriffen und konnte mich darin spiegeln. Ich hatte ganz stark das Gefühl, dass das Buch auch an Themen anknüpft, die ich in meinen bisherigen Filmen aufgegriffen hatte, allerdings auf eine mir bislang unbekannte Weise. Diese Herausforderung wollte ich unbedingt annehmen.

Frage: Was war der genaue Grund, warum Sie sich inhaltlich von Heaven angesprochen fühlten?

Tom Tykwer: Von dem Drehbuch geht eine Stimmung aus, die mich unmittelbar berührt. Gleich beim Lesen habe ich diese Welt, diesen Kosmos, der sich vor mir öffnet, sofort mitgestaltet. Das ist bei fremden Drehbüchern sonst nie so. Da habe ich eigentlich immer das Gefühl, als müsste ich die Sprache eines Anderen bebildern. Bei Heaven hatte ich nie den Eindruck, als würde ich auch nur eine Sekunde der Illustrator einer fremden Idee sein. Ich habe das Buch sofort verinnerlicht und visuelle Ideen entwickelt. Ich hatte auch sofort Besetzungsideen, die ich verfolgen wollte.

Ich habe sofort Cate Blanchett im Kopf gehabt. Damals war das nicht mehr als eine Schnapsidee, die sich zur fixen Idee entwickelt hat. Verrückterweise hat sie sich umgehend erfüllt. Man schickte Cate das Drehbuch zu, und zwei Wochen später hatte sie zugesagt. Das war nicht nur unglaublich, sondern auch ein bisschen unheimlich. Die Dynamik, die das Projekt ergriff, war verblüffend. Alles kam sehr schnell ins Rollen. Ich muss auch anmerken, dass ich mich gerade noch in der Postproduktion von Der Krieger + die Kaiserin befand, ein Film über zwei Menschen, die auf sehr schwierige Weise zueinander kommen und lernen, einander zu lieben. Einer der beiden, in diesem Fall die Frau, übernimmt die führende Rolle, wer wem das Lieben beibringt. Jemand, der sich zurückgezogen und emotional eingekerkert hat, muss mit unglaublicher Inbrunst und Ausdauer wieder für intensive Emotionen geöffnet werden. Das ist natürlich ein Aspekt, der sich in Heaven ganz klar wiederfindet. Natürlich sind die Rollen hier vertauscht, und das Setting ist radikal anders, wodurch der Film ein ganz anderes Klima bekommt.

Frage: Haben sich die beiden Projekte in irgendeiner Form befruchtet?

Tom Tykwer: Es hat mich gereizt, die Gegenperspektive einzunehmen. Nicht nur aufgrund des geschlechtlichen Rollentausches, sondern auch durch die Konstellation, die fast noch aussichtsloser und verhängnisvoller ist. Das macht die Brillanz von Kieslowski und Piesewicz als Autoren aus. Bei ihnen führen sehr einfache Ausgangselemente zu einer verheerenden Verstrickung. Als Betrachter ist man verzweifelt darum besorgt, dass die Helden, in deren Nähe man vom Film förmlich gezwungen wird, sich aus dieser Verstrickung befreien können. Das Tolle ist, mit welch einfachen Strichen dieser Entwurf aufs Papier geworfen wurde. Es gibt eine Frau, die einen unverzeihbaren Irrtum begeht: Sie tötet unschuldige Menschen. Dennoch bleibt sie im Zentrum des Filmes. Als Zeugen ihrer graduellen Entwicklung sind wir gezwungen, Verständnis für sie und die Wandlung, die sie durchmacht, zu haben. Das ist eine große Herausforderung, denn sie ist eine Figur, von der wir uns moralisch eigentlich distanzieren wollen. Wir haben versucht, einen Film zu machen, der diese moralische Distanz überwindet und der einem das Herz öffnet für Personen, die verloren zu sein scheinen.

Frage: Hat Heaven Sie auch deswegen interessiert, weil sich gerade ein anderer Autor Ihrer Themen angenommen hat und einen Blick darauf richtet, den Sie selbst womöglich nie gehabt hätten?

Tom Tykwer: Das Gefühl ist in jedem Fall, dass es das Buch ist, das ich immer schreiben wollte, aber niemals geschrieben habe. Es komplettiert einen Aspekt meiner Themen auf den ich immer gewartet habe. Aus der Innenperspektive entgehen einem immer entscheidende Dinge. Ich hatte das Gefühl auf einmal Zugriff auf eine Außenperspektive zu haben, die mich auf einen Pfad führt, den ich noch nicht beschritten habe. Es ist auch wichtig zu sehen, dass ich das Buch mit Anthony Minghella noch einmal sehr umfassend bearbeitet habe.

