bFly-audio LS MK2 Absorber

bFly-Audio LS MK2 – Entkopplung für KEF Q1 Meta im Heimkino

Wer echtes Dolby Atmos im heimischen Wohnzimmer integrieren möchte, stößt früher oder später auf das gleiche Problem: Wohin mit den Höhen-Lautsprechern? Deckenlautsprecher sind im Wohnraum oft keine Option und Upfiring-Module, die den Schall über die Decke reflektieren, stoßen je nach Raumakustik schnell an ihre Grenzen.

Bei mir bot sich eine räumlich perfekte Alternative an: Zwei hohe Regale, die links und rechts im Wohnzimmer bis unter die Decke reichen. Die ideale Position für zwei vordere Höhen-Lautsprecher.  Meine Wahl fiel auf die KEF Q1 Meta, denn liegend platziert passen sie maßgeschneidert in den obersten Regalboden.

bFly-audio Absorber LS MK2 im Test

Damit die KEFs nicht einfach geradeaus strahlen, sondern exakt auf den Hörplatz angewinkelt sind, habe ich mir mit meinem Bambu Lab 3D-Drucker passgenaue Keile gedruckt. Um die Gehäuse zu schonen und leicht anzukoppeln, kam auf die Oberseite der Keile eine Schicht Moosgummi. Optisch und geometrisch ein Volltreffer.  Doch ein Lautsprecher, der direkt in einem Holzregal spielt, regt unweigerlich das gesamte Möbelstück zum Schwingen an. Die mechanische Energie überträgt sich auf die Böden, das Holz beginnt zu schwingen, und statt präziser 3D-Effekte droht ein schwammiges Dröhnen. Das Regal muss also akustisch zwingend vom Lautsprecher entkoppelt werden.

bFly-audio Absorber LS MK2 im Test

Genau hier kommen die Produkte von bFly-audio ins Spiel. Um die unerwünschten Vibrationen im Keim zu ersticken, habe ich jeweils zwei Absorber der bFly-audio Serie LS MK2 unter die 3D-gedruckten Keile gesetzt. Ob dieses Sandwich-Setup aus High-Tech-Druck, Moosgummi und speziellen Absorbern wirklich die erhoffte Ruhe ins Holzregal bringt und die Atmos-Effekte der KEF Q1 Meta befreit aufspielen lässt, klärt dieser Test.

Wer steckt hinter bFly-audio?

bFly-audio ist ein deutscher Hersteller, der sich seit vielen Jahren auf die gezielte Entkopplung und Schwingungsdämpfung im HiFi- und High-End-Bereich spezialisiert hat. Das Unternehmen aus Schwabbruck in Oberbayern entwickelt Produkte wie Gerätebasen, Absorberfüße, Spikes und Zubehör, mit dem Ziel, störende Vibrationen zu minimieren und so das volle klangliche Potenzial einer Audioanlage hörbar zu machen.

bFly-audio Absorber LS MK2 im Test

Was bFly-audio auszeichnet, ist die konsequente Verwendung mehrschichtiger Absorbertechnologien, oft kombiniert aus unterschiedlichen Materialien wie Sorbothane, Kork, Kautschuk oder Keramik. Statt auf pauschale Lösungen zu setzen, verfolgt bFly ein praxisnahes Konzept: Jede Komponente wird auf konkrete Anforderungen abgestimmt, sei es für Röhrengeräte, Plattenspieler oder Digitalquellen. Es gibt sogar Produkte die auf Geräte einzelner Marken abgestimmt werden. Die Produkte entstehen in Handarbeit und richten sich an audiophile Hörer, die das letzte Quäntchen Klangqualität aus ihrer Kette herausholen wollen.

Design & Verarbeitung der unscheinbaren Problemlöser

Wenn man ein Lautsprecher-Setup in ein Regal quetscht, zählt oft jeder Millimeter. Was mir beim Auspacken der bFly-audio LS MK2 als Erstes positiv auffiel: Sie bauen mit gerade einmal 7 Millimetern Höhe extrem flach auf. Optisch sind sie denkbar unscheinbar. Es sind kleine, schwarze Pucks, die unter meinen gedruckten Keilen nahezu unsichtbar verschwinden. Aber genau das ist ja der Sinn der Sache.  Und viel mehr Platz hätte ich auch nicht gehabt. Die Verarbeitung wirkt bFly-typisch tadellos. Man hat nicht das Gefühl, einfach nur ein Stück Gummi in der Hand zu halten, sondern ein durchdachtes Stück Feinmechanik.

bFly-audio Absorber LS MK2 im Test

Die Technik dahinter: MLA und das neue MK2-Upgrade

Obwohl die LS-Serie den günstigsten Einstieg in die Lautsprecher-Absorber-Welt von bFly-audio darstellt, steckt hier bereits die bewährte hauseigene MLA-Technologie (Multi Layer Adjustment) drin. Statt auf ein einzelnes Material zu setzen, kombiniert bFly-audio hier eine Schicht aus hochwirksamem Sorbothane mit Naturkautschuk. Durch diese gezielte Abstimmung der Schichten wird ein deutlich breiteres Frequenzspektrum gefiltert als bei simplen Gummi-Füßen aus dem Baumarkt. Das Ziel soll ein ruhigeres und viel differenzierteres Klangbild sein.

