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Qualität von Verstärkerschaltungen - Verzerrungen

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Im ersten Teil unseres Artikels über Qualitätsmerkmale
von Verstärkerschaltungen haben wir uns mit dem
ThemaRauschen beschäftigt. Rauschen beeinflusst jedoch nicht
alleine die Qualität der Musikwiedergabe über denAmp.
Ein weiteres wichtiges Kriterium bei der Beurteilung der
Güte eines Verstärkers sind Verzerrungen.



Verzerrungen entstehen immer dann, wenn der Verstärker das
anliegende Musiksignal nicht nur verstärkt,sondern auch auf
andere Art und Weise verändert. Man teilt Verzerrungen
allgemein in "Lineare Verzerrungen" und "Nichtlineare
Verzerrungen" ein,je nachdem welche physikalischen
Charakteristika des Signals von der Änderung durch den
Verstärker betroffen sind.



Lineare Verzerrungen:



Lineare Verzerrungen treten immer dann auf, wenn der
Verstärker das Eingangssignal nicht über den
gesamtenFrequenzbereich neutral behandelt. Jeder Verstärker
besitzt konstruktionsbedingt eine gewisse Bandbreite, in der er
optimal arbeitet. Im Bild unten links ist dasder lineare Bereich
von etwa 20Hz bis 40kHz. Ein Eingangssignal, dessen
Frequenzspektrum innerhalb dieses Bandbreitenbereichs liegt, kann
neutral verstärkt werden. Es entstehen also praktisch
keinelinearen Verzerrungen. Besitzt das Frequenzspektrum des
Eingangssignals jedoch Anteile, die außerhalb der
Bandbreite des Verstärkers liegen, oder liegt es gar
komplett außerhalb, so kann der Amplifier dieses
Musiksignal nichtoptimal verarbeiten. Es kommt zu linearen
Verzerrungen. Unter lineare Verzerrungen fallen in erster Linie
sogenannte Amplitudenverzerrungen und Laufzeitverzerrungen.


height="133" border="0" alt=
"Bandbreite eines Verstärkers">





Amplitudenverzerrungen entstehen, wenn die
Verstärkung nicht für alle Frequenzen, aus denen das
Eingangssignal besteht, gleich ist.Dadurch werden die einzelnen
Frequenzkomponenten des Eingangssignals unterschiedlich
behandelt, was das Signal beim Durchgang durch den
Verstärker verändert, also verzerrt.Im Bild oben
würde beispielsweise ein Signal, dessen Frequenzanteile
oberhalb von 40kHz liegen, stark verzerrt.Dieses Beispiel hinkt
natürlich in gewisser Weise, da das Ohr nur Töne bis
maximal 20kHz bewusst wahrnimmt. Allerdings muss man sich vor
Augen halten,dass die Verstärkung realer Amps auch innerhalb
des linearen Bereichs leicht mit der Frequenz schwankt (im Bild
rechts - Beachten Sie die andere Skalierung der a-Achse!), was im
hörbaren Bereich Amplitudenverzerrungen hervorruft. Die
heute auf dem Markt erhältlichen guten Verstärker
solltenpraktisch keine Frequenzgangüberhohungen mehr
aufweisen. Einbrüche dagegen können in gewissen Grenzen
auch in der heutigen hochentwickelten Technik noch auftreten.



Gift für einen linearen Frequenzgang sind in aller Regel die
insbesondere an günstigen Verstärkern angebrachten
Klangregler, die meist den Bass- und Höhenbereich an den
Raum anpassbar machen sollen. Diese verbiegen den Frequenzgang
selbst dann noch in unter Umständen sehr hohem Maße,
wenn sie auf der Nullposition stehen.Wenn Sie also ein
möglichst originalgetreues Klangbild wünschen, dann
schalten Sie diese Klangregler am besten ab.



