Razer hat mit der Viper V4 Pro, der BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed TKL und der Gigantus V2 Pro drei Produkte im Portfolio, die auf den ersten Blick perfekt zusammenpassen: leichte, kabellose Maus, flache Low-Profile-Tastatur und ein Mauspad, das auf maximale Trackingpräzision ausgelegt ist. Im Test schauen wir uns an, ob aus drei Einzelprodukten tatsächlich ein stimmiges Setup wird und ob sich der Umstieg lohnt oder ob man mit dem Vorgänger-Setup genauso gut fährt.
Razer – die Geschichte der Kult-Marke
Wer heute an Gaming-Zubehör denkt, hat fast automatisch das neongrüne Schlangen-Logo im Kopf. Razer wurde ursprünglich bereits 1998 als Tochterunternehmen der Kärna LLC gegründet, mit dem Ziel, hochwertige Gaming-Mäuse für eine damals noch kleine, aber wachsende Szene zu entwickeln. Mit der legendären Boomslang definierte das Unternehmen quasi im Alleingang die Kategorie der „Gaming-Maus“ und setzte auf hohe DPI-Zahlen, als der Rest der Welt noch Kugelmäuse reinigte.

Der frühe Erfolg währte jedoch nicht lange: 2001 musste die Muttergesellschaft Insolvenz anmelden, und Razer verschwand zunächst wieder von der Bildfläche. Erst 2005 wagten Min-Liang Tan und Robert Krakoff den Neustart. Mit Unterstützung namhafter Investoren gelang der Marke ein zweiter Anlauf, der bis heute anhält.
Der Slogan „For Gamers. By Gamers.“ ist seither nicht nur Marketing, sondern der Kern der Markenidentität geblieben. Aus dem einstigen Underdog, der sich mit einer einzigen Maus gegen etablierte Hersteller behaupten musste, ist längst ein globaler Lifestyle-Anbieter geworden: Das Portfolio reicht heute von Gaming-Peripherie über die Blade-Laptop-Serie bis hin zu Gaming-Möbeln.
Ich habe selbst schon einige Produkte von Razer getestet und viele davon seit Monaten im täglichen Einsatz. Daher bin ich schon sehr gespannt, wie sich die drei neuen Testprodukte auf meinem Schreibtisch machen.
Razer Viper V4 Pro: Leichter, schneller, klüger
Bei der Razer Viper V4 Pro handelt es sich um eine ultra-leichte Maus, bei der ich beim Auspacken erst einmal gedacht habe, das die Batterie oder der Akku noch nicht eingesetzt ist. Sie ist so super leicht, das hat mich sehr überrascht. Die Viper V4 Pro ist mit 49 Gramm (Schwarz) beziehungsweise 50 Gramm (Weiß) rund 20 Gramm leichter als ihre Vorgängerin, die Viper V3 Pro. Das ist ein Unterschied, den man beim ersten Griff sofort spürt. Möglich macht das unter anderem der neue Focus Pro 50K-Sensor der dritten Generation mit bis zu 50.000 DPI, kombiniert mit Gen-4-Optikschaltern für die Maustasten.

Das eigentlich interessante technische Detail liegt aber woanders: Razer hat mit „FrameSync“ eine Technologie eingeführt, die jeden Sensor-Frame mit der Abtastrate deiner Maus und der USB-Verbindung abgleicht. Was bedeutet das konkret? Statt kontinuierlich zu senden, werden nur nötige Sensor-Aktualisierungen durchgeführt. Das Ergebnis ist eine Akkulaufzeit von bis zu 180 Stunden bei 1.000 Hz Polling-Rate, ohne dass dafür bei der Performance Abstriche gemacht werden müssen. Für ein Turnier- oder Langzeit-Setup ist das ein handfester Vorteil gegenüber vielen Wettbewerbern, bei denen hohe Polling-Raten den Akku spürbar schneller leeren.

Angebunden wird die Maus wahlweise per USB-C-Kabel oder über das 2,4-GHz-Wireless-Dongle. Der Dongle ist etwas größer und steht üblicherweise auf dem Schreibtisch. Dafür hat er eine Antenne die für mehr Stabilität sorgen soll. Der Dongle wird mit dem USB-Anschluss des Rechners verbunden. Die Viper V4 Pro kann erstmalig über die browserbasierte Software Razer Synapse Web konfiguriert werden. Die klassische Desktop-Anwendung von Razer wird nicht unbedingt benötigt. Preislich ruft Razer für die Viper V4 einen Preis von 179,99 Euro für die schwarze Variante auf.
Details findet ihr hier: https://www.razer.com/de-de/gaming-mice/razer-viper-v4-pro
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Doch eine Maus ist nur so gut, wie die Unterlage auf der sie benutzt wird.
Gigantus V2 Pro: Die Wahl der richtigen Oberfläche
Die Gigantus V2 Pro unterscheidet sich vom Vorgänger vor allem durch ein durchdachtes Konzept: Statt einer Einheitsoberfläche bietet Razer die Pro-Version in vier Reibungsstufen an: Speed (niedrige Reibung, für schnelle Flicks), Balance (mittlere Reibung), Control (hohe Reibung) und Max Control (ultra-hohe Reibung für maximale Präzision bei langsamen, kontrollierten Bewegungen). Damit lässt sich das Mauspad gezielt auf Spielstil und Sensitivity-Einstellung abstimmen, statt einen Kompromiss eingehen zu müssen.