Besonders spannend ist aber der Sprung auf die aktuelle MK2 Version. Wer sich die Unterseite der Pucks ansieht, entdeckt dort nun das aus der teureren LINE-Serie bekannte Aluminium-Plugin. Dieses Alu-Element ist „schwimmend“ gelagert. Der große Vorteil in der Praxis: Es unterbindet Horizontalschwingungen noch effektiver. Gerade in einem Regal, wo die Bassenergie das Holz gerne zum seitlichen Vibrieren anregt, ist dieses Feature Gold wert.

bFly-audio Absorber LS MK2 im Test

Clever in der Praxis: Optionales Kleben

Ein weiteres Detail, das mir bei meinem speziellen Setup enorm geholfen hat, ist die optionale Klebefunktion. Zieht man die Schutzfolie auf der Oberseite ab, lassen sich die Absorber festkleben. In meinem Fall habe ich sie direkt unter die passgenauen Keile aus dem 3D-Drucker geklebt. Das Resultat ist eine bombenfeste Einheit aus Keil und Absorber. Beim Ausrichten der KEF Q1 Meta im Regal verrutscht absolut nichts, und die empfindliche Konstruktion bleibt exakt im perfekten Abstrahlwinkel für die Atmos-Effekte.

bFly-audio Absorber LS MK2 im Test

Größen und Belastbarkeit im Überblick

Da Lautsprecher unterschiedlich schwer sind, bietet bFly-audio die Serie in vier sinnvoll gestaffelten Gewichtsklassen an. Geliefert wird jeweils im 4er-Set.

bFly-audio Absorber LS MK2 im Test

  • LS-1: bis 5 kg | 25 mm Durchmesser | 55,00 €
  • LS-2: bis 10 kg | 30 mm Durchmesser | 59,00 €
  • LS-3: bis 20 kg | 35 mm Durchmesser | 69,00 €
  • LS-4: bis 45 kg | 42 mm Durchmesser | 79,00 €

Was bringt die Entkopplung wirklich?

Auf jeden Fall bringt sie das gute Gefühl alles Nötige für den guten Klang gemacht zu haben. Lohnt sich der Aufwand oder ist das alles nur audiophile Esoterik? Um das zu beurteilen, muss man verstehen, wie die KEF Q1 Meta tickt. Dank des Uni-Q-Treibers ist sie eine absolute Präzisionsmaschine, wenn es um räumliche Abbildung geht, also perfekt für Dolby Atmos. Aber auch der beste Treiber kapituliert, wenn sein Gehäuse unfreiwillig ein riesiges Holzregal als Resonanzkörper mit antreibt.

bFly-audio Absorber LS MK2 im Test

Beim ersten Testlauf ohne die bFly-audio Pucks (die 3D-Druck-Keile lagen direkt auf dem Holz) war das Ergebnis ernüchternd. Bei dynamischen Atmos-Tonspuren spürte man buchstäblich, wie das Regal vibrierte. Und ich habe schon eine ordentliche Lage Bücher mit ins Regal gestellt. Der Klang wirkte stellenweise etwas schwammig, aber die präzise Ortbarkeit der Höhen-Effekte ging verloren, weil das Ohr die Schallquelle durch das Mitschwingen zu stark im Regal verortete.

Mit bfly-audio LS MK2: Nachdem ich das Setup aus Regal, MK2-Absorbern, Keil und Lautsprecher installiert hatte, startete ich exakt dieselben Szenen erneut. Das Erste, was auffällt, ist die Ruhe im Regal. Wenn man im laufenden Betrieb die Hand aufs Holz legt, spürt man fast nichts mehr. Die mechanische Energie wird von der MLA-Schicht aus Sorbothane und Kautschuk geschluckt. Die Atmos-Effekte lösen sich komplett von den Lautsprechern. Regentropfen prasseln gefühlt exakt von der Decke, Hubschrauber fliegen messerscharf umrissen durch den Raum. Die KEF Q1 Meta kann plötzlich wieder befreit durchatmen. Effekte klingen wesentlich natürlicher, schneller und entschlackter.

bFly-audio Absorber LS MK2 im Test

Genau das wollte ich am Ende erreichen. Und da ich bereits sehr gute Erfahrungen mit den Produkten von bFly-audio gemacht habe, war klar, das auch hier wieder die Absorber zum Einsatz kommen.

Weitere Details findet ihr hier:

https://www.bfly-audio.de/produkte/produkte-absorber/produkte-absorber-ls-serie.html