Anthony Minghella sieht sich selbst primär als Autor und erst dann als Regisseur. Das habe ich in der Zusammenarbeit auch deutlich gemerkt und stark davon profitiert. Mit ihm habe ich noch einmal einen Weg in die Geschichte gegraben, bis ich sie komplett verinnerlicht und ganz zu meiner gemacht hatte. Es gab nie eine besonders ausgeprägte Stimmung während der Produktion, sich auf Kieslowski und Piesewicz zu beziehen. Es gab immer nur die Haltung, sie nie ganz vergessen zu dürfen. Aber es sollte ein völlig unabhängiger Film werden, der eine genuine Vision darstellt. Eine Testamentsvollstreckung war das letzte, was wir im Sinn gehabt hätten.

Frage: Sie haben die Locations aus der ursprünglichen Vorlage übernommen. Gibt es einen Grund, warum Heaven in Italien spielen muss?

Tom Tykwer: Wieder so eine Geschichte, die für mich völlig evident war. Wie es mir bei Der Krieger + die Kaiserin sehr früh klar war, dass er in Wuppertal spielt, oder ich immer wusste, dass Lola in Berlin rennen muss, und Winterschläfer in den Süden Deutschlands gehörte, so musste Heaven in Italien angesiedelt sein. Das hat speziell etwas mit einer spirituellen Präsenz in einem Land zu tun. Dieser Bezug auf das Theologische und Transzendente überhaupt in diesem Film war auf ganz intuitive Weise nirgendwo besser aufgehoben als in Italien, besonders in einer geometrisch so beunruhigenden Stadt wie Turin, die gleichzeitig immer schon ein Zentrum des Okkulten, ein Sektenzentrum der Welt mit unglaublich vielen Glaubensnuancen war. Das wollte ich konterkarieren mit der lyrischen Kraft der toskanischen Landschaft, die etwas sehr Melancholisches aber gleichzeitig Befreiendes hat. Wenn die Charaktere in der Toskana ankommen, wissen wir, dass die Dinge eine Klarheit bekommen werden, die vorher nicht sichtbar werden. In Turin, wo der Film beginnt, dominiert noch die Finsternis und die Negativität.

Frage: Das Wesen einer insgesamt etwas grauen Industriestadt ...

Tom Tykwer: Aber auch eine architektonisch unglaublich schöne und interessante Stadt, die im Kino völlig unterrepräsentiert ist. Ich habe "Rocco und seine Brüder" allein immer dafür geliebt, dass er Turin endlich einmal etwas ausführlicher zeigt. Es gibt den selben komplizierten Kontrast, den ich auch in Wuppertal wahrgenommen habe. Industrie und Arbeitswelt stehen inmitten einer historisch gewachsenen Substanz. Trotz aller Modernität ist die Atmosphäre von vergangenen Jahrhunderten überall präsent. Das Irrste an Turin war für mich aber die Entdeckung der nachgerade brutalen graphischen Strenge dieser Stadt. Als wir die Stadt mit dem Helikopter überflogen, wurde mir das erst richtig deutlich. Man kann ein geradezu erdrückendes Gitternetz über die Stadt legen, das natürlich auch unsere Helden gefangen hält. Die Helden müssen also nicht einfach nur aus dem Gefängnis raus, sondern auch aus dieser Stadt, die einen aufgrund ihrer Struktur nicht loslässt. Die Toskana ist das genaue Gegenmodell. Die weichen Hügel, die farblich ineinander übergehen, stehen sinnbildlich für eine geradezu grenzenlose Landschaft.

Frage: Die Reise der Protagonisten von der Dunkelheit ins Licht wird auch von der entsprechenden Farbgebung unterstützt.

Tom Tykwer: Wir haben auch das Material entsprechend gefiltert. Mein Kameramann Frank Griebe und ich haben viele Experimente gemacht und immer nach neuen Nuancen gesucht, um den Film von einer gewissen Härte und Gewalttätigkeit langsam in Richtung einer sanfteren, anschmiegsameren und offeneren farblichen und bewegungstechnischen Erzählweise zu bewegen. Wir haben uns lange damit beschäftigt, wie man das machen kann, ohne zu auffällig zu sein. Und doch sollte es spürbar sein, wie sich der Film von einem Zustand in den anderen bewegt und der Film selbst ein anderer wird.

