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So funktionieren Dolby Digital EX und DTS ES 6.1

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Wer akustisch mehr als den inzwischen bei Heimkino-Fans sehr
weit verbreiteten 5.1-Klang in Dolby Digital und DTS in seinem
Heimkino realisieren möchte, sollte sich mit dem Thema
Extended Surround-Tonformate beschäftigen. Dieses Special
soll erklären, wie genau die 6.1-Formate funktionieren und
inwieweit sich diese auch mit herkömmlichen 5.1-Systemen
vertragen.

Alle Extended Surround-Varianten, kommen sie nun von DTS oder
von Dolby, haben eines gemeinsam: Die klangliche Verbesserung
findet quasi hinter dem Rücken des Zuhörers statt.
Früher, zu Dolby ProLogic-Zeiten, genügten ein linker
und ein rechter Surroundlautsprecher, die mit dem selben Signal
versorgt wurden - also lediglich ein einkanaliges Signal, via
Matrix aus dem Pro Logic-codierten Stereo-Ton gewonnen und auf
die zwei Surroundlautsprecher verteilt. Dann, mit dem Aufkommen
zunächst von Dolby Digital, später von DTS, begannen
die diskret aufgebauten Mehrkanalsysteme ihren Durchmarsch. Will
heißen: Im Surroundbereich gab es zwei Kanäle mit dem
vollen Frequenzspektrum von 20 Hz bis 20 kHz, was von der
Realität des Klangbildes her einen Quantensprung bedeutete.
Doch den Toningenieuren bei Dolby und DTS war dies nicht genug:
Was passiert mit Geräuschen, die genau hinter dem
Zuhörer auftreten? Ein Auto, das vorbei fährt, ein
Flugzeug, das abstürzt, oder, weniger dramatisch, eine
zufallende Tür. Bislang entstand ein Klangloch zwischen dem
linken und dem rechten Surroundlautsprecher, irgendetwas fehlte.
Schließlich gab es nicht umsonst vorne einen
Center-Lautsprecher - warum sollte man so etwas nicht auch
für den Surround-Bereich einführen? Die Idee des
Back-Surround-Centers war erfunden, Dolby brachte zunächst
sein Dolby Digital EX-System auf den Markt. Der erste Film in der
neuen Tonnorm war "Star Wars - Episode I - The Phantom Menace".
Seitdem sind schon viele Kinofilme in Dolby Digital EX
herausgekommen.


Dolby Digital EX

Das Rezept bei Dolby Digital EX ist: Man nehme von früher
her bekanntes und verknüpfe es mit 5.1-Mehrkanaltechnik: Man
entschloss sich für ein simples und abwärtskompatibles
Verfahren, welches in ähnlicher Art und Weise bereits bei
Dolby Surround für die Generierung des Centers aus einem
Stereosignal angewendet wurde: Das dem Rear Center zugedachte
Signal wird durch eine Matrix geschliffen und auf die beiden
Surround-Lautsprecher gleichmäßig verteilt. Ein
Zusatzdecoder extrahiert dann aus dem gematrixten Signal für
die Surroundspeaker wieder die Signale für die
Links/Rechts-Surroundlautsprecher und für den Back Surround
Speaker. Ist die DVD entsprechend gekennzeichnet, wird im Dolby
Digital-Bitstream eine zusätzliche Kennung (Flag)
mitgeliefert, die dem digitalen 6.1-Decoder die Anweisung gibt,
das Signal der beiden hinteren Kanäle durch eine
Matrix-Schaltung zu ziehen und das Center-Signal zu erzeugen. Ist
die DVD ohne Kennung, muss die Matrix manuell aktiviert werden.
Ein herkömmlicher 5.1-Decoder, der mit der 6.1-Kennung
nichts anzufangen weiß, gibt wie gehabt, nur ein
Stereo-Signal auf den hinteren Kanälen wieder, in dem auf
beiden Kanälen das Signal des Centers vorhanden ist.

