Ich nutze seit Jahren Rechner aus dem Hause Apple. Doch jetzt sollte ein Gaming PC einziehen, um zukünftig Hardware zu testen und auch mal Spiele vorzustellen. Das war einfach gedacht, die Umsetzung aber aufgrund der unzähligen Kombinationsmöglichkeiten nicht so einfach. Wie ich am Ende doch einen Rechner bekommen habe, möchte ich euch hier vorstellen.
Eigentlich wollte ich nur spielen. Doch was als kurze Suche nach einem neuen Computer begann, endete in einer wochenlangen Recherche-Odyssee. Mein Ziel war ein Gaming-PC, der genug Power für aktuelle Titel hat, aber optisch und akustisch meinen Ansprüchen an High-End-HiFi genügt. Das ist komplizierter, als man denkt. Denn mein Budget war auch recht eingeschränkt. Ich habe mir eine Range von 800 – 900 Euro vorgestellt. Also musste ich das beste Setup für mein Geld finden. Am Ende ist es doch etwas teurer geworden.

Der PC sollte nicht nur für 1 – 2 Jahre reichen, sondern zukunftsfähig und aufrüstbar sein. Ich würde ihn auch mal als Musik-Server konfigurieren um Roon zu benutzen. Und gleichzeitig sollte er auch nicht zu laut sein, denn die zahlreichen Lüfter können eine ungewohnte Geräuschkulisse bilden. Als Mac-Nutzer musste ich viel lesen über Konfigurationen, Grafikkarten und Prozessoren.
Auf die Lautstärke der Lüfter achten
Eine große Sorge war der Lärm. Ein PC, der beim Zocken aufdreht wie ein Fön, ist für mich nicht akzeptabel. Was ich gelernt habe: Airflow ist hier das Stichwort. Viele moderne Gehäuse bestehen fast nur aus Glas. Das sieht schick aus, aber die Lüfter müssen extrem schnell drehen, um Luft durch winzige Schlitze zu ziehen. Die Lösung sind „Mesh-Gehäuse“ (luftdurchlässige Front). Wenn die Luft frei fließen kann, können die Lüfter langsam und unhörbar drehen. Investiert ein paar Euro mehr in hochwertige Luftkühler. Dies sind oft leiser und zuverlässiger als günstige Wasserkühlungen, die gerne mal pumpenartig surren.

Wie viel Watt wird wirklich benötigt?
Ohne ein Netzteil geht es nicht. Aber wie viel Watt muss es haben?Ich habe auf Effizienz geachtet und ein wenig Leistungsreserve mit eingerechnet. Denn ein Netzteil kann man problemlos die nächsten Jahre tauschen. Wenn ich eine neue Grafikkarte oder einen neuen Prozessor anschaffe mit deutlich mehr Leistung, kann das Netzteil ebenfalls mitwachsen. Aber ohne Leistungsreserve läuft das Netzteil stets am Limit, wird heiß und der Lüfter muss deutlich mehr arbeiten. Das erzeugt Wärme und Lautstärke. Achtet da auch auf Qualität. Besonders beeindruckt hat mich AMDs „X3D“-Technologie. Diese Prozessoren sind speziell fürs Gaming gebaut und verbrauchen recht wenig Strom. Weniger Strom bedeutet weniger Abwärme, was wiederum bedeutet: Der PC bleibt lautlos.
Achtet auf den Monitor und die Auflösung
Ich hatte bereits einen gekrümmten Monitor von Lenovo der sich wunderbar für das Gaming eignet. Doch dank der WQHD-Auflösung muss auch die Grafikkarte eine ordentliche Leistung bieten. Das hatte ich anfangs nicht bedacht. Und eine entsprechende Grafikkarte treibt die Kosten in die Höhe. Warum brauche ich für 4K-Gaming eine 1.000-Euro-Grafikkarte, wenn mein 300-Euro-Office-Laptop doch auch Netflix in 4K abspielen kann?
Ein Film ist fertig berechnet, er wird nur abgespielt. Beim Gaming muss der PC jedes einzelne Bild in Millisekunden neu erschaffen. Und hier bestimmt dein Monitor, wie hart die Grafikkarte arbeiten muss. Stellt euch den Monitor als eine leere Leinwand vor und die Grafikkarte (GPU) als den Künstler. Dieser Künstler muss die Leinwand bemalen und das min. 60 Mal pro Sekunde oder öfter, damit das Bild flüssig wirkt.