Frage: Damit reflektieren Sie auch die Entwicklung Philippas?

Tom Tykwer: Eigentlich die Entwicklung beider Figuren. Natürlich steht im Zentrum die Befreiung einer Frau, die die Welt in erstarrten Mustern betrachtet, und die Überwindung von Negativität.

Frage: Und dafür hatten sie von Anfang an Cate Blanchett im Sinn?

Tom Tykwer: Ich könnte mir vorstellen, dass es viel damit zu tun hat, dass sie dieses Spektrum schon im Gesicht trägt. Cates Präsenz ist Fleisch gewordene Ambiguität. Es ist ungeheuer anspruchsvoll sie zu fotografieren. Sie hat ein Gesicht, das immer in der Lage ist zu changieren. Gleichzeitig gibt es auf der Welt nur wenige, die nicht nur im technischen, sondern auch im auratischen Sinne ihre Ausstrahlung so beherrschen wie sie. Sie beherrscht das Wechselspiel zwischen absoluter Kontrolle und völligem emotionalen Loslassen. Das ist sehr wichtig, weil es auch die Figur kennzeichnet, die sie spielt: eine Person, die in der Lage ist, in einem geradezu besessenen Stadium eine kontrollierte Tat zu begehen, die sich auch innerhalb ihres schematisierten Denkens rechtfertigen lässt. Indem sie Gefühle und Liebe wieder zulässt, ändert sich auch ihr Blick auf die Welt.

Frage: Cate Blanchett ist für den Außenstehenden sicherlich die offensichtlichere Wahl als Giovanni Ribisi für die Rolle des Filippo.

Tom Tykwer: Der Film ist abhängig von der Präsenz der beiden und der Balance zwischen ihnen. Es war uns immer klar, dass der Film mit der Chemie der beiden steht und fällt. Giovanni Ribisi war der erste, den ich konkret für die Rolle getroffen habe, was daher kam, dass er eines Tages einfach auf der Matte stand, als ich in Dortmund in der Mischung von Der Krieger + die Kaiserin war. Ich hatte den Kopf nicht so recht frei und wollte mich eben zehn Minuten mit ihm unterhalten. Daraus wurde ein dreistündiges, unglaublich intensives Treffen. Es hatte den seltsamen Effekt, dass ich sofort Filippo vor mir sah. Ich wollte aber nicht glauben, dass der erste die richtige Wahl sein könnte, und musste mir erst einmal Gewissheit verschaffen. Ich traf dutzende und dutzende von Schauspielern, viele sehr interessant, aber Filippo tauchte eben nicht am Ende auf, wie ich es mir eingebildet hatte. Ich musste den ganzen Weg offensichtlich nur gehen, um zu erkennen, dass mein allererster Eindruck tatsächlich der richtige war und ich Filippo gleich am Anfang gesehen hatte. Giovannis Art von zärtlicher Besessenheit prädestinierte ihn für den Part. Da war ein stille Entschlossenheit und Insistenz, er müsse Filippo unbedingt spielen, dass ich mich irgendwann in ihm spiegeln konnte. Ich gewann den Eindruck, er hätte das Buch als Schauspieler so gelesen, wie ich es als Regisseur getan hatte.

Frage: War es Ihnen immer klar, Ihr altes Team, z. B. Frank Griebe als Kameramann und Mathilde Bonnefoy als Cutterin, zu engagieren?

Tom Tykwer: Zunächst einmal hätte ich den Film nicht gemacht, wenn X Filme ihn nicht produziert hätte. Die Arbeit mit Maria Köpf, Stefan Arndt und Manuela Stehr war die Grundlage, die ja auch gegeben war. Unsere Voraussetzung war, dass Heaven nach unseren Regeln und unseren künstlerischen Parametern gemacht wird. Für mich gehört dazu, dass ich meine wichtigsten Mitarbeiter an meine Seite hole. Gerade nach diesem Film bleibt für mich die Erkenntnis, dass ich diese Gruppe, mit der ich ja auch in meine Filme hineingewachsen und groß geworden bin, nicht verlieren will. Ich brauche diese Leute, um verstehen zu können, was ich in einem Film machen will. Durch Frank begreife ich erst, warum ein Bild, das mir vorschwebt, einen Sinn ergibt. Durch den Szenenbildner Uli Hanisch begreife ich erst, warum eine Atmosphäre in einem bestimmten Raum eine bestimmte Farbe fordert. Und durch Mathilde begreife ich erst, warum ein Film nicht vor dem Dreh, sondern nach dem Dreh geschrieben wird.