Für den "Heimgebrauch" wird man die Eigenschaft "Receiver
XY beherrscht Dolby Digital EX" in den Datentabellen der meisten
momentan auf dem Markt befindlichen Verstärker oder Receiver
vergeblich suchen, denn erst seit kurzem gibt es "Dolby Digital
5.1 EX" als offiziell von Dolby lizenzierte Version. Die ersten
Geräte, welche auch Dolby Digital 5.1 EX zertifiziert sind
(auch THX Surround EX/THX Ultra 2-zertifiziert), sind der
upgegradete Denon AVC-A1SE und der neue Denon AVC-A1SR. Bis vor
kurzem lief es folgendermaßen: Durch die Zusammenarbeit
zwischen Dolby und THX gab es im Heimkinobereich
ausschließlich THX Surround EX. Verstärker oder
Receiver, die über eine Matrix für den Back
Surround-Bereich verfügen, aber kein THX-Zertifikat
besaßen (wie zum Beispiel der Yamaha DSP-AX1) sind "geeignet
zur Wiedergabe von Dolby Digital EX-codiertem Material". Die in
diesen Geräten zum Einsatz kommende Matrix ist keine
offiziell von Dolby Laboratories abgenommene Baugruppe, daher
bekommt Dolby auch keine Lizenzgebühren, daher darf dann der
Hersteller auch nicht sagen, dass dieses Gerät Dolby Digital
EX als Feature mitbringt.


DTS ES Discrete 6.1

Im Gegensatz zu Dolby Digital, wo es ausschließlich eine
matrixbasierte Version des 6.1-Surrounds gibt, geht die
Konkurrenz von DTS einen Schritt weiter: Bei DTS ES Discrete 6.1
sorgt, wie der Name schon sagt, nicht eine Matrix für die
Zuweisung des Signals für den Rear Surround Center, sondern
ein weiterer diskreter Kanal. Somit wird das Klangbild im
Surroundbereich noch realer, denn neue Effektkombinationen, die
nur mit Hilfe einer Matrix nicht darstellbar sind, können
nun erstellt werden: Kombinierte Effekte können so zum
Beispiel aus dem linken Surroundlautsprecher und dem Back
Surround-Lautsprecher kommen, während der rechte
Surroundlautsprecher schweigt. Ebenfalls ist die Dynamik des
diskreten Kanals weitaus höher als die des Back
Surround-Matrixkanals, da der zusätzlich Kanal das volle
Frequenzspektrum von 20 Hz bis 20 kHz abdeckt.

Hat der Verstärker/Receiver keinen zusätzlichen
diskreten Kanal, sondern nur eine Matrixschaltung für den
Back Surround-Channel, kann der Ton für den Back Surround
Channel auch via Matrix erzeugt werden. Technisch funktioniert
das folgendermaßen: Eine DTS ES Discrete 6.1-DVD trägt
einmal die zusätzliche Klanginformation in einer für
einen zusätzlichen diskreten Kanal enthaltenen
Toninformation. Gleichzeitig aber ist zu 50 Prozent im linken und
zu 50 Prozent im rechten "normalen" Surroundkanal auch die
für die Matrix des Back Surround Channels enthaltende
Toninformation enthalten. Wenn nun der Verstärker oder
Receiver wie im Falle des AVC-A1SE einen diskreten Kanal für
den Back-Surround-Berech besitzt, ist die Toninformation für
die Matrix natürlich nicht gefragt. Sie wird daher akustisch
"ausgelöscht": Die im linken und im rechten Surroundkanal
enthaltene Toninformation für die Matrix werden
phasenverkehrt (180 Grad) abgebildet, so dass damit nichts mehr
zur Matrix gelangt. Wenn hingegen der Verstärker/Receiver
nur über eine Matrix für den Back Surround
verfügt, dann wird über diese das Signal für den
hinteren Center-Kanal erzeugt.

Wichtig: Da es sich bei der für Dolby Digital EX
verwendeten Matrix um eine normale Matrix-Schaltung handelt, die
auch unabhängig von "echtem" EX-codierten Material aktiviert
werden kann (die Verstärker/Receiver haben die
Möglichkeit, die Back Surround-Matrix immer mitlaufen zu
lassen), kann sie bei jeder Dolby Digital 5.1-DVD benutzt werden
(vergleichbar ist es mit der Matrix bei Dolby ProLogic: Auch hier
konnte man Surroundklang mit einer normalen Zweikanal-Audio-CD
genießen, obwohl diese nicht im vierkanaligen Dolby
ProLogic-Verfahren abgemischt war).