Technisch basiert die Serie auf einem texturiertem Gewebe in Kombination mit sogenanntem „GlideCore“-Foam. Das ist eine rutschfeste Unterseite mit sauber vernähten, flachen Kanten, die ein Verhaken der Maus beim schnellen Überfahren verhindern sollen. In Kombination mit der extrem leichten Viper V4 Pro lässt sich damit tatsächlich das gesamte Spektrum von präzisen Tracking-Bewegungen bis zu schnellen 180-Grad-Flicks sauber abdecken. Vorausgesetzt, man wählt die zur eigenen Spielweise passende Reibungsstufe. Ggf. muss man dies allerdings vorher ausprobieren. Ich hätte spontan nicht gewusst, welche Reibungsstufe mir am besten liegt.

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BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed TKL: Kompakt, aber nicht ganz kompromisslos
Die BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed TKL verzichtet bewusst auf den Nummernblock und setzt auf ein platzsparendes Tenkeyless-Layout (TKL). Das ist ideal für alle, die auf dem Schreibtisch Platz für großzügige Mausbewegungen brauchen. Herzstück sind Razers proprietäre Low-Profile-Switches, die in drei Varianten erhältlich sind: taktil (Orange), klickend (Grün) und linear (Gelb).

Bei der Konnektivität bietet die Tastatur gleich drei Optionen: 2,4-GHz-HyperSpeed-Wireless für minimale Latenz, Bluetooth für den Alltagsbetrieb mit mehreren Geräten sowie eine klassische USB-C-Kabelverbindung. Die von Razer angegebene Akkulaufzeit von bis zu 980 Stunden ist ziemlich hoch und würde selbst bei intensiver Nutzung mehrere Wochen ohne Nachladen ermöglichen.

Ausgestattet ist die Tastatur zudem mit einem gebürsteten Aluminiumrahmen, vollständiger Pro-Key-RGB-Beleuchtung, drei zusätzlichen Steuertasten sowie einem klickbaren Lautstärkerad. Nicht alle Reviews da draußen fallen uneingeschränkt positiv aus. Mehrere Tests bemängeln, dass die Tasten lauter klingen als erwartet und sich der Anschlag stellenweise weniger hochwertig anfühlt. Wenn man den Preis von 189,99 Euro dazu im Kopf hat, möchte man sicherlich auch das beste Produkte erhalten. Mir ist das in der Praxis allerdings nicht aufgefallen, ich habe die Tastatur auch mehrere Tage im Alltag genutzt. Natürlich ist sie keine super-flüsterleise Tastatur und im Großraumbüro vielleicht nicht die beste Wahl. Doch in meinem Gaming-Umfeld hat die Lautstärke nicht gestört und auch der Tastenanschlag war in Ordnung. Hin und wieder hat die Tastatur allerdings die Verbindung zu meinem Rechner verloren. Das habe ich bei der Huntsman noch nie gehabt und das werde ich die nächsten Wochen noch im Auge behalten.
Die Tastatur gibt es zum Preis von 189,99 Euro. Details gibt es hier: https://www.razer.com/de-de/gaming-keyboards/razer-blackwidow-v4-low-profile-tenkeyless-hyperspeed
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Wie ist das Zusammenspiel der drei Produkte?
Genau hier liegt der eigentlich interessante Aspekt des Sets: Alle drei Produkte lassen sich über Razer Synapse aus einer Software heraus steuern, teilen sich mit HyperSpeed dasselbe kabellose Ökosystem und sind konsequent auf niedriges Gewicht beziehungsweise niedrige Bauhöhe ausgelegt. Wer ein Setup ohne störende Kabel, mit niedriger Systemlatenz und langer Akkulaufzeit sucht, bekommt hier tatsächlich ein stimmiges Gesamtpaket, bestehend aus der Maus Viper V4 Pro als leichtgewichtiger Präzisionswerkzeug, die BlackWidow Low-Profile Tastatur als kompakte, schnell reagierende Eingabezentrale und die Gigantus V2 Pro als anpassbare Basis, die beide Geräte optimal zur Geltung bringt.
Der praktische Vorteil gegenüber einem zusammengewürfelten Setup verschiedener Hersteller: Es gibt keine Kompatibilitätsfragen bei Wireless-Dongles, keine unterschiedlichen Software-Ökosysteme und ein einheitliches RGB-Beleuchtungskonzept, falls das für die eigene Optik relevant ist.

Preis-Leistung: Für wen lohnt sich das komplette Set?
In Summe bewegt sich das Trio je nach Region und aktuellen Angeboten bei rund 450 bis 500 Euro für alle drei Komponenten. Das ist sicherlich kein Impulskauf, sondern eine bewusste Investition. Für kompetitive Spieler, die Wert auf minimale Latenz, geringes Gewicht und lange Akkulaufzeit legen, ist das Set gut begründet, insbesondere durch die FrameSync-Technologie der Maus und die durchdachte Oberflächenauswahl beim Mauspad. Bei der Tastatur lohnt sich dagegen ein genauerer Blick: Wer in erster Linie ein hochwertiges Tippgefühl sucht, sollte die kritischeren Stimmen zur Anschlagqualität ernst nehmen und im Zweifel vor dem Kauf selbst Hand anlegen oder Vergleichsmodelle in Betracht ziehen.

Das Zusammenspiel aus Viper V4 Pro, BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed TKL und Gigantus V2 Pro zeigt, wohin sich professionelle Gaming-Peripherie 2026 entwickelt: weniger Kabel, weniger Gewicht, mehr softwareseitige Individualisierung. Wer ein komplett kabelloses, aufeinander abgestimmtes Setup sucht und bereit ist, für die Details am oberen Ende des Preisspektrums zu zahlen, macht mit diesem Trio wenig falsch. Einsteiger und preisbewusste Käufer fahren mit gezielten Einzelkäufen oder etwas älteren Razer-Generationen aber ebenfalls gut.






