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Interview mit Tony Vitale: Kiss Me Guido

Tony Vitale über den Film Kiss Me Guido Am Rande des schwulLesbischen Filmfestivals in Köln trafen wir den US-Regisseur Tony Vitale. Mr. Vitale war in Köln, um seinen Film "Kiss me Guido" in ...

Interview mit Tony Vitale


Tony Vitale über den Film Kiss Me Guido

Am Rande des schwulLesbischen Filmfestivals in Köln trafen wir den US-Regisseur Tony Vitale. Mr. Vitale war in Köln, um seinen Film "Kiss me Guido" in Deutschland vorzustellen. Ausschnitte aus dem Interview wurden als WAV-Datei beigefügt und sind in englischer Sprache.

Tony Vitale wurde in New York in der Bronx groß. Er weist daraufhin, dass die Bronx zwar räumlich sehr nah am New Yorker Zentrum Manhatten ist, aber die Menschen dort sind in ihrer Geisteshaltung gute tausend Kilomenter entfernt.

Als Jugendlicher ging er immer ins Discotax, dort trafen sich immer aller italienischen Jugendlichen. Aber es war auch einer der Treffpunkt der New Yorker Schwulenszene. Er stellte schon damals fest, dass die Leute untereinander eigentlich gut auskamen. Sie tanzten zu der gleichen Musik, mochten die gleiche Musik und kleideten sich auch sehr ähnlich. Aber man unterhielt sich nicht zusammen. Er stellte sich vor, wenn man aus den beiden Gruppen jeweils einen zusammen in einen Raum sperren würde, so gäbe das bestimmt einige lustige Dialoge. Dieses Erlebnis ist die eigentliche Grundidee zu dem Film "Kiss me Guido".

Auf die Frage, ob er an jemanden bestimmtes bei dem Film gedacht habe, sagte Mr. Vitale, dass er bei der Geschichte von Frankie an John Travolta aus "Saturday Night Fever" gedacht habe.

Ansonsten ist Robert DeNiro das größte Vorbild für Tony Vitale. Mit ihm würde er gerne mal einen Film drehen. Er habe zwar mit ihm schon in drei Filmen zusammengearbeitet (Anmerkung: Für "Die Straßen der Bronx" arbeitete Mr. Vitale als Regisseur der Second Unit), sein Traum wäre es aber, mal einen Film mit Robert DeNiro zu machen, wo er, Vtiale, die Regie innehabe. Er mag die Professionalität und die Intelligenz seines italo-amerikanischen Kollegen.

Da "Kiss me Guido" auf den Sundance Festivals aufgeführt wurde, haben wir den Regisseur auch gefragt, was er von dieser Einrichtung hält. Er hält das Festvial für gut, insbesondere wenn man - wie er - das Glück hat, auch einer der Teilnehmer zu sein. Die Sundance Festivals gäben den Filmen die Möglichkeit auch einen Verleiher zu finden. Der Nachteil sei allerdings, dass nur so an die fünfzig bis sechzig Filme gezeigt werden könnten, aber gute 800 Filme eingereicht würden. Daher würde es für einen Film wirklich schwierig einen Verleiher zu finden, wenn man mit dem Film nicht bei Sundance reinkommen würde.

Aber für ihn selbst sei Sundance ein Glücksfall gewesen, da sein Film angenommen wurde und er dort in Kontakt mit Paramount Pictures gekommen sei. Sundance gebe Filmemachern die Gelegenheit, ihren Film in der öffentlichkeit zu zeigen und sei für die Indepedent-Filme die wichtigste Aufführungsmöglichkeit in den USA.

Der Film "Kiss me Guido" brauchte nach Aussage von Tony Vitale eine lange Zeit von der ersten Idee bis zur endgültigen Aufführung. Schon in 1991 schrieb er das Stück, damals noch für das Theater. In 1992 stellte er den zweiten Aufzug des Stückes fertig. Dann schrieb er das Stück 1993 in ein Drehbuch um. 1994 wurde das Drehbuch dann fertig. Um dann 1995 die Finanzierung zu regeln und dann 96 endlich mit den Dreharbeiten beginnen zu können. 1997 konnte er dann den Film endlich dem Publikum zeigen.

Auf die Frage nach den Schwierigkeiten bei der Finanzierung, führte er aus, dass es besonders schwierig gewesen sei, Leute mit Vertrauen in ihn selber und zu seinen Fähigkeiten zu finden, denn er konnte ja keine Erfahrungen vorweisen. Teilweise fanden die Leute das Drehbuch sehr interessant und wollten nur dieses kaufen, aber das wollte er wiederum nicht, denn er wollte auch der Regisseur sein.

Warum er unbedingt der Regisseur sein wollte? Nun, er glaubte nicht, dass jemand anders die Figuren so gut verstehen würde, wie er. In den Händen eines anderen, wären die Charaktere nicht so angekommen, wie bei ihm selber. Als er mit verschiedenen Personen über die Regie gesprochen hatte, kam er zu dem Ergebnis, dass er die Regie am besten selbst übernähme.

Da er auch das Recht auf den finalen Schnitt behalten hat, können wir in den Kinos schon jetzt den jetzt so liebgewonnenen Directors-Cut sehen. Aber auch das Casting lag in seinen Händen. Das Casting zog sich fast über ein Jahr hin. Besonders schwierig war die Besetzung des "Frankie". Vitale wollte jemanden der ein Macho ist, gut aussieht und aus New York kommt. Eine Woche vor Ende des Castings, spazierte auf einmal Nick Scotti herein.

