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Interview mit Winfried Bonengel: Führer Ex

Winfried Bonengel ist der Regisseur und Drehbuchautor des Films Führer Ex Frage: Sie kennen Ingo Hasselbach sehr lange. Mit ihm zusammen haben Sie den Bestseller „Die Abrechung – Ein Neonazi steigt ...

Interview mit Winfried Bonengel


Winfried Bonengel ist der Regisseur und Drehbuchautor des Films Führer Ex

Frage: Sie kennen Ingo Hasselbach sehr lange. Mit ihm zusammen haben Sie den Bestseller „Die Abrechung – Ein Neonazi steigt aus“ geschrieben. Wie ist die Idee zum Film entstanden?

Winfried Bonengel: Die Idee zum Film entstand noch vor dem Buch. Ich traf Ingo das erste Mal vor zehn Jahren als ich für den Film „Wir sind wieder da“ recherchierte. Kurz darauf stieg Ingo aus der Szene aus. Ich war sofort davon überzeugt, dass seine Geschichte ein geeigneter Stoff für einen Spielfilm sei. Das Buch haben wir dann aber doch zuerst geschrieben, denn ich war der Meinung, damit die beste Grundlage für den Film zu schaffen.

Frage: Welche Bedeutung hat der Film Führer Ex für Sie?

Winfried Bonengel: Ich musste diesen Film einfach machen. Ich habe jahrelang ungeheuer dafür gekämpft, dass er überhaupt realisiert werden konnte. Manchmal habe ich daran gezweifelt, dass man diese Art von Kino in Deutschland überhaupt machen kann. Um so stolzer bin ich nun, dass es dennoch gelang. Was mich aber am meisten freut: Erste Zuschauerreaktionen zeigen, dass es mir gelungen ist, zumindest emotional nachvollziehbar zu machen, wie jemand zum Neonazi werden kann. Genau das war mein Ziel.

Frage: Ihr Film handelt von einer tiefen Freundschaft. Was bedeutet Freundschaft für Sie?

Winfried Bonengel: Freundschaft das absolut Wichtigste im Leben, gerade in dem Alter der Protagonisten des Films. Wenn man älter wird, knüpft man einfach viel seltener derar t intensive Freundschaften. Später geschlossene Freundschaften haben etwas von ihrer Unschuld verloren. Für mich persönlich hat Freundschaft einen extrem hohen Stellenwert. Freundschaft ist etwas Unantastbares. Meine Freundschaft zu Ingo, basiert neben einem generellen Grundverständnis vor allem darauf, dass wir die gleiche Art von Humor haben.

Frage: War es schwierig, einen Produzenten für diesen außergewöhnlichen Stoff zu finden?

Winfried Bonengel: Mit dem Buch war ich bei einigen Produzenten. Viele hatten Zweifel an der Kommerzialität des Stoffes und an meiner Fähigkeit als Spielfilmregisseur, weil ich bis dahin fast ausschließlich als Dokumentarfilmer tätig gewesen war. Alle waren sich aber einig, dass es sich um ein sehr gutes Buch handelte und das es umgesetzt werden sollte. Doch den nötigen Mut und ein hohes Maß an persönlichem Engagement, das für die Verwirklichung eines solchen Stoffes unerlässlich ist, brachte niemand auf. Bis ich auf Laurens Straub von Next Film stieß. Als Holländer, der lange in Frankreich gelebt hatte, konnte Laurens einfach einen andern, unvoreingenommeneren Blick auf das Thema werfen. Und er begriff sofort, worum es mir ging. Dann kam Wiebke Toppel von STUDIOCANAL PRODUKTION mit ins Boot. Sie hatte von Anfang an die richtige Sensibilität für den Film.

Frage: Haben Sie bei den Schauspielern bewusst auf neue Gesichter gesetzt? Wie war die Zusammenarbeit?

Winfried Bonengel: Mein Wunsch war es immer, mit ganz jungen, unverbrauchten Schauspielern zu arbeiten. Das erforderte natürlich sehr aufwendige Castings. Ich finde, dass sich dieser Aufwand absolut gelohnt hat. Die Zusammenarbeit mit Christian und Aaron und den anderen war wunderbar. Bereits vor den Dreharbeiten habe ich sehr viel Zeit mit ihnen verbracht. Wir haben diskutiert, Sport gemacht und uns so sehr gut kennen gelernt. Denn das Wichtigste für den Dreh ist, dass von Anfang an ein großes Vertrauen da ist.

Frage: Führer Ex ist Ihr Kinospielfilmdebüt. Worin besteht der Unterschied zu Ihrer Arbeit als Dokumentarfilmer?

Winfried Bonengel: Ich bin eher zufällig zum Dokumentarfilm gekommen, denn eigentlich habe ich ja Spielfilmregie studiert. Da ich aber unbedingt drehen wollte und mir das Geld fehlte, einen Spielfilm zu machen, begann ich als erstes mit einer Dokumentation, der bald weitere folgten. Meine Arbeitsweise bei Führer Ex unterschied sich eigentlich gar nicht so sehr. Auch wenn wir zu einem großen Teil sehr intensiv mit Storyboard arbeiteten, verließ ich diese etwas starre Form immer wieder und improvisierte. Die Arbeit eines Regisseurs ist immer auch psychologisch. Ich sehe da keinen großen Unterschied zwischen meinen dokumentarischen Por träts und meiner Arbeit mit den Schauspielern.

Frage: Sie leben in Frankreich. Wie ist Ihr Verhältnis zu Deutschland?

Winfried Bonengel: Ach so kompliziert ist das gar nicht. Dass ich in Frankreich lebe, ist ganz einfach zu erklären: Da ich in Deutschland keinen Studienplatz bekommen hatte, ging ich an die Filmhochschule nach Paris. Dort habe ich auch angefangen, als Regisseur zu arbeiten, und war so schnell in dieser Stadt verankert. Ich wollte zwar zurück, aber irgendwie hat sich das bisher nicht ergeben. Ich fühle mich in beiden Ländern sehr wohl und finde die bestehenden Klischees, die man so gegenseitig von sich und der jeweiligen Lebensart hat, ziemlich grotesk. Ärgerlich ist nur, dass das gegenseitige Interesse noch nie so gering wie heute war. Ich glaube, dass man sich in den 70er Jahren mehr dafür interessierte, was zumindest kulturell im Nachbarland passierte. Doch wer schaut sich in Frankreich heute schon deutsche Filme an? (DJFL)


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