Die Auflösung bestimmt, wie viele winzige Punkte (Pixel) der Künstler bei jedem einzelnen Bild zeichnen muss:
- Full HD (1080p): Das sind ca. 2 Millionen Pixel. Das ist die „Pflichtübung“. Eine Einsteiger-Karte schafft das spielend.
- WQHD (1440p): Hier sind es ca. 3,7 Millionen Pixel. Das ist fast doppelt so viel Arbeit. Der Künstler muss schneller malen.
- 4K / UHD (2160p): Jetzt wird es brutal. Wir reden von ca. 8,3 Millionen Pixeln.
Eine Grafikkarte, die bei Full HD noch entspannt 120 Bilder pro Sekunde auf die Leinwand wirft, bricht unter der Last von 4K oft auf zähe 30 Bilder ein, weil sie mit der schieren Masse an Rechenoperationen nicht hinterherkommt. Die Auflösung beim Gaming verhält sich wie die Datenrate bei digitaler Musik.
- Full HD ist wie eine MP3-Musikdatei: Solide, braucht wenig Speicher, und fast jedes Gerät kann es problemlos abspielen.
- 4K-Gaming ist wie natives DSD512 oder High-Res Audio: Es enthält massiv mehr Informationen und Details.
Um diese gewaltige Datenflut (8,3 Millionen Pixel mal 60 Bilder pro Sekunde) in Echtzeit zu berechnen, braucht man, genau wie bei einem High-End-DAC, extrem leistungsfähige Hardware und Bandbreite. Versucht man, diese Last auf einer Einsteiger-Karte zu fahren, bricht das System zusammen.
Wie hängt der Arbeitsspeicher / VRAM damit zusammen?
Es geht nicht nur um Schnelligkeit, sondern auch um Platz. Für höhere Auflösungen nutzen Spiele extrem große Texturen, damit alles scharf aussieht. Diese Daten müssen in den Videospeicher (VRAM) der Grafikkarte passen. Ist der VRAM voll (z.B. 8 GB bei 4K-Auflösung), muss die Karte Daten auslagern. Das Ergebnis: Es ruckelt, selbst wenn der Chip eigentlich schnell genug wäre.
Bevor ihr eine Grafikkarte kauft, schaut auf euren Monitor (oder den TV, an den der PC angeschlossen werden soll). Der Monitor hat Full HD (1080p)? Spart euch das Geld für High-End-Grafikkarten. Der Monitor hat WQHD (1440p)? Ihr braucht mindestens 12 GB VRAM und ordentlich Power. Oder hat der Monitor sogar 4K (2160p)? Hier gibt es keine Kompromisse. Um 8,3 Millionen Pixel flüssig zu bewegen, führt kein Weg an der Oberklasse vorbei.

Meine Recherche hat gezeigt: Der Weg zum perfekten PC ist steinig, aber man muss ihn nicht alleine gehen. Es ist absolut möglich, einen Rechner zu bauen, der brutale Leistung liefert, ohne die Ästhetik des Wohnzimmers zu zerstören. Foren helfen hier, aber auch KI-Chatbots können euch schnell Informationen zu technischen Spezifikationen zusammenfassen und bewerten.
Wer heute einen Rechner baut, sollte auf Effizienz, Airflow (Mesh-Gehäuse) und externe Audio-Lösungen setzen. Dann klappt es auch mit dem entspannten Zocken auf der Couch. Bei mir ist es ein MSI Mainboard mit AM5-Sockel und DDR5 Arbeitsspeicher geworden. Mit dieser Technologie bin ich die nächsten Jahre gut ausgestattet und kann problemlos auf neue Prozessorgenerationen aktualisieren. Ich nutze den Ryzen 5 9600X und eine Radeon RX 9060XT. Damit bin ich wirklich sehr zufrieden. Die Silentware Lüfter sind nahezu geräuschlos. Schauen wir mal wie lange ich mit der Konfiguration glücklich bin.



