Gamakay TK75 im Test: 75% Gaming-Tastatur

Gamakay TK75 im Test: 75%-Gaming-Tastatur für unter 90 Euro

Ich bin schon länger in meinem Gaming-Setup mit Razer verwurzelt. Doch es müssen vielleicht nicht immer die großen Hersteller sein. Und wenn man auf den Geldbeutel schauen muss, gibt es Lösungen von Gamakay, die sehr attraktiv sind und auch eine gute Leistung bringen. Wem die Lautstärke wichtig ist und wer vielleicht abends im Wohnzimmer oder im Schlafzimmer zockt, der schaut vielleicht auf leise Tastaturen. Lautes Switch-Geklacker ist dann absolut tabu. Oder wenn es ein Zweitgerät sein darf, das nicht gleich wieder 280 Euro kosten soll, dann lohnt sich ein Blick über den Tellerrand. Genau da bin ich über die Gamakay TK75 gestolpert: eine kompakte 75%-Tastatur mit Hot-Swap-Sockeln, stillen Switches und einem Feature-Set, das auf dem Papier locker mit deutlich teureren Modellen mithalten will.

Die Gamakay TK75 Tastatur hat keinen Zahlenblock, dafür aber Tri-Mode-Konnektivität, 8000 Hz Polling, sogar SOCD und Snap Tap sind mit an Bord. Für unter 90 Euro klingt das fast zu gut, um wahr zu sein. Ich wollte wissen: Ist die TK75 ein echter Geheimtipp für alle, die Premium-Features ohne Premium-Preis wollen oder rächt sich der günstige Einstiegspreis am Ende doch beim Tippgefühl und in der Praxis?


Gamakay TK75 bei amazon.de kaufen.
Nutzt den Link https://amzn.to/4wUr8mk um das Produkt schnell und einfach bei Amazon zu kaufen.


Gamakay TK75 im Test: 75% Gaming-Tastatur

Wer steckt hinter Gamakay?

Gamakay ist keine Marke mit jahrzehntelanger Firmentradition, sondern Teil der jüngeren Welle chinesischer Anbieter. Verkauft wird vor allem über AliExpress sowie eigene Amazon-Stores in den USA, Deutschland und UK, ergänzt durch einen eigenen Onlineshop. Öffentlich zugängliche Angaben zu Gründungsjahr oder Gründerteam sind rar. Das ist ein Umstand, den Gamakay mit vielen Wettbewerbern aus dem gleichen Marktsegment teilt. Inhaltlich hat sich die Marke klar positioniert: im Fokus stehen anpassbare mechanische Tastaturen in 65%- und 75%-Layouts, zunehmend auch mit ISO-DE-Varianten für den deutschen Markt. Dazu setzen sie auf  neuere Schalter-Technologien wie TMR- und Hall-Effect-Switches. Und sie wollen Features wie Hot-Swap, RGB und Rapid-Trigger-Funktionen zu Preisen zugänglich machen, die klassische Gaming-Marken kaum unterbieten können.

Gamakay TK75 im Test: 75% Gaming-Tastatur

Wie ist das Design und die Verarbeitung?

Der erste Eindruck ist gut. Die Tastatur ist schwer, fühlt sich hochwertig an. Sie ist auch mit RGB-Farben beleuchtet. Ohne das geht es heute ja schon fast nicht mehr. Die TK75 will optisch nicht nur „billig, aber okay“ wirken, sondern tatsächlich mit den großen Marken mithalten. Im Inneren steckt eine Top-Mount-Konstruktion mit Gasket-Befestigung. Die Platine liegt also nicht starr im Gehäuse, sondern schwimmt auf kleinen Dämpfungspads. Das sorgt für einen spürbar weicheren, nachgiebigeren Anschlag als bei den steifen, klapprigen Tastaturen, die man aus der 30-Euro-Kategorie kennt. Unterstützt wird das Ganze von einer mehrlagigen Schaumdämmung aus EVA-Schaum und zusätzlichem Bottom-Foam, die den sonst so typischen „Hohlraum-Ping“ beim Tippen spürbar schluckt. Das ist ein Detail, das man sonst eher von deutlich teureren Custom-Boards kennt. Auch bei den Keycaps hat Gamakay nicht gespart: PBT statt ABS, dazu das griffige Cherry-Profil, das sich angenehm mattiert anfühlt und auch nach Wochen intensiven Gamings keinen Speckglanz ansetzen soll. Solange habe ich die Tastatur aber noch nicht im Einsatz. In der Hand liegt die TK75 kompakt aber mit ordentlichem Gewicht. Das sorgt für einen stabilen Stand auf dem Schreibtisch. Ich habe nachgewogen, die Tastatur bringt 863 Gramm auf die Waage. An der höchsten Stelle ist sie 3,5mm hoch, mit Tasten 4,5mm. Sie sieht zwar recht hoch aus, für Kinderhände mag es auch etwas zu viel sein, Erwachsene dürften damit aber problemlos klar kommen.