Bei Filmen mit hohem Musikanteil ist der Einsatz der Matrix
nicht unbedingt empfehlenswert, da einiges an Präzision
verloren gehen kann. Ebenso ist der Einsatz der Back Surround
Matrix bei 5.1-Filmen mit einer eher zurückhaltenden und
unspektakulären Surround-Klangkulisse nicht anzuraten:
Dadurch, dass die Back Surround Matrix von den sowieso nicht
allzu reichlich durchsickernden Klanganteile, die an den linken
und rechten Surroundlautsprecher abgeführt werden, nochmals
einen Teil für sich beansprucht, kann das Klangbild
insgesamt nicht befriedigen: Es konzentriert sich ein zu hoher,
dumpf-monoaural klingender Klanganteil um den oder die Back
Surround Speaker.


DTS ES Matrix-Normen

Doch DTS ist auch auf dem Matrix-Sektor aktiv. Hier sind zwei
Versionen zu unterscheiden: DTS ES Compatible 6.1, nur zu finden
bei Extended Surround-fähigen Verstärkern/Receivern der
1. Generation, und dem aktuellen DTS ES Matrix 6.1. Während
die erstgenannte Version auf einer Matrix-Technik ähnlich
der bei Dolby Digital EX verwendeten Technologie beruht, greift
die Norm DTS ES Matrix 6.1 im Surroundbereich auf das DTS
Neo:6-System zurück. DTS Neo:6 soll normalerweise dazu
dienen, herkömmliche Zweikanal- oder Surroundsignale mittels
eines präzisen Decoders auf 6.1 Kanäle aufzupolieren.
Eine genaue Eingangssignal-Kennung und die Matrix in Kombination
erlauben für alle 6.1-Kanäle eine Reproduktion des
gesamten, von 20 Hz bis über 20 kHz reichenden
Frequenzspektrums. Auch soll eine sehr gute Kanaltrennung
möglich sein, DTS spricht vom selben Pegel wie dem beim
digitalen diskreten System. Neo:6 findet sozusagen in einer
"abgespeckten" Version für den Surroundbereich
Verwendung.


Auto Flag Detect bei DTS ES und bei Dolby Digital EX/Kompatibilität zu DVD-Playern

Unter Auto Flag Detect versteht man ein im Bitstream der DTS
ES- beziehungsweise Dolby Digital EX-codierten DVD mitgeliefertes
Zusatz-Signal, welches dem Decoder im entsprechend ausgestatteten
AV-Verstärker oder -Receiver sagt, dass die Back Surround
Matrix (beziehungsweise im Falle DTS ES Discrete 6.1 der
zusätzliche diskrete Kanal) mitlaufen soll, da das
Tonmaterial EX- oder ES-codiert ist. Während im Falle DTS ES
dieses System hervorragend bei allen DTS ES-codierten DVDs
funktioniert und der Decoder immer das Flag erkennt und in den
ES-Mode wechselt, ist es bei Dolby Digital EX komplexer. Zwar war
es auch bei Dolby Digital EX möglich, beim Encodieren ein
Flag einzuarbeiten, welches für die Zuweisung des EX-Signals
an den Decoder zuständig sein sollte, aber es nutzte nichts
- denn die marktgebräuchlichen Dolby Digital-Decoder
verstanden das Flag nicht und hätten somit den
elektronischen "Einsatzbefehl" für die Back Surround Matrix
nicht ausführen können. Somit musste der Benutzer
manuell die Back Surround Matrix aktivieren, wollte er in den
Genuss des zusätzlichen Back Surround Kanals kommen. Erst
mit der aktuellen Version des Dolby Digital Encoders legte Dolby
nach, nun ist auch ein Flag integrierbar, welches die Decoder der
handelsüblichen Geräte verstehen, somit funktioniert
bei den neusten DD EX-DVDs die Auto Flag Detect Funktion auch bei
Dolby Digital 5.1 EX. Zur Kompatibilität der EX- und
ES-Formate zu handelsüblichen DVD-Playern: Jeder DVD-Player
ist in der Lage, den Bitstream aller Extended Surround-Tonnormen
über den optischen und den koaxialen Digitalausgang
auszugeben. Ausschlaggebend ist, was der Verstärker oder
Receiver decodieren kann.