Welche Qualitäten Ihr Verstärker im Bezug auf
Amplitudenverzerrungen aufweist können Sie selbst leicht
feststellen. Recht aussagekräftig ist hierfür
derFrequenzgang, der in der Anleitung bei den technischen Daten
angegeben sein sollte. Sie finden eine Frequenzbereichsangabe
(z.B. 20Hz - 40kHz) und anschließend daran bei guten
Modelleneinen Dezibelwert (z.B. +/-3dB). Die
Frequenzbereichsangabe macht eine Aussage über die
Bandbreite Ihres Verstärkers, während Sie aus der
Dezibelangabe herauslesen können, welche Schwankungen in der
Verstärkung innerhalb desangegebenen Frequenzbereichs
auftreten können. Gute Modelle sollten eine Bandbreite von
ca. 20Hz bis 40kHz bei einer Abweichung von +/-1dB
aufweisen.Insbesondere im Hinblick auf die höchstwertige
DVD-Audio werden zukünftige Modelle auch größere
Bandbreiten bis über 100kHz benötigen, da die DVD-Audio
Frequenzen bis zu etwa dieser Höhe
unterstützt.Geräten, deren Frequenzgang ohne
Dezibelwert angegeben wird, sollten Sie kritisch gegenüber
stehen.Insbesondere bei billigen Komponenten lassen die
Hersteller diese Angabe mitunter weg, um Probleme der
Konstruktion mit der Verstärkungslinearität zu
kaschieren.


height="200" border="0" alt=
"Nichtlinearitäten des Frequenzgangs">





Nun kommen wir zu der Frage, wie hoch die Abweichungen von der
Optimallinie denn eigentlich sein können, ohne vom
Gehör wahrgenommen zu werden.Hierauf gibt es keine allgemein
gültige Antwort. Unser Ohr nimmt Nichtlinearitäten in
verschiedenen Frequenzbereichen unterschiedlich gut wahr.
Während das Ohr im Bassbereich und in den obersten
HochtonlagenSchwankungen des Frequenzbereichs bis etwa 3dB
toleriert, kann es im kritischen Bereich zwischen 2kHz und 5kHz
für den gut geübten Hörer möglich sein
Nichtlinearitäten von 1dB wahrzunehmen.

Hörtests haben ferner ergeben, dass Einbrüche im
Frequenzgang grundsätzlich nicht so stark auffallen wie
Überhöhungen. Zusätzlich wird allgemein
angenommen, dass die Abweichungen von der Ideallinie umso weniger
tragisch sind, desto schmalbandiger diese Einbrüche
sind.Würde ein Verstärker beispielsweise einen Einbruch
von 10dB im Tiefbassbereich besitzen, der schmalbandig
(beispielsweise weniger als eine Terz Breite) um die Frequenz von
80Hz liegt, so würde dieser Einbruch wohl kaum
wahrgenommen.Dahingegen wäre eine Überhöhung von
nur 2dB über den Frequenzbereich von 2kHz und 4kHz (also
eine sehr breitbandige Überhöhung) auch für den
Laien ohne Hörerfahrung sehr deutlich als Verfärbung
wahrnehmbar.



Hinzu kommt noch, dass die Wahrnehmung je nach Musikprogramm
unterschiedlich genau ausfällt.Während Heavy-Metall
Riffs sich auch auf weniger linearen Verstärkern ganz gut
hören lassen, stellt klassisches Programm, insbesondere
Klaviermusik, sehr hohe Anforderungen an die Linearität.



Welchen Dezibelwert sollte nun ein moderner Verstärker im
Hörbereich zwischen 20Hz und 20kHz einhalten? Auf der
sicheren Seite sind Sie dann, wenn Sie zu einem Gerät mit
einer Linearität von +/-1dB greifen.Hier verbiegt der
Verstärker den Frequenzbereich nicht so stark, dass die
Hörqualität nachhaltig beeinflusst wird. Natürlich
kommt es auch auf Ihr Musikmaterial an.Bei moderner Popmusik oder
anderem Material, das keine hohen Ansprüche stellt, sollte
der Wert +/-3dB nicht überschreiten.