Wir sprechen hier von einer 75%-Tastatur. Eine 75%-Tastatur bezeichnet eine kompakte Tastatur, die im Vergleich zu einer normalen Tastatur (100%) nur  etwa 75% ausmacht. Hier fehlt in der Regel der Ziffernblock auf der rechten Seite.

Gamakay TK75 im Test: 75% Gaming-Tastatur

Was steckt unter der Haube? Switches im Detail

Gamakay verbaut in der TK75 wahlweise die hauseigenen Phoenix-V2- oder Pegasus-V2-Switches. Das sind beides sehr leise Schalter mit Dämpfungsringen, die auf Hot-Swap-Sockeln sitzen. Wer möchte, tauscht sie also ohne Lötkolben gegen Lieblings-Switches aus der Custom-Szene aus. Der Kompromiss, den stille Switches fast immer mit sich bringen, ist der Verlust des knackig, taktilen Feedbacks lauter Klick-Switches. Das geht ein Stück weit verloren, dafür tippt sich die TK75 allerdings auch nachts unauffällig und ohne die Familie zu wecken. Da muss man für sich selbst entscheiden, welche Priorität man hat. Bei der Konnektivität fährt Gamakay das volle Programm auf: Tri-Mode aus Bluetooth, 2,4-GHz-Dongle und kabelgebundenem USB-C, dazu ein üppiger 8000-mAh-Akku und eine Polling-Rate von bis zu 8000 Hz im 2,4-GHz- und Kabelbetrieb (Bluetooth deckelt bei 1000 Hz). Das sind Werte, die man sonst nur von deutlich teureren Tastaturen kennt und die sich im Alltag natürlich erst noch beweisen müssen. Richtig interessant wird es bei den Gaming-Features: SOCD sorgt dafür, dass bei gleichzeitig gedrückten Gegenrichtungen (etwa A und D) immer die zuletzt gedrückte Taste zählt. Das ist essenziell fürs präzise Counter-Strafing. Counter-Strafing ist eine Technik in Taktik-Shootern wie Counter-Strike, um sofort stehen zu bleiben. Ergänzt wird das durch Snap Tap sowie Multi-Tap (MT) und MDS. Im Kern ist das dieselbe Idee, die mich schon bei Razers Rapid Trigger und Snap Tap auf der Huntsman V3 Pro begeistert hat nur eben zum Bruchteil des Preises.

Gamakay TK75 im Test: 75% Gaming-Tastatur

Display, Beleuchtung und Bedienkomfort

Ein Detail, das die TK75 optisch klar von der Konkurrenz abhebt, ist das kleine 0,85-Zoll-LCD-Display rechts. Laut Gamakay kann es sogar animierte JPG- und GIF-Sequenzen abspielen.  Es ist ein verspielter, aber durchaus praktischer Blickfang, den man sich für Profil-Anzeigen, Uhrzeit oder einfach ein bisschen Persönlichkeit auf dem Desk nutzbar machen kann. Es ist allerdings auch sehr klein, für mich war es im Alltag nicht mehr wie eine Spielerei. Bedient wird das Ganze über einen griffigen Metall-Knob, der standardmäßig für die Lautstärke zuständig ist. Je nach Software-Unterstützung lassen sich aber auch andere Funktionen damit steuern. Dazu kommt ARGB-Beleuchtung mit Per-Key-Ansteuerung, die zwar nicht ganz an die Gleichmäßigkeit und Helligkeit von Razer Chroma herankommt, für den Preis aber ordentlich saturiert und anpassbar ausfällt. Die Konfiguration, also Beleuchtung, Makros, SOCD/Snap-Tap-Einstellungen und Firmware-Updates, läuft über eine separate Software, die technisch funktional ihren Zweck erfüllt. Beim Download der Software wurde ich darauf hingewiesen, das ich die Konfiguration auch direkt im Browser vornehmen kann. Das fand ich schon sehr gut und es war schnell erledigt.

