Habst USB-Kabel Ultra III3 - 5N Cryo Silber Test

Der Auralic-Lumin-Turbo: Habst USB Ultra III3 (Gen 3) beweist sich im High-End-Umfeld

Nicht selten werden immense Beträge in die Spitze unserer digitalen Audioketten investiert. Auch ich habe einen hochpräzisen Streaming-Transporter (Lumin U2) und einen überragenden Wandler (Auralic Vega G2.2) angeschafft. Wir optimieren die Stromversorgung, entkoppeln die Geräte und sorgen für eine saubere Netzwerkumgebung. Doch gerade im High-End-Bereich gilt: Die Performance der gesamten Kette ist nur so stark wie das schwächste Glied.

Und dieses schwächste Glied ist oft der unterschätzte Link zwischen Transport und Wandler: das USB-Kabel.

Habst USB-Kabel Ultra III3 - 5N Cryo Silber Test

Die Digitale Kette auf dem Prüfstand

Daten sind Daten, sagt die Theorie. Doch die Praxis, besonders wenn wir über Jitter, hochfrequente Störungen und die mechanische Güte sprechen, spricht eine andere Sprache. Wenn der Anspruch an die Wiedergabequalität das absolute Maximum erreichen soll, muss auch die Verbindung stimmen.

Genau hier setzt der Kabelspezialist Habst an und präsentiert nun die dritte Generation seines renommierten USB Ultra III3 Kabels. Es handelt sich um ein konsequent auf Audiophilie getrimmtes „5N Cryo Silver Kabel“, das in meiner Kette das anspruchsvolle Gespann aus Lumin U2 Streaming Transporter und Auralic Vega G2.2 verbinden soll.

Habst USB-Kabel Ultra III3 - 5N Cryo Silber Erfahrung

Ich war gespannt, ob die versprochene Evolution, die Optimierung von Dynamik und die Präzisierung des Bassbereichs, gegenüber hervorragenden Wettbewerbern wie den AudioQuest-Kabeln oder dem AIM UA3 tatsächlich einen hörbaren Mehrwert in meiner Referenzkette liefert. Lumin U2 und Auralic Vega G2.2 gehen schon mit 5N-Silberkabel zur Burmester Vorstufe, allerdings kommt dies von einem anderen Hersteller.

Design und Aufbau: Optik und das USB Ultra III3 Kabel-Geheimnis

Wer ein Habst-Kabel in der Hand hält, spürt sofort: Hier ist Handarbeit am Werk. Optisch ist die dritte Generation des Ultra III dem Vorgänger sehr ähnlich. Es präsentiert sich mit hochwertigen, soliden USB-Steckern, wobei insbesondere der massiv wirkende, von einem robusten Schrumpfschlauch umhüllte USB-B-Stecker Vertrauen schafft. Das Kabel selbst ist nicht übermäßig steif. Die wahren Qualitäten des Habst Ultra III3 stecken, wie so oft im High-End-Bereich, in der Materialphilosophie und der Geometrie.

Habst USB-Kabel Ultra III3 - 5N Cryo Silber Test

Die Leiter: 5N Cryo Pure Silver

Daniel Steinert, der Kopf hinter Habst, überlässt bei seinen USB-Kreationen nichts dem Zufall. Im Zentrum steht hochreines 5N-Silber (99,999 %), welches nach seinen spezifischen Vorgaben in Deutschland gefertigt wird. Diese Solid-Core-Leiter werden kryo-behandelt. Dabei wird das Material auf unter minus 180 Grad abgekühlt. Dieses Verfahren soll Materialspannungen im Kristallgitter eliminieren und so die Signalübertragung optimieren.

Das Dielektrikum: Die Luft-Isolation

Mindestens ebenso entscheidend wie das Leitermaterial ist die Isolation. Habst setzt hier auf PTFE (Teflon) und ePTFE, bekannt für seine hervorragenden dielektrischen Eigenschaften. Das Ergebnis ist ein nahezu ideales Dielektrikum. Eine zusätzliche Mehrfachbeschichtung der Signalleiter rundet diesen aufwendigen Aufbau ab.