THX Surround EX

Ursprünglich enstand THX Surround EX durch die
Zusammenarbeit zwischen THX und Dolby. Der Unterschied zwischen
Dolby Digital EX und THX EX: Bei der THX-Spielart kommen
zusätzlich zu den zwei Surround-Lautsprechern hinten links
und rechts anstatt einem zwei Back-Surround-Lautsprecher zum
Einsatz, die in der Mitte des Hörraums mit geringem Abstand
voneinander und räumlich hinter den Dipolen für die
Surroundkanäle angebracht werden. Verwendet werden sollten
bei der THX-Spezifikation auch im Rear Surround-Bereich Dipole.
Wenn Direktstrahler aus Raumgründen Verwendung finden, so
ist darauf zu achten, dass sie aus der selben Lautsprecherfamilie
stammen wie die Frontlautsprecher und der Center-Lautsprecher.
Aus beiden Rear Surround-Lautsprechern kommt übrigens das
selbe Signal, also es gibt nur einen zusätzlichen Kanal,
welcher über beide Lautsprecher wiedergegeben wird (Das
Prinzip ist bekannt - wie schon früher bei Dolby Pro Logic,
wo es für die Surroundlautsprecher auch nur einen Kanal gab,
welcher monoaural von beiden Surroundlautsprechern wiedergegeben
wurde). Sinn dieses Systems ist es, die klanglichen
Veränderungen, die bei lediglich einem Rear Surround Speaker
durch eine leicht veränderte Sitzposition oder durch
Bewegungen des Zuhörers Disharmonien beim Empfinden der
Räumlichkeit der von hinten kommenden Geräusche
verursachen können, durch einen zusätzlichen Rear
Surround Speaker zu kompensieren. Zusätzlich findet im
dafür zuständigen Prozessor im Receiver/Verstärker
noch die Home THX-Nachbearbeitung statt. Die einzelnen
Parameter:

  • Re-Equalization: Wird ein Filmsoundtrack auf der
    Heimkinoanlage wiedergegeben, kann der Gesamteindruck von einem
    zu grellen, unnatürlichen Klangbild negativ beeinflusst
    werden, da die Soundtracks für die Wiedergabe in großen
    Kinosälen mit ganz anderen Klangvoraussetzungen konzipiert
    sind. Das THX Re-Equalizing soll von daher die Adaption vom
    großen Kinosaal ins kleinere Heimkino vornehmen, damit der
    Klang auch dort mit einer natürlichen Kulisse aufwarten
    kann
  • Timbre Matching: Je nachdem, aus welcher Richtung das
    menschliche Ohr Klänge wahrnimmt, ändert es seine
    Klangwahrnehmung. Im Kino sind von daher viele Lautsprecher um
    die Zuschauer herum montiert, um ein möglichst reales
    Klangbild ohne Klanglöcher zu realisieren. Im Heimkino
    finden nur zwei Surroundlautsprecher bei herkömmlichen DD-
    oder DTS-5.1 beziehungsweise 4 Surroundlautsprecher bei THX EX
    Verwendung. Timbre Matching filtert die zu den
    Surroundlautsprechern transportierte Klanginformation, um so eine
    optimale Anpassung des Toncharakters von den Front- und den
    Surroundlautsprechern zu erreichen, was zu einem natürlichen
    und harmonischen Klangbild beitragen soll.
  • Adaptive Decorrelation: Oftmals ist zu beobachten, dass das
    Klangbild aus den Surroundlautsprechern zu dünn, wenig
    plastisch und dadurch unharmonisch wirkt. Dieser Effekt
    verstärkt sich noch, wenn sich der Zuhörer von der
    exakt mittleren Sitzposition entfernt. Diesen Negativmerkmalen
    soll die "Adaptive Decorrelation" entgegen wirken: Die Zeitdauer
    des einen Surroundkanals und das Phasenverhältnis
    bezüglich des anderen Surroundkanals wird verändert.
    Damit wird zweierlei erreicht: Zum ersten ein ausgewogenes
    Klangbild auch abseits der genau mittig angeordneten
    Hörposition, zum zweiten ein voluminöserer Eindruck des
    Klanganteils aus den Surroundlautsprechern.