Unlinearitäten im Frequenzgang lassen sich übrigens
recht leicht auffinden, wenn Sie eine Tonquelle an Ihre
Hifianlage anschließen, die Sinustesttöne
verschiedener Frequenz und gleicher Lautstärke liefert.Gut
eignen sich beispielsweise die Testtöne 2 bis 41 von unserer
Test-CD "Professional Audio-CD 3", die Sie im Shop auf "http://www.burosch.de" target="_blank">http://www.burosch.de
bestellen können.Wenn Sie alle Klangregler auf die
Nullposition stellen, oder besser gleich abschalten, können
Sie mit diesen Signalen leicht die Frequenzbereiche auffinden,
die Ihre Anlage bevorzugt oder benachteiligt.Auch das Testsignal
für weißes Rauschen (auf unserer Test-CD die
Tracknummer 80) eignet sich gut für das Auffinden von Peaks
im Frequenzgang. Überhöhungen machen sich durch
einzelne aus dem Rauschen heraushörbare Töne
bemerkbar.Beachten Sie allerdings, dass Sie hier nicht unbedingt
das Frequenzgangverhalten des Verstärkers allein
überprüfen, sondern das Ihrer gesamten
Wiedergabekette.Insbesondere Lautsprecher können große
Schwankungen im Frequenzgang aufweisen und damit nicht
unerheblich zu Verfärbungen beitragen.



Laufzeitverzerrungen gehören wie
Amplitudenverzerrungen zu den linearen Verzerrungen. Sie zeichnen
sich dadurch aus, dass Eingangs- und Ausgangssignal des Ampsnicht
in Phase sind. Sind zwei Signale in Phase, so bedeutet das, dass
sich diese zwei Signale gerade im exakt gleichen
Schwingungszustand befinden. Sind sie dagegen nicht in Phase,
sounterscheidet sich der Schwingungszustand. Die Phase wird in
Grad angegeben. Im folgenden Bild besteht zwischen Eingangs- und
Ausgangssignal eine Phasenverschiebung von 90 Grad.


height="92" border="0" alt=
"Phasenverschiebung eines Sinussignals um 90 Grad">





Verstärker können ganz allgemein die Phase eines
Signals verändern. Dieser Effekt kann entweder generell bei
allen Frequenzen gleich auftreten, oder die Höheder
Phasenverschiebung ist frequenzabhängig. So können zum
Beispiel Anteile eines Signals, die sich bei 10kHz befinden um
einen größeren Winkel in ihrer Phase verändert
werden, alsAnteile mit 15kHz. Dadurch entstehen
Phasenverzerrungen. Die klangliche Relevanz dieser Art der
Änderung des Musiksignals wird allerdings nach bisherigem
Erkenntnisstand als nicht sehr hocheingestuft. Im normalen
Hörraum dürften Phasenverzerrungen keinen Einfluss auf
die Wiedergabequalität eines Verstärkers besitzen.



Nichtlineare Verzerrungen



Die zweite große Gruppe der Verzerrungen sind die
nichtlinearen Verzerrungen. Diese werden vor allem durch aktive
Halbleiterbauteileim Verstärker (v.a.Transistoren)
hervorgerufen. Sie entstehen vor allem dann, wenn der lineare
Bereich der Kennlinie dieser Bauteile verlassen wird, also
insbesondere bei sehr hoher Leistungsabgabe. Nichtlineare
Verzerrungen lassen sich weiter unterteilen in harmonische und
nichtharmonischeVerzerrungen.



Harmonische Verzerrungen: Wird ein Sinussignal der
Frequenz fo über einen Verstärker abgespielt, so
können im Frequenzgang des Gerätesneu generierte
Anteile bei 2fo, 3fo, 4fo, usw. festgestellt werden. Diese
Komponenten sind nicht Bestandteil des Eingangssignals und
müssen daher vom Verstärker hinzugefügt worden
sein.Man nennt das Sinuseingangssignal auch erste Harmonische und
alle weiteren Signale zweite, dritte Harmonische und so weiter.
Wichtig zu wissen ist, dass die Höhe der Klirrkomponenten
mit zunehmender Ordnung zunehmend geringer wird.Die "lauteste"
Harmonische ist damit K2, K3 ist in aller Regel etwas leiser und
so weiter. Alle hinzugefügten Harmonischen zusammen genommen
heißen Klirrverzerrung. Die einzelnen Anteile bei den
Frequenzen 2fo, 3fo usw. tragen die Namen k2, k3, k4 usw. Die
höchste harmonische, die angegeben wirdist K9. Den
Prozentsatz, den die neu hinzugekommenen Obertöne am
Gesamtsignal einnehmen, nennt man auch Klirrfaktor bzw. englisch
Total Harmonic Distortion (THD).