Frage: Es war auch Ihre längste Postproduktion bislang.

Tom Tykwer: Die Postproduktion war nicht wesentlich länger als bei Lola rennt oder Winterschläfer. Der Krieger + die Kaiserin ging auch nur deshalb schneller, weil wir aufs Gaspedal getreten haben, um mit Heaven anfangen zu können. Im Prinzip muss man nach dem Dreh mit einem Jahr Postproduktion rechnen. Ich gebe zu, in diesem Fall war die Schnittzeit besonders lange. Dass wir mit dem Material so sehr gerungen haben, hat einen einfachen Grund: Wir wollten, dass der Film so präzise wie nur möglich wird. Es durfte keine einzige Sekunde geben, in der der Film geschwätzig wird.

Die Klarheit des Drehbuchs hatte mich von Anfang an besonders fasziniert. Mit klaren Worten etwas zu formulieren, das ausgesprochen komplex und widersprüchlich ist, das ist die größte Herausforderung beim Filmemachen. Entsprechend lang war der Weg. Wir hatten auch Dinge gedreht, die von der Klarheit und Fokussierung des Films wegführten. Diesen Ballast mussten wir loswerden und Heaven die Reinheit schenken, die er verdient hat. Mathildes Mut und Leistung besteht darin, mich dahingehend zu bedrängen, auch Spektakuläres herauszuschneiden und den Film auf seine Essenz zu reduzieren. Komprimierter und klarer hätte der Film nicht werden können.

Frage: Was konnten Sie in diesem Zusammenhang von einem Routinier wie Sydney Pollack lernen, der in seiner Karriere so manchen Film in nur wenigen Wochen fertig machen musste, um unverschiebbare Starttermine zu halten?

Tom Tykwer: Ja, solche Geschichten erzählt er einem. Da bin ich dann immer fassungslos. Er hat mir gestanden, dass mancher Film von ihm wohl eine Viertelstunde kürzer geworden wäre, wenn er mehr Zeit am Schneidetisch gehabt hätte. Das gibt ihm natürlich aber auch einen wahnsinnig konzentrierten Blick auf das Wesentliche. Er erkennt in Windeseile, wo man sich verschnitten hat oder im Film ein Ablenkungsmanöver startet. Detektivisch ist er rasend schnell. Er zeigt sofort in die Wunden, und das ohne oberlehrerhaften Gestus. Ganz frei von Besserwisserei entschlackt er dir den Film im Handumdrehen. Den Part des im europäischen Sinne nachdenklicheren Beraters fiel Anthony Minghella zu. Er kennt diese Situation, wie es ist, wenn jemand dem Filmemacher erzählen will, wie der Film aussehen soll. Auf diesem Gebiet bewies er unglaubliches Fingerspitzengfühl, Mathildes und meine Handschrift nicht zu verwischen und uns dennoch die richtigen Anstöße zu geben.

Frage: Teile der Musik von Heaven stammen wieder aus Ihrer Feder. Der Anteil der Fremdmusik ist diesmal aber größer als bei voran gegangenen Produktionen.

Tom Tykwer: Der Großteil der Musik stammt von Arvo Pärt. Seine Musik tauchte schon während der Produktion auf. Der Regieassistent Sebastian Fahr spielte mir die damals neue Platte von Arvo Pärt, "Alina", vor. Das gefiel mir sehr gut, ich hatte aber Angst, diese Musik könnte den Film zu weich machen. Erst im Schnitt habe ich erkannt, dass die Stücke von Arvo Pärt in ihrer Anmutung zwar sehr zart sind, aber doch auch über eine große Strenge in ihrer Organisiertheit verfügen. Nichts anderes wollen wir mit dem Film erreichen: Wir wollten ihn zärtlich, emotional und menschlich machen, aber zugleich auch wohl organisiert und klar konturiert betrachten. Wir haben gemerkt, dass Pärt uns hilft, den Überblick zu bewahren und nie die Klarheit aus den Augen zu verlieren. Die Klarheit, die ich bereits angesprochen habe, ist durch Pärt noch verschärft worden. Wir haben die Musik am Schneidetisch benutzt, bis es für uns völlig undenkbar war, dass eine andere Musik damit konkurrieren könnte.

Frage: Wie sehen Sie Heaven in Ihrer eigenen Entwicklung?