THX, THX Ultra, THX Ultra II, Home THX, THX Surround EX,
Re-Equalization, Timbre Matching und Adaptive Decorrelation sind
Warenzeichen von Lucasfilm Ltd. Das THX Postprocessing
funktioniert aber auch für DTS ES Matrix 6.1, seit kurzem
auch für DTS ES Discrete 6.1. Es ist (siehe Denon AVC-A11SR)
auch mit der herkömmlichen THX-Nachbearbeitung möglich,
DTS ES Discrete mit der Erkennung des diskreten Back
Surround-Kanals gemäß den THX-Spezifikationen nach zu
bearbeiten. Selbstverständlich gegeben ist die fachgerechte
DTS ES Discrete-Erkennung bei der neuen THX-Evolutionsstufe THX
Ultra 2.

Zu THX Ultra 2

  • THX Ultra 2 ist die erste THX-Variante, die vollständig
    für digitale Heimkino-Tonnormen entwickelt wurde.
  • Neu bei Ultra II: Die Aufteilung in Cinema- und Music Mode.
    Der Cinema Mode ist optimiert für die 7.1-Wiedergabe (neu:
    ASA (Advanced Speaker Array) soll die Vorteile von Extended
    Surround akustisch optimal ausnutzen und alle 8 an einem
    EX-System beteiligten Lautsprecher optimal aufeinander abstimmen,
    bei DTS ES Discrete 6.1 wird der zusätzliche diskrete Kanal
    auch als ein solcher erkannt und mit dem THX Post Processing
    versehen).
  • Erstmalig bei THX gibt es auch einen Music Mode, der
    besonders für DTS 96/24 und Musik-DVDs in DD 5.1 und DTS 5.1
    prädestiniert sein soll. Der Music Mode nutzt die
    Lautsprecher-Aufstellung eines THX EX-Systems mit zwei Surround-
    und zwei Back Surround-Lautsprechern, die Boxen werden jedoch
    anders konfiguriert als für die Wiedergabe von Heimkino-Ton:
    So wird die linke Surround- mit der linken Back Surround-Box
    zusammengeschaltet, die rechte Surround- mit der rechten Back
    Surround-Box- Sinn dieses Unterfangens ist es, räumlich
    gesehen zwischen dem jeweiligen Surround- und
    Back-Surround-Lautsprechers eine Phantomschallquelle zu erzeugen,
    deren Klangeindruck aufgrund der Position und des
    Abstrahlverhaltens dem Klangbild eines normalen Direktstrahlers
    (also der Lautsprecherart, die für die akkurate
    Musikwiedergabe am besten geeignet ist) ähnlich sein soll.
    THX will somit erreicht haben, dass über ein und dasselbe
    Lautsprechersystem sowohl die Musik- als auch die
    Kinotonwiedergabe qualitativ überzeugend vonstatten gehen
    soll.
  • Neu: Die Boundary Gain Compension. Die Funktion ist für
    die Verwendung des VSA-AX10 mit einem THX Ultra 2-zertifizierten
    Subwoofer bestimmt und hat folgende Aufgabe: Bestimmte akustische
    Voraussetzungen des Hörraums (Struktur der Wände,
    Aufbau des Raums) sowie die Position des Hörplatzes und des
    Subwoofers sorgen in verschiedenen Fällen für eine
    störende Überbetonung der tiefen Frequenzen, so dass
    der Subwoofer manchem Hörer als zu dominant erscheint. Hier
    greift die Boundary Gain Compension ein und gleicht
    übermäßig starke Basstöne, die auf einem
    Grenzverstärkungseffekt beruhen, aus.