height="48" border="0" alt="Definition des Klirrfaktors">





THD-Verzerrungen sind stark abhängig von der
Frequenzzusammensetzung des Eingangssignals und von der
Auslastung des Verstärkers. Aus diesem Grund ist der
Klirrfaktor in den Datenblättern meist gemeinsam mit der
Leistungsangabe desAmps zu finden. Oft liest man Datenangaben wie
"80 Watt Sinusleistung bei 1kHz und 1% THD an 8Ohm". Dies
bedeutet nichts anderes, als dass der Verstärker bei einem
Sinuseingangssignal mit der Frequenz fo = 1kHz und einem
Klirrfaktor von 1% eine Sinusleistung von 80 Watt an einen 8Ohm
Lautsprecher abgeben kann. Theoretisch verkraftet der
Verstärker auch höhere Leistungsentnahme bis zu einem
gewissen Grad, allerdings steigt die THD dann aufgrund der
Überbelastung des Verstärkers rapide an.Im
Normalbetrieb sollte ein moderner Verstärker nicht über
0,3% Klirr aufweisen. Wird die THD an der Leistungsgrenze wie im
obigen Beispiel mit 1% angegeben, so kann man davon ausgehen,
dass im Normalbetrieb, in dem der Amp praktisch nie voll
ausgelastet wird, geringere Klirrfaktoren zum Tragen kommen.
Tatsächlich hörbar werden Klirrverzerrungen ab 0,3% im
Mittel- und abwenigen Prozent im Tieftonbereich.

Entdecken Sie ein Gerät, bei dem die Leistungsangabe ohne
Wert für THD und Messfrequenz in den Datenblättern
steht, seien Sie vorsichtig. Eventuell ist die angegebene
Leistungmaßlos übertrieben und wird nur unter
Inkaufnahme von weit über 1% und mehr THD erreicht.


height="200" border="0" alt=
"Harmonisches und nicht harmonisches Klirrspektrum">





Die Auswirkungen des Klirrfaktors auf den Klang sind bis heute
nicht vollständig erfasst. Es hat sich jedoch gezeigt, dass
nicht allein die Höhe der einzelnen
Verzerrungsprodukteentscheidend für gute oder schlechte
Qualität des Verstärkers ist. Aus diesem Grund muss ein
Verstärker mit 0,1% Klirr bei beispielsweise 30 Watt nicht
unbedingt schlechter klingen, als ein Gerät mit 0,05% Klirr
bei der gleichen Leistung. Ein gutes Beispiel ist der Vergleich
zwischen Röhren und
Transistorverstärkern.Röhrenverstärker haben
technisch bedingt deutlich höhere Klirrkomponenten, als
Transistorverstärker. Trotzdem wird der Sound der
Röhren als sehr angenehm und warm empfunden.


height="182" border="0" alt=
"Klirrspektren unterschiedlicher Röhrenverstärker">





Warum aber ist das so? Es hat sich gezeigt, dass
Röhrenverstärker insbesondere einen deutlich
höheren Anteil an geradzahligem Klirr (v.a. K2, K4)
besitzen, als Transistorverstärker.Nun wollen wir uns ein
Sinussignal mit einer Frequenz von fo = 500Hz ansehen. Die
K2-Komponente des durch dieses Signal erzeugten Klirrs liegt bei
1000Hz - also genau eine Oktave höher.Die vierte Harmonische
wiederum schwingt mit 4fo, was 2000Hz entspricht - also eine
Oktave höher, als K2 und zwei Oktaven höher, als das
Originalsignal. Allgemein lässt sich feststellen, dass
geradzahlige Harmonische grundätzlich einenAbstand von einer
Oktave oder dem ganzzahligen Vielfachen einer Oktave vom
Originalsignal besitzen. Und genau hier liegt der Grund, warum
Röhrenverstärker so gut klingen: unser Gehör
empfindet Obertöne, die Oktavabstand zum Originalbesitzen
als sehr harmonisch. Musikwiedergabe, die reich an solchen
Obertönen ist, empfinden wir als satt, rund und warm.

