Razer Firefly V2 Pro und die Basilisk V3 im Design-Duell

Razer Firefly V2 Pro und die Basilisk V3 im Design-Duell

Lange Zeit galt im Gaming-Bereich das ungeschriebene Gesetz: Schwarz, kantig und möglichst aggressiv muss es sein. Doch die Zeiten haben sich geändert. Der Schreibtisch ist längst nicht mehr nur das Cockpit für digitale Schlachten, sondern ein zentrales Design-Element im Wohnraum oder Home-Office. Der Trend geht zu „Clean Setups“ die minimalistisch, hell und technisch perfekt abgestimmt sind. Und das gerne auch mit möglichst viel Beleuchtung.

Genau hier treten zwei Schwergewichte in den Ring, die ich in den letzten Wochen testen durfte: Die Maus Razer Basilisk V3 Pro in der „Phantom White“ Edition und das dazu passende Firefly V2 Pro Mauspad. Es handelt sich dabei um eine Gaming-Maus in durchscheinenden Phantom White und eine Unterlage, die als LED-Mauspad mit vollflächiger Hintergrundbeleuchtung beworben wird.

Razer Firefly Pro Mauspad und Gaming-Maus Razer Basilisk V3 Pro 35K im Test

Die Marke Razer: Vom Underdog zum Lifestyle-Anbieter

Wer heute an Gaming-Zubehör denkt, hat fast automatisch das neon-grüne Schlangen-Logo im Kopf. Razer wurde im Jahr 2005 gegründet und bietet umfasst leistungsstarke Gaming-Peripheriegeräte, Möbel und Blade Gaming Laptops. Mit der legendären Boomslang definierte das Unternehmen quasi im Alleingang die Kategorie der „Gaming-Maus“ und setzte auf hohe DPI-Zahlen, als der Rest der Welt noch Kugelmäuse reinigte.

Der Slogan „For Gamers. By Gamers.“  ist nicht nur Marketing, sondern der Kern der Markenidentität. Razer hat es geschafft, eine Community aufzubauen und bietet mehr als nur Hardware.

Wie sieht das Razer Ökosystem aus?

Was Razer heute von vielen Mitbewerbern abhebt, ist der konsequente Wandel zur Lifestyle-Marke. Es geht längst nicht mehr nur um Klick-Latenzen oder Sensor-Präzision. Es dreht sich auch viel um Ästhetik. Produkte wie die hier getestete Phantom White Edition sind die Antwort auf den modernen „Clean Desk“-Trend. Streamer, Content Creator und Design-Liebhaber wollen keine aggressiv-schwarzen Plastikbomber mehr auf dem Tisch, sondern Hardware, die sich nahtlos in ein helles, modernes Interieur einfügt. Es muss einfach auch gut aussehen.

Razer Mauspads im Vergleich

Software vereint die einzelnen Hardware-Bausteine

Was dieses Universum aus einzelner Hardware zusammenhält, ist die Software: Razer Synapse und vor allem Razer Chroma RGB. Die Möglichkeit, Maus, Tastatur, Mauspad (wie das Firefly V2 Pro) und sogar die Philips Hue Lampen im Raum perfekt zu synchronisieren, schafft eine Immersion, die weit über das Spiel hinausgeht. Razer hat verstanden, dass das Setup heute ein Ausdruck der Persönlichkeit ist und liefert dafür die passenden Bausteine.

Was genau macht den Unterschied zwischen einer 20-Euro-Maus und dem Razer-Flaggschiff aus?

Oft hört man das Argument: „Ein guter Spieler gewinnt auch mit einer Büromaus.“ Das mag in der Theorie stimmen, ignoriert aber einen entscheidenden Faktor: Konsistenz. Im High-End-Gaming geht es darum, technische Flaschenhälse zu minimieren oder ganz aufzuheben. Wenn du verlierst, sollte es an deinem Skill liegen, nicht an deiner Hardware. Aber was genau macht den Unterschied zwischen einer 20-Euro-Maus und diesem Flaggschiff aus? Und wie setzt Razer das technisch um?

Gaming-Maus Razer Basilisk V3 Pro 35K im Test

Der Sensor liefert Präzision

Das Herzstück jeder Maus ist der Sensor. Razer verbaut hier den Focus Pro 35K Optical Sensor. Warum ist das wichtig? Es geht hier um die Fehlerfreiheit bei extremen Bewegungen. Wenn du die Maus in einem Shooter ruckartig über das Pad reißt („Flick Shot“), verlieren billige Sensoren oft das Tracking („Spin-out“). Der Focus Pro 35K garantiert eine Auflösungsgenauigkeit von 99,8 %.

Durch Features wie Smart Tracking kalibriert sich der Sensor automatisch auf der Oberfläche. Das Ergebnis ist eine pixelgenaue Übertragung deiner Handbewegung und das konsistent, immer aufs Neue abrufbar. Beispiel: Wenn ich die Hand 5 cm bewege, dreht sich der Charakter um exakt 90 Grad. Und das jedes Mal, genau so.