Spezielle Nutzung der Back Surround Lautsprecher

Eine spezielle Variante, wie man die Back Surround
Lautsprecher noch nutzen kann, kommt aus dem Hause Denon: Hier
hat man bei den verschiedenen Extended Surround-fähigen
Geräten der Product Range etwas Spezielles entwickelt: Man
kann die Back Surround-Lautsprecher auch auf "Non Matrix"
schalten. Dann bekommt der rechte Back Surround-Lautsprecher das
gleiche Signal wie der rechte Surroundlautsprecher und der linke
Back Surround-Lautsprecher das gleiche Signal wie der linke
Surroundlautsprecher zugewiesen. Mit Hilfe dieser Funktion ergibt
sich ein Eindruck hoher Klangfülle, die auch im Back
Surround-Bereich kein in Richtung monoaural tendierendes
Klangbild erzeugt. Noch besser sind die Ergebnisse, wenn man die
hinteren Lautsprecher im Abstand variiert: Denn ein Stück
weiter auseinander, mehr in Richtung der normalen rechts/links
Surroundlautsprecher verrückt, klingt alles noch homogener
und ausgeglichener. Im Idealfall werden mit einem identischen
Abstand aller vier Lautsprecher voneinander - Surround links,
Back Surround links, Back Surround rechts und Surround rechts
sollten in etwa den gleichen Abstand voneinander haben - die
besten Ergebnisse erzielt.


Aufbautipps

Back Surround bringt eine tatsächliche Besserung
bezüglich der klanglichen Homogenität und des Volumens
- allerdings nur, wenn man bestimmte Regeln beim Aufbau befolgt.
So sollten die beiden Surround- und Back Surround-Lautsprecher,
wenn Dipole wie im Falle einer THX Surround EX Anordnung
verwendet werden, alle auf exakt der gleichen Höhe befestigt
sein - denn zu hoch oder zu tief angebrachte Back Surround
Lautsprecher bringen nur eine Verschlechterung der Akustik
gegenüber normalem 5.1. Ebenso sollte man nicht mit den
Ohren sozusagen direkt am Back Surround Lautsprecher lauschen
können - ein absolut inhomogenes, unnatürliches
Klangbild ist die Folge, was die prinzipiellen Vorteile
zusätzlicher Back Surround Lautsprecher ganz schnell in
einen deutlich hörbaren akustischen Nachteil umwandelt, da
man von den akustischen Bemühungen des linken und des
rechten normalen Surroundlautsprechers so gut wie gar nichts mehr
mitbekommt. Also muss die Couch einen deutlichen Abstand von den
Back Surround Lautsprechern aufweisen können. Für viele
Heimkinofreunde mögen diese Sätze banal klingen - aber
immer wieder sorgen nicht korrekt aufgebaute Anlagen, die aus
eigentlich sehr brauchbaren Komponenten bestehen, für eine
Schmälerung des Heimkinoerlebnisses. Dabei ist es gar nicht
so schwer: Mit etwas Phantasie (und etwas Rücksichtnahme auf
den surroundhungrigen Heimkinofan seitens der anderen Bewohner)
lässt sich so manches bewerkstelligen. Klarer Rat aber an
all diejenigen, die eigentlich keinen Platz für Back
Surround-Boxen haben: Lieber weglassen. Bei schlechten
räumlichen Bedingungen ergeben sich nur klangliche
Nachteile.


Fazit

Die Extended Surround-Formate sind in der Lage, durch den
zusätzlichen Centerkanal einen noch präziseren
Raumklangeindruck zu erzeugen. Ob dies auch wirklich gelingt,
hängt natürlich in erster Linie davon ab, ob bei der
Abmischung auch wirklich der hintere Center-Kanal wesentlich
berücksichtigt wird und ob das Lautsprechersystem im
Heimkino optimal aufgestellt ist. Es ergibt sich bei korrekter
Lautsprecheraufstellung und geeigneter Software wirklich ein
hörbarer Vorteil, der zwar nicht so revolutionär ist
wie der Schritt von Dolby Surround zu Dolby Digital und DTS 5.1,
aber doch eine klangliche Lücke ausfüllt, die bisher
bestand. Gleichzeitig ist jedoch auch die
Abwärtskompatibilität zu herkömmlichen Dolby
Digital und DTS 5.1-Decodern in Verstärkern oder Receivern
gewährleistet, so dass man zwar auf einem 5.1-System nicht
die Vorteile des zusätzlichen Kanals nutzen kann, aber in
einem 6.1-Format abgemischte DVDs zumindest auch auf einem
5.1-System problemlos laufen.

Dieser Text stammt mit freundlicher Genehmigung von BUROSCH Audio-Video-Technik.

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