Gamakay TK75 im Test: 75% Gaming-Tastatur

Praxistest: Tippgefühl, Akustik und Gaming-Alltag

Ich habe die Tastatur einige Tage im Alltag genutzt und auch am Arbeitsplatz verwendet. Nach etwa 4 Wochen im Dauereinsatz zeigt sich, wie viel von den Papier-Spezifikationen tatsächlich im Alltag ankommt: Die stillen Phoenix-V2-Switches fühlen sich deutlich weicher an, klingen im Vergleich zur Huntsman V3 Pro aber deutlich leiser. Am Arbeitsplatz macht das aber nicht den großen Unterschied aus. Am Abend, wenn beispielsweise im Wohnzimmer gezockt wird, ist der Unterschied hörbar. Insgesamt fühlt sich der Anschlag angenehm an, auch beim Tippen über mehrere Stunden. Im Gaming-Alltag haben die verschiedenen Features alle funktioniert. Es gab keine Aussetzer bei der 2,4-GHz-Verbindung und der Eindruck war insgesamt sehr gut. Für unter 90 Euro bekommst du Features, die bei woanders deutlich mehr Geld kosten. Tri-Mode-Konnektivität, hohe Polling-Rate, Hot-Swap und Gaming-Modi wie SOCD und Snap Tap sind längst keine reinen Premium-Vorbehalte mehr. Und Gamakay konzentriert sich hier ganz klar auf die Hardware. Hochglanz-Software, die aufwendig entwickelt werden muss, gibt es nicht. Es ist alles technisch funktional gehalten und da kann natürlich Geld eingespart werden. Jedes Feature oder ein Ökosystem über zahlreiche Komponenten kostet nun mal Geld. Wer das nicht benötigt, kann hier ganz klar sparen.

Gamakay TK75 im Test: 75% Gaming-Tastatur

Fazit und Kaufempfehlung

Die Gamakay TK75 macht deutlich, wie weit günstige Custom-nahe Tastaturen inzwischen gekommen sind: Gasket-Mount-Gehäuse, Hot-Swap-Sockel, PBT-Cherry-Profile-Keycaps, Tri-Mode-Konnektivität mit bis zu 8000 Hz Polling und Gaming-Features wie SOCD und Snap Tap sind Dinge, die vor ein paar Jahren noch fest in der Domäne von Razer, SteelSeries & Co. lagen, bekommt man hier für einen Bruchteil des Preises. Klar bleiben ein paar Abstriche: An die Software, die Konsistenz der RGB-Beleuchtung und die letzten Prozentpunkte Verarbeitungsqualität teurerer Boards kommt die TK75 nicht ganz heran, und wie zuverlässig SOCD und Snap Tap im Alltag wirklich greifen, muss sich über längere Nutzung erst beweisen. Dennoch ist die Tastatur für den günstigen Preis eine gute Wahl.

Pro:

  • Gasket-Mount-Konstruktion mit mehrlagiger Schaumdämmung für einen angenehmen, gedämpften Anschlag
  • Hot-Swap-Sockel für Phoenix-V2- oder Pegasus-V2-Switches – volle Custom-Freiheit
  • Tri-Mode-Konnektivität (Bluetooth, 2,4 GHz, USB-C) mit bis zu 8000 Hz Polling-Rate
  • Gaming-Features wie SOCD, Snap Tap und Multi-Tap, die sonst teureren Boards vorbehalten sind
  • Verspieltes 0,85″-LCD-Display und griffiger Metall-Knob
    Sehr attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis (unter 90 Euro)

Contra:

  • Stille Switches gehen zulasten des taktilen, knackigen Tippgefühls
  • Software wirkt weniger herausgeputzt als etwa Razer Synapse
  • RGB-Beleuchtung kommt nicht ganz an die Gleichmäßigkeit teurerer Marken heran
  • Verlässlichkeit der Gaming-Features im kompetitiven Alltag noch nicht auf Herz und Nieren geprüft

Für wen lohnt sich die TK75? Wer ein kompaktes, leises 75%-Board für Gaming und Alltag sucht, ohne gleich 250 Euro und mehr auszugeben, bekommt hier ein rundes Gesamtpaket. Einsteiger*innen in die Custom-Keyboard-Welt und alle, die abends leise zocken wollen, dürften besonders viel Freude haben. Wer dagegen das letzte bisschen Präzision und Tippgefühl für den kompetitiven E-Sport-Einsatz braucht, greift weiterhin eher zu Boards wie der Huntsman V3 Pro. Vorausgesetzt man hat das nötige Budget.

Details findet ihr direkt beim Hersteller: https://gamakay.com

Kaufen könnt ihr die Tastatur beispielsweise bei Amazon:

Gamakay TK75 bei amazon.de kaufen.
Nutzt den Link https://amzn.to/4wUr8mk um das Produkt schnell und einfach bei Amazon zu kaufen.