Gaming-Lautsprecher: Klipsch ProMedia Lumina

Klipsch ProMedia Lumina im Test: Gaming-Sound mit High-End-Genen?

Wer mich und meine Berichte schon länger verfolgt, weiß das mein Herz für High End HiFi schlägt. Seit vielen Jahren setze ich auf Elektronik aus dem Hause Burmester. Hier ist jedes Kabel und jede Stromzuführung auf das letzte Quäntchen Klangqualität optimiert. So sehr ich die audiophile Perfektion im Heimkino schätze, so stiefmütterlich wurde bisher mein Schreibtisch behandelt. Das ändert sich hoffentlich mit dem Klipsch ProMedia Lumina Soundsystem.

Gerade beim Gaming oder der schnellen Musikberieselung zwischendurch am PC habe ich mich oft mit Standardlösungen zufriedengegeben. Hier lagen eher Systeme im Vordergrund, die in Videokonferenzen einen guten Ton abliefern. Doch der Wunsch nach einem „Top Sound am Gaming PC“  war immer da. Und am Ende gab es eine Gelegenheit ein Sound-System von Klipsch zu testen. Klipsch ist mir natürlich auch schon seit vielen Jahren ein Begriff. In der HiFi-Welt ist das Unternehmen seit jeher hoch angesehen. In meinem Heimkino waren allerdings noch keine Klipsch Lautsprecher zu Gast.


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Klipsch ProMedia Lumina im Test

Klipsch ProMedia Lumina – guter Sound inkl. LED-Beleuchtung

Mit den ProMedia Lumina bringt der amerikanische Traditionshersteller ein 2.1-System auf den Markt, das nicht nur mit dem typischen Klipsch-Sound, sondern auch mit einer modernen LED-Beleuchtung punkten will. Mein Ziel für diesen Test war klar: Ich wollte herausfinden, ob Klipsch es schafft, die Brücke zwischen meiner gewohnten High-End-Expertise und den speziellen Anforderungen eines Gaming-Setups zu schlagen. Kann ein kompaktes PC-System mit Subwoofer einen Hörer begeistern, der sonst Nuancen in Reinsilber-Verkabelungen sucht? Ja, das kann es!

Klipsch ProMedia Lumina im Test

Seit 1946: Der amerikanische Traum in Audio-Form

Wenn man sich in der High-End-Welt bewegt, kommt man an einem Namen nicht vorbei: Paul W. Klipsch. Klipsch steht für den „American Way of HiFi“: direkt, dynamisch und mit Ecken und Kanten.

Alles begann 1946 in Hope, Arkansas. Paul W. Klipsch wollte das Live-Erlebnis eines Konzerts in das heimische Wohnzimmer holen. Seine Lösung war das legendäre Klipschorn, ein Eckhorn-Lautsprecher, der bis heute fast unverändert gebaut wird und als einer der langlebigsten Lautsprecher der Geschichte gilt.

Sein Ansatz basierte auf vier Grundpfeilern, die auch heute noch die DNA jedes Klipsch-Produkts prägen:

  • Hoher Wirkungsgrad: Viel Sound mit wenig Watt
  • Geringe Verzerrung: Sauberer Klang auch bei hohen Pegeln
  • Kontrollierte Richtwirkung: Der Sound soll zum Hörer, nicht an die Wände
  • Weiter Dynamikbereich: Von flüsterleise bis explosiv laut

Doch Paul W. Klipsch war nicht nur Ingenieur, sondern auch ein Mann klarer Worte. Seine Abneigung gegen übertriebenes Marketing in der Audio-Branche gipfelte in seinem berühmten Slogan: „No Bullshit“. Dieser ist auch heute noch teil der Unternehmensgeschichte.

Klipsch ProMedia Lumina im Test

Heute wird das Unternehmen zwar von Indianapolis aus gesteuert, doch die Seele der Marke und die Fertigung der Top-Modelle, ist noch immer tief in Hope verwurzelt. Das Klipsch diese jahrzehntealte Horn-Expertise nun nutzt, um Gamer und Desktop-Nutzer glücklich zu machen, ist nur der nächste logische Schritt in einer Geschichte, die vor fast 80 Jahren in einem Blechschuppen begann.

