FRITZ!Repeater 1700 im Test

Wi-Fi 7 Upgrade für das WLAN: Der FRITZ!Repeater 1700 im Test

Über die letzten Jahre nutze ich konsequent die FRITZ!Box um mein Büro und das Heimnetzwerk mit Internet zu versorgen. Am Anfang waren es nur die Boxen, dann kamen Repeater dazu. Seit einiger Zeit habe ich die FRITZ!Box 7530 AX und den FRITZ!Repeater 3000 AX im Einsatz. Da nicht alle Räume perfekt mit WLAN abgedeckt sind, bietet sich die Ergänzung durch den neuen FRITZ!Repeater 1700 an.

Das Update ist in vieler Hinsicht interessant. Der neue Repeater bietet nämlich auf Wi-Fi 7 an. Daher habe ich auch meine FRITZ!Box aktualisiert. In einem weiteren Testbericht werde ich euch das Modell FRITZ!Box 5690 Pro näher vorstellen. Die Aktualisierung auf Wi-Fi 7 steht bei mir im Vordergrund. Doch jetzt geht es erst einmal um den Repeater, der in erster Linie im Gaming-Zimmer für besseres WLAN sorgen soll. Leider besteht dort keine Möglichkeit ein LAN-Kabel zu verlegen, daher muss ich auf ein perfektes WLAN-Signal setzen.

FRITZ!Repeater 1700 im Test

Wenn das WLAN beim Gaming schwächelt

Jeder, der regelmäßig online zockt, kennt diesen kurzen Moment der Panik: Das Symbol für die Netzwerkverbindung blinkt rot auf, der Ping schießt in die Höhe und die Spielfigur teleportiert sich wild durch die Map. „Lag“ ist im Smart Home vielleicht verkraftbar, wenn die Playlist eine Sekunde länger lädt. Im kompetitiven Gaming ist es das absolute Aus.

Genau vor dieser Herausforderung stand ich in letzter Zeit häufiger in meinem Arbeits- und Gaming-Zimmer. Während mein Heimkino und die Streaming-Kette im Wohnzimmer dank FRITZ!Box 7530 AX und diverser Optimierungen stabil versorgt sind, ist das WLAN-Signal am Standort meines Gaming-PCs nicht mehr optimal. Stahlbetonwände und Distanz fordern hier ihren Tribut. Ein langes LAN-Kabel quer durch den Flur zu verlegen, war aus optischen Gründen keine Option.

Die Suche nach der kompakten Lösung
Bisher hatte ich für größere Abdeckungen oft die „großen Kaliber“ wie den FRITZ!Repeater 3000 AX im Blick (hier geht’s zum Test).  Ich hatte auch mal den FRITZ!Repeater 6000 im Einsatz. Aber für diesen einen Raum suchte ich etwas Unauffälligeres, das direkt in die Steckdose passt, ohne dabei auf modernste Technik zu verzichten.

FRITZ!Repeater 1700 im Test

Hier kommt der brandneue FRITZ!Repeater 1700 ins Spiel. Er ist klein, unscheinbar, bringt aber den neuesten Wi-Fi 7 Standard mit. Mein Plan für diesen Test ist simpel: Ich platziere den Repeater strategisch als Mesh-Client und verbinde meinen Gaming-PC direkt per LAN-Kabel mit diesem Client. Kann der kleine 1700er die Latenz-Probleme lösen und die volle Bandbreite der FRITZ!Box 7530 AX auch in den letzten Winkel der Wohnung transportieren?

Design & Verarbeitung: Kompakt, schlicht, Wi-Fi 7

Wer an High-End-WLAN denkt, hat oft die Bilder von großen Routern mit wild abstehenden Antennen oder den wuchtigen Tower-Designs der 3000er- oder 6000er-Serie im Kopf. Der FRITZ!Repeater 1700 geht hier einen komplett anderen Weg. Er ist die direkte Weiterentwicklung des beliebten 1200 AX und setzt auf das kompakte „Wall-Plug“-Design.