Tom Tykwer: Heaven ist noch viel zu präsent, als dass ich mir ein Urteil anmaßen würde. Ich habe extrem mit dem Film gerungen und im besten Sinne mit ihm gekämpft. Ich bin noch ganz im Rausch dieser unglaublich intensiven Arbeit. Ich merke aber auch, dass ich in einer gewissen Weise ein quintessentielles Gefühl zu dem Ergebnis habe. Ich muss das weiter beobachten, wie sich das entwickelt und was das im Hinblick auf meine nächsten Arbeiten bedeutet. Ich habe aber auch noch keine Ahnung, was als nächstes kommt. Jetzt mache ich erst einmal Pause, weil ich nach vier Filmen am Stück erst einmal wieder zu mir kommen und Zeit haben muss, mehr als ein Buch im Monat zu lesen. Ich bin wild entschlossen, erst einmal inne zu halten und viele Gedanken, die gegenwärtig eine große Präsenz haben, neu zu ordnen.

Das Gespräch führte Thomas Schultze, November 2001 (DJFL)


Alle Interviews mit Interview mit Tom Tykwer: Heaven

Interview mit Tom Tykwer: Vollblut-Filmemacher
"Mit Bernd Eichinger hat man einen Vollblut-Filmemacher als Partner!" Frage: Wann sind Sie das erste Mal auf den Roman „Das Parfum“ aufmerksam geworden? Tom Tykwer: Ich war Anfang 20, [mehr]

Interview mit Tom Tykwer: Heaven
Tom Tykwer ist der Regisseur des Films Heaven Frage: Tykwer verfilmt Kieslowski. Wie haben Sie sich dieser Aufgabe genähert? Tom Tykwer: Für mich war die Tatsache, dass es sich um ein [mehr]

Interview mit Tom Tykwer: Der Krieger und die Kaiserin
Tom Tykwer führt Regie bei dem Liebesdrama Der Krieger + die Kaiserin. Frage: Wie schwierig ist es, den ersten Film nach dem Erfolg von Lola rennt zu machen? Tom Tykwer: Der Trick war, einfach [mehr]

Interview mit Tom Tykwer
Tom Tykwer führt Regie bei dem Liebesdrama Der Krieger + die Kaiserin. Frage: Wie schwierig ist es, den ersten Film nach dem Erfolg von Lola rennt zu machen? Tom Tykwer: Der Trick war, einfach [mehr]


Nachrichten rund um Interview mit Tom Tykwer: Heaven

ARGO und LIEBE bei Warner Home Video
Warner Home Video Germany veröffentlicht im ersten Quartal 2013 die für die Golden Globes® nominierten Filme ARGO und LIEBE. [mehr]

Neue Rezensionen der letzten sieben Tage!
Wir haben die Neuerscheinungen auf DVD unter die Lupe genommen. [mehr]

TOM TYKWERS DREI - ab 27. Mai 2011 auf Blu-ray, DVD und als Download erhältlich
[mehr]

Neue Rezensionen der letzten sieben Tage!
Wir haben die Neuerscheinungen auf DVD unter die Lupe genommen. [mehr]

Neu auf DVD: Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen
Am 6. Mai erscheint Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen neu auf DVD. [mehr]

Neu auf DVD: Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen
Am 6. Mai erscheint Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen neu auf DVD. [mehr]

good!movies: Deutschland 09 - 13 kurze Filme zur Lage der Nation
DEUTSCHLAND 09 - 13 kurze Filme zur Lage der Nation und damit ein gutes Dutzend individueller filmische Blicke auf hiesige Verhältnisse ist ab 4. Dezember überall auf DVD erhältlich. [mehr]

absolut Medien: Früchte des Vertrauens (filmedition suhrkamp)
absolut MEDIEN präsentiert ab 20.11.09 auf DVD in der filmedition suhrkamp: Früchte des Vertrauens. [mehr]

Neue Rezensionen der letzten sieben Tage!
Wir haben die Neuerscheinungen auf DVD unter die Lupe genommen. [mehr]

Tom Tykwer: ''The International'' auf DVD und Blu-ray Disc
Am 17. September 2009 erscheint bei Sony Pictures Home Entertainment Tom Tykwers „The International“ auf DVD, High Definition Blu-ray Disc™ und UMD™Video. [mehr]


Blog-Einträge rund um Interview mit Tom Tykwer: Heaven

Erotik pur: Der Dritte
Die Ménage-à-Trois ist seit Jahrhunderten eines der größten Faszinosum der Menschheitsgeschichte. Stellt die traute Zweisamkeit die Pflicht dar, ist... [mehr]