Die Switches: Lichtgeschwindigkeit statt Mechanik

Klassische Mäuse nutzen mechanische Kontakte, die verschleißen und eine „Entprellzeit“ (Debounce Delay) benötigen, um Fehleingaben zu verhindern. Razer setzt in der Basilisk auf die Optical Mouse Switches in der dritten Generation. Statt eines metallischen Kontakts wird beim Klicken eine Lichtschranke unterbrochen.

Was sind die Vorteile im Spiel? Die Entprellzeit wird fast vollständig eliminiert. Wir sprechen hier von einer Reaktionszeit von 0,2 Millisekunden. In schnellen Spielen kann das ein messbarer Vorteil sein. Zudem sind optische Switches immun gegen das gefürchtete „Doppelklick-Problem“, das viele mechanische Mäuse im Alter plagt.

Gaming-Maus Razer Basilisk V3 Pro 35K im Test

Ist HyperSpeed Wireless schneller als Kabel?

Lange Zeit galt Wireless als No-Go für Pros wegen der Latenz. Razer hat mit HyperSpeed Wireless diesen Mythos beerdigt. Durch ein extrem schnelles Funkprotokoll und adaptive Frequenzanpassung ist die Verbindung oft stabiler und schneller als bei herkömmlichen kabelgebundenen Mäusen. Zusätzlich hast du die absolute Freiheit auf dem Mauspad: kein Kabelzug, kein Hängenbleiben. Gerade in Kombination mit der harten Oberfläche des Firefly V2 Pro fühlt sich die Maus an, als würde sie sich auf einem Luftkissen bewegen.

Das Scrollrad: ein unterschätztes Taktik-Tool

Ein Feature, das die Basilisk V3 Pro einzigartig macht, ist das HyperScroll Mausrad. Du kannst zwischen einem taktilen Stufen-Modus (perfekt für Waffenwechsel oder präzise Skills) und dem Freilauf-Modus (für schnelles Scrollen durch Inventare oder Webseiten) umschalten. Die Maus erkennt automatisch, wenn du schnell scrollst, und wechselt selbstständig in den Freilauf. Das klingt nach Spielerei, ist aber im Eifer des Gefechts oder beim Durchforsten von langen Logs und Dokumenten ein massiver Komfortgewinn.

Gaming-Maus Razer Basilisk V3 Pro 35K im Test

Neue Gaming-Maus: Razer Basilisk V3 Pro 35K (Phantom White)

Wer glaubt, das es sich bei der Razer Basilisk V3 Pro 35K in der Phantom White Edition nur um ein optisches Update der bekannten V3 Pro, der irrt gewaltig. Unter der weißen Haube hat Razer ein  technisches Refresh durchgeführt, das dieses Modell klar von seinem Vorgänger abhebt. Im Kern ist der neue Focus Pro 35K Optical Sensor Gen-2 verbaut. Die Empfindlichkeit wird auf theoretische 35.000 DPI gehoben. Über die Software lässt sich die Auflösung nun in exakten 1-DPI-Schritten justieren. Das ist weit mehr als nur ein Feature für das Datenblatt. Es erlaubt Spieler*innen, die Sensitivität ihrer alten Maus mikrometergenau zu kopieren. Dazu passt das intelligente „Smart Tracking“, das die Maus automatisch auf verschiedene Oberflächen wie das Firefly V2 Pro oder sogar Glas abstimmt.

Ein weiteres Highlight, das man buchstäblich spüren muss, ist die Weiterentwicklung des HyperScroll Tilt Wheels. Das Mausrad war schon immer ein Alleinstellungsmerkmal der Basilisk-Serie, doch in der 35K-Version erhält der Nutzer die volle Kontrolle über die Mechanik. In der Software lässt sich jetzt präzise konfigurieren, ab welcher Drehgeschwindigkeit das Rad automatisch vom haptischen, gerasterten Modus in den widerstandsfreien Freilauf wechselt. Diese „Smart Reel“-Funktion macht richtig Spaß: Im einen Moment wechselt man im Spiel präzise die Waffen in seinem Inventar, im nächsten fliegt man im Home-Office lautlos durch lange Excel-Tabellen oder Code-Zeilen.

Gaming-Maus Razer Basilisk V3 Pro 35K im Test

Trotz der höheren Leistung konnte Razer die Akkulaufzeit im HyperSpeed-Modus auf bis zu 140 Stunden hochschrauben. Das ist ein enormer Sprung im Vergleich zum Vorgänger, der noch deutlich öfter per Kabel geladen werden musste. Und für die Skeptiker weißer Peripherie gibt es Entwarnung: Die Phantom White Edition setzt auf eine speziell veredelte Oberfläche, die sich nicht nur griffiger anfühlt, sondern auch resistenter gegen die typischen Verfärbungen und Abnutzungserscheinungen wirkt, die man von günstigeren weißen Kunststoffen kennt.