Kompakt und wohnzimmertauglich
Mit Abmessungen von ca. 80 x 80 mm (ohne Stecker) ist das Gerät kaum größer als ein Lichtschalter oder eine Steckdose. Das ist gerade in Wohnräumen ein riesiger Vorteil: Während ich für den Repeater 3000 AX einen Stellplatz auf dem Sideboard finden musste, verschwindet der 1700er einfach direkt an der Wand in der Steckdose. Das weiße, hochglänzende Gehäuse mit dem dezenten roten Fritz!-Akzent fügt sich nahtlos in moderne Wohnumgebungen ein. Lüftungsschlitze an den Seiten und der Front sorgen dafür, dass die Wi-Fi 7 Hardware auch unter Last nicht überhitzt und das absolut lautlos, da keine Lüfter verbaut sind. Somit kann man den Repeater auch problemlos im Schlafzimmer installieren. Und da man in der Verwaltungsoberfläche die LEDs ausschalten kann, ist er auch komplett dunkel.

Auf der Vorderseite dominiert die große Connect-Taste (WPS), die von einer Status-LED sowie einer Signalstärke-Anzeige begleitet wird. Letztere ist im Alltag extrem praktisch: Sie zeigt über eine mehrstufige Skala an, wie gut die Verbindung zur FRITZ!Box ist. Das hilft enorm dabei, die optimale Steckdose auf halber Strecke zwischen Router und Funkloch zu finden. Alternativ geht das aber auch mit der FRITZ! WLAN-App. An der Unterseite befindet sich noch ein Gigabit-LAN-Port.

FRITZ!Repeater 1700 im Test

Einrichtung per Knopfdruck? Wie kommt der Repeater ins bestehende Mesh?

Eigentlich ist die Installation sehr einfach. Das Versprechen auf der Verpackung ist simpel und seit Jahren eigentlich auch von FRITZ! bekannt: Repeater in eine Steckdose in der Nähe der FRITZ!Box stecken, warten bis die LED blinkt, die Connect-Taste drücken und anschließend die Connect/WPS-Taste an der FRITZ!Box betätigen. Nach wenigen Sekunden sollte die Verbindung stehen: Das Gerät übernimmt SSID und Passwort ganz automatisch.

Was ist, wenn die Technik mal streikt?

Soweit die Theorie. In meinem Praxistest mit der FRITZ!Box 7530 AX lief es diesmal allerdings überraschenderweise nicht so reibungslos wie gewohnt („Plug & Play“). Trotz korrekter Tastenfolge wollten sich Router und Repeater im ersten Anlauf einfach nicht finden. Die LEDs blinkten fleißig, signalisierten den Suchmodus, aber die erlösende dauerhafte Verbindung blieb aus. Ob es an lokalen Interferenzen lag oder die Box gerade „beschäftigt“ war, ließ sich auf die Schnelle nicht klären. Evtl. hatte es auch mit unterschiedlichen Software-Versionen zu tun? Meine FRITZ!Box lief bereits auf der aktuell 8.20 Software.

Plan B funktionierte dann recht schnell
Es ist ein seltener Fall, aber er zeigt: Auch im besten Ökosystem kann es mal haken. Glücklicherweise bietet FRITZ!  hier immer eine zuverlässige Hintertür. Ich bin auf die manuelle Einrichtung über den Browser gewechselt (einfach mit dem offenen WLAN des Repeaters verbinden und fritz.repeater aufrufen). Hier wählt man sein Heimnetz aus der Liste und gibt den WLAN-Schlüssel ein. Der 1700er wurde sofort als Mesh-Gerät erkannt (erkennbar am kleinen blauen Mesh-Symbol in der Übersicht der FRITZ!Box), übernahm alle Einstellungen und war einsatzbereit für den Umzug in das Problemzimmer.

Fazit zur Einrichtung: Normalerweise ist das eine Sache von Sekunden. Wenn WPS aber mal streikt, ist die manuelle Einrichtung ein solider Rettungsanker, den man kennen sollte.

FRITZ!Repeater 1700 im Test

Die Technik im Detail: Was bringt Wi-Fi 7 im „Kleinstformat“?

