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Interview mit Ulrich Matthes: Dre Untergang

"Während der Vorbereitungen habe ich aber die Moral nicht vergessen." Ulrich Matthes ist der Darsteller des Joseph Goebbels in dem deutschen Kinofilm Der Untergang. Frage: Sie spielen Goebbels ...

Interview mit Ulrich Matthes


"Während der Vorbereitungen habe ich aber die Moral nicht vergessen."

Ulrich Matthes ist der Darsteller des Joseph Goebbels in dem deutschen Kinofilm Der Untergang.

Frage: Sie spielen Goebbels – wie geht man eine solche Rolle an?

Ulrich Matthes: Abgesehen vom handwerklichen Aspekt der Arbeit an einer Rolle ist die Hauptschwierigkeit hier, die eigene Moral von der Psychologie zu trennen. Er selber fand sich ja nicht böse. Während der Vorbereitungen habe ich aber die Moral nicht vergessen; ich habe die Tagebücher gelesen, ein Riesenkonvolut von 2.000 Seiten, und das ist eine sehr merkwürdige Erfahrung. Der damals 20-jährige wird plastisch, man lernt ihn bis zu seinem Ende kennen durch das, was er täglich lebt, denkt fühlt – und trotzdem bleibt er ein Rätsel, denn diese ganze Negativenergie, diese Obsession, der Mangel an Mitgefühl mit seinen Opfern durchzieht sein ganzes Leben und stellt sich selbst – zumindest in den Tagebüchern – niemals in Frage. Das habe ich bis zum letzten Drehtag als Rätsel mit mir herumgeschleppt.

Frage: Was empfindet man als kritischer Zeitgenosse, wenn man eine solche Uniform anzieht?

Ulrich Matthes: Ich habe darüber nachgedacht, und muss gestehen, einerseits hat das schon was. In der geschützten Umgebung des Studios kommt etwas faszinierendes, komödiantisch-schönes auf, ein gewisser Kitzel – es wäre geheuchelt und verlogen, wenn ich das nicht zugeben würde. Andererseits habe ich mich auch seit langer Zeit wieder einmal geschämt, Deutscher zu sein. Das letzte Mal fühlte ich mich auf einem Theatergastspiel in Israel so – das war Scham, nicht nur das Verantwortungsgefühl, das mich als Deutscher ja ständig begleitet. In St. Petersburg hat mich diese Scham wieder eingeholt, als ich in dieser Uniform, dieser Art von zweiter Haut, über die Straße ging. Da kann man gar nicht anders, als dass einem die Vergangenheit in den Körper kriecht.

Frage: Welche Hoffnung verbinden Sie mit diesem Projekt?

Ulrich Matthes: Es macht mich immer total wahnsinnig, wenn die Leute sagen, schon wieder ein Nazi-Film, wir können das nicht mehr sehen. Oder wie Walser damals, Auschwitz als Moralkeule – das hat mich richtig empört, ich fand es so kalt und schrecklich! Wenn sich also ein Film mit einem Drehbuch dieser Qualität um dieses Thema bemüht, dann ist das außerordentlich wichtig. In diesem konkreten Fall finde ich es auch richtig, dass diese zu Monstern dämonisierten Figuren nicht in ihrer Überhöhung gezeigt, sondern tatsächlich zu Menschen werden. Als politisch bewusster Mensch ist man wohl genug mit den Dokumentationen gefüttert worden, die diese Figuren in ihrer fast roboterhaften, fanatischen Ideologisiertheit zeigen. Erst beide Seiten einer Figur ermöglichen es, in sich selber zu reflektieren, welche gesellschaftlichen, privaten, intimen und psychologischen Zusammenhänge dazu führen konnten, „böse“ zu werden.

Frage: Beinhaltet dieser Film für Sie speziell „Deutsches“?

Ulrich Matthes: Natürlich, wir sind ja die Täter, und deswegen hätten wir eigentlich viel früher schon die verdammte Pflicht und Schuldigkeit gehabt, uns dieses Themas auch filmisch anzunehmen. Möglicherweise ist es aber ein Tabu gewesen, diese Menschen auch mit ihrer Psychologie zu zeigen. Als ich von dem Projekt erfuhr, habe ich auch erst gedacht: Ach du lieber Gott, das ist irre heikel, Hitler im Schlafanzug, das ist ja wahnsinnig gefährlich. Aber ich fand das Drehbuch so gut, dass ich voll und ganz darauf vertraute, dass wir es in diesem komplizierten Balanceakt schaffen würden, die Figuren weder zu dämonisieren noch zu heroisieren. Es ist doch eine Aufgabe für deutsche Filmemacher, sich auch zu diesen letzten Wochen zu äußern. (DJFL)


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