DRIVE, CLOUD ATLAS und DEAD MAN DOWN: Europäische Regisseure auf Hollywood-Kurs
Immer mehr europäische Regisseure zieht es nach Hollywood – und dort empfängt man sie mit offenen Armen! Ein überzeugendes Drehbuch ist jedoch... [mehr]

Europäische Regisseure machen Karriere in Hollywood - Lasse Hallström in ''Der Hypnotiseur''
Es gibt so einige europäische Regisseure, die in Hollywood Karriere gemacht haben. Sie begannen mit erfolgreichen Filmen in ihren Heimatländern und... [mehr]

CLOUD ATLAS: Platz 2 der amerikanischen Kinocharts mit dem besten Kopienschnitt
Für Tom Tykwer und die Wachowski-Geschwister, Lana und Andy fiel am vergangenen Freitag mit dem Kinostart von CLOUD ATLAS in den USA der erfolgreiche... [mehr]

500 Jahre, sechs Schicksale, ein Abenteuer – Die Helden aus CLOUD ATLAS
Sechs Schicksale in 500 Jahren und doch ein einziges Abenteuer, in dem alle Helden in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufs Engste miteinander... [mehr]

CLOUD ATLAS - Die Geschichte eines unmöglichen Vorhabens
CLOUD ATLAS ist nicht nur durch seine außergewöhnliche Handlung und innovative Erzählstruktur ein einzigartiges Filmprojekt mit sehr viel Action und... [mehr]

Making-Of zu CLOUD ATLAS
Zur großen Europapremiere kamen sie alle nach Berlin, wo CLOUD ATLAS, das bildgewaltige Epos der Kinovisionäre Lana & Andy Wachowski und Tom... [mehr]

Der CLOUD-ATLAS-STORY-Guide - was weißt Du über die Fakten?
CLOUD ATLAS, das ist großes Kino – ein Werk für die Ewigkeit und ein Plädoyer für die Menschlichkeit. Im Zentrum steht ein Verbrecher, der sich über... [mehr]

CLOUD ATLAS startet am 15. November 2012
Sechs Schicksale in 500 Jahren und doch ein einziges Abenteuer, in dem all unsere Helden in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufs engste... [mehr]

Dreiteilige Serie „Filme sehen lernen“ erstmals komplett auf DVD bei Zweitausendeins
Filmtheorie informativ und unterhaltsam vermittelt. Wie schaffen die Filmemacher mit Technik, Tricks und Kreativität die großen Illusionen, die zu... [mehr]


Bücher rund um Interview mit Tom Tykwer: Heaven

Raoul Coutard - Kameramann der Moderne
Wie kaum ein anderer hat der Kameramann Raoul Coutard die Bildästhetik des modernen Kinos geprägt. Durch seine Arbeit für Regisseure der Nouvelle... [mehr]

Franka Potente
Ein Schauspieler bemerkt seinen Erfolg natürlich an der Vielzahl seiner Fans und an den Einspielergebnissen seiner Filme, doch noch mehr bemerkt er... [mehr]



Interviews

Bei DigitalVD.de gibt es Interviews mit Prominenten, Stars oder Schauspielern. Ein Interview ist eine Befragung mit dem Ziel persönliche Informationen oder Sachverhalte zu einem Thema zu erhalten. Das journalistische Interview ist die bekannteste Form der Befragung. Wir befragen Personen persönlich, telefonisch oder per E-Mail. Unsere Interviews werden in unterschiedlicher Form durchgeführt. Zusammen mit unseren Biografien liefert das Interview ein schönes Gesamtbild zu einem Schauspieler(in).

Wir führen Interviews mit Schauspieler und Schauspielerinnen, Regisseure und andere Prominente aus der Film-Branche. Möchten Sie auch gerne ein Gespräch mit uns führen? Sprechen Sie uns an.

[A]  [B]  [C]  [D]  [E]  [F]  [G]  [H]  [I]  [J]  [K]  [L]  [M]  [N]  [O]  [P]  [Q]  [R]  [S]  [T]  [U]  [V]  [W]  [X]  [Y]  [Z]

Gezielt ein Interview suchen:






+++ ..DVD-RUBRIKEN.. +++

Alles Gute!

zum heutigen Geburtstag
wünschen wir folgender Person:
Beau Bridges, und allen anderen!
> Weitere Geburtstage...