Was liefert Klipsch mit dem ProMedia Lumina System?

Im Kern handelt es sich um ein aktives 2.1-Lautsprechersystem, bestehend aus zwei kompakten Satelliten für den Schreibtisch und einem dedizierten Subwoofer für den Boden. Doch anders als bei klassischen PC-Lautsprechern setzt Klipsch hier auf HiFi-Basiskomponenten: In den Satelliten arbeiten die Microtractrix-Hörner, die für die extrem dynamische und direkte Ansprache der Marke bekannt sind.

Klipsch ProMedia Lumina im Test

Der Beiname „Lumina“ weist auf eine RGB-Beleuchtung hin. Das System verfügt über eine integrierte, anpassbare RGB-Beleuchtung an den Satelliten. Über die Klipsch Connect App lässt sich so die Lichtstimmung an das Gaming-Setup anpassen. Mit der „Windows Dynamic Lighting“ Funktion in Windows 11 lässt sich darüber dann auch die Beleuchtung über verschiedene Komponenten zentralisieren.

Während früher bei den PC-Soundsystemen oft nur ein 3,5mm-Klinkenstecker zur Verfügung stand, fungiert das ProMedia Lumina heute als multimediale Zentrale mit folgenden Verbindungen:

  • USB-C für die direkte, verlustfreie Verbindung zum PC oder Mac
  • Bluetooth 5.3 für schnelles Streaming vom Smartphone
  • 3,5mm Aux-Eingang für analoge Quellen

Klipsch ProMedia Lumina im Test

Design & Verarbeitung: Liefert Klipsch mehr als bunte Lichter?

Die Gehäuse bestehen aus ABS-Kunststoff. Das klingt zunächst ernüchternd, aber Klipsch hat hier einen guten Job gemacht. Der Kunststoff wirkt dickwandig, klappert nicht und das matte Finish ist erfreulich resistent gegen Fingerabdrücke. Das wirkt insgesamt schon recht hochwertig. Auf einem Satelliten ist die Steuerung für die Lautstärke angebracht. Da hätte ich mir schönere Knöpfe gewünscht oder gar ein kleines Touch Panel. Aber am PC steuert man die Lautstärke ohnehin meistens über die Taskleiste oder Tasten auf der Tastatur.

Klipsch ProMedia Lumina im Test

Das optische Highlight ist ohne Zweifel das Microtractrix-Horn. Es verleiht den kompakten Speakern eine gewisse Aggressivität, die hervorragend zu einem modernen Gaming-Setup passt. Die leichte Neigung der Satelliten nach oben ist dabei kein Design-Merkmal, sondern akustisch sinnvoll um den Schall vom Schreibtisch direkt zu den Ohren zu lenken. Das nennt man Near-Field-Alignment.

Klipsch ProMedia Lumina Testbericht

Beim Subwoofer setzt Klipsch auf MDF (Holzfaser) statt reinem Plastik, was für die akustische Präzision im Tiefton unerlässlich ist. Er ist kompakt genug, um unter dem Schreibtisch zu verschwinden, aber groß genug, um physisch präsent zu wirken.

Das „Lumina“-Element: Kirmes oder Klasse?

RGB-Beleuchtung kann ja sehr schnell wie Kirmes wirken. Am Gaming-PC hat sich das ja fast schon etabliert. Doch nichts ist schlimmer wie verschiedene leuchtende Elemente. Der Gaming-PC leuchtet in RGB-Farben, Razer-Mauspad und Maus ebenfalls. Und alle in unterschiedlichen Tönen? Grundsätzlich ja, aber Klipsch unterstützt zur Synchronisation das Dynamic Lightning Feature in Windows 11.