Demgegenüber bestehen Klirrverzerrungen von schlecht
konstruierten Transistorverstärkern zu einem hohen Anteil
aus ungeradzahligen Harmonischen (K3, K5, K7, usw.).Wenn wir
wieder das obige Beispiel mit fo = 500Hz betrachten, so liegen
die Obertöne, die durch das Sinussignal erzeugt werden, nun
bei 1500Hz (K3), 2500Hz (K5), 3500Hz(K7) usw.Solche
Obertöne, die einen Abstand aufweisen, der nicht einem
geradzahligen Vielfachen einer Oktave entspricht, führt zu
Disharmonie. Der Klang wirkt auf uns kühl, dünn und
ohne Farbe.


height="182" border="0" alt=
"Klirrspektren von Transistorverstärkern">





Da nun aber alle Klirrkomponenten, egal ob geradzahlig oder
ungeradzahlig mit gleicher Gewichtung in den Klirrfaktor
eingehen,können Geräte mit hohem Klirr besser klingen,
als Geräte mit niedrigem Klirr. Ein Gerät, dass
beispielsweise einen Klirr von 0,1% aufweist, dessen Klirr aber
hauptsächlich aus geraden Komponenten besteht, klingt
wesentlich angenehmer alsVerstärker, der zwar nach den
technischen Daten 0,05% Klirr aufweist, dessen Verzerrungen aber
vor allem aus ungeradzahligen Harmonischen besteht.

Hochwertige High End Audio-Verstärker werden aus diesem
Grund nicht nur auf einen niedrigen Klirrfaktor getrimmt, sondern
gleichzeitig auch auf eine optimale Verteilung der
einzelnenKomponenten. Ziel ist es insbesondere K3 und K5, aber
auch ungeradzahlige Harmonische höherer Ordnung gering zu
halten, während geradzahlige Komponenten in gewissen Grenzen
für warmen, "analogen" Klang durchaus erwünscht
sind.



Der Klirrfaktor einer Hifianlage kann nicht so leicht
herausgefunden werden, wie Unregelmäßigkeiten im
Frequenzgang. Hierzu benötigen Sie professionelles
Messequipment,beispielsweise unseren Audioanalyzer NF-200
(erhältlich unter "_blank">http://www.burosch.de). Wenn Sie Verstärker
anhand der Klirrwerte vergleichen möchten, so können
wir Ihnen die Zeitschrift Stereoplay empfehlen, die schon seit
Jahren zujedem Verstärkertest aussagekräftige
Klirrspektren abdruckt.



Nichtharmonische Verzerrungen: Während der
Klirrfaktor bzw. die harmonischen Verzerrungen Signalanteile
beschreiben, die sich harmonisch zum ursprünglichen
Eingangssignal verteilen,versteht man unter nichtharmonischen
Verzerrungen neu hinzugekommene Schwingungen, die in Disharmonie
zum eigentlichen Nutzsignal stehen. Sie entstehen immer dann,
wenn am Eingang des Verstärkers gleichzeitig Signale
verschiedener Frequenz anliegen - bei Musikmaterial also
ständig.Die wichtigsten nichtharmonischen Verzerrungen sind
Differenztonverzerrungen und deren Spezialform, die
Intermodulationsverzerrungen.



Differenztonverzerrungen bestehen aus im Ausgangssignal
vorhandenen Komponenten, die aus Summen- und Differenzbildung der
gleichzeitig anliegenden Eingangssignale gleicher Amplitude aber
unterschiedlicher Frequenz entstanden sind.
Intermodulationsverzerrungen sind im Grunde genommen das gleiche,
nur dasshier die Amplituden der gleichzeitig anliegenden
Eingangssignale verschieden sind. Bei der Musikwiedergabe
entstehen fast ausschließlich
Intermodulationsverzerrungen.