Dies war ein Glücksfall für den Regisseur, denn bis dahin hatte er seinen perfekten Hauptdarsteller noch nicht gefunden. Ein anderer Glücksgriff war die deutsche Kamerafrau Claudia Raschke. Auch sie stellte sich bei Tony Vitale vor. Im Gespräch stellte sich dann sehr schnell heraus, dass sie die notwendige Sensitivität für den Film besaß. Außerdem verstand sie was von der Farbe, dem Licht und dem Witz des Films.

Auf eine lustige Situation während der Dreharbeiten angesprochen, erinnerte Mr. Vitale sich an eine Situation besonders. In dem Film gibt es eine Szene in der die Charaktere ein Theaterstück spielen. Eigentlich waren nur ein paar Sätze vorgesehen, aber die beiden Darsteller spielten einfach weiter und die Dialoge waren so lustig, dass er vor lauter Lachen nicht mehr "Cut" habe rufen können. Man habe dann schließlich Schluß machen müssen, als kein Film mehr in der Kamera gewesen sei.

"Kiss me Guido" ist auch der erste Film von ihm, allein von daher habe er schon damit zu kämpfen gehabt, dass lauter Menschen um ihn waren, die alle ihre jeweiligen Tätigkeiten schon vorher gemacht hatten, nur er hatte noch nie Regie geführt. So war es schon schwierig, den Leuten Vertrauen in seine Fähigkeiten einzuflößen. Aber noch während der Dreharbeiten konnte er seine Leute überzeugen.

Mr. Vitale hat das Filmgeschäft über "Learning by watching" erlernt. Er beobachtete wie andere Regisseure, wie z. B. Scorcese, Allen oder DeNiro, mit den Schauspielern oder den Kameraleuten sprachen. Gefreut habe ihn, dass die Paramount Studios schließlich den Film ohne jedigliche Änderungen eingekauft haben. Als kleines Problem haben sich nachher die Dialekte der Charaktere erwiesen. Selbst in den USA hätten einige Zuschauer Verständnisschwierigkeiten gehabt. Aber die Dialekte trügen doch sehr viel zum Lokalkolorit des Films bei, so Mr. Vitale. So könnte es sein, dass aufgrund der Synchronisation in den deutschen Kinos, die Zuschauer wesentlich mehr Gags mitbekämen.

Bei einem Film wie "Kiss me Guido" fragt sich natürlich, ob die Schwulenszene das Zielpublikum für diesen Film sei. Mr. Vitale denkt aber, dass die Heterosexuellen den Film genauso schätzen werden, denn die Story drehe sich um einen Heterosexueller und was dieser über die Schwulen denke. So können sie den Film durch die Augen von Frankie sehen und über sich selbst und die Filmszenen lachen Mr Vitale zieht einen Vergleich zu "Der bewegte Mann". Auch dieser Film sei kein Schwulenfilm gewesen. Dies liege auch viel an Til Schweiger, er sei ja nun auch kein homosexueller Charakter, aber die Probleme denen er gegenüber stehe, seien sehr ähnlich denen von Frankie.

US-Kritiker haben den Film vorgeworfen, die Abkürzung "GWM" (Gay white male) sei in den US eindeutig und es könne keine Verwechslung geben. Dazu sagt Mr. Vitale, dass Frankie nun mal sehr jung und aus der Bronx sei. Frankie war niemals dieser Situation ausgesetzt. Niemals zuvor habe er einen Zimmergenossen such müssen und habe dementsprechend auch nie vorher die Wohnungsanzeigen in der Zeitung gelesen. Frankie ist halt naiv, aber nicht dumm. Daher müsse man Frankie vergeben, dass er nicht weiß, was GWM heiße.

Schließlich sind wir noch auf sein nächstes Projekt zu sprechen gekommen. In seinem neuen Film wird es über Beziehungen zwischen Weißen und Schwarzen gehen. Es geht um eine junge Schwarze und ihrem weißen Freund, einem Busfahrer. Sie fahren beide zusammen mit einem (internationalen) Sightseeing Bus durch New York. Er möchte Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden Gesellschaften aufzeigen. Allerdings steht die Finanzierung für dieses Projekt noch nicht. Auch nach "Kiss me Guido" sei es für ihn nicht einfacher geworden an Geld zu kommen. Er hat nun zwar mehr Kontakte, aber muss immer noch die Leute von der Story überzeugen. Und die Story ist nicht "political correct" und somit z. Z. schwer zu verkaufen.

Zum Abschluß hat uns Tony Vitale noch gestanden, dass er, wenn er so in zwanzig Jahren seine zehn Filme gedreht hat, die ihm wirklich zugesagt haben, gerne Lehrer werden möchte. Lehrer zu sein, sei vergleichbar mit Filmemachen. Denn man möchte auch beim Filmen gerne den Menschen gerne etwas mitteilen. Beim Filmen habe man natürlich ein viel größeres Publikum aber es sei auch viel schwieriger diese Mitteilung zu publizieren. Als Lehrer müsse man sich halt z. B. nicht um einen Verleiher oder um Schauspieler kümmern. (DJFL)


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