Klipsch ProMedia Lumina im Test

Das Licht ist diffus und atmosphärisch, nicht punktuell und blendend. Es wirkt weniger wie „Disco“ und mehr wie eine moderne Ambiente-Beleuchtung, die sich via App steuern lässt. An den Satelliten strahlt das Licht nach hinten ab. Über die App kann man festlegen, das sich das Licht an den Farben des Monitors orientiert und so gefühlt die Monitorfarben auf die Umgebung erweitert. Das hat gut funktioniert.

Klipsch ProMedia Lumina Testbericht

Grundsätzlich darf man keine edlen Hölzer oder gebürstetes Metall erwarten. Das würde den Preisrahmen sprengen. Aber das gesamte System wirkt „zweckmäßig robust“ und macht auf dem Schreibtisch einen guten Eindruck. Der Subwoofer verschwindet ohnehin unter dem Schreibtisch.

Wie schlagen sich die Microtractrix-Hörner bei Musik und Stimmen?

Was sofort auffällt, wenn man die ersten Takte zuspielt: Der „Vorhang“ fehlt. Viele PC-Lautsprecher klingen belegt, als würde der Sound hinter einem Stück Stoff kleben. Das Horn-Prinzip sorgt für eine enorme Direktheit. Die hohen Frequenzen werden nicht einfach in den Raum gestreut, sondern gezielt auf den Hörer am Schreibtisch gerichtet.

Klipsch ProMedia Lumina Testbericht

Bei der Stimmenwiedergabe spielen die Hörner ihre größte Stärke aus. Stimmen stehen plastisch und greifbar in der Mitte des Schreibtischs. Die sogenannte „Phantommitte“ gelingt im Nahfeld überraschend gut. Achtet darauf das die Lautsprecher gut ausgerichtet sind und nach links und rechts die gleichen Abstände haben. Auch im Discord-Voice-Chat beim Gaming ist die Sprachverständlichkeit exzellent. Das ist weit entfernt vom typischen „Dosensound“ günstiger PC-Lautsprecher. Doch das habe ich auch von Klipsch erwartet.

Wie ist die Musik-Performance der Klipsch Lautsprecher?

Bei dynamischen Genres wie Rock, Elektro oder Pop machen die kleinen Hörner richtig Spaß. Sie sind schnell, impulsiv und haben diesen typischen „Live-Charakter“, für den Klipsch bekannt ist. Klar, als audiophiler Hörer muss man hier Abstriche machen. Wir reden hier aber auch über ein Lautsprecher-System das zum einem Preis von 349 Euro angeboten wird und das inkl. Subwoofer. Wer den seidigen, ultra-entspannten Hochton einer High-End-Anlage gewohnt ist, wird die Klipsch anfangs als sehr „offensiv“ empfinden. Bei schlecht abgemischten Pop-Aufnahmen oder sehr hohen Lautstärken können S-Laute schon mal ins Scharfe kippen. Doch wir wollen am Gaming-PC nicht kritisch hören.

Klipsch ProMedia Lumina Testbericht

Wir wollen in die Spielewelten eintauchen, die Atmosphäre durch den Sound erleben und unsere Mitspieler*innen im Voice-Chat deutlich hören. Und das gelingt ganz wunderbar mit dem Klipsch ProMedia Lumina Lautsprechern.

Natürlich habe ich im Büro zur Musikuntermalung auch einen Sonos Lautsprecher. Doch wenn ich hier sitze, läuft in der Regel auch der Rechner. Und das Klipsch System kann meiner Meinung nach den separaten Smart-Speaker im Büro komplett ersetzen.

Klipsch ProMedia Lumina Testbericht

Zum Preis von 349,00 Euro erhält man ein hochwertiges Lautsprecher-Gaming-Setup mit dem man viele Jahre Spaß haben kann. Und auch als Office-Lautsprecher-Setup macht das Klipsch ProMedia Lumina einen sehr gelungenen Eindruck.

Details findet ihr direkt bei Klipsch auf der Webseite: https://www.klipsch.com

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