Hierzu ein Beispiel: Sollen Sinussignale mit den Frequenzen 800Hz
und 1900Hz unterschiedlicher Amplitude gleichzeitig
übertragen werden, so werden durch den Verstärker auch
Signale der Summen- und Differenzfrequenzen gebildet, alsoein
Signal bei 1100Hz (Differenzsignal) und eines bei 2700Hz
(Summensignal). Zwar sind diese neu generierten Komponenten
deutlich leiser, als die verstärkten Eingangssignale bei
800Hz und 1900Hz, sie verändern das Ausgangssignal aber
dennoch. Um den Lautstärkeunterschied zwischen Nutzsignal
und den Summen-/Differenzsignalen und damit die Höhe der
Verzerrungen darzustellen, verwendet man den
Intermodulationsfaktor. Dieser ist definiert als derEffektivwert
des Intermodulationssignals geteilt durch den Effektivwert des
Nutzsignals und wird in Dezibel oder Prozent angegeben.


height="48" border="0" alt=
"Definition des Intermodulationsfaktors">





Selbstverständlich erzeugen die Eingangssignale bei 800Hz
und 1900Hz auch harmonische Verzerrungen (Klirr). In der Praxis
treten Intermodulationsverzerrungen und Klirr daher immer
gemeinsam auf. Alles in allem ergeben sich die folgenden
Komponenten im Ausgangssignal:


Nutzsignale: Summensignal Differenzsignal Harmonische 800Hz Harmonische 1900Hz
800Hz

1900Hz
2700Hz 1100Hz 1600Hz (K2)

2400Hz (K3)

3200Hz (K4)

...
3800Hz (K2)

5700Hz (K3)

7600Hz (K4)

...





Warum sind nichtharmonische Verzerrungen gut wahrnehmbar? Dazu
gehen wir nochmals in die Argumentation über, die wir beim
Klirrfaktor verwendet haben.Wir haben gesehen, dass vom
Gerät erzeugte Töne, die in Oktavabstand zum Original
stehen, keine Disharmonie, also schlechten Klang
verursachen.Differenz- und Summentöne, aus denen die
Intermodulationsverzerrungen bestehen, liegen aber in aller Regel
nicht im Oktavabstand zu den Orignalsignalen, was mit Hilfe der
obigen Tabelle für unser Beispiel leicht nachvollzogen
werden kann.Man sagt auch die Verzerrungen liegen nichtharmonisch
zu den Originaltönen, was den Namen nichtharmonische
Verzerrungen begründet.Aufgrund dieser Disharmonie der
Verzerrungskomponenten im Ausgangssignal nimmt unser Ohr
Differenzton- und Intermodultaionsverzerrungen gut wahr.Sie
fallen in erster Linie durch ein wenig detailliertes, gepresstes
Klangbild auf. Extreme Intermodulationsverzerrungen können
sogar Schmerzen in den Ohren hervorrufen.Leider fehlt in den
meisten Verstärkerdatenblättern der
Intermodulationsfaktor. Er sollte bei guten Geräten aber
0,5% nicht überschreiten.



Verringerung von Verzerrungen



Ähnlich wie das Rauschen schwanken Verzerrungen stark von
Gerät zu Gerät. Dies ist auch nicht
weiterverwunderlich, da die Höhe von Verzerrungen Hand in
Hand geht mit solidem Schaltungsdesign und der Wahl hochwertiger
Bauteile.Knackpunkt für nichtlineare Verzerrungen sind ganz
klar die Transistoren. Die Verzerrungen können im Bereich
dieser Komponenten stark durch die Wahl der Schaltungsart
beeinflusst werden.Beispielsweise kann durch die Anordnung als
Gegentaktendstufe eine Kompensation der Verluste
herbeigeführt werden, was zu sehr verzerrungsarmen
Geräten führt.Insbesondere die Einstellung des
richtigen Arbeitspunktes der Transistoren ist ein Mittel
nichtlineare Verzerrungen zu vermeiden.Nur wenn der Transistor in
jedem Betriebszustand weit genug von Sättigung und Leerlauf
entfernt ist, bleiben Verzerrungen im Rahmen.Insgesamt gilt das
gleiche, was auch schon in unserem ersten Artikel zur
Qualität von Verstärkerschaltungen hier auf "http://www.burosch.de" target="_blank">http://www.burosch.de
gesagt wurde:Wenn Sie ein Gerät mit guten klanglichen
Eigenschaften erwerben möchten, meiden Sie
Billigstgeräte. Diese sind in aller Regel weder im Bezug auf
das Schaltungsdesign, noch im Bezug auf die Bauteilqualität
zu empfehlen.



Quellenangaben:

Dieser Text stammt mit freundlicher Genehmigung von BUROSCH Audio-Video-Technik.

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