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Interview mit Yoji Takeshige: Chihiros Reise ins Zauberland

"Das Unmögliche glaubwürdig machen!" Yoji Takeshige ist der künstlerische Leiter von Chihiros Reise ins Zauberland. Frage: Wie sind Sie an die Arbeit zu Chihiros Reise ins Zauberland heran ...

Interview mit Yoji Takeshige


"Das Unmögliche glaubwürdig machen!"

Yoji Takeshige ist der künstlerische Leiter von Chihiros Reise ins Zauberland.

Frage: Wie sind Sie an die Arbeit zu Chihiros Reise ins Zauberland heran gegangen?

Yoji Takeshige: Zum ersten Mal war ich eigenständiger künstlerischer Leiter. Im Gegensatz zu dem, was man auf den ersten Blick vermuten könnte, hat die Landschaft dieses Films nichts mit "My Neighbor Totoro" gemein.

Hier basieren die Bilder in erster Linie auf Hayao Miyazakis fantastischen Vorstellungen, während "My Neighbor Totoro" von real existierenden Plätzen inspiriert war. Meine Aufgabe war es, die mentalen Bilder des Regisseurs für die Leinwand umzusetzen.

Frage: Worauf haben Sie besonderen Wert gelegt bei der Erstellung der Sets?

Yoji Takeshige: Normalerweise sind meine Zeichnungen vollgestopft mit Details. Diesmal habe ich versucht, meinen Strich zu minimalisieren. Miyazaki wollte, dass ich mich auf das Verfeinern einiger visueller Motive konzentriere, aber er wollte die Bilder nicht unruhig haben.

Frage: Gab Hayao Miyazaki Ihnen weitere Anweisungen?

Yoji Takeshige: Er bat mich, beim Zeichnen Chihiros Blickwinkel zu berücksichtigen. Und er wollte, dass ich Spaß bei der Arbeit habe, was gar nicht so leicht ist, denn es ist ein schwieriger Job (lacht). Am wichtigsten war ihm, die Realität verzerrt aus Chihiros subjektiver Perspektive zu zeigen.

Frage: Als Sie die Stadt aus einer anderen Welt schufen - was war Ihre Inspiration?

Yoji Takeshige: Miyazakis Anregungen und die Gebäude im Koganei Park. Dort gibt es viele alte Häuser und alte Schilder, die sie beschreiben.

Frage: Ganz wichtig in Ihrer Arbeit ist Licht und Farbe ...

Yoji Takeshige: Auch das war Miyazakis Wunsch. Wir haben viel mehr Farbnuancen eingesetzt. Zum Beispiel die dunklen Schattierungen der Noren, der Türvorhänge im Yuya, und die grellen Farben auf der Brücke. Wir haben jede erdenkliche Rotschattierung benutzt!

Damit all diese Farben auch sichtbar wurden, durfte das Licht sie nicht übertönen, um den Farbkontrast zu erhalten. Wir wollten kein fluoreszierendes Licht, sondern eher ein schwaches rötliches wie in den alten japanischen Zeiten.

Frage: Es gibt auch viele schwach ausgeleuchtete Szenen.

Yoji Takeshige: Richtig. In der Sequenz beispielsweise, in der Chihiros Eltern in Schweine verwandelt werden, presst sich das kleine Mädchen gegen ein fast zerstörtes Haus. Diese Szene habe ich absichtlich verdunkelt.

Ich dachte, das sei ein probates Mittel, das Publikum Chihiros Furcht spüren zu lassen. Licht spielt eine große Rolle bei der Animation und darf nie vernachlässigt werden.

Frage: Das Panorama der Stadt der Götter ähnelt manchmal der Skyline von Hongkong.

Yoji Takeshige: Das ist nicht beabsichtigt. Ich wollte den Gewohnheitseffekt von Hochhaus-Citys vermeiden. Wir haben die typische Neonbeleuchtung aus den alten Tagen reproduziert.

Für die Landschaft jenseits des Wassers wollte Miyazaki ein unbekanntes Panorama, das dem Betrachter aber irgendwie vertraut erscheint. Ihr Vergleich lässt mich vermuten, dass wir erfolgreich waren. Mich selbst erinnert die Stadt an Shanghai.

Frage: Hatten Sie ein Modell für das Design des Yuya?

Yoji Takeshige: Nicht wirklich. Vielleicht hat es eine gewisse Ähnlichkeit mit den Thermalbädern von Dogo, wohin die Studiomitarbeiter alle drei Jahre fahren. Die Treppen des Badehauses sind angelehnt an Megro Miyabi Joens Dekor-Fotos, vor allem die Wandmotive und die Decken.

Auch Malereien aus dem Nijo Schloss und all die Objekte aus dem Gion Distrikt, dem Viertel der Geishas und Maiko in Kyoto, dienten als Referenzen.

Frage: Welche Szene war am schwierigsten zu zeichnen?

Yoji Takeshige: Die, in der Chihiro den Zug nimmt, um zu Zeniba zu fahren und Haku zu retten. Auch wenn die Sequenz nicht sehr belebt ist - wirklich kompliziert darzustellen war die Bahnfahrt auf dem Ozean. Viele Striche wurden von Computergrafikern hinzugefügt, aber am Anfang hatte meine Abteilung den Ton der Szene festzulegen.

Eine Zugfahrt auf dem Wasser ist keine gewöhnliche Perspektive, aber mit Zügen und Ozeanen sind wir vertraut. Die Szene musste realistisch sein. In einem Film wie Chihiros Reise ins Zauberland gibt es eine große Aufgabe: Das Unmögliche glaubwürdig zu machen.

Frage: Wovon haben Sie sich bei der Kreation von Zenibas Haus leiten lassen?

Yoji Takeshige: Es sollte wie ein altes englisches Cottage mit Reetdach aussehen. Solche Häuser gibt es noch, sie unterscheiden sich nicht sehr von alten japanischen Bauernhäusern.

Entscheidend beim Zeichnen des Hauses und all der kleinen Details, die es enthält, war die Ähnlichkeit zwischen Zeniba und Yubaba herauf zu beschwören, und gleichzeitig dem Publikum klar zu machen, dass die Moralvorstellungen der beiden Schwestern ganz unterschiedlich sind.

Frage: Welches Ziel hoffen Sie als Künstlerischer Leiter von Chihiros Reise ins Zauberland für sich persönlich zu erreichen?

Yoji Takeshige: In unserem Metier laufen wir oft durch die Straßen und suchen nach Inspiration, ein Haus, eine Straße, eine Tür, die Ecke einer Wand... wir versuchen uns vorzustellen, was sich hinter dem Objekt unserer Faszination verbergen könnte.

Wir setzen unsere Inspiration ein, um hinter das Geheimnis eines Flecks zu kommen, der uns verzaubert. Ich hoffe, diese Sensibilität mit den Zuschauern von Chihiros Reise ins Zauberland zu teilen. (DJFL)


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