Die Geometrie: Doppelt symmetrisch geschirmt gegen Jitter

Ein technisches Kernproblem bei USB-Kabeln im Audiobereich ist der sogenannte Jitter und die Beeinflussung des Audiosignals durch den mit hochfrequenten Verunreinigungen belasteten Stromleiter. Jedes USB-Kabel transportiert ja auch Strom. Die Spannung ist auf 5 Volt begrenzt, der Strom maximal auf 3 Ampere. Habst löst dieses Problem konsequent durch die Trennung von Signal und Stromversorgung. Die Signal- und Stromleiter werden über die gesamte Länge des Kabels strikt getrennt voneinander geführt. Die beiden separaten Kabelstränge werden erst direkt an den Steckern (USB-A und USB-B) wieder zusammengeführt, was die Störeinflüsse auf ein Minimum reduziert und das Kabel universell einsetzbar macht.

Habst USB-Kabel Ultra III3 - 5N Cryo Silber Test

Die Signalleiter bestehen aus je 2 Habst 5N Cryo Reinsilber-Leitern.  Diese Summe aus Materialreinheit, Kryo-Behandlung und konsequenter Geometrie-Trennung verspricht auf dem Papier eine Übertragung mit minimalen Verlusten und Störungen. Jetzt muss das Habst Ultra III3 nur noch beweisen, dass diese Ingenieurskunst auch im Hörraum den erhofften Unterschied macht. Optisch bringt es auf jeden Fall schon mal ein leichtes Glitzern in den Raum.

Das letzte Quäntchen: Habst USB Ultra III3 – Die feine Silberader zur perfekten Musik

So hochwertig und technisch ausgereift ein Kabel auch sein mag, es bedarf einer Einspielphase. Hier machte das Habst Ultra III3 keine Ausnahme, ganz im Gegenteil: Es stellte meine Geduld auf die Probe. Habst gibt hierzu eine klare Empfehlung: absolutes Minimum sind 100 bis 150 Stunden. Meine Erfahrung bestätigt dies eindrücklich. Direkt nach dem Einbau in die Kette war das Klangbild zwar schon vielversprechend, aber noch leicht belegt und verhalten.  Im Vergleich zu meinem AIM UA3 hatte das Kabel zwar schon direkt die Nase vorn, es wurde allerdings noch etwas besser.

Reinsilberkabel gelten als besonders detailreich, luftig und analytisch. Feinste Nuancen im Hochtonbereich, eine verbesserte Staffelung der Bühne und ein insgesamt transparenteres Klangbild sind häufig genannte Eigenschaften. Gerade in Kombination mit hochwertigen Komponenten, die dieses Maß an Auflösung auch umsetzen können, entfaltet Reinsilber sein volles Potenzial.

Habst USB-Kabel Ultra III3 - 5N Cryo Silber Test

Warum muss ein Kabel eingespielt werden?

Die Notwendigkeit ein Kabel, insbesondere solche aus hochreinem Material wie 5N Cryo Silver, einzuspielen ist in der HiFi-Welt eines der am heißesten diskutierten Themen. Für den technikaffinen High-End-Fan ist es jedoch eine Erfahrungstatsache, dass ein frisch verlegtes Kabel initial harsch, unaufgelöst oder im Bass verwaschen klingen kann, bevor es sich nach etlichen Stunden öffnet.

Der Grund dafür liegt weniger im Voodoo, sondern in physikalischen Anpassungsprozessen. Aber hier darf jeder seine eigene Meinung vertreten.

Der Dielektrikumseffekt (der wichtigste Grund)

Jedes Kabel besteht aus dem Leiter und dem Dielektrikum (dem Isolator).  Wenn ein neues Kabel erstmals mit einem Musiksignal durchflossen wird, beginnt ein Prozess, bei dem sich das Dielektrikum elektrisch formt (man spricht von Polarisierung). Die Moleküle und Ladungsträger im Isoliermaterial müssen sich unter dem Einfluss des elektrischen Feldes ordnen und stabilisieren. Solange dieser Prozess nicht abgeschlossen ist, kann das Kabel unruhig und „unsauber“ klingen. Bei hochwertigen Dielektrika wie PTFE (oder den Air-Tubes) dauert dieser Vorgang oft deutlich länger als bei Standard-Kunststoffen.