Der FRITZ!Repeater 1700 wird als Wi-Fi 7 Gerät beworben. Wer sich in der Materie auskennt, stutzt hier vielleicht kurz:  Wi-Fi 7 braucht doch oft das neue 6-GHz-Frequenzband?

Das ist korrekt, aber nicht die ganze Wahrheit. Der 1700er ist ein Dual-Band-Repeater. Er funkt „nur“ auf den bekannten Frequenzen 2,4 GHz und 5 GHz, das aber mit der neuesten Protokoll-Technik (IEEE 802.11be). Das bedeutet: Er holt das absolute Maximum aus den Bändern heraus, die wir alle schon nutzen und die eine höhere Reichweite haben als das empfindliche 6-GHz-Band.

Warum funktioniert Wi-Fi 7 auch ohne 6 GHz?

Der entscheidende Vorteil für Gamer und Streaming-Fans ist nicht nur die rohe Geschwindigkeit, sondern die Effizienz (Latenz). Dank Wi-Fi 7 Features wie Multi-Link Operation (MLO) (sofern der Router es auch unterstützt) oder der verbesserten 4096-QAM Modulation, werden Datenpakete dichter gepackt und schneller verarbeitet.

Der „Geheimtipp“ für Gamer: Die LAN-Brücke
Da ich meinen Gaming-PC per Kabel an den Repeater hänge, passiert technisch Folgendes: Der Repeater fungiert als reine WLAN-Brücke. Er nutzt seine komplette Funk-Power fast ausschließlich für den „Backhaul“ (die Rückverbindung) zur FRITZ!Box. Da die Verbindung über das starke 5-GHz-Band läuft, profitiert der PC am LAN-Port von einer Latenz, die sich fast wie ein echtes Kabel anfühlt.

Wo sind die Grenzen?
Der 1700er ist kein Tri-Band-Gerät (wie der große Repeater 3000 AX oder 6000). Er hat keine separate dritte Funkeinheit, die ausschließlich für die Kommunikation mit dem Router reserviert ist. Er muss sich die Bandbreite dynamisch zwischen den verbundenen WLAN-Geräten und der FRITZ!Box teilen (Crossband Repeating). Ich habe im Alltag hier aber überhaupt keinen Nachteil festgestellt. Im Gegenteil, die Verbindungen sind schnell und stabil.

FRITZ!Repeater 1700 im Test

Fazit: Günstiges Upgrade oder Notlösung?

Der FRITZ!Repeater 1700 kostet direkt bei FRITZ! 109,00 Euro (Stand der Preise Januar 2026). Dazu kommen ggf. noch Versandkosten. Das ist für mich ein fairer Preis, wenn ich bedenke, das ich dadurch eine stabile Verbindung bekomme.

Hat der FRITZ!Repeater 1700 mein „Sorgenkind-Zimmer“ beruhigt?

Die Antwort ist ein klares Ja. Wo vorher der Ping schwankte und Downloads zur Geduldsprobe wurden, liefert mein Gaming-PC jetzt stabil ab und das, obwohl er „nur“ am Repeater hängt. Der neue Repeater bietet im Alltag eine Leistung, die man früher nur von den großen Desktop-Repeatern kannte, versteckt sie aber in einem unauffälligen Gehäuse direkt an der Wand. Besonders in Kombination mit dem Gigabit-LAN-Port wird er zur idealen WLAN-Brücke für stationäre Geräte wie PCs, Konsolen oder Smart-TVs, die abseits vom Router stehen.

FRITZ!Repeater 1700 im Test

Dass Wi-Fi 7 hier „nur“ auf 2,4 und 5 GHz stattfindet, ist in der Praxis absolut zu verschmerzen. Die Antennentechnik sorgt für einen so stabilen Datendurchsatz (Backhaul) zur FRITZ!Box, dass sich die Verbindung fast wie ein echtes Kabel anfühlt.

Weitere Details zum Repeater findet ihr direkt beim Hersteller:

https://fritz.com/products/fritz-repeater-1700-20003116