Die Maus kostet bei Razer 179,99 Euro (Stand Februar 2026). Details findet ihr hier: https://www.razer.com/razer-basilisk-v3-pro-35k/

Beleuchtetes Gaming-Mauspad: Razer Firefly V2 Pro

Ich nutze seit Jahren ein einfaches Mauspad von Razer im Büro-Alltag. Daher war ich sehr gespannt auf das Firefly V2 Pro. Die mikrotexturierte Hard-Surface-Oberfläche wurde speziell für optische Sensoren optimiert. Im Gegensatz zu Stoffpads bietet diese harte Beschichtung einen extrem geringen Reibungswiderstand. Die Maus gleitet fast schwerelos über das Pad.

Razer Firefly V2 Pro im Test

Dazu ist das Pad komplett beleuchtet. RGB-Beleuchtung beschränkte sich bei Mauspads bisher meist auf einen schmalen LED-Streifen am Rand. Das Firefly V2 Pro ist das weltweit erste Gaming-Mauspad mit vollflächiger Hintergrundbeleuchtung. Gerade in der weißen Edition entfaltet dieses Feature eine beeindruckende Wirkung. Die gesamte Oberfläche wirkt wie eine mattierte Lichtplatte, die das Setup in eine fast futuristische Atmosphäre taucht. Mit 15 individuell anpassbaren Beleuchtungszonen, die sich über Razer Chroma RGB synchronisieren lassen, reagiert das Pad dynamisch auf Spieleffekte oder Audio-Signale. Es ist nicht mehr nur ein Zubehör, sondern wird zum zentralen visuellen Element auf dem Schreibtisch. Und im Razer Gesamtpaket passt sich die Basilisk-Maus den Farben automatisch an.

Razer Firefly V2 Pro im Test

Das Pad wird per USB mit dem Rechner verbunden und verfügt zudem über einen integrierten USB 2.0-Anschluss. Dieser ist ideal positioniert, um den Wireless-Dongle der Maus direkt auf dem Schreibtisch zu platzieren. Das minimiert nicht nur Interferenzen, da der Empfänger nur Zentimeter von der Maus entfernt ist, sondern hält das Setup frei von Kabeln. Die Unterseite des Pads ist gummiert und sorgt selbst in hitzigen Gefechten dafür, dass es nicht verrutscht.

Das Mauspad kostet bei Razer 119,99 Euro (Stand Februar 2026). Details findet ihr hier: https://www.razer.com/razer-firefly-v2-pro/

RGB-Beleuchtung: Razer Chroma und die perfekte Synchronisation

Heute kann man es schnell übertreiben. Jeder Lüfter leuchtet in RGB-Farben, Hintergrundlicht beim Monitor kommt dazu, Lautsprecher leuchten heute auch farbig, aber selten synchron. Wer glaubt, RGB-Beleuchtung sei nur unruhiges Geblinke, hat noch kein abgestimmtes Razer-Setup erlebt. Die Software-Plattform Razer Chroma RGB fungiert zwischen Maus und Mauspad, aber auch Razer Soundbar oder auch Philips Hue. Das hat mich überzeugt, da die Beleuchtung gut aufeinander abgestimmt ist.

Razer Gaming-Maus und Mauspad im Test

Besonders in Kombination mit der Phantom White Edition zeigt sich ein spannender physikalischer Effekt: Während schwarze Oberflächen Licht eher schlucken, fungiert die weiße Oberfläche der Basilisk und die helle Textur des Firefly V2 Pro als Diffusor. Das Licht wirkt weicher, flächiger und weniger punktuell. Das Firefly V2 Pro hat 15 Beleuchtungszonen und verwandelt den Schreibtisch in eine atmosphärische Lichtinsel. Die Maus selbst steuert 13 weitere LEDs bei  inklusive einer Unterbodenbeleuchtung. Wenn diese über das beleuchtete Mauspad gleitet, verschmelzen die Lichtkegel beider Geräte. Durch die weiße Oberfläche der Maus wird das Licht der eigenen LEDs sowie die Abstrahlung des Mauspads reflektiert.

Über die Razer Software lassen sich diese 28 Zonen nicht nur einzeln ansteuern, sondern als ein zusammenhängendes Gerät behandeln. Spielst du Musik oder Videos ab, pulsieren Maus und Pad im Takt der Frequenzen. Die Funktion „Ambient Awareness“ greift die Farben ab, die gerade auf deinem Monitor zu sehen sind. Läufst du in einem Spiel durch eine Feuerhöhle, leuchten Maus und Pad rot-orange; tauchst du ins Wasser, wechselt alles zu kühlem Blau. Dies erweitert den Bildschirmrand virtuell auf deinen Schreibtisch. Viele Spiele-Titel haben native Chroma-Profile. Das bedeutet, die Beleuchtung reagiert auf das Gameplay: Blinkt deine Gesundheitsanzeige rot, warnt dich auch dein Mauspad. Die Synchronisation läuft dabei absolut verzögerungsfrei.

Hier kannst du die Software für Windows und Mac herunterladen: https://www.razer.com/de-de/chroma