Die Stabilisierung der Kristallstruktur (Silber-spezifisch)

Obwohl das 5N-Silber durch die Kryo-Behandlung bereits von inneren Spannungen befreit wurde, reagiert die extrem reine Metallstruktur feinfühliger auf elektrische und mechanische Belastungen als etwa Kupfer. Unter dem stetigen Fluss des Musiksignals, der letztlich eine Folge von elektromagnetischen Impulsen ist, sowie winzigen thermischen und mechanischen Mikrobewegungen muss sich die Kristallstruktur in ihrem finalen Betriebszustand stabilisieren.

Habst USB-Kabel Ultra III3 - 5N Cryo Silber Test

Reinsilber zeigt oft eine anfängliche Tendenz zur Härte oder Überbetonung hoher Frequenzen, die erst durch das Einspielen weicher wird und in die berühmte, natürliche Klarheit übergeht. Die geforderten 100 bis 150 Stunden sind die Zeit, die das komplexe Dielektrikum und das hochreine Cryo Silver benötigen, um den optimalen Ruhezustand zu finden. Das Warten lohnt sich.

Und wie klingt das Kabel jetzt?

Mir liegt hier ein absolutes High End Kabel vor und ich wäre überrascht, wenn bei dieser Detailtreue der Fertigung, der Klang nicht auch optimal ist. Der Wechsel von klassischen Kuperkabeln zum Silberkabel bringt direkt einen Aha-Effekt. Der Klang ist komplett anders. Ich habe ihn als deutlich besser empfunden. Das habe ich in der Vergangenheit auch schon bei anderen Kabelverbindungen bemerkt. Der Wechsel von Kupferkabeln zu Reinsilberkabeln bringt bei hochwertigen Anlagen fast immer eine Veränderung mit sich.

Ich habe eine Burmester Kette, die aus der Burmester 088 Vorstufe und zwei Burmester 039-6 Endstufen besteht. Diese sind mono-gebrückt und versorgen auch Burmester Lautsprecher. Der Auralic Vega G2.2 ist bereits per XLR-Kabel (ebenfalls Reinsilber) mit der Burmester Vorstufe verbunden. Der Lumin U2 spielt hochauflösende Musik über Qobuz oder Roon zu. Und das jetzt mit dem Habst Kabel.

Die Erwartungshaltung war hoch, denn in dieser Liga müssen Verbesserungen sofort und ohne langes Suchen hörbar sein. Und meine Höreindrücke lassen sich schnell zusammenfassen: Das Habst Ultra III3 liefert eine deutliche Detailsteigerung, wie ich es auch im Vorfeld bei meiner Recherche schon in anderen Testberichten und verschiedenen Forenbeiträgen gelesen habe.

Das gesamte Klangbild wirkt dynamischer. Gespannt war ich auf den Bass. Reinsilberverbindungen können in einigen Setups zu hell klingen. Daniel Habst hat mir vorher angekündigt, dass die dritte Generation straffere Bässe verspricht. Aber auch der Vorgänger hatte bereits hervorragende Bässe, die neue Generation ist noch etwas straffer gestaltet. Ich hatte keinen Vergleich zum Vorgänger, aber kann bestätigen, das der Bass deutlich knackig und präzise konturiert ist. Die räumliche Abbildung gewinnt an Klarheit und Fokus. Die Bühne spannt sich weiter auf, und die Ortbarkeit von Instrumenten wird schärfer.

Doch was bringt euch das für euer Setup? Leider muss jeder selbst die Erfahrung machen und schauen wie sich Kabelverbindungen auf die eigene Anlage auswirken. Kabel wie die aus dem Hause Habst, sind ziemlich kostspielig. So ein Kabel nutzt man nur für wirklich gute Anlage, die auch in der Lage sind die Details zu transportieren. Das Kabel kostet in einer Länge von 1 Meter 1580 Euro (Stand der Preise 15.1.2026). Das ist viel Geld. Man erhält aber auch ein Kabel das in Handarbeit hergestellt wird und wirklich versucht absolutes Feintuning im Klang zu betreiben.

Testet es gerne selbst und nehmt Kontakt zur Habst Kabelmanufaktur auf. Details findet ihr